@ApexOne @zaeld
ApexOne schrieb:Red kein Quatsch, es belohnt die Verantwortung. Du kannst gerne eine Brücke bauen lassen und zahle den Ingenieur wie einen Handwerker.
Verantwortung wird belohnt, klar, aber Verantwortung ist nicht dasselbe wie Macht. Der Ingenieur trägt Verantwortung für die Brücke, der Handwerker für sein Leben. Der eine wird reich, der andere kommt gerade so über die Runden. Das ist nicht Leistung, das ist Hierarchie und die wird nicht vom Himmel gegeben, sie wird gemacht, von denen, die oben sitzen...
zaeld schrieb:Nein. Eine Fabrik, die jahrelang dasselbe produziert, ohne dass die Produktion ausgeweitet wird und damit ohne Wachstum, funktioniert problemlos. Und das können alle Unternehmen machen, der Kapitalismus ist nicht darauf angewiesen, dass wenn das eine Unternehmen nicht wächst, dafür ein anderes wachsen muss.
Eine Fabrik, die jahrelang dasselbe produziert, funktioniert problemlos, bis die Konkurrenz billiger produziert, bis die Maschinen verschleißen, bis die Löhne steigen, dann steht die Fabrik still und der Besitzer fragt sich, warum er nicht investiert hat....
Stillstand im Kapitalismus ist kein Zustand, es ist 'n Todesurteil auf Raten. Wer nicht wächst, wird gefressen. Das ist kein Naturgesetz, das ist Konkurrenz...
zaeld schrieb:Der Mehrwert entsteht dadurch, dass minderwertigere Komponenten zu höherwertigen Komponenten verarbeitet werden. Dazu benötigt man kein Wachstum.
Du meinst technischen Fortschritt, nicht Mehrwert....
Mehrwert entsteht ja nicht durch bessere Verarbeitung, sondern durch unbezahlte Arbeit.... Der Arbeiter produziert in einem Teil seiner Arbeitszeit den Wert seines Lohns, im Rest produziert er für den Profit des Kapitalisten....Genau dieser unbezahlte Teil ist der Mehrwert....Der ist nicht an technische Verbesserungen gebunden, sondern an das Verhältnis von bezahlter zu unbezahlter Arbeit und das funktioniert auch ohne Wachstum, aber nur solange die Arbeitskraftgeber nicht merken, dass sie betrogen werden....
zaeld schrieb:Die Profite werden von den Kunden genommen, denen ein Produkt zu einem höheren Preis verkauft wird als die unverarbeiteten Teilkomponenten einzeln kosten.
Zu Produkten gehören auch Dienstleistungen, wo keine Objekte veredelt werden. Der Profit eines Arbeitnehmers beispielsweise liegt bei fast 100%, denn für den Verkauf seiner Arbeitskraft hat er ja kaum Kosten, die er investieren muss. Also nur das bisschen, was er auch als Werbungskosten von der Steuer absetzen kann.
Der Profit wird nicht vom Kunden genommen, der Kunde zahlt den Preis. Der Profit ist die Differenz zwischen dem, was der Arbeiter produziert und dem, was er dafür bekommt.
Wenn der Arbeitskraftgeber seine Arbeitskraft verkauft hat er kaum Kosten, das stimmt, aber das ist kein Beweis für seinen Profit, es ist der Beweis für seine Abhängigkeit. Er verkauft sich selbst und der Käufer streicht die Mehrwert ein. Der Arbeitskraftgeber hat keinen Profit, er hat 'nen Lohn. Das ist der Unterschied....