Politik
Menschen Wissenschaft Politik Mystery Kriminalfälle Spiritualität Verschwörungen Technologie Ufologie Natur Umfragen Unterhaltung
weitere Rubriken
PhilosophieTräumeOrteEsoterikLiteraturAstronomieHelpdeskGruppenGamingFilmeMusikClashVerbesserungenAllmysteryEnglish
Diskussions-Übersichten
BesuchtTeilgenommenAlleNeueGeschlossenLesenswertSchlüsselwörter
Schiebe oft benutzte Tabs in die Navigationsleiste (zurücksetzen).

Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

19.050 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Wirtschaft, Armut, Kapitalismus ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

gestern um 16:40
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Nach meinem Kenntnisstand lebten die Menschen seit Beginn des Ackerbaus im Patriarchat. Mit der Sesshaftwerdung begann man mit Viehzucht, Vorratshaltung, Landbesitz. Es entwickelten sich Machtstrukturen, bei denen das Eigentum an die männlichen Nachfahren vererbt wurde. Über die Zeit wurden das Machtverhältnis zwischen Mann und Frau dann auch noch durch Gesetze und Religionen verfestigt.
Das ist korrekt, der Kapitalismus hat das bestehende ungleiche Machtverhältnis genutzt und weiter verfestigt.
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Pharaonen, chinesische Kaiser horteten bereits die Reichtümer ihrer Länder (heute sind es halt ÜBER-Reiche Indivduen wie bspw. E. Musk)
Ich meine, in unserer Gegend waren doch auch Feudalherren unterwegs, die alles wegmezelten, was nicht ihren Interessen diente.
Das ist etwas vereinfacht dargestellt. Natürlich besaßen Herrschende in der Menschheitsgeschichte nahezu immer mehr als der "einfache" Bürger. Der Unterschied ist hier aber das Verhältnis. Während in vorkapitalistischen Epochen bedürfnisorientiert gewirtschaftet wurde, führt der Zwang des Kapitalismus zur Kapitalkkumulation zu einer enorm auseinandergehenden Vermögensverteilung.

Der König, Fürst, Lehnsherr, etc. musste gezwungenermaßen seine Untertanen verhältnismäßig gut versorgen, da sie sonst entweder schnell zugrunde gegangen wären oder ihn mit Fackeln und Mistgabeln vom Hofe gejagt hätten.
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Wirtschaftliche Unterdrückung/Ausbeutung galt als normal, ebenso wie das Elend der Massen.
Das "Elend der Massen", oftmals bezogen auf das Mittelalter, ist eine überspitzte Darstellung aus der Neuzeit. Natürlich gab es auch Armut, aber der Großteil der Bevölkerung, ob nun in der Landwirtschaft oder im Handwerk, konnte davon auch gut leben. Wir müssen nicht darüber diskutieren, dass der Arbeitsalltag natürlich körperlich anstrengend war, aber dies liegt natürlich auch in den fehlenden technologischen Möglichkeiten. begründet. Gerade diese körperliche Belastung setzt aber auch eine Versorgung mit Nahrung sowie Erholungszeiten voraus, da ansonsten das Arbeiten unter diesen Bedingungen dauerhaft unmöglich gewesen wäre.

Wenn man auf historische Quellen zurückgreift, erkennt man sogar, dass die Arbeitszeit im Durchschnitt sogar geringer war als heute. Und das ist eben im Unterschied zu der heutigen kapitalistischen Wirtschaftsordnung begründet. Heute dient Arbeit der Mehrung des Profites und diese strebt in Richtung des Unendlichen. Daher hat sich auch unsere Arbeitszeit nie verringert, obwohl die heutige Produktion um ein Vielfaches effizienter ist als früher.

Im Mittelalter beispielsweise diente die Wirtschaft in erster Linie der Befriedigung von Bedürfnissen. Und wenn die Ernte eingefahren und die Kornspeicher voll waren, dann war die Arbeit eben auch erledigt.
Nora Ritchie schätzt in ihrem Werk „Labour conditions in Essex in the reign of Richard II“ die durchschnittliche Jahresarbeitszeit im 14. Jahrhundert auf 1440 Stunden bei einem 12-Stunden-Tag. Somit kommen wir auf 120-160 Arbeitstage im Jahr. Dies liegt weit unter der heutigen Arbeitszeit eines Angestellten in Deutschland bei einer 40 Stunden Woche und 30 Tagen Urlaub im Jahr.
Quelle: https://sororeshistoriae.com/2019/01/04/mythbusters-schuften-bis-zum-umfallen/
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Der Kapitalismus für sich genommen ist ja nicht das Problem, sondern die ihm zugrunde liegenden dominanzgeprägten männlichen Überzeugungen, Strukturen und Gewohnheiten, die aus alten Zeiten übernommen wurden -> Frauen, Menschen, Natur werden unterdrückt und ausgebeutet. Fürsorge und Mitgefühl galten/gelten als nebensächlich, bedeutungslos
Der Kapitalismus ist aufgrund der von dir genannten Ausbeutung von Menschen und Ressourcen eben gerade das Problem.
Der Drang des Kapitalismus zur unendlichen Kapitalakkumulation bedingt die Ausbeutung der Arbeitskraft des Proletariats und damit auch die Ausbeutung der Frau, um neue Arbeitskräfte hervorzubringen.

