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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

19.492 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Wirtschaft, Armut, Kapitalismus ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

um 08:13
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:ich zB lege wert drauf dass der Arzt der mich 1h operiert mehr bekommt als die Schwester die mich dann 3 Tage pflegt oder dass der Ingenieur der eine Brücke berechnet mehr bekommt als der die Fahrbahnmarkierungen drauf macht.
Stimmt, der Arzt operiert, der Ingenieur rechnet, der Fahrbahnmarkierer pinselt, aber was sagt das über Leistung aus?

Du hast selbst zugegeben, dass der Ingenieur mehr bekommt, weil er höher qualifiziert ist... nur ist höhere Qualifikation kein Leistungsbeweis, sondern 'n Privileg. Das System belohnt nicht die Arbeit, es belohnt die Position.

Der Fahrbahnmarkierer leistet auch Arbeit, aber er wird nicht nach Leistung bezahlt, sondern nach seinem Platz in der Hierarchie.

Du hältst diese Ungleichheit für richtig und nennst sie Leistung, damit hast du die Klassenfrage selbst beantwortet: Du stehst auf der Seite derer, die oben sind und redest dir ein, das wäre verdient....


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

um 08:24
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Die 1000 Mrd. Sondervermögen durch 84 Mio Einwohner ergeben 11.907€ Schulden pro Kopf, ja für jeden...und für die armen Säue die arbeiten 22.727€ pro Kopf ohne Zinsen.
Nur nebenbei bemerkt: Ohne "die Reichen" geht es nicht beim hemmungslosen Schuldenmachen - irgendjemand muss ja schließlich die ganzen Bundesanleihen, Bundesschuldverschreibungen und Bundesschatzbriefe kaufen. Das sind z.B. die Lebensversicherungen und Geld-Fonds, die das Geld ihrer ach so reichen Kunden anlegen - und leider ist es auch die Bundesbank!

Zwar ist es den nationalen Zentralbanken im Euro-Raum verboten, ihren Staat zu finanzieren:
Art. 123 AEUV (ex-Artikel 101 EGV)

(1) Überziehungs- oder andere Kreditfazilitäten bei der Europäischen Zentralbank oder den Zentralbanken der Mitgliedstaaten (im Folgenden als „nationale Zentralbanken“ bezeichnet) für Organe, Einrichtungen oder sonstige Stellen der Union, Zentralregierungen, regionale oder lokale Gebietskörperschaften oder andere öffentlich-rechtliche Körperschaften, sonstige Einrichtungen des öffentlichen Rechts oder öffentliche Unternehmen der Mitgliedstaaten sind ebenso verboten wie der unmittelbare Erwerb von Schuldtiteln von diesen durch die Europäische Zentralbank oder die nationalen Zentralbanken.
Quelle: https://www.misesde.org/2020/06/die-ezb-und-das-verbot-der-monetaeren-staatsfinanzierung-ein-er-klaerungsversuch/

(Hervorhebung durch mich.)

Auf der anderen Seite schreibt die Wikipedia:
Deutschland (Gesamtverschuldung Ende 2022 in Maastricht-Abgrenzung: 2,56 Bill. Euro) ist zu rund 59 % bei inländischen Gläubigern (Ende 2022 in Maastricht-Abgrenzung: 1,52 Bill. Euro) verschuldet, die übrigen rund 41 % sind Auslandsschulden (Ende 2022 in Maastricht-Abgrenzung: 1,04 Bill. Euro). Die inländischen Gläubiger sind zu circa 49 % die Deutsche Bundesbank (Ende 2022 in Maastricht-Abgrenzung: 0,74 Bill. Euro) und zu circa 51 % inländische Kreditinstitute sowie Nichtbanken (Versicherungen, Unternehmen, Privatpersonen).[
Quelle: Wikipedia: Staatsverschuldung Deutschlands

(Hervorhebung durch mich.)

Wie ist es möglich, dass die Deutsche Bundesbank knapp 30 % der deutschen Schulden hält? Obwohl das ja eigentlich verboten ist?

Die Antwort liegt in einem Schlupfloch, das die Architekten der Euro-Verträge sicher ganz bewusst geschaffen haben. Der Bundesbank ist nur der "unmittelbare Erwerb von Schuldtiteln" der BRD verboten, also der Kauf frisch herausgekommener deutscher Schuldtiteln am Primärmarkt. Deshalb verkauft die Bundesschuldenagentur diese Schuldtitel am Primärmarkt an die Banken, die diese dann nach ein oder 2 Tagen mit einem Aufschlag an die Bundesbank weiterreichen (auf dem sogenannten Sekundärmarkt).

Somit sind alle zufrieden: Der Staat kann sich weiter verschulden, ohne sein Triple-A zu gefährden, die Banken haben an dem kurzfristigen Handel auf Kosten der BRD verdient und dem Buchstaben des Gesetzes ist Genüge getan worden.

Ich nenne das ein schmutziges Umgehungsgeschäft, das gegen den Geist der europäischen Verträge verstößt.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

um 08:33
Zitat von Sherlock_HSherlock_H schrieb:Ich bin absolut kein Freund eines Systems, das nur funktioniert, wenn es Wachstum gibt.
Kapitalismus funktioniert auch ohne Wachstum.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

um 08:36
Zitat von zaeldzaeld schrieb:Kapitalismus funktioniert auch ohne Wachstum.
@zaeld:
Ich hoffe es!

Aber unsere Politiker sind der Meinung, ohne Wirtschaftswachstum funktioniert zumindest Deutschland nicht. Die einzige Zukunftstrategie von Merz und seinen Vorgängern (Merkel: "Wir brauchen Wachstum, Wachstum, Wachstum!) ist leider nur das Setzen auf das Wirtschaftswachstum in Deutschland.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

um 09:29
Zitat von Sherlock_HSherlock_H schrieb:Aber unsere Politiker sind der Meinung, ohne Wirtschaftswachstum funktioniert zumindest Deutschland nicht.
Ja, iwas läuft falsch im Lande. Adam Smith und John Maynard Keynes sahen beide natürliche Grenzen des Wachstums voraus. Wenn ein Land genug Reichtum angesammelt habe, führe der starke Wettbewerb bei den Unternehmen zu niedrigeren Gewinnen und sinkenden Löhnen. Es solle zu eine Art "Ruhe" kommen, also kein Wachstum, so die Annahme. Alle wären gesättigt.

Wir sind als drittgrößte Wirtschaftsmacht weltweit, ein reiches Land. Nur leider findet die Umverteilung nicht so statt, dass alle am Wohlstand partizipieren könnten. Es gibt eine große Ungleichheit bei Löhnen und Gehältern, wie sie hier in den Beiträgen zuvor gerade angesprochen wurde. Ferner Armutsrisiko und materielle Benachteiligung trotz Erwerbsarbeit, Einkommensungleichheit zwischen Männern und Frauen, extreme Vermögensungleichheit, Ungleichheit bei Bildung (je nach Herkunft der Eltern) usw. ... Ungleichheit wo man hinschaut in einem reichen Land wie Deutschland. Unabhängig davon, dass sowas ne echt asoziale Performance ist, spiegelt es wieder wie die ÜBER-Reichen mit ihren Lobbyisten die Politik zu ihren Gunsten mitgestaltet haben und nach wie vor mitgestalten.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

um 09:35
Zitat von Sherlock_HSherlock_H schrieb:Aber unsere Politiker sind der Meinung, ohne Wirtschaftswachstum funktioniert zumindest Deutschland nicht.
Wirtschaftswachstum ist gleichbedeutend mit Versorgung von Arbeitsplätzen und damit Wohlstand, deshalb strebt die Politik das natürlich an. Ohne Wirtschaftswachstum würde es mehr Arbeitslosigkeit geben. Deutschland würde natürlich auch mit höherer Arbeitslosigkeit noch funktionieren, aber Ziel der Politik ist natürlich, dass möglichst jeder Arbeit hat, um für sich selbst sorgen zu können, dafür wurde so gewählt.

Aber Kapitalismus selbst braucht kein Wachstum.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

um 11:30
Zitat von zaeldzaeld schrieb:Kapitalismus funktioniert auch ohne Wachstum.
Kapitalismus ohne Wachstum ist wie ein Raubtier ohne Beute. Er mag 'ne Weile überleben, aber er wird sich selbst auffressen. Der Kapitalismus lebt von Profit und Profit von Mehrwert und Mehrwert von zusätzlicher Arbeit.

Ohne Wachstum gibts keinen zusätzlichen Mehrwert, dann bleibt nur noch, die vorhandene Arbeit noch härter auszubeuten, oder den Sozialstaat abzubauen. Das bedeutet: Wenn der Kapitalismus nicht mehr wächst, dann gibts keinen neuen Mehrwert, den man verteilen könnte, also bleibt nur den vorhandenen Kuchen neu zu verteilen und zwar zu Ungunsten der Lohnabhängigen...

Die Profite müssen irgendwo herkommen, also werden sie aus den Löhnen, den Sozialleistungen und den Arbeitsbedingungen herausgeholt. Das ist kein Verzicht auf Wachstum, das ist eine Umverteilung nach oben...

Wenn die Wirtschaft nicht wächst, dann wird nicht weniger Profite gemacht, sondern sie werden auf andere Weise erwirtschaftet, also durch Lohnsenkungen, durch längere Arbeitszeiten, durch den Abbau von Arbeitnehmerrechten, wie übrigens gerade zu beobachten ist..., siehe Aufweichung des Kündigungsschutzes, Forderung von längeren Arbeitszeiten usw...

Der Kapitalismus wächst dann nicht mehr durch neue Produkte oder neue Märkte, sondern durch die weitere Ausbeutung derjenigen, die ohnehin schon wenig haben....


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