mitH2CO3 schrieb:Kapitalismus regelt Gleichheit nicht von sich aus.
Generell: warum sollte er? Wir sind auch nicht gleich, leisten unterschiedlich, können unterschiedliche Sachen..?
mitH2CO3 schrieb:Im Gegenteil, die Anhäufung von Kapital bei Einzelnen führt zu ungleichen Vermögensverhältnissen.
Ja, richtig - hoffe ich doch, das ist der Sinn der Sache. Stell Dir vor einer bildet sich aus, arbeitet mehr und besser, verdient mehr und spart auch richtig...warum soll er das gleiche Vermögen wie der andere haben?
mitH2CO3 schrieb:Wie soll heute jemand, der keine Rücklagen und wenig Einkommen hat, noch Vermögen aufbauen?
An sich gibt es viele Möglichkeiten: Weiterbildung, Selbstständigkeit, Jobwechsel.
Eine Sache ist klar: wenn er nichts tut, ändert sich auch nichts.
mitH2CO3 schrieb:Hingegen ist derjenige, der in eine vermögende Familie hineingeboren wird, von Anfang an privilegiert, da Geld zum Investieren, Risiken eingehen und Gewinne machen, zur Verfügung steht.
Ja, ist er, an sich eine tolle Sache! Er profitiert von der Leistung seiner Eltern, das können sich alle Eltern als Beispiel nehmen, das sollten alle Eltern machen.
mitH2CO3 schrieb:Kapitalismus belohnt Besitz von Eigentum und Produktionsmitteln, weil man mit diesen über die Arbeitskraft hinaus Vermögen aufbauen kann.
Ich glaube das ist der wichtigste Punkt, auch in Abgrenzung zum Sozialismus oder Kommunismus.
Wer im Kapitalismus was tut hat weitaus höhere Chancen mehr zu haben! In den anderen Systemen wie Sozialismus und Kommunismus wenn jemand was tut, dann macht es nichts, wer er nichts tut, dann machts auch nichts.[DE mit Grundsicherung ist gefährlich nahe]
mitH2CO3 schrieb:Dieses ist mit kleinen und mittleren Gehältern nicht möglich, weil die Lebenshaltungskosten einen großen Teil aufzehren.
Richtig, ich merke man gibt hier dem latent dem Kapitalismus die Schuld, das ist hier die Kernfrage die zu diskutieren war.
Gegenthese:
- in DE ist es der Staat der die Leute ausbeutet, er kassiert mit Steuern und Sozialabgaben ca. 1721 Mrd€, dabei sollen wir berücksichtigen dass wir in allen Gehaltsklassen 44Mio aktive Arbeiter haben...somit leistet jeder von denen im Schnitt unglaubliche 39.114€/Jahr bzw. 3260€ im Monat! wie soll man da noch Vermögen und Wohneigentum aufbauen??
Laut Forbes stieg das Vermögen der deutschen Milliardäre von 2024 647Mrd. auf 2025 697Mrd. -> 50Mrd....da sind also die Bösen die hier im Thread und bei der heiligen Dreifaltigkeit (Oxfam, Sörplör, Netzwerk Steuergerechtigkeit) bekämpft werden...594€/Jahr/Einwohner....50€ im Monat...aha
Theoretisches Beispiel: andersrum, man "eliminiert" die Milliardäre komplett aus der finanziellen Kette, dann hat jeder Einwohner 50€ mehr im Monat, kommt es zum Vermögensaufbau?
mitH2CO3 schrieb:Wer reich ist bleibt reich, wer arm ist bleibt arm.
Prägnanter Satz, mit Blick auf das Ergebnis kann man sagen: ja.
Mit Blick auf die Ursachen, siehe oben die Belohnungssysteme: nein.
Zusatzhinweis: ironischerweise trifft das auf den Sozialismus und Kommunismus auch zu.
mitH2CO3 schrieb:Dennoch plädieren einige für die Abschaffung der Erbschaftssteuer, die aber explizit dafür da sein soll, also für Ausgleich zu sorgen.
Mit den Zahlen von heute leistet jeder Beschäftigte in den theoretischen 45J Arbeit 1.760.130€ für den Staat (linear, ohne Inflation).
Danach beziehen:
Männer 18,8J im Durchschnitt 1405€ Rente -> Summe 316.968 -> Staat Nettoertrag 1.443.162€
Frauen 22,1J im Durchschnitt 995€ Rente -> Summe 263.874 -> Staat Nettoertrag 1.496.256€
*das sind Durchschnitte, Männer zahlen auch mehr ein.
Frage: wieviel Ausgleich soll da noch stattfinden und wie? Wir haben einen Staat der mit soviel Geld es nicht schafft alle Gruppen vernünftig zu versorgen.
mitH2CO3 schrieb:Die Lobbyarbeiter der ÜBER-Reichen konnten deren Interessen erfolgreich durchdrücken, so dass sie u.A. durch Privilegien in der Erbschaftssteuer begünstigt sind. Dieses macht den Sinn der Erbschaftssteuer - Regulierung der Ungleichheit - zu Nichte. Das ist doch ein echtes No-Go.
Steuern sind in der sozialen Marktwirtschaft das wichtigste Instrument zur Reduzierung von Ungleichheit.
Aufgrund meiner Argumente widerspreche ich bzw. formuliere ich um:
Netto vom Brutto ist das wichtigste Argument! Wenn man es mit Steuern regeln will, dann müssen diese SINKEN.
Die Leute sind nicht arm wegen dem Transfer von arm nach reich, sondern von arm und jedem zum Staat - das muss doch endlich mal ankommen!
Hier wird auch die Diskussion etwas unklar: haben wir Kritik an Deutschland oder am Kapitalismus?
Immer wenn man die Bürger weiter ficken will, argumentiert man "wir haben soziale Marktwirtschaft, keinen wilden Kapitalismus, deswegen sei die Besteuerung von jeder gewinnbringenden Handlung in dieser Höhe rechtens, wir brauchen das Geld".
Und weil wir "soziale Markwirtschaft" haben, lohnt sich auch das nichts tun.
Rechnet Euch mal aus was die "große Reform mit Superreichensteuer" gebracht hat, im besten Fall hat man bei ca. 44.000 brutto 70€ mehr Netto pro Jahr (mit Kinder auf jeden Fall) aber das werdet ihr doppelt bei der GKV abgeben.
mitH2CO3 schrieb:Deshalb kann sich die Gesellschaft - insb. bei der Haushaltslage - die Privilegien für Überreiche, wie sie derzeit im Erbschaftssteuerrecht bestehen - nicht leisten. Ebenso wenig wie ein weiteres zeitliches Hinauszögern der Wiedereinführung einer Vermögenssteuer für Überreiche.
Bist da immer noch so sicher? Streiche den Überreichen 90% der Privilegien und die normale Bevölkerung bleibt vermögenstechnisch auf dem gleichen Niveau. Wetten?
mitH2CO3 schrieb:Wenn man sich keine Nachhilfe für das Kind leisten kann (wie eine Befragte in der Umfrage äußert), dann führt das z.B. zu ungleichen Chancen in der Bildung. Und solcher Beispiele gibt es viele.
Glaube ich. Dennoch sage ich vom Bauchgefühl die Mutter kümmert sich nicht drum wenn ich mir anschaue wieviele Budgets in den Schulen und sonst im System ungenutzt bleiben.
Und nein, ich bin dagegen Leuten pauschal zu überweisen weil sie keinen Antrag warum aus welchem Grund nicht stellen.
mitH2CO3 schrieb:an muß sich nicht wirklich wundern, weshalb im Osten so eine Unzufriedenheit herrscht, wenn man diese Auswertung liest … bei 90% würde es in den alten Bundesländern vermutlich eine ebenso ätzende Stimmung geben.
Gehe ich konform, die Bürger müssten längst auf der Strasse gehen und politisch berserkerartig Randalieren (nein, keine physische Gewalt) und gegen Politiker vorgehen.
Sie tun es aber nicht, lassen sich aber gegen Reiche anstacheln - da sage ich mit jedem Respekt den ein Gegner verdient: gut gemacht, gut abgelenkt, seit gefühlt 2017 (mein Beschluss zum Auswandern 2019) sind es die (Ü)Reichen, die Arbeitgeber, die Immobillienbesitzer.
Die armen Politiker versuchen ihr Bestes, sie haben aber mit widrigen Umständen zu kämpfen - Mißwirtschaft und Verschwendung sind nicht dabei.
Amen.
mitH2CO3 schrieb:Ich denke inzwischen tatsächlich, dass Vermögensungleichheit eines unser großen Probleme ist. Wenn sie nicht reduziert wird, könnte es echt schwierig werden. Das gefährdet den gesellschaftlichen Zusammenhalt (was eben noch davon da ist) und führt zu politischer Instabilität, ist damit demokratiegefährdend (wie wir ja schon in Ansätzen wahrnehmen können).
Welche weiteren Mechanismen gibt es, um die Vermögensungleichheit zu reduzieren?
Wenn wir in der Argumentation bleiben wollen (Deutschland und Kapitalismus) sehe ich nur Sozialismus und Kommunismus - alle auf das Minimum runter stutzen, Champignon Methode: wer höher ist, wird geköpft auf Normallänge.