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Das bedingungslose Grundeinkommen

Badbrain
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Das bedingungslose Grundeinkommen

21.10.2010 um 19:38
@Hansi
Wer soll es fördern? Wer soll gefördert werden und von wem ? In welchem Umfang? Alle krähen nur wir brauchen, aber selbst was für tun wollen sie auch nicht. Ich rede speziell von Unternehmern Hansi. Die allermeisten wollen arbeiten, können/dürfen aber nicht. Ist das so schwer zu verstehen?


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Hansi
ehemaliges Mitglied

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Das bedingungslose Grundeinkommen

21.10.2010 um 19:45
@Badbrain
Badbrain schrieb:Die allermeisten wollen arbeiten, können/dürfen aber nicht. Ist das so schwer zu verstehen?
Ja.


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Badbrain
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Das bedingungslose Grundeinkommen

21.10.2010 um 19:48
@Hansi

Mal speziell für Dich, obwohl ich der Meinung bin, das schonmal gepostet zu haben für Dich:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,713921,00.html

Und von den jungen Leutz mal ganz abgesehen...


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Hansi
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Das bedingungslose Grundeinkommen

21.10.2010 um 20:02
Die Befragungen basieren auf Selbstauskünften von Hartz-IV-Empfängern.
Da bin ich über das Ergebnis nicht verwundert. Wenn ich die mir persönlich bekannten HartzIV-Bezieher beurteile, so ergibt sich ein ganz anderes Bild.
Oder kenne ich nur die falschen Leute?


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Das bedingungslose Grundeinkommen

21.10.2010 um 20:03
Hansi schrieb:Statt die Fähigkeit der Einkommenserzielung zu fördern
Bist Du mal auf die Idee gekommen, dass einige Deiner Mitleser vielleicht schon ...30...35...40 Jahre bewiesen haben, dass sie die "Fähigkeit zur Einkommenserzielung" besitzen ?
Weißt Du, wie Du auf solche Menschen wirkst ?

Ich weiß, dass es Dir egal ist !

"Oder kenne ich nur die falschen Leute?" sagt alles !


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Hansi
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Das bedingungslose Grundeinkommen

21.10.2010 um 20:05
@eckhart
eckhart schrieb:...dass sie die Fähigkeit zur Einkommenserzielung besitzen ?
Wenn zur Fähigkeit noch der Wille kommt wird es schon klappen.


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Das bedingungslose Grundeinkommen

21.10.2010 um 20:10
Hansi schrieb:Wenn zur Fähigkeit noch der Wille kommt wird es schon klappen.
Also mir ist noch niemand bekannt geworden, der durch Willenskraft die auf dem Arbeitsmarkt geforderte Jugend zurückerlangt.
Dir ist natürlich völlig unbekannt, dass vornehmlich DAX Unternehmen grundweg immer noch (trotz bereits bestehendem Fachkräftemangel) bestrebt sind ihre Belegschaften zu verjüngen ?


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matraze106
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Das bedingungslose Grundeinkommen

22.10.2010 um 18:05
Die Dame, die da "auf dem Weg zur Arbeit" ;) interviewt wird, ist Susanne Wiest, Initiatorin der Petition.
Ich finde es ein gemein, Dinge abzustempeln, ohne sich wenigstens ein bisschen damit befasst zu haben.
"Aber kommen wir nun zu etwas gänzlich Anderem..." ;)

Frau Wiest erzählt in diesem Vortrag, wie Sie dazu kam, die BGE-Petition zu stellen.



ein Youtube-Kanal zum BGE gibt es auch
hier ein Beitrag über das neue politische Konzept der Dynamokratie
http://www.youtube.com/watch?v=85t1r0wsiKU
http://www.youtube.com/user/AliceImWandelland


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Das bedingungslose Grundeinkommen

22.10.2010 um 18:13
@eckhart
eckhart schrieb:Dir ist natürlich völlig unbekannt, dass vornehmlich DAX Unternehmen grundweg immer noch (trotz bereits bestehendem Fachkräftemangel) bestrebt sind ihre Belegschaften zu verjüngen ?
Junge Frischlinge haben meist auch noch nicht so eine immens hohe Gehaltsvorstellung wie langjährige Mitarbeiter... ^^.