Deswegen war Feminismus in den vergangenen Jahrzehnten auch stets antikapitalistisch, weil genau diese Zwänge dss Kapitalismus erkannt worden und damit auch die Erkenntnis, dass Reformen allein diese Widersprüche nicht auflösen können, bis dann die CIA den Feminismus in eine liberale Richtung beeinflusst hat, die den Antikapitalismus nicht mehr als Schwerpunkt sieht.


1x zitiertmelden

Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

gestern um 17:40
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:es entwickelten sich Machtstrukturen, bei denen das Eigentum an die männlichen Nachfahren vererbt wurde.
Das ist aber nicht Patriarchat, sondern Patrilinear.

Sonst:
Sozialismus und Kapitalismus haben doch etwas gemeinsam - sie beuten Leistungsträger aus und versuchen sie gleich mit den anderen zu machen.
Im Sozialismus mit Gewalt, im Kapitalismus über idiotische Steuern, man siehe den letzten Furz der deutschen Regierung, laut SPD ist das die Superereichensteuer. Man muss es schaffen so dumm zu sein, wirklich.


1x zitiertmelden

Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

gestern um 20:33
Zitat von DerHildenDerHilden schrieb:Wenn man auf historische Quellen zurückgreift, erkennt man sogar, dass die Arbeitszeit im Durchschnitt sogar geringer war als heute. Und das ist eben im Unterschied zu der heutigen kapitalistischen Wirtschaftsordnung begründet. Heute dient Arbeit der Mehrung des Profites und diese strebt in Richtung des Unendlichen. Daher hat sich auch unsere Arbeitszeit nie verringert, obwohl die heutige Produktion um ein Vielfaches effizienter ist als früher.
Ja, wobei der Standard, Erwachsene und Kinder 12-16 Stunden - bei einer Sechs-Tage-Woche - arbeiten zu lassen, dann nach langen Kämpfen 1918/1919 (Novemberrevolution) zum Acht-Stunden-Tag abgeändert wurde. D.h. die Arbeitszeit verringerte sich wieder.
Zitat von DerHildenDerHilden schrieb:Im Mittelalter beispielsweise diente die Wirtschaft in erster Linie der Befriedigung von Bedürfnissen. Und wenn die Ernte eingefahren und die Kornspeicher voll waren, dann war die Arbeit eben auch erledigt.
Ja. Die Probleme entstanden halt bei schlechter Ernte. Es war wohl kaum möglich, sich gegen Ernteeausfälle oder sonstige Risiken zu versichern. Ich weiss es nicht ganz genau, aber wurde beides nicht erst durch Kapitalismus möglich, weil sich jeder dann ein über das Nötigste hinausgehendes Plus erarbeiten konnte?
Zitat von DerHildenDerHilden schrieb:Der Kapitalismus ist aufgrund der von dir genannten Ausbeutung von Menschen und Ressourcen eben gerade das Problem.
Hm, ich meine in sozialistischen Staaten findet genau so eine Ausbeutung von Menschen und Raubbau an der Natur statt.
Man findet doch in beiden Dominanzsystemen die gleichen Schwächen: der Gini-Vermögens-Koeffizient für Russland (0,82 %) liegt ähnlich hoch wie in Deutschland, in China liegt er bei 0,7% -> Ungleichheit also völlig egal wo man hinschaut. Ausbeutung der Ressourcen ebenso.
Zitat von DerHildenDerHilden schrieb:Deswegen war Feminismus in den vergangenen Jahrzehnten auch stets antikapitalistisch, weil genau diese Zwänge dss Kapitalismus erkannt worden und damit auch die Erkenntnis, dass Reformen allein diese Widersprüche nicht auflösen können, bis dann die CIA den Feminismus in eine liberale Richtung beeinflusst hat, die den Antikapitalismus nicht mehr als Schwerpunkt sieht.
Gloria Steinem hat die Arbeit mit der CIA eingeräumt, und war späterhin noch jahrelang als eine (prominente) Feministin unterwegs.
Von 1958 bis 1962 leitete Steinem den Independent Research Service, eine antikommunistische CIA-Tarnorganisation, die US-amerikanische Jugendliche nach Europa schickte, um die Weltfestspiele der Jugend und Studenten in Wien 1958 und in Helsinki 1962 zu »zerschlagen« oder zumindest die Delegation aus den USA zu »übernehmen«. Steinem leugnete zunächst, dass sie wusste, dass die Organisation vom CIA finanziert wurde. Später erklärte sie, dass sie ganz genau wusste, woher das Geld kam, und dass sie es jederzeit wieder nehmen würde. Steinem erklärte: Die CIA-Agenten, mit denen sie arbeitete, »waren liberal und weitsichtig. Ich hatte nie das Gefühl, dass sie mir Vorschriften machten. Die Leute vom CIA waren die einzigen, die den Mut und die Voraussicht hatten zu erkennen, dass die Arbeit mit Jugendlichen und Studenten wichtig war.« Kurz nach ihrer Tätigkeit für die CIA wurde sie eine prominente Feministin.[6]
Wikipedia: Gloria Steinem

