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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

19.821 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Wirtschaft, Armut, Kapitalismus ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

24.07.2026 um 08:13
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:ich zB lege wert drauf dass der Arzt der mich 1h operiert mehr bekommt als die Schwester die mich dann 3 Tage pflegt oder dass der Ingenieur der eine Brücke berechnet mehr bekommt als der die Fahrbahnmarkierungen drauf macht.
Stimmt, der Arzt operiert, der Ingenieur rechnet, der Fahrbahnmarkierer pinselt, aber was sagt das über Leistung aus?

Du hast selbst zugegeben, dass der Ingenieur mehr bekommt, weil er höher qualifiziert ist... nur ist höhere Qualifikation kein Leistungsbeweis, sondern 'n Privileg. Das System belohnt nicht die Arbeit, es belohnt die Position.

Der Fahrbahnmarkierer leistet auch Arbeit, aber er wird nicht nach Leistung bezahlt, sondern nach seinem Platz in der Hierarchie.

Du hältst diese Ungleichheit für richtig und nennst sie Leistung, damit hast du die Klassenfrage selbst beantwortet: Du stehst auf der Seite derer, die oben sind und redest dir ein, das wäre verdient....


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

24.07.2026 um 08:24
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Die 1000 Mrd. Sondervermögen durch 84 Mio Einwohner ergeben 11.907€ Schulden pro Kopf, ja für jeden...und für die armen Säue die arbeiten 22.727€ pro Kopf ohne Zinsen.
Nur nebenbei bemerkt: Ohne "die Reichen" geht es nicht beim hemmungslosen Schuldenmachen - irgendjemand muss ja schließlich die ganzen Bundesanleihen, Bundesschuldverschreibungen und Bundesschatzbriefe kaufen. Das sind z.B. die Lebensversicherungen und Geld-Fonds, die das Geld ihrer ach so reichen Kunden anlegen - und leider ist es auch die Bundesbank!

Zwar ist es den nationalen Zentralbanken im Euro-Raum verboten, ihren Staat zu finanzieren:
Art. 123 AEUV (ex-Artikel 101 EGV)

(1) Überziehungs- oder andere Kreditfazilitäten bei der Europäischen Zentralbank oder den Zentralbanken der Mitgliedstaaten (im Folgenden als „nationale Zentralbanken“ bezeichnet) für Organe, Einrichtungen oder sonstige Stellen der Union, Zentralregierungen, regionale oder lokale Gebietskörperschaften oder andere öffentlich-rechtliche Körperschaften, sonstige Einrichtungen des öffentlichen Rechts oder öffentliche Unternehmen der Mitgliedstaaten sind ebenso verboten wie der unmittelbare Erwerb von Schuldtiteln von diesen durch die Europäische Zentralbank oder die nationalen Zentralbanken.
Quelle: https://www.misesde.org/2020/06/die-ezb-und-das-verbot-der-monetaeren-staatsfinanzierung-ein-er-klaerungsversuch/

(Hervorhebung durch mich.)

Auf der anderen Seite schreibt die Wikipedia:
Deutschland (Gesamtverschuldung Ende 2022 in Maastricht-Abgrenzung: 2,56 Bill. Euro) ist zu rund 59 % bei inländischen Gläubigern (Ende 2022 in Maastricht-Abgrenzung: 1,52 Bill. Euro) verschuldet, die übrigen rund 41 % sind Auslandsschulden (Ende 2022 in Maastricht-Abgrenzung: 1,04 Bill. Euro). Die inländischen Gläubiger sind zu circa 49 % die Deutsche Bundesbank (Ende 2022 in Maastricht-Abgrenzung: 0,74 Bill. Euro) und zu circa 51 % inländische Kreditinstitute sowie Nichtbanken (Versicherungen, Unternehmen, Privatpersonen).[
Quelle: Wikipedia: Staatsverschuldung Deutschlands

(Hervorhebung durch mich.)