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matraze106
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Das bedingungslose Grundeinkommen

22.10.2010 um 19:27
Mein Reden: "Maschinen schuften lassen und mit was besserem befassen"

Schönes, einfach verständliches Lied:

Götz Widmann - Das Recht auf Arbeitslosigkeit


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Hansi
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Das bedingungslose Grundeinkommen

22.10.2010 um 19:48
@matraze106
matraze106 schrieb:Das Recht auf Arbeitslosigkeit
Das Recht auf Arbeitslosigkeit hat doch bereits jeder.
Was mich ärgert ist die Forderung nach bezahlter Arbeitslosigkeit.


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matraze106
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Das bedingungslose Grundeinkommen

22.10.2010 um 20:30
Hansi schrieb:Das Recht auf Arbeitslosigkeit hat doch bereits jeder.
Es ist eben in den Augen vieler Zeitgenossen wie Dir nicht rechtens.
Es wird genörgelt und gespottet. Die Arbeitsamt-Maßnahmen stutzen die Leute zu Unrecht zurecht, bis nichts mehr an Individualität übrig bleibt, raten zu Betrug, um sich die Jobs zu ergattern und reden ihren Probanten Minderwertigkeit ein. Meine Tante ist daran zerbrochen.
Das hat rein gar nichts mehr mit dem Wort "Beruf" zu tun, nur noch mit "Elend, Mühsal, Qual".

Wir werden immer mehr Menschen auf dem Planeten, stimmts?
Unsere Maschinen haben sich so weit entwickelt, dass immer weniger Menschen die Arbeit von vielen erledigen können. Ich selbst habe einen Job gelernt, der an die 150 Berufe in sich vereint und kann sagen, dass auch das was ich mache, ein Computer besser hinkriegt.

Tag X ist greifbar nahe. Wir müssen es nur angehen.

Übrigens ist das der Titel des Liedes, nicht meine Argumentation.
Hansi schrieb:Was mich ärgert ist die Forderung nach bezahlter Arbeitslosigkeit.
Dein Ärger ist verständlich. Du hast wahrscheinlich Dein Leben lang gebuckelt und kennst es nicht anders. Aber auch schon heute sind die Jobs so verteilt, dass die Leute die für wenige Tätigkeit viel grübeln, Hände schütteln, reden und gut aussehen, Unmengen mehr bekommen als diejenigen, die nahezu nur tätig sind ohne darüber nachzudenken, was sie tun.

Viele leben um zu arbeiten. Manche arbeiten um zu leben.

Das Problem ist unsere Definition von Arbeit. Es sollte das Gegenteil von Faulheit sein, daher der Umkehrschluss: wer nicht Arbeitet ist faul. Das stimmt aber nicht. Für diesen Text hier würde ich als Lobbyist/Lohnschreiber sicherlich 1000? verdienen, aber ich tue das aus freien Stücken, genauso wie ich Oma helfen tue, Müll runterbringe und für meinen Mitmenschen da bin. Das ist alles sinnvoller als Laubsammeln, wo kein Laub mehr ist.
Sicherlich sind dies alte Werte, die als verloren gegangen gelten. Aber jeder Mensch hat einen tief sitzenden Impuls, kreativ zu sein, zu schöpfen und Gutes zu wirken - das wird immer so sein.
Du schreibst, Du kennst ein paar Konsorten, die arbeitslos und faul sind. Sind es so viele, dass Du dies auf die gesamte Bevölkerung hochrechnen kannst?

Sicher klingt die BGE-Debatte nach einem Freischein für Faulheit.
Heart's Fear ist aber ein Freischein für Zwangsarbeit.

