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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

19.790 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Wirtschaft, Armut, Kapitalismus ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

18.07.2026 um 11:34
Zitat von bgeowehbgeoweh schrieb:Wie sich das aufteilt ist aber praktisch egal, das sind alles staatlich vorgegebene Abzüge die du nur ganz minimal beeinflussen kannst.
okay.
Dann wäre ich aber dafür, dass sich nicht über zu hohe Steuern beschwert würde, sondern - zusammengefasst - über zu hohe Abgaben.
Finde, die Begrifflichkeit schon wichtig, wenn die Steuern selbst nur 1/3 ausmachen.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

18.07.2026 um 11:40
Zitat von bgeowehbgeoweh schrieb:... mithilfe von "steuernden" Steuern sogenannte externe Effekte in den Preis von Waren abzubilden, die von einem reinen Marktpreis nicht oder unzureichend abgebildet werden
@bgeoweh:
Ich denke, dem kann man durchaus zustimmen. Dafür gibt es ja auch eine ökonomische Begründung. Bei der Frage z.B., ob "der Staat" Ungleichheit bekämpfen sollte (und vor allem, ab welchem und bis zu welchem Grad) gibt es diese ökonomische Begründung wohl nicht oder nicht so eindeutig.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

18.07.2026 um 11:57
Zitat von Sherlock_HSherlock_H schrieb:der Staat sollte also sehr zurückhaltend von diesem Recht Gebrauch machen, d.h., nur das, was der Staat wirklich zur Erfüllung seiner Aufgaben braucht
Das klingt erstmal vernünftig, aber wer definiert eigentlich was der Staat wirklich braucht?

Der Staat braucht nicht weniger Steuern, er braucht sie, um die Bedingungen der Kapitalverwertung zu sichern, also für Infrastruktur, Bildung, Forschung, Polizei, Justiz, Militär usw. und all das sind ja keine weltanschaulichen Ziele, sondern die Grundlage dafür, dass Privateigentum und Lohnarbeit funktionieren.... Wenn der Staat zurückhaltend wäre, würde das System zusammenbrechen oder die Reichen müssten zahlen, also zahlt der Staat nicht zurückhaltend.... er schont nur die Falschen.
Zitat von Sherlock_HSherlock_H schrieb:Bei der Tabaksteuer z.B. greift der Staat damit direkt in den persönlichen Lebensbereich des Einzelnen ein. Da ist schon die Frage erlaubt: Soll der Staat das dürfen?
Die Frage ist ja nicht, ob der Staat eingreifen darf, die Frage ist ja, warum er bei Tabak eingreift, aber nicht bei Kapitaleinkünften?

Die Steuer ist ja kein moralisches Instrument, sie ist ein Machtinstrument und der Staat besteuert das, was er besteuern kann und schont, was er schützen muss... Die Tabaksteuer trifft die, die keine Lobby haben und die Vermögenssteuer trifft die, die Lobby haben und wird deshalb ausgesetzt...
Zitat von Sherlock_HSherlock_H schrieb:dass wir hier in Deutschland einen sehr ausgeprägten Sozialstaat haben, dass dies aber von vielen nicht mehr wahrgenommen wird.
Der Sozialstaat ist nicht ausgeprägt... er ist verwaltet. Das heißt, dass er den Lohnabhängigen genug gibt, damit sie nicht rebellieren, aber nicht genug, damit sie aufhören, abhängig zu sein....

Die Leistungen sind keine Geschenke, es sind einfach nur die Rückzahlung von Beiträgen, die die Lohnabhängigen selbst gezahlt haben...und wenn der Staat sie kürzt, dann nicht weil er sparen muss, sondern weil er die Kosten des Systems auf diejenigen abwälzt, die es am wenigsten tragen können...
Zitat von Sherlock_HSherlock_H schrieb:Aber ich finde, gerade in einer Zeit, in der der Staat immer "übergriffiger" wird, ist so eine Ansicht durchaus interessant.
Übergriffig ist der Staat immer dort, wo er die Interessen der Kapitaleigentümer schützt und dort ist der Staat nie zurückhaltend...