Eine mögliche Beeinflussung ihrer eigentlichen feministischen Arbeit durch die CIA kann ich jetzt nicht so erkennen.

Es geht beim Thema Ungleichheit teils um tiefsitzende Glaubenssätze, Annahmen und Vorurteile wie die Dinge zu laufen hätten. Die sollte man sich bewußt machen und ändern. Es geht ferner um Bildungsdefizite, Diskriminierung, ungerechte Steuerpolitik, Ausbeutung von Mensch, Tier & Natur. Das kapitalistische System sollte mit fürsorglichem Care-Input ;) gefüllt werden, das könnte Ungleichheit und Raubbau auf Sicht gesehen deutlich verringern. Na ja, darüber sollte es aber auch einen breiteren gesellschaftlichen Diskurs geben, welche Werte man in der Gesellschaft denn leben möchte, um dann auch ein tragfähiges Fundament zu haben, wenn man Dinge anders angehen sollte als zuvor.


melden

Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

gestern um 20:38
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Das ist aber nicht Patriarchat, sondern Patrilinear.
Patrilinerarität ist ein Fundament des Patriarchats, zur Aufrechterhaltung patriarchaler Machtstrukturen.
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Sozialismus und Kapitalismus haben doch etwas gemeinsam - sie beuten Leistungsträger aus und versuchen sie gleich mit den anderen zu machen.
Im Sozialismus mit Gewalt, im Kapitalismus über idiotische Steuern, man siehe den letzten Furz der deutschen Regierung, laut SPD ist das die Superereichensteuer. Man muss es schaffen so dumm zu sein, wirklich.
Leistungsträger werden nicht ausgebeutet. Wir leben in einem Sozialstaat. Hier zählt das Leistungsprinzip, daher auch progressive Steuern. Starke Schultern können mehr tragen als schwache. Fertig. Nix Ausbeutung in dem Punkt.

Was den Furz anbetrifft geb' ich Dir Recht.


1x zitiertmelden

Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

gestern um 21:29
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Hier zählt das Leistungsprinzip
Irgendwie nicht. Irgendwie werden Menschen die Leistung erbringen immer mehr zur Kasse gebeten... und wenn sich Menschen schon bequemen den mühsamen Lebensweg über Ausbildung/Studium zur Fachkraft eines Berufes einzuschlagen, sollen genau diese Leistungsträger noch länger arbeiten, noch mehr für KV und PV usw. berappen. Wo ist also genau die Gerechtigkeit in diesem unserem.. *hust*.. Sozialstaat in dem Solidarität eine Einbahnstraße zu sein scheint?


melden

Ähnliche Diskussionen
Themen
Beiträge
Letzte Antwort
Politik: Arme sterben früher als Reiche
Politik, 94 Beiträge, am 20.02.2016 von kleinundgrün
Negev am 15.02.2016, Seite: 1 2 3 4 5
94
am 20.02.2016 »
Politik: Ökonomiethread
Politik, 35 Beiträge, am 02.06.2014 von xXGEH-H-EIMXx
Fedaykin am 18.06.2011, Seite: 1 2
35
am 02.06.2014 »
Politik: Entwicklung des Reichtums
Politik, 163 Beiträge, am 26.02.2013 von zwibelmann
Yice am 29.07.2007, Seite: 1 2 3 4 5 6 7 8 9
163
am 26.02.2013 »
Politik: In welcher Epoche konnte man am schnellsten zu Reichtum kommen?
Politik, 19 Beiträge, am 24.06.2013 von kario
Sturm2114 am 21.06.2013
19
am 24.06.2013 »
von kario
Politik: Geld regiert die Welt; Zeit für eine Revolution?
Politik, 656 Beiträge, am 27.08.2012 von blackout
anto am 26.11.2007, Seite: 1 2 3 4 ... 30 31 32 33
656
am 27.08.2012 »