Es gilt, diesen politischen Druck auf die Bürger zu nehmen. Das ist nämlich, als wenn Du eine Pflanze mit Gatorate giesst, weil da Electrolyte drin sind. ;)

Ich kann Deine Bedenken nachvollziehen, dass die BGE-Gesellschaft nicht mehr so arbeitsam sein würde. Sie würde in jedem Fall nicht mehr so gestresst, trist und alltäglich sein.

Last but noch least schau Dir die Welt an, in der wir leben. Nicht nur die westliche Welt.
"'Jetzt hab ich mich das ganze Leben abgemüht, mich zu disziplinieren, mich zu trainieren, dass ich irgendwie sinnvoll beschäftigt werden kann. Und jetzt kommen die daher, diese jungen Leute, die überhaupt sich nicht disziplinieren müssen und denen soll nun Geld gegeben werden? Das ist ein Skandal.' Dies Argument steht eigentlich dahinter, glaube ich, hinter der Ablehnung des Grundeinkommens. Aber weil das vielleicht nicht so schick ist, nicht so gut aussieht, wenn man dieses Argument vorbringt, sagt man: 'Ja, aber wie soll man das finanzieren?' Das entscheidende Argument ist dann einfach eine ganz persönliche Rache. Die andern sollens auch nicht besser haben, als ich es gehabt habe. Und das wird durch das Grundeinkommen torpediert. Also wenn ich mich von dieser Rache befreie, dann tu ich nicht nur etwas fürs Grundeinkommen sondern eigentlich auch für die eigene Gesundheit und für meine Fähigkeit als Mitmensch."
(Quelle: "Grundeinkommen- ein Kulturimpuls")
hier eine Zusammenfassung der wichtigsten Punkte.

Grundsteine:

1. Jedes Individuum erhält ein Grundeinkommen vom Staat. Eine Bedürftigkeitsprüfung erfolgt nicht.

2. Das Grundeinkommen wird bedingungslos gezahlt. Eine Gegenleistungspflicht besteht nicht.

3. Das Grundeinkommen muss existenzsichernd sein. Ein Leben muss mindestens auf sozio-kulturellem Existenzminimum ohne zusätzliches Einkommen gewährleistet sein.

Gründe:

1. Fortschritt.
Durch neue Technologien und daraus resultierender Automatisierung wird Erwerbsarbeit zunehmend knapper und noch verbliebene Arbeit bedarf hoher Qualifikationen. Ein Grundeinkommen würde somit den mittlerweile überflüssigen Zwang geringqualifizierte Arbeit zu suchen aufheben und den Weg zur höheren Bildung erleichtern.

2. Grundrechte.
Laut Grundgesetz haben alle Menschen ein Recht auf...
...Würde (Artikel 1.1),
...freie Entfaltung der Persönlichkeit (Artikel 2.1),
...Leben und körperliche Unversehrtheit (Artikel 2.2),
...Chancengleichheit für Kinder (Artikel 6.5),
...freie Berufswahl (Artikel 12.1),
...Schutz vor Arbeitszwang (Artikel 12.2 und 12.3)
Weiterhin hat der Staat eine soziale Pflicht gegenüber seinen Bürgern (Artikel 20.1). Die soziale Pflicht muss jedoch mit den Grundrechten konform sein. Im derzeitigen Sozialsystem verstößt die Bedürftigkeitsprüfung gegen die Würde, die Verpflichtung zur Arbeitsaufnahme verstößt gegen den Schutz vor Arbeitszwang, die Pflicht jede angebotene Stelle anzunehmen verstößt gegen die freie Berufswahl, die Sanktionsmöglichkeiten verstoßen gegen das Recht auf Leben und die Regelsätze für Familien gegen die Chancengleichheit für Kinder. Insgesamt ermöglicht das derzeitige Sozialsystem keine freie Entfaltung der Persönlichkeit unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Gegebenheiten.

3. Anreize.
Ein bedingungsloses Grundeinkommen würde...
...den Zugang zu Bildung erleichtern.
...Arbeitslose nicht von Arbeit verprellen, indem ein Zuverdienst verrechnet wird.
...die Angst vor Arbeitslosigkeit mindern.
...den Menschen echte Entscheidungsfreiheit geben.
...unbezahlte Arbeit würdigen (z.B. in Familien).
...Kleinkriminalität verringern.
...Bürokratie abbauen.
...den Arbeitsmarkt vereinfachen und dadurch neue Arbeitsplätze ermöglichen.
...die soziale Ausgrenzung Arbeitsloser vermeiden.
"Nichts ist so mächtig wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist."
Victor Hugo
"Für gewöhnlich stehen nicht die Worte in der Gewalt der Menschen, sondern die Menschen in der Gewalt der Worte."
Hugo Von Hofmannsthal


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Hansi
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Das bedingungslose Grundeinkommen

22.10.2010 um 21:32
@matraze106
matraze106 schrieb:Ich kann Deine Bedenken nachvollziehen, dass die BGE-Gesellschaft nicht mehr so arbeitsam sein würde.
Und Wohlstand resultiert nun mal aus Arbeit.
Ein beachtlicher Teil der Bevölkerung (besonders aus der Ecke BPF) würde das Arbeiten gänzlich einstellen, was wiederum einen Rückgang der Steuereinnahmen nach sich ziehen würde.
Eine dadurch wachsende Steuerbelastung für die Wohlhabenden würde eine Auswanderungsbewegung und ein Braindrain großen Ausmaßes nach sich ziehen und umgekehrt eine Einwanderungswelle der Habenichtse dieser Welt in Gang setzen.


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Das bedingungslose Grundeinkommen

22.10.2010 um 21:47
Sehet die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater nährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr denn sie?


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Das bedingungslose Grundeinkommen

22.10.2010 um 22:21
@Hansi
Gwyddion schrieb:Junge Frischlinge haben meist auch noch nicht so eine immens hohe Gehaltsvorstellung wie langjährige Mitarbeiter... ^^.
Überzeugend !
Nicht wahr, @Hansi ?

Freitag, den 22. Oktober 2010:
Die Wirtschaft stellt sich trotz der rasanten Erholung von der Krise gegen deutlich steigende Löhne. Zunächst müssten Investitionen nachgeholt werden, hieß es vonseiten des DIHK.

Die Wirtschaft stellt sich trotz der Erholung von der Krise gegen deutlich steigende Löhne. "Jetzt müssen Investitionen nachgeholt werden, für die während der Wirtschaftskrise Spielräume und Liquidität gefehlt haben", sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Martin Wansleben, der "Passauer Neuen Presse". "Das hat jetzt Priorität und nicht höhere Löhne." Die Unternehmen seien als Folge der Krise "finanziell noch ausgeblutet", sagte Wansleben. "Wenn jetzt wieder investiert und neu eingestellt wird, sehe ich keine Möglichkeit für deutlich höhere Löhne".

Der DIHK-Hauptgeschäftsführer zeigte sich aber zuversichtlich, dass der Aufschwung sich fortsetze. Im kommenden Jahr werde die Wirtschaft voraussichtlich um 2,4 Prozent wachsen, sagte Wansleben der "PNP". Damit ist er deutlich optimistischer als die Bundesregierung, die in ihrer Herbstprognose am Donnerstag für 2011 ein Wachstum von 1,8 Prozent vorhergesagt hatte.

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) hatte angesichts der schnellen Erholung der Wirtschaft gefordert, nun müssten auch die Löhne und Gehälter wieder deutlich steigen.


Arbeitnehmer sind niemals zugleich Kunden (Verbraucher) ! ;)


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Warhead
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Das bedingungslose Grundeinkommen

22.10.2010 um 23:04
Ausgerechnet der Schwiegersohn von Marx schrieb ein Essay fürs Recht auf Faulheit

http://www.wildcat-www.de/material/m003lafa.htm

http://www.sopos.org/aufsaetze/3b0bf233eb8e3/1.phtml


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Das bedingungslose Grundeinkommen

22.10.2010 um 23:18
also manche sagen ja, dass es finanzierbar ist:

Finanzierbarkeit des Grundeinkommen. DM Chef Prof. Götz Werner Vorreiter
Prof. Götz Werner und Dr. Benediktus Hardorp sagen ja. Allein bei der Abschaffung der zementierten Verwaltung (z.B. Arbeitsagenturen) und der Abschaffung der Lohn-Nebenkosten bei gleichzeitiger Anhebung der Mehrwertsteuer könnte diese Rechnung aufgehen. Die Renten, die Sozialhilfe würden abgeschafft sein bei einem Grundentgelt von ca. 730 Euro, dass Alle erhalten würden. Ein Zuverdienst durch Arbeit sei jedoch erwünscht und die individuelle Leistungsbereitschaft gefördert.

wenn also jeder sich aussuchen könnte, was er tun möchte, dann wäre das ja denkbar. schliesslich wäre jedem eine gute bildung und ausbildung unabhängig von der sozialen schicht gewährleistet, weil sie sich jeder finanzieren könnte.

wäre doch gar nicht schlecht.


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Hansi
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Das bedingungslose Grundeinkommen

23.10.2010 um 08:01
In Namibia und Indonesien hat man dahingehende Experimente schnell wieder eingestellt.


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Rene1982
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Das bedingungslose Grundeinkommen

23.10.2010 um 08:41
falscher Thread^^


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progressive
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Das bedingungslose Grundeinkommen

23.10.2010 um 08:52
„Faulheitsdebatten“

Zu einem regelmäßig einen Wahlkampf in Zeiten einer Wirtschaftskrise begleitenden Diskurs[6], die Arbeitslose pauschalisierend abwerten, gehört nach Frank Oschmiansky, Silke Kull und Günther Schmidt vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung die sogenannte „Faulheitsdebatte“. Sie setzte mit dem Beginn der Massenarbeitslosigkeit Mitte der 1970er ein. Die erste „Faulheitsdebatte“ wurde vom Bundesarbeitsminister Walter Arendt eröffnet. Es folgte eine zweite „Faulheitsdebatte“, die zu Beginn der 1980er Jahre von allen im Parlament vertretenen Parteien geführt wurde. Die dritte dieser Debatten wurde von Bundeskanzler Helmut Kohl mit seiner Kritik am „kollektiven Freizeitpark“ Deutschland angestoßen; die vierte vom Bundeskanzler Gerhard Schröder, der davon sprach, „es gäbe kein Recht auf Faulheit“. Oschmiansky, Kull und Schmidt sehen in ihrer Studie ein Beschimpfen der Opfer („Blaming the Victims“):

Es dürfte aus dem Rückblick jedoch auch deutlich geworden sein, dass die „Faulheits- und Drückebergerdebatten“ nicht nur mit dem möglichen oder vermeintlichen Fehlverhalten von Arbeitslosen zu tun haben, sondern zu einem guten Teil auch politischen Kalkülen folgen. Der auffällige Zusammenfall der Debatten mit dem „schlechten Bild der Arbeitslosen in der öffentlichen Meinung“, mit bevorstehenden Wahlen und einer unzufriedenen Entwicklung der Arbeitslosigkeit geben dem Verdacht Nahrung, dass die Arbeitslosen als Sündenböcke für eine zum Teil verfehlte oder zu zögerliche Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik herhalten müssen. [7]

Auch das Papier „Vorrang für die Anständigen. Gegen Missbrauch, ›Abzocke‹ und Selbstbedienung im Sozialstaat“, welches in Verantwortung des seinerzeitigen Bundeswirtschaft- und Arbeitsministers Wolfgang Clement herausgegeben wurde, das Arbeitslose in die Nähe parasitärer Organismen rückt, [8] wird vom Anti-Diskriminierungsbüro Berlin als „Diskriminierung von Arbeitslosen“ bezeichnet. [9]

Im Vorfeld einer Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen wird Anfang 2010 von Vizekanzler Guido Westerwelle eine öffentliche Debatte über Hartz IV und "anstrengungslosen Wohlstand" angestoßen.

Wikipedia: Diskriminierung_von_Arbeitslosen


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