Er greift immer dann ein, wenn es um die Sicherheit des Privateigentums geht, wenn es um die Disziplinierung der Lohnabhängigen geht und immer dann wenn es um die Durchsetzung der nationalen Interessen geht... Das er bei Tabak, Alkohol und Einkommen zugreift ist ja kein Übergriff, es ist einfach nur die Methode, mit der er die Lasten verteilt...


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

18.07.2026 um 12:03
Zitat von bgeowehbgeoweh schrieb:Irgendwie hat man es geschafft, der Bevölkerung die Platte von den "Schwächsten der Gesellschaft" zu verkaufen und das Meme etabliert, der Sozialstaat wäre "kaputtgespart" und wir hätten hier "neoliberale" Politik. Dagegen kommst du mit rationalen Argumenten nicht an.
Zitat von bgeowehbgeoweh schrieb:Politische Parteien quer durch die Parteienlandschaft sowie Interessenvertretungen in Form von Gruppen und Verbänden. Und man hat davon eine Legitimation für irgendwelche Gesellschaftsexperimente, Klientelpolitik, allgemeine Raffgier und am extremen Rand auch für Gewalt und Übergriffe.
ich befürchte dass bei vielen die Grundeinsicht fehlt dass es auch Sozial-Lobbyisten gibt die schlicht knallharte Eigeninteressen vertreten und dies als barmherzige Gutmütigkeit verkaufen.
Besonders schlimm wird dies wenn so manch ein Forist neben Reichenbashing auch noch Unternehmerbashing betreibt.da liest man da öfters von Sklaventreibern oder ähnlichem.
Anscheinend gibt die linke Fratze nicht eher Ruhe bis auch der letzte (Klein)unternehmer hier die Segel gestrichen hat....und dann sind wir so weit wie Griechenland vor 10-15 Jahren...


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

18.07.2026 um 12:59
Zitat von NiselprimNiselprim schrieb:Also ich würde dir ein "Grundeinkommen" verrechnen, wovon du deinen Lebensunterhalt bestreiten kannst. Ansonsten könntest du dir etwas dazuverdienen, um bspw. weitere Bedürfnisse zu finanzieren.
Stop, hier war gefragt wie Gleichheit herstellt! Das bedeutet in meinem Verständnis dass Du, wenn Du möchtest, so viel arbeiten müsstest dass wir zwei das Gleiche haben. Ich möchte nämlich NICHT zu diesen Konditionen arbeitet, deswegen musst Du (& Co.) Solidarität mit mir zeigen und durch Transfers für Gleichheit sorgen.
Zitat von NiselprimNiselprim schrieb:... und was soll das "Eurem Beitrag"?
Siehe oben! Du musst Dich einbringen.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

