mitH2CO3 schrieb:Woher weiß ich denn jetzt safe, daß nicht vllt. der Professor aus der NZZ manipuliert, indem er sagt, dass Thomas Piketty falsch liegt, und somit auch die Konsequenzen aus dessen Annahmen nicht korrekt sind?
Gute Anmerkung: er ist auch Forscher, beim IFN.
Wenn man sich die Finanzierung anschaut, ist es eine gute, bessere Mischung aus staatlichen Stellen und wirtschaftlichen Schwergewichte...daher sehe ich hier eine höhere Neutralität.
https://www.ifn.se/en/about-ifn/funding/Im Vergleich zu Piketty:
Wenn Piketty mit r>g kommt, argumentiert Waldeström mit historischen Daten die eben das nicht bestätigen.
*wie oft habe ich auf Studien hingewiesen die sagten: genaue Daten liegen nicht vor, dies und das ist geschätzt
P: Kapitalbesitzer profitieren überproportional.
W: Ja, aber Kapital ist heute breiter gestreut, jeder hat Zugang zu Kapitalanlagen, somit profitieren alle/mehrere
*denk mal nach, früher konnte sich nicht jeder sich an profitablen Fonds beteiligen, ich kann mich erinnern zB. bei Liqid (HQ Capital Ableger) gab es Anlagen ab 50k oder 200k. Danach waren der Zugang ab 5k (2022?) und jetzt kann man sagen: "ab 50€ im Monat ist man dabei"
P: Ursache der Ungleicheit -> Kapitalakkumulation, Erbschaften, "ausbeuterische" hohe Renditen
W: Eigenbeteiligung an Wachstum, Bildung, breiter Eigentumsbesitz und Institutionen/Staat sind entscheidender
*die Zahlen aus meinem langen Beitrag von heute zeigen das auch.
Lösung:
P: Stärkere Vermögens- und Erbschaftsteuern
W: Fokus eher auf Eigentumsbildung und Wachstum
* ich finde es irgendwie skuril das Piketty durch höhere Vermögenssteuern glaubt zu mehr Vermögen in der Bevölkerung zu generieren..
Kling so ein bißchen wie: Lass uns Kaviar höher besteuern dann haben alle mehr Brot.
Hier ist mir persönlich eigentlich nicht klar was Piketty will: die ÜReichen ärmer machen in der Hoffnung dass Ärmere reicher werden?
Ein Gedankenexperiment von mir: lass uns durch direkter, effizienter Umverteilung den unteren Einkommensklassen 20% mehr Geld zukommen (Lohn, Grundsicherung etc.) -> das ist nichts anderes als ein Inflationstreiber, die geben es restlos aus.
Das bedeutet nicht dass man sie im Regen stehen lassen soll, sondern man soll durch ein höheres Netto. günstige Wohnungskredite (bis zinslos) zu Eigentum verhelfen.
Bei Bildung bin ich mir immer noch uneins - in DE kann man sich bis zur Rente kostenlos ausbilden, wer das jetzt nicht nutzt, warum soll es später nutzen?