DerHilden
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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle
gestern um 16:40Das ist korrekt, der Kapitalismus hat das bestehende ungleiche Machtverhältnis genutzt und weiter verfestigt.mitH2CO3 schrieb:Nach meinem Kenntnisstand lebten die Menschen seit Beginn des Ackerbaus im Patriarchat. Mit der Sesshaftwerdung begann man mit Viehzucht, Vorratshaltung, Landbesitz. Es entwickelten sich Machtstrukturen, bei denen das Eigentum an die männlichen Nachfahren vererbt wurde. Über die Zeit wurden das Machtverhältnis zwischen Mann und Frau dann auch noch durch Gesetze und Religionen verfestigt.
Das ist etwas vereinfacht dargestellt. Natürlich besaßen Herrschende in der Menschheitsgeschichte nahezu immer mehr als der "einfache" Bürger. Der Unterschied ist hier aber das Verhältnis. Während in vorkapitalistischen Epochen bedürfnisorientiert gewirtschaftet wurde, führt der Zwang des Kapitalismus zur Kapitalkkumulation zu einer enorm auseinandergehenden Vermögensverteilung.mitH2CO3 schrieb:Pharaonen, chinesische Kaiser horteten bereits die Reichtümer ihrer Länder (heute sind es halt ÜBER-Reiche Indivduen wie bspw. E. Musk)
Ich meine, in unserer Gegend waren doch auch Feudalherren unterwegs, die alles wegmezelten, was nicht ihren Interessen diente.
Der König, Fürst, Lehnsherr, etc. musste gezwungenermaßen seine Untertanen verhältnismäßig gut versorgen, da sie sonst entweder schnell zugrunde gegangen wären oder ihn mit Fackeln und Mistgabeln vom Hofe gejagt hätten.
Das "Elend der Massen", oftmals bezogen auf das Mittelalter, ist eine überspitzte Darstellung aus der Neuzeit. Natürlich gab es auch Armut, aber der Großteil der Bevölkerung, ob nun in der Landwirtschaft oder im Handwerk, konnte davon auch gut leben. Wir müssen nicht darüber diskutieren, dass der Arbeitsalltag natürlich körperlich anstrengend war, aber dies liegt natürlich auch in den fehlenden technologischen Möglichkeiten. begründet. Gerade diese körperliche Belastung setzt aber auch eine Versorgung mit Nahrung sowie Erholungszeiten voraus, da ansonsten das Arbeiten unter diesen Bedingungen dauerhaft unmöglich gewesen wäre.mitH2CO3 schrieb:Wirtschaftliche Unterdrückung/Ausbeutung galt als normal, ebenso wie das Elend der Massen.
Wenn man auf historische Quellen zurückgreift, erkennt man sogar, dass die Arbeitszeit im Durchschnitt sogar geringer war als heute. Und das ist eben im Unterschied zu der heutigen kapitalistischen Wirtschaftsordnung begründet. Heute dient Arbeit der Mehrung des Profites und diese strebt in Richtung des Unendlichen. Daher hat sich auch unsere Arbeitszeit nie verringert, obwohl die heutige Produktion um ein Vielfaches effizienter ist als früher.
Im Mittelalter beispielsweise diente die Wirtschaft in erster Linie der Befriedigung von Bedürfnissen. Und wenn die Ernte eingefahren und die Kornspeicher voll waren, dann war die Arbeit eben auch erledigt.
Nora Ritchie schätzt in ihrem Werk „Labour conditions in Essex in the reign of Richard II“ die durchschnittliche Jahresarbeitszeit im 14. Jahrhundert auf 1440 Stunden bei einem 12-Stunden-Tag. Somit kommen wir auf 120-160 Arbeitstage im Jahr. Dies liegt weit unter der heutigen Arbeitszeit eines Angestellten in Deutschland bei einer 40 Stunden Woche und 30 Tagen Urlaub im Jahr.Quelle: https://sororeshistoriae.com/2019/01/04/mythbusters-schuften-bis-zum-umfallen/
Der Kapitalismus ist aufgrund der von dir genannten Ausbeutung von Menschen und Ressourcen eben gerade das Problem.mitH2CO3 schrieb:Der Kapitalismus für sich genommen ist ja nicht das Problem, sondern die ihm zugrunde liegenden dominanzgeprägten männlichen Überzeugungen, Strukturen und Gewohnheiten, die aus alten Zeiten übernommen wurden -> Frauen, Menschen, Natur werden unterdrückt und ausgebeutet. Fürsorge und Mitgefühl galten/gelten als nebensächlich, bedeutungslos
Der Drang des Kapitalismus zur unendlichen Kapitalakkumulation bedingt die Ausbeutung der Arbeitskraft des Proletariats und damit auch die Ausbeutung der Frau, um neue Arbeitskräfte hervorzubringen.
Deswegen war Feminismus in den vergangenen Jahrzehnten auch stets antikapitalistisch, weil genau diese Zwänge dss Kapitalismus erkannt worden und damit auch die Erkenntnis, dass Reformen allein diese Widersprüche nicht auflösen können, bis dann die CIA den Feminismus in eine liberale Richtung beeinflusst hat, die den Antikapitalismus nicht mehr als Schwerpunkt sieht.