18.07.2026 um 16:10
Zitat von bgeowehbgeoweh schrieb:Politische Parteien quer durch die Parteienlandschaft sowie Interessenvertretungen in Form von Gruppen und Verbänden. Und man hat davon eine Legitimation für irgendwelche Gesellschaftsexperimente, Klientelpolitik, allgemeine Raffgier und am extremen Rand auch für Gewalt und Übergriffe.
Pikettys Buch «Capital in the Twenty-First Century» scheint die Grundlage für die Narrative zu sein, denen auch ich aufsitze.
Es ist zu einem weit verbreiteten Narrativ in Redaktionen, Thinktanks und an Esstischen geworden: Die Ungleichheit explodiere, die Mittelschicht verschwinde, und der Kapitalismus steure auf eine Oligarchie zu. Diese Sichtweise hat sich nicht nur deshalb durchgesetzt, weil sie das Unbehagen unserer Zeit einfängt, sondern auch, weil sie mit sichtbaren Veränderungen in westlichen Gesellschaften einhergeht. In vielen Städten sind die Wohnkosten den Löhnen davongelaufen. Milliardärsvermögen scheinen sich zunehmend von der Alltagsökonomie abzukoppeln. Und das Vertrauen in Institutionen ist geschwunden, nicht zuletzt nach einer Pandemie, die Schwächen in Gesundheitssystemen und sozialen Sicherungsnetzen offengelegt hat.
Die weithin akzeptierte Erzählung moderner Ungleichheit entstand im Gefolge von Thomas Pikettys «Capital in the Twenty-First Century». Dieses Werk argumentierte, die Ungleichheit habe sich nach einem Rückzug in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit den Liberalisierungen der 1980er Jahre erneut verstärkt. Gestützt auf Grafiken, die den – insbesondere in den USA – steigenden Einkommensanteil des obersten Prozents zeigten, gewann die Theorie an Schlagkraft. Doch diese Erzählung, die sich auf Einkommensdaten vor Steuern stützt, blendet zentrale Entwicklungen aus, die ihre Thesen relativieren.
https://www.nzz.ch/themen-dossiers/iwp/der-westen-ist-gerechter-und-wohlhabender-als-es-scheint-ld.1910981

Ist gerade nicht ganz so einfach für mich, das zu erkennen und zuzulassen. Fand halt die Argumente und die wissenschaftlichen Erkenntnisse plausibel. Aber sie scheinen ernstzunehmende "blinde Flecken" zu enthalten. Das muß ich jetzt erst mal für mich sortieren ... meine Güte, dann sind die daraus abgeleiteten politischen Erwartungen/Forderungen in ihrer Konsequenz auch nicht bis zu Ende gedacht ...

Den Thesen von Piketty hängen doch sogar Wissenschaftler an. Wie können die alle irren? Iwie surreal gerade für mich.


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:(


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

18.07.2026 um 16:56
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:möchte ich gerne verstehen. Wer "verkauft" das mit welcher Absicht. Was haben die Verkäufer davon?
Wenn ich etwas nicht verstehe, setze ich auf die Game Theory, vereinfacht warum macht jemand was bzw. wie profitiert er davon.
Paar Gedanken spontan:
Die Politiker waren schlecht (DE hat genügend davon). Ihre Politik führt zu leeren Kassen. Was ist besser wenn sie die Steuern erhöhen wollen:
a) sie geben es zu und erhöhen sie
b) sie stacheln die Bevölkerung an, schieben die Schuld auf die Reichen bis die Bevölkerung selbst die Erhöhungen will

Ein Wissenschaftler, hat noch nie in der Wirtschaft gearbeitet, ist auf Geld aus der Politik angewiesen:
a) er macht eine Objektive Studie und findet die Fehler der
b) unterstützt er das Vorhaben der Politik die Steuern zu erhöhen?

Eine NGO, die Bedurftigte unterstützt und mit Bundesmitteln gefördert wird:
a)
b)
Kannst Dir selbst ausdenken - mir kommt das alles sehr bekannt vor.




Hier das Nash Diagram, ich habe es mal berechnet mit 3 Akteure (Formatierung & Co. in ChatGPT damit es schneller geht)

Annahmen:

* Es müssen Steuererhöhungen politisch durchgesetzt werden.
* Jeder Akteur entscheidet unabhängig:
* Wahrheit sagen: “Die Steuererhöhung ist u. a. Folge früherer politischer Entscheidungen.”
* Schuld verlagern: “Andere (Vorgänger, Krisen, Unternehmen, Reiche, Ausländer, etc.) sind verantwortlich.”

Die Auszahlungen sind hypothetische Nutzenwerte (je höher, desto besser für den jeweiligen Akteur).

Politiker

2 Wahrheit sagen

5 Schuld verlagern


Wissenschaftler

4 Wahrheit sagen

5 Schuld verlagern


NGO

3 Wahrheit sagen

5 Schuld verlagern

Die Interaktion der drei Akteure.








AkteurWahrheit sagenManipulation / Schuld verlagern
PolitikerRisiko: eigene Fehler werden sichtbarVorteil: kurzfristiger Machterhalt
Wissenschaftler (Bundesmittel?)Vorteil: langfristige GlaubwürdigkeitVorteil: Förderumfeld bleibt geschützt
NGO (Bundesmittel?)Vorteil: sachliche ReputationVorteil: politische Nähe und Finanzierungssicherheit








WahrheitManipulation
Wahrheit(2,4,3)(2,5,5)
Manipulation(5,4,3)(5,5,5) Nash-Gleichgewicht


Mögliches Nash-Gleichgewicht

Unter den obigen Annahmen wäre (Manipulation, Manipulation, Manipulation) ein Nash-Gleichgewicht.

Warum?

Wenn die beiden anderen bereits Schuld verlagern, verbessert sich für keinen einzelnen Akteur seine Situation dadurch, dass er allein zur Wahrheit wechselt.
Im Gegenteil könnte er individuelle Nachteile (politisch, finanziell oder reputativ) tragen, ohne dass sich das Gesamtergebnis wesentlich ändert.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

18.07.2026 um 17:16
Ich glaube, es gibt eine noch einfachere Wahrheit, die auf 2 Punkten beruht:

1. Der Autor glaubt selbst daran.
2. Der Autor will mit seinem Buch Geld verdienen - je plakativer ein Sachverhalt dargestellt wird, desto mehr Leute kaufen wahrscheinlich sein Buch.

In beiden Fällen wird eine "selektive Wahrheit" dargestellt, alles, was seine Sicht der Dinge bekräftigt, wird aufgeführt im Buch, alle gegenteiligen Argumente bleiben unerwähnt.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

18.07.2026 um 17:47
Zitat von Sherlock_HSherlock_H schrieb:1. Der Autor glaubt selbst daran.
Dann aber aus der Kategorie "Nicht Wissenschaftler" - wer halbwegs aus Eigenleistung durch das Studium gekommen ist weiss wann er manipuliert oder lügt.
Zitat von Sherlock_HSherlock_H schrieb:2. Der Autor will mit seinem Buch Geld verdienen - je plakativer ein Sachverhalt dargestellt wird, desto mehr Leute kaufen wahrscheinlich sein Buch.
Ist auch aus der Kategorie: von der Manipulation profitieren.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

18.07.2026 um 18:44
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Dann aber aus der Kategorie "Nicht Wissenschaftler" - wer halbwegs aus Eigenleistung durch das Studium gekommen ist weiss wann er manipuliert oder lügt.
Woher weiß ich denn jetzt safe, daß nicht vllt. der Professor aus der NZZ manipuliert, indem er sagt, dass Thomas Piketty falsch liegt, und somit auch die Konsequenzen aus dessen Annahmen nicht korrekt sind?
Der Westen ist gerechter und wohlhabender, als es scheint
Die Mär, die Ungleichheit nehme in den Industrieländern zu, ist ein Produkt falscher Behauptungen. Gerade die Schwächsten haben von der Entwicklung besonders profitiert. Es gilt die Bedingungen zu stärken, die dies erst möglich gemacht haben.
Prof. Dr. Daniel Waldenström ist Professor für Volkswirtschaftslehre am Research Institute of Industrial Economics (IFN) in Stockholm und Autor von «Richer and More Equal: A New History of Wealth in the West».
https://www.nzz.ch/themen-dossiers/iwp/der-westen-ist-gerechter-und-wohlhabender-als-es-scheint-ld.1910981


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

18.07.2026 um 19:15
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Woher weiß ich denn jetzt safe, daß nicht vllt. der Professor aus der NZZ manipuliert, indem er sagt, dass Thomas Piketty falsch liegt, und somit auch die Konsequenzen aus dessen Annahmen nicht korrekt sind?
Gute Anmerkung: er ist auch Forscher, beim IFN.
Wenn man sich die Finanzierung anschaut, ist es eine gute, bessere Mischung aus staatlichen Stellen und wirtschaftlichen Schwergewichte...daher sehe ich hier eine höhere Neutralität.
https://www.ifn.se/en/about-ifn/funding/

Im Vergleich zu Piketty:
Wenn Piketty mit r>g kommt, argumentiert Waldeström mit historischen Daten die eben das nicht bestätigen.
*wie oft habe ich auf Studien hingewiesen die sagten: genaue Daten liegen nicht vor, dies und das ist geschätzt

P: Kapitalbesitzer profitieren überproportional.
W: Ja, aber Kapital ist heute breiter gestreut, jeder hat Zugang zu Kapitalanlagen, somit profitieren alle/mehrere
*denk mal nach, früher konnte sich nicht jeder sich an profitablen Fonds beteiligen, ich kann mich erinnern zB. bei Liqid (HQ Capital Ableger) gab es Anlagen ab 50k oder 200k. Danach waren der Zugang ab 5k (2022?) und jetzt kann man sagen: "ab 50€ im Monat ist man dabei"

P: Ursache der Ungleicheit -> Kapitalakkumulation, Erbschaften, "ausbeuterische" hohe Renditen
W: Eigenbeteiligung an Wachstum, Bildung, breiter Eigentumsbesitz und Institutionen/Staat sind entscheidender
*die Zahlen aus meinem langen Beitrag von heute zeigen das auch.

Lösung:

P: Stärkere Vermögens- und Erbschaftsteuern
W: Fokus eher auf Eigentumsbildung und Wachstum
* ich finde es irgendwie skuril das Piketty durch höhere Vermögenssteuern glaubt zu mehr Vermögen in der Bevölkerung zu generieren..
Kling so ein bißchen wie: Lass uns Kaviar höher besteuern dann haben alle mehr Brot.

Hier ist mir persönlich eigentlich nicht klar was Piketty will: die ÜReichen ärmer machen in der Hoffnung dass Ärmere reicher werden?
Ein Gedankenexperiment von mir: lass uns durch direkter, effizienter Umverteilung den unteren Einkommensklassen 20% mehr Geld zukommen (Lohn, Grundsicherung etc.) -> das ist nichts anderes als ein Inflationstreiber, die geben es restlos aus.
Das bedeutet nicht dass man sie im Regen stehen lassen soll, sondern man soll durch ein höheres Netto. günstige Wohnungskredite (bis zinslos) zu Eigentum verhelfen.
Bei Bildung bin ich mir immer noch uneins - in DE kann man sich bis zur Rente kostenlos ausbilden, wer das jetzt nicht nutzt, warum soll es später nutzen?


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

18.07.2026 um 19:51
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Hier ist mir persönlich eigentlich nicht klar was Piketty will: die ÜReichen ärmer machen in der Hoffnung dass Ärmere reicher werden?
Ich meine die Erbschafts- und die Vermögenssteuer sollten das Geld in die Kassen bringen, das es für ein Grunderbe braucht. Vom Grunderbe könnte jeder anfangen Vermögen aufzubauen, demnach ... jeder würde dadurch etwas reicher werden.
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Bei Bildung bin ich mir immer noch uneins - in DE kann man sich bis zur Rente kostenlos ausbilden, wer das jetzt nicht nutzt, warum soll es später nutzen?
Zu Bildung kann ich nur sagen: GANZTAGSCHULEN mit Vollverpflegung der Schüler!! Das hat sich in den skandinavischen Wohlfahrtsstaaten echt bewährt :Y: Die Mütter können in den von ihnen erlernten Berufen Vollzeit arbeiten gehen, haben kein erhöhtes Armutsrisiko durch bspw. Teilzeit. Und die Kids sind super versorgt.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

18.07.2026 um 20:07
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Vom Grunderbe könnte jeder anfangen Vermögen aufzubauen, demnach ... jeder würde dadurch etwas reicher werden.
Direkt in das neue Altersvorsorgedepot -> dann wäre ich dabei.
Dieser Riesternachfolger ist einer der besten Dinge die eine deutsche Regierung seit Jahrzehnten für die Bürger gemacht hat.
*es bleibt das Problem das EU Ausländer auch immer noch Anspruch drauf hätten, das gehört eigentlich auch gelöst.
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:GANZTAGSCHULEN mit Vollverpflegung der Schüler!!
Da bin ich dabei - aber ich hätte da noch paar offene Punkte:
- MINT, MINT, MINT
- Religion nicht mehr als eigenes Fach, unterfach vom neuen ApexOne Fach: Geografie wird mit Geschichte zusammen gelegt, Religion wird dazu untergebracht.
- ab 5te: Informatik (gibt es teilweise, aber ich meine für alle Schulen)
- Technik ab der 6ten
- neues Fach ab der 8ten: Finance.
- häufiger echter Sport

Zusätzlich:
- Gesetz: Englische Filme werden nicht synchronisiert, sondern haben Untertitel, so lernen alle Englisch und schnell deutsch lesen.
- Für Einwanderer: Deutsch ist Amtssprache, wer es nicht spricht besorgt sich selbst ein Dolmetscher oder er lernt deutsch (der Staat darf keinen mehr zahlen)
- der Haushalt wird konsolidiert, unnötige Ausgaben gestrichen, Überschuss geht zur KfW für Wohnungen mit Sozialcharakter, jedoch Haltedauer 25J (nicht 10J)
...uvm.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

18.07.2026 um 20:26
Ich mußte direkt mal nachsehen was MINT nochmal ist. Vermutlich meinst Du Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik, odda? Na, auf jeden Fall!
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:- neues Fach ab der 8ten: Finance.
Absolutely! Warum eigentlich nicht schon eher.
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:- häufiger echter Sport
Jo, aus der Handyhaltung befreien 📵
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:- Gesetz: Englische Filme werden nicht synchronisiert, sondern haben Untertitel, so lernen alle Englisch und schnell deutsch lesen.
Das ist in Finnland auch normal. Dort gab/gibt es keine synchronisierten Filme. Kein Nachteil :Y:
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:- Für Einwanderer: Deutsch ist Amtssprache, wer es nicht spricht besorgt sich selbst ein Dolmetscher oder er lernt deutsch (der Staat darf keinen mehr zahlen)
Man 🤨 wenn das Geld fehlt ... Bildung soll jedem zugänglich sein, kostenfrei. Dazu gehört es, die Sprache zu lernen. Und wenn's den Dolmetscher zunächst braucht, dann ist es halt so.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

18.07.2026 um 21:39
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Absolutely! Warum eigentlich nicht schon eher.
Ab der 8ten passt das..
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Man 🤨 wenn das Geld fehlt ... Bildung soll jedem zugänglich sein, kostenfrei. Dazu gehört es, die Sprache zu lernen. Und wenn's den Dolmetscher zunächst braucht, dann ist es halt so.
Hmm..einer Sache verwehrst Du Dich - Menschen brauchen einen gewissen Zwang -> wenn der Staat Dolmetscher kostenlos zur Verfügung stellt, gibt es keine Motivation Deutsch zu lernen.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

18.07.2026 um 22:11
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Ab der 8ten passt das..
Nö. In den Niederlanden findet das bspw. ab Klasse 7 statt, Herr Lehramtsanwärter 🥸
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Menschen brauchen einen gewissen Zwang -
Sprichst Du von Dir 🫪 Ich brauche schon mal null Zwang zu iwas. Und gehe davon aus, dass andere Menschen auch im Flow sind, wenn sie es einfach kommen lassen können. So lernt man am besten. Ohne Druck und schwarze Pädagogik. Merk' Dir das für Deine Karriere im Lehramt ☝️


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18.07.2026 um 22:15
@mitH2CO3
Wieso sollte man Deutsch lernen wen der Staat den Dolmetscher kostenlos zur Verfügung stellt?
Erkläre die Motivation!


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

18.07.2026 um 22:18
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Erkläre die Motivation!
Gerne.

Jos et ymmärrä suomen kieltä on apunasi kääntäjä. Hän auttaa alkuvaiheessa.

Ach so, und dann geht es iwann von alleine :)


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

19.07.2026 um 03:54
Zitat von peekaboopeekaboo schrieb:
Zitat von Sherlock_HSherlock_H schrieb:Aber ich finde, gerade in einer Zeit, in der der Staat immer "übergriffiger" wird, ist so eine Ansicht durchaus interessant.
Übergriffig ist der Staat immer dort, wo er die Interessen der Kapitaleigentümer schützt und dort ist der Staat nie zurückhaltend...
Ich sehe die Frontlinie nicht zwischen Kapitaleigentümern und denen, die nichts oder wenig besitzen, sondern zwischen "dem Staat" und denen, die vom Staat profitieren, und übrigen Biürgern.

5 Beispiele:

1. Die gesetzliche Krankenversicherung: Der Durchschnittbürger muss damit auskommen, die Abgeordneten und Beamten bekommen natürlich eine bessere Versorgung (Privatversicherung, die durch die "Beihilfe" des Staates zum großen Teil übernommen wird).

2. Die gesetzliche Rentenversicherung: Auch hier muss der Durchschnittsbürger damit auskommen, Abgeordnete bekommen dagegen "Rentenzahlungen de luxe", Beamte ihre Pensionen (Durchschnitt 3x so hoch wie bei der Rente).

3. Aufwandsentschädigung für Abgeordnete: Jeder Unternehmer muss seine Ausgaben auf Euro und Cent belegen und die Belege dazu aufbewahren. Abgeordnete bekommen eine steuerfreie "Aufwandspauschale". Diese Pauschale liegt derzeit bei 5.467,27 Euro monatlich. Nachweispflicht oder Belegpflicht: KEINE!

4. Nur eine kleine Sache, aber sie zeigt, wie selbstherrlich "der Staat" mit den Bürgern umspringt: Wer bei uns ausserhalb der erlaubten Zeit (von Montag bis Samstags von 7 - 19 Uhr) eine Flasche oder eine Zeitung in den Wertstoffcontainer wirft, kann mit einem Bußgeld bis zu 25.000,-- € bestraft werden. 25.000,-- €!! Hier hat "der Staat", also die Kommune, jedes Maß und Ziel verloren, das ist für mich Selbstherrlichkeit des Apparats in Reinkultur.

5. Datenerfassung für die neue Grundsteuer: Da forderten die Finanzämter von den Bürgern eine Unmenge Daten an, die nicht einfach zu beschaffen sind. Als Datum für die Abgabe wurde schließlich der 31.Januar 2022 festgesetzt. Und was macht der Staat bei seinen eigenen Grundstücken? Da hält er die von ihm selbst aufgestellte Frist nicht ein! In Bayern z.B. wurde von der Regierung mitgeteilt, dass es statt bis zum Januar 2022 mindestens bis September 2022 dauern würde.

Also: Was für den dummen Steuerbürger gilt, gilt noch lange nicht für den Staat selbst!


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

19.07.2026 um 04:17
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Ach so, und dann geht es iwann von alleine :)
Ich bin weder nach Finnland gezogen noch will ich was von finnischen Staat.
Zitat von Sherlock_HSherlock_H schrieb:Wer bei uns ausserhalb der erlaubten Zeit (von Montag bis Samstags von 7 - 19 Uhr) eine Flasche oder eine Zeitung in den Wertstoffcontainer wirft, kann mit einem Bußgeld bis zu 25.000,-- € bestraft werden.
😬 mir ist die Strafe zu niedrig, hoch finden die nur denen man keine Kontainer vor der Nase platziert hat.
In meiner WG haben wir eine Bingo Karte gemacht -> alle Stunden außerhalb der erlaubten Zeit, wir haben sie in 2 Monaten voll bekommen.
So macht Recycling Spass.


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