Link: www.heise.de (extern)Folter im Ausland straffrei?
Ein US-Bezirksgericht wies eine Klage gegen denehemaligen Verteidigungsminister aus formalen Gründen zurück, obgleich die Vorwürfe derKläger, in Afghanistan und im Irak gefoltert worden zu sein, bestätigt wurde
Nach dem unglaubwürdigen Geständnis von Khalid Scheich Mohammed vor demMilitärgericht in Guantanamo "Der Islam hat kein grünes Licht zum Töten gegeben") hat nunein weiteres Verfahren gegen den Australier David Hicks begonnen, der seit fünf Jahrenals "feindlicher Kämpfer" in Guantanamo in Haft ist. Auch er legte vor demMilitärtribunal nach einer gerichtlichen Farce, bei der der Richter gleich einenVerteidiger aussperrte und dem verbliebenen Militärverteidiger mit einerDisziplinierungsstrafe drohte, gleich ein Geständnis ab – vermutlich um möglichst schnellnach Australien überstellt zu werden. Dort dürfte er bald freigelassen werden. InGuantanamo, so zeigt sich, finden scheinlegale Schauprozesse statt, die an stalinistischeInszenierungen erinnern. Sollte die Bush-Regierung mit solchen Verfahren fortfahren,dürfte dies das Ansehen der USA und ihrem Einstehen für Demokratie undRechtsstaatlichkeit ebenso wie dem gesamten demokratischen Westen weiteren erheblichenSchaden zufügen. Dazu beitragen könnte aber auch der Beschluss eines Gerichts, das eineKlage gegen den ehemaligen Verteidigungsminister Donald Rumsfeld und andere Militärsabgewiesen hat, die für Folter verantwortlich gemacht werden.
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