Wie ist es möglich, dass die Deutsche Bundesbank knapp 30 % der deutschen Schulden hält? Obwohl das ja eigentlich verboten ist?

Die Antwort liegt in einem Schlupfloch, das die Architekten der Euro-Verträge sicher ganz bewusst geschaffen haben. Der Bundesbank ist nur der "unmittelbare Erwerb von Schuldtiteln" der BRD verboten, also der Kauf frisch herausgekommener deutscher Schuldtiteln am Primärmarkt. Deshalb verkauft die Bundesschuldenagentur diese Schuldtitel am Primärmarkt an die Banken, die diese dann nach ein oder 2 Tagen mit einem Aufschlag an die Bundesbank weiterreichen (auf dem sogenannten Sekundärmarkt).

Somit sind alle zufrieden: Der Staat kann sich weiter verschulden, ohne sein Triple-A zu gefährden, die Banken haben an dem kurzfristigen Handel auf Kosten der BRD verdient und dem Buchstaben des Gesetzes ist Genüge getan worden.

Ich nenne das ein schmutziges Umgehungsgeschäft, das gegen den Geist der europäischen Verträge verstößt.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

24.07.2026 um 08:33
Zitat von Sherlock_HSherlock_H schrieb:Ich bin absolut kein Freund eines Systems, das nur funktioniert, wenn es Wachstum gibt.
Kapitalismus funktioniert auch ohne Wachstum.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

24.07.2026 um 08:36
Zitat von zaeldzaeld schrieb:Kapitalismus funktioniert auch ohne Wachstum.
@zaeld:
Ich hoffe es!

Aber unsere Politiker sind der Meinung, ohne Wirtschaftswachstum funktioniert zumindest Deutschland nicht. Die einzige Zukunftstrategie von Merz und seinen Vorgängern (Merkel: "Wir brauchen Wachstum, Wachstum, Wachstum!) ist leider nur das Setzen auf das Wirtschaftswachstum in Deutschland.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

24.07.2026 um 09:29
Zitat von Sherlock_HSherlock_H schrieb:Aber unsere Politiker sind der Meinung, ohne Wirtschaftswachstum funktioniert zumindest Deutschland nicht.
Ja, iwas läuft falsch im Lande. Adam Smith und John Maynard Keynes sahen beide natürliche Grenzen des Wachstums voraus. Wenn ein Land genug Reichtum angesammelt habe, führe der starke Wettbewerb bei den Unternehmen zu niedrigeren Gewinnen und sinkenden Löhnen. Es solle zu eine Art "Ruhe" kommen, also kein Wachstum, so die Annahme. Alle wären gesättigt.

Wir sind als drittgrößte Wirtschaftsmacht weltweit, ein reiches Land. Nur leider findet die Umverteilung nicht so statt, dass alle am Wohlstand partizipieren könnten. Es gibt eine große Ungleichheit bei Löhnen und Gehältern, wie sie hier in den Beiträgen zuvor gerade angesprochen wurde. Ferner Armutsrisiko und materielle Benachteiligung trotz Erwerbsarbeit, Einkommensungleichheit zwischen Männern und Frauen, extreme Vermögensungleichheit, Ungleichheit bei Bildung (je nach Herkunft der Eltern) usw. ... Ungleichheit wo man hinschaut in einem reichen Land wie Deutschland. Unabhängig davon, dass sowas ne echt asoziale Performance ist, spiegelt es wieder wie die ÜBER-Reichen mit ihren Lobbyisten die Politik zu ihren Gunsten mitgestaltet haben und nach wie vor mitgestalten.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

24.07.2026 um 09:35
Zitat von Sherlock_HSherlock_H schrieb:Aber unsere Politiker sind der Meinung, ohne Wirtschaftswachstum funktioniert zumindest Deutschland nicht.
Wirtschaftswachstum ist gleichbedeutend mit Versorgung von Arbeitsplätzen und damit Wohlstand, deshalb strebt die Politik das natürlich an. Ohne Wirtschaftswachstum würde es mehr Arbeitslosigkeit geben. Deutschland würde natürlich auch mit höherer Arbeitslosigkeit noch funktionieren, aber Ziel der Politik ist natürlich, dass möglichst jeder Arbeit hat, um für sich selbst sorgen zu können, dafür wurde so gewählt.

Aber Kapitalismus selbst braucht kein Wachstum.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

24.07.2026 um 11:30
Zitat von zaeldzaeld schrieb:Kapitalismus funktioniert auch ohne Wachstum.
Kapitalismus ohne Wachstum ist wie ein Raubtier ohne Beute. Er mag 'ne Weile überleben, aber er wird sich selbst auffressen. Der Kapitalismus lebt von Profit und Profit von Mehrwert und Mehrwert von zusätzlicher Arbeit.

Ohne Wachstum gibts keinen zusätzlichen Mehrwert, dann bleibt nur noch, die vorhandene Arbeit noch härter auszubeuten, oder den Sozialstaat abzubauen. Das bedeutet: Wenn der Kapitalismus nicht mehr wächst, dann gibts keinen neuen Mehrwert, den man verteilen könnte, also bleibt nur den vorhandenen Kuchen neu zu verteilen und zwar zu Ungunsten der Lohnabhängigen...

Die Profite müssen irgendwo herkommen, also werden sie aus den Löhnen, den Sozialleistungen und den Arbeitsbedingungen herausgeholt. Das ist kein Verzicht auf Wachstum, das ist eine Umverteilung nach oben...

Wenn die Wirtschaft nicht wächst, dann wird nicht weniger Profite gemacht, sondern sie werden auf andere Weise erwirtschaftet, also durch Lohnsenkungen, durch längere Arbeitszeiten, durch den Abbau von Arbeitnehmerrechten, wie übrigens gerade zu beobachten ist..., siehe Aufweichung des Kündigungsschutzes, Forderung von längeren Arbeitszeiten usw...

Der Kapitalismus wächst dann nicht mehr durch neue Produkte oder neue Märkte, sondern durch die weitere Ausbeutung derjenigen, die ohnehin schon wenig haben....


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

24.07.2026 um 13:03
Zitat von GwyddionGwyddion schrieb:Der Mensch bleibt Mensch.... eine altruistische Gesellschaft wo ein jeder für den anderen da ist, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.
Zugegeben, mir fällt das auch schwer, sich das vorzustellen. Die Menschen werden ja leider immer Ich-bezogener.

Aber vielleicht versteht der eine oder andere ja mal, dass es a) kein Verlust oder Verzicht ist, für andere da zu sein, und b) wenn es der Gemeinschaft gut geht, es auch jedem Einzelnen gut geht.

Egoismus und Altruismus sind eigentlich kein Widerspruch. Die Gemeinschaft besteht aus Individuen.

Und eine Gemeinschaft, an deren Funktionieren jedem gelegen ist, und wo jeder seinen Teil beiträgt, nützt auch immer dem Individuum.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

24.07.2026 um 13:13
Zitat von GwyddionGwyddion schrieb:Der Mensch bleibt Mensch.... eine altruistische Gesellschaft wo ein jeder für den anderen da ist, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.
Sorry, aber das ist kein Argument gegen eine altruistische Gesellschaft, das ist ein Argument für die jetzige Gesellschaft.

Der Mensch bleibt Mensch, aber er wird zum Egoisten gemacht, weil das System es verlangt. Im Kapitalismus wird Solidarität bestraft und Konkurrenz belohnt.

Wenn du das System änderst, änderst du auch das Verhalten....nicht die Natur ist das Problem, sondern die Bedingungen und die sind gemacht, nicht gegeben...


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

24.07.2026 um 13:40
Zitat von Mauzi666Mauzi666 schrieb:Eine Gesellschaft funktioniert aber nicht nur aus Chefetagen, Beratern und PowerPoint-Präsentationen heraus. Sie funktioniert, weil Millionen Menschen jeden Tag Straßen bauen, Stromleitungen reparieren, Häuser errichten, Lebensmittel produzieren, Kranke pflegen und den ganzen Laden am Laufen halten.
Hat das jemand gesagt?
Ich hatte es aber ausgeführt: die Bevölkerung will für bestimmte Tätigkeiten bestimmte Qualifikationen!
Der Kapitalist bestimmt nicht, er will so günstig wie mögliche Arbeitskräfte.

Also, blame die Richtigen: die Bürger!
Zitat von Mauzi666Mauzi666 schrieb:Die Arroganz gegenüber sogenannten "einfachen Berufen" finde ich deshalb immer lustig. Gerade die Leute, die auf Handwerker herabschauen, stehen oft hilflos vor einer kaputten Steckdose, einer undichten Leitung oder einem IKEA-Regal und müssen dann jemanden anrufen, den sie vorher für weniger wert gehalten haben.
Die kannst DU hier bestimmt zitieren...oder redest Du aus deiner Erfahrung?
Zitat von peekaboopeekaboo schrieb:nur ist höhere Qualifikation kein Leistungsbeweis, sondern 'n Privileg. Das System belohnt nicht die Arbeit, es belohnt die Position.
Red kein Quatsch, es belohnt die Verantwortung. Du kannst gerne eine Brücke bauen lassen und zahle den Ingenieur wie einen Handwerker.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

24.07.2026 um 13:41
Zitat von peekaboopeekaboo schrieb:Kapitalismus ohne Wachstum ist wie ein Raubtier ohne Beute. Er mag 'ne Weile überleben, aber er wird sich selbst auffressen.
Nein. Eine Fabrik, die jahrelang dasselbe produziert, ohne dass die Produktion ausgeweitet wird und damit ohne Wachstum, funktioniert problemlos. Und das können alle Unternehmen machen, der Kapitalismus ist nicht darauf angewiesen, dass wenn das eine Unternehmen nicht wächst, dafür ein anderes wachsen muss.
Ohne Wachstum gibts keinen zusätzlichen Mehrwert,
Der Mehrwert entsteht dadurch, dass minderwertigere Komponenten zu höherwertigen Komponenten verarbeitet werden. Dazu benötigt man kein Wachstum.
Die Profite müssen irgendwo herkommen, also werden sie aus den Löhnen, den Sozialleistungen und den Arbeitsbedingungen herausgeholt.
Die Profite werden von den Kunden genommen, denen ein Produkt zu einem höheren Preis verkauft wird als die unverarbeiteten Teilkomponenten einzeln kosten.

Zu Produkten gehören auch Dienstleistungen, wo keine Objekte veredelt werden. Der Profit eines Arbeitnehmers beispielsweise liegt bei fast 100%, denn für den Verkauf seiner Arbeitskraft hat er ja kaum Kosten, die er investieren muss. Also nur das bisschen, was er auch als Werbungskosten von der Steuer absetzen kann.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

24.07.2026 um 14:58
Zitat von philaephilae schrieb:Die Menschen werden ja leider immer Ich-bezogener.
Ja, ich denke wir werden unempatischer durch eine Art Dauerunsicherheit, die wiederum zu einem latenten chronischen Stress führen kann (Sorge um Arbeitsplätze, Kriege, Rechtspopulisten, Trumpzölle, Altersabsicherung usw. usw.).

Ganz zu Anfang wurden im Kapitalismus ja auch soziale und sozialphilosophische Aspekte erfasst. Für den erfolgreichen Kaufmann bspw. war es eine Pflicht und Ehrenangelegenheit die Gemeinschaft und Ärmere zu unterstützen.

Heute geht's nur noch ums Geld. Der angebetete BIP, spiegelt ja auch nur einen einzigen Messwert wieder, und zwar den des Geldes. Daraus läßt sich jedoch nix über den allgemeinen Wohlstand ableiten. Vllt. sollte Wachstum anders definiert werden als nur übers Geld? Wachstum könnte doch eigentlich auch durchaus nicht meßbare Faktoren - wie intakte Umwelt, sozialen Frieden, politische Teilhabe, Gesundheit der Bevölkerung eines Landes, Stellenwert der Care-Arbeit, Gleichstellung von Mann & Frau etc. - beinhalten. Dann würde vermutlich auch erkennbar, dass der " echte Wachstum" doch nicht so grandios ausfällt, wie man es sich aus einem eindimensionalen BIP gerne herauslesen möchte.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

24.07.2026 um 15:41
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Ganz zu Anfang wurden im Kapitalismus ja auch soziale und sozialphilosophische Aspekte erfasst
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Heute geht's nur noch ums Geld. Der angebetete BIP, spiegelt ja auch nur einen einzigen Messwert wieder, und zwar den des Geldes. Daraus läßt sich jedoch nix über den allgemeinen Wohlstand ableiten.
...oder auch über soziale Unterstützung und Solidarität mit Betroffenen.
Auch hier wird nur über Geld gemessen, auch wenn das nicht wenig ist:

1,4 Billionen Euro : Rekord! Jeder dritte Euro geht für Sozialausgaben drauf


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

24.07.2026 um 15:46
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Ganz zu Anfang wurden im Kapitalismus ja auch soziale und sozialphilosophische Aspekte erfasst. Für den erfolgreichen Kaufmann bspw. war es eine Pflicht und Ehrenangelegenheit die Gemeinschaft und Ärmere zu unterstützen.
Nö, Honig um den Mund der Kunden schmieren damit sie eben nicht denken der denkt nur an das Geschäft was er auch tat.
Es ist die gleiche Masche wie bei Milliardäre die höher besteuert werden wollen©
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Heute geht's nur noch ums Geld. Der angebetete BIP, spiegelt ja auch nur einen einzigen Messwert wieder, und zwar den des Geldes.
Moment, Du willst auch nur Geld von ÜReichen und Erben...was noch?
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Vllt. sollte Wachstum anders definiert werden als nur übers Geld? Wachstum könnte doch eigentlich auch durchaus nicht meßbare Faktoren - wie intakte Umwelt, sozialen Frieden, politische Teilhabe, Gesundheit der Bevölkerung eines Landes, Stellenwert der Care-Arbeit, Gleichstellung von Mann & Frau etc. - beinhalten.
Das ist kein Wachstum sondern Gemeinwohl/Gesellschaftliches Wohlergehen, ich nutze da "People Value"..und das kann nur eine Folge vom Wachstum sein, leitet man zu viel aus dem Wachstum da rein, hemmt es eben diesen.

So, jetzt gehe ich irgendeine Loserfirma shorten.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

24.07.2026 um 16:07
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Loserfirma shorten.
Dt. Autobauer?


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

24.07.2026 um 16:09
@hidden
SAP, RHM, findet sich immer was.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

24.07.2026 um 16:46
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:SAP
Schöne Steilvorlage im "Ausgeburt-der-Hölle" Thread.
Fünf ehemalige Mitarbeiter der IBM (Claus Wellenreuther, Hans-Werner Hector, Klaus Tschira, Dietmar Hopp und Hasso Plattner) gründeten im April 1972[4] in Weinheim die Gesellschaft bürgerlichen Rechts Systemanalyse Programmentwicklung,[5] deren Name später zu „SAP“ zusammengezogen wurde.[6] Das Kürzel stand für „Systeme, Anwendungen und Produkte“ in der Datenverarbeitung.[7]
Quelle: Wiki

Hätte es so im Kommunismus nicht gegeben. In der "Deutschen Demokratischen Repubik" hätte man diese Leute wahrscheinlich zunächst enteignet und wenn die fünf Gründer anschliessend versucht hätten, es in einem Land zu probieren, wo marktwirtschaftliche Verhältnisse gegeben sind (zb in der BRD), hätte man ihnen an der Mauer - beim Versuch die Grenze zu übertreten - in den Rücken geschossen und sie im "Niemandsland" verbluten lassen.

Ja, dieser Kapitalismus ist wahrhaft ein teuflisches System. :troll:


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

24.07.2026 um 17:05
@ApexOne
@zaeld
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Red kein Quatsch, es belohnt die Verantwortung. Du kannst gerne eine Brücke bauen lassen und zahle den Ingenieur wie einen Handwerker.
Verantwortung wird belohnt, klar, aber Verantwortung ist nicht dasselbe wie Macht. Der Ingenieur trägt Verantwortung für die Brücke, der Handwerker für sein Leben. Der eine wird reich, der andere kommt gerade so über die Runden. Das ist nicht Leistung, das ist Hierarchie und die wird nicht vom Himmel gegeben, sie wird gemacht, von denen, die oben sitzen...
Zitat von zaeldzaeld schrieb:Nein. Eine Fabrik, die jahrelang dasselbe produziert, ohne dass die Produktion ausgeweitet wird und damit ohne Wachstum, funktioniert problemlos. Und das können alle Unternehmen machen, der Kapitalismus ist nicht darauf angewiesen, dass wenn das eine Unternehmen nicht wächst, dafür ein anderes wachsen muss.
Eine Fabrik, die jahrelang dasselbe produziert, funktioniert problemlos, bis die Konkurrenz billiger produziert, bis die Maschinen verschleißen, bis die Löhne steigen, dann steht die Fabrik still und der Besitzer fragt sich, warum er nicht investiert hat....

Stillstand im Kapitalismus ist kein Zustand, es ist 'n Todesurteil auf Raten. Wer nicht wächst, wird gefressen. Das ist kein Naturgesetz, das ist Konkurrenz...
Zitat von zaeldzaeld schrieb:Der Mehrwert entsteht dadurch, dass minderwertigere Komponenten zu höherwertigen Komponenten verarbeitet werden. Dazu benötigt man kein Wachstum.
Du meinst technischen Fortschritt, nicht Mehrwert....

Mehrwert entsteht ja nicht durch bessere Verarbeitung, sondern durch unbezahlte Arbeit.... Der Arbeiter produziert in einem Teil seiner Arbeitszeit den Wert seines Lohns, im Rest produziert er für den Profit des Kapitalisten....Genau dieser unbezahlte Teil ist der Mehrwert....Der ist nicht an technische Verbesserungen gebunden, sondern an das Verhältnis von bezahlter zu unbezahlter Arbeit und das funktioniert auch ohne Wachstum, aber nur solange die Arbeitskraftgeber nicht merken, dass sie betrogen werden....
Zitat von zaeldzaeld schrieb:Die Profite werden von den Kunden genommen, denen ein Produkt zu einem höheren Preis verkauft wird als die unverarbeiteten Teilkomponenten einzeln kosten.

Zu Produkten gehören auch Dienstleistungen, wo keine Objekte veredelt werden. Der Profit eines Arbeitnehmers beispielsweise liegt bei fast 100%, denn für den Verkauf seiner Arbeitskraft hat er ja kaum Kosten, die er investieren muss. Also nur das bisschen, was er auch als Werbungskosten von der Steuer absetzen kann.
Der Profit wird nicht vom Kunden genommen, der Kunde zahlt den Preis. Der Profit ist die Differenz zwischen dem, was der Arbeiter produziert und dem, was er dafür bekommt.

Wenn der Arbeitskraftgeber seine Arbeitskraft verkauft hat er kaum Kosten, das stimmt, aber das ist kein Beweis für seinen Profit, es ist der Beweis für seine Abhängigkeit. Er verkauft sich selbst und der Käufer streicht die Mehrwert ein. Der Arbeitskraftgeber hat keinen Profit, er hat 'nen Lohn. Das ist der Unterschied....


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

24.07.2026 um 17:44
Zitat von peekaboopeekaboo schrieb:Der eine wird reich, der andere kommt gerade so über die Runden. Das ist nicht Leistung, das ist Hierarchie und die wird nicht vom Himmel gegeben, sie wird gemacht, von denen, die oben sitzen...
Und wer wählt die da oben?
Und nochmal: die Bürger wollen eine Brücke die vom Ingenieur berechnet worden ist und nicht vom Handwerker.
Diese Art der Annäherung an das Thema der Gerechtigkeit über "der Ing und der Handwerker sind beide 8h in der Arbeit, warum verdienen sie nicht gleich?" ist nicht zielführend. Wirklich nicht.
Zitat von peekaboopeekaboo schrieb:Der Arbeitskraftgeber hat keinen Profit, er hat 'nen Lohn.
Ich glaube das ist sogar den Kommunisten im Schlarafenland der Arbeitslosen zu progressiv, sie behaupten stets: die Arbeit lohne sich.

Wenn noch was ist melde Dich, ich muss Shareholder Value maximieren.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

24.07.2026 um 19:19
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Honig um den Mund der Kunden schmieren damit sie eben nicht denken der denkt nur an das Geschäft was er auch tat.
Voll die Projektion ... aber was will man erwarten von jemandem, der die Worte Solidarität und sozial nicht benutzt :)
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Es ist die gleiche Masche wie bei Milliardäre die höher besteuert werden wollen©
Unterstellung, Verleumdung und üble Nachrede. Such's Dir aus. Aber schon auch nachvollziehbar, dass Lurche, die nur an sich denken, keine Vorstellung darüber haben, dass andere eben anders sind.
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Moment, Du willst auch nur Geld von ÜReichen und Erben...was noch?
Gold, Diamanten, Villen, Jets, everything ... zwecks Ermittlung ihres Vermögens, damit man sie korrekt, angemessen und fair besteuern kann. Fürs Gemeinwohl, welches in diesem Kontext über den Interessen eines Einzelnen steht.
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Das ist kein Wachstum sondern Gemeinwohl/Gesellschaftliches Wohlergehen
Das ist auch Wachstum, Zuwachs in dem Bereich.
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:leitet man zu viel aus dem Wachstum da rein, hemmt es eben diesen.
Dafür gibt es anderer Stelle den Zuwachs.
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Wenn noch was ist melde Dich, ich muss Shareholder Value maximieren.
Jo mach Du mal Deinen Kram.

Sebastian Klein, der sein Vermögen zu 90% gespendet hat, sucht auch in dieser Hinsicht nach anderen Wegen - nach Transformation - um die extreme Ungleichheit zu verringern :Y:
Firmen in Verantwortungseigentum gehören sich selbst beziehungsweise einer gemeinnützigen Stiftung und werden treuhänderisch geführt. (Anm.: Gewinne und entstandenes Vermögen bleiben im Unternehmen.) In dieser Struktur wird der Milliardärserbe überflüssig. Diese Firmen sind der Gegenentwurf eines klassischen Shareholder-Value-Modells, bei dem es nur darum geht, dass der Shareholder eine möglichst hohe Rendite aus dem Unternehmen zieht. Das führt dazu, dass Firmen häufig keinen Klimaschutz betreiben, sondern Greenwashing. In einer Struktur, in der die Firma sich selbst gehört und nicht dem externen Shareholder verpflichtet ist, kann man gut Klimaschutz betreiben und Entscheidungen treffen, die vielleicht kurzfristig wirtschaftlich nicht so toll sind, ohne dass der Shareholder den CEO rausschmeißt, was in klassischen Shareholder-Value-Firmen oft passiert. Ich habe solche Firmen schon gegründet und bin überzeugt davon, dass diesen Teil der Wirtschaft zu stärken, einen sehr großen Beitrag zu einer größeren Transformation haben könnte.
https://www.derstandard.de/story/3000000267751/warum-schon-wieder-ein-millionaer-fast-sein-gesamtes-vermoegen-verschenkt-hat


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