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Wie geht es weiter mit der AfD?

70.754 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Familie, Wahlen, Partei ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Wie geht es weiter mit der AfD?

Wie geht es weiter mit der AfD?

24.04.2020 um 16:52
Jetzt wird die Schlagzahl erhöht: Erst Anfang des Monats ging "Fritzfeed", das hippe Onlineportal für junge Rechtsextremisten an den Start, und nachdem Verbindungen zur AfD aufgedeckt wurden, befasst sich laut Spiegel bereits der nordrