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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

19.289 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Wirtschaft, Armut, Kapitalismus ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

um 11:34
Zitat von bgeowehbgeoweh schrieb:Wie sich das aufteilt ist aber praktisch egal, das sind alles staatlich vorgegebene Abzüge die du nur ganz minimal beeinflussen kannst.
okay.
Dann wäre ich aber dafür, dass sich nicht über zu hohe Steuern beschwert würde, sondern - zusammengefasst - über zu hohe Abgaben.
Finde, die Begrifflichkeit schon wichtig, wenn die Steuern selbst nur 1/3 ausmachen.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

um 11:40
Zitat von bgeowehbgeoweh schrieb:... mithilfe von "steuernden" Steuern sogenannte externe Effekte in den Preis von Waren abzubilden, die von einem reinen Marktpreis nicht oder unzureichend abgebildet werden
@bgeoweh:
Ich denke, dem kann man durchaus zustimmen. Dafür gibt es ja auch eine ökonomische Begründung. Bei der Frage z.B., ob "der Staat" Ungleichheit bekämpfen sollte (und vor allem, ab welchem und bis zu welchem Grad) gibt es diese ökonomische Begründung wohl nicht oder nicht so eindeutig.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

um 11:57
Zitat von Sherlock_HSherlock_H schrieb:der Staat sollte also sehr zurückhaltend von diesem Recht Gebrauch machen, d.h., nur das, was der Staat wirklich zur Erfüllung seiner Aufgaben braucht
Das klingt erstmal vernünftig, aber wer definiert eigentlich was der Staat wirklich braucht?

Der Staat braucht nicht weniger Steuern, er braucht sie, um die Bedingungen der Kapitalverwertung zu sichern, also für Infrastruktur, Bildung, Forschung, Polizei, Justiz, Militär usw. und all das sind ja keine weltanschaulichen Ziele, sondern die Grundlage dafür, dass Privateigentum und Lohnarbeit funktionieren.... Wenn der Staat zurückhaltend wäre, würde das System zusammenbrechen oder die Reichen müssten zahlen, also zahlt der Staat nicht zurückhaltend.... er schont nur die Falschen.
Zitat von Sherlock_HSherlock_H schrieb:Bei der Tabaksteuer z.B. greift der Staat damit direkt in den persönlichen Lebensbereich des Einzelnen ein. Da ist schon die Frage erlaubt: Soll der Staat das dürfen?
Die Frage ist ja nicht, ob der Staat eingreifen darf, die Frage ist ja, warum er bei Tabak eingreift, aber nicht bei Kapitaleinkünften?

Die Steuer ist ja kein moralisches Instrument, sie ist ein Machtinstrument und der Staat besteuert das, was er besteuern kann und schont, was er schützen muss... Die Tabaksteuer trifft die, die keine Lobby haben und die Vermögenssteuer trifft die, die Lobby haben und wird deshalb ausgesetzt...
Zitat von Sherlock_HSherlock_H schrieb:dass wir hier in Deutschland einen sehr ausgeprägten Sozialstaat haben, dass dies aber von vielen nicht mehr wahrgenommen wird.
Der Sozialstaat ist nicht ausgeprägt... er ist verwaltet. Das heißt, dass er den Lohnabhängigen genug gibt, damit sie nicht rebellieren, aber nicht genug, damit sie aufhören, abhängig zu sein....

Die Leistungen sind keine Geschenke, es sind einfach nur die Rückzahlung von Beiträgen, die die Lohnabhängigen selbst gezahlt haben...und wenn der Staat sie kürzt, dann nicht weil er sparen muss, sondern weil er die Kosten des Systems auf diejenigen abwälzt, die es am wenigsten tragen können...
Zitat von Sherlock_HSherlock_H schrieb:Aber ich finde, gerade in einer Zeit, in der der Staat immer "übergriffiger" wird, ist so eine Ansicht durchaus interessant.
Übergriffig ist der Staat immer dort, wo er die Interessen der Kapitaleigentümer schützt und dort ist der Staat nie zurückhaltend...

Er greift immer dann ein, wenn es um die Sicherheit des Privateigentums geht, wenn es um die Disziplinierung der Lohnabhängigen geht und immer dann wenn es um die Durchsetzung der nationalen Interessen geht... Das er bei Tabak, Alkohol und Einkommen zugreift ist ja kein Übergriff, es ist einfach nur die Methode, mit der er die Lasten verteilt...


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

um 12:03
Zitat von bgeowehbgeoweh schrieb:Irgendwie hat man es geschafft, der Bevölkerung die Platte von den "Schwächsten der Gesellschaft" zu verkaufen und das Meme etabliert, der Sozialstaat wäre "kaputtgespart" und wir hätten hier "neoliberale" Politik. Dagegen kommst du mit rationalen Argumenten nicht an.
Zitat von bgeowehbgeoweh schrieb:Politische Parteien quer durch die Parteienlandschaft sowie Interessenvertretungen in Form von Gruppen und Verbänden. Und man hat davon eine Legitimation für irgendwelche Gesellschaftsexperimente, Klientelpolitik, allgemeine Raffgier und am extremen Rand auch für Gewalt und Übergriffe.
ich befürchte dass bei vielen die Grundeinsicht fehlt dass es auch Sozial-Lobbyisten gibt die schlicht knallharte Eigeninteressen vertreten und dies als barmherzige Gutmütigkeit verkaufen.
Besonders schlimm wird dies wenn so manch ein Forist neben Reichenbashing auch noch Unternehmerbashing betreibt.da liest man da öfters von Sklaventreibern oder ähnlichem.
Anscheinend gibt die linke Fratze nicht eher Ruhe bis auch der letzte (Klein)unternehmer hier die Segel gestrichen hat....und dann sind wir so weit wie Griechenland vor 10-15 Jahren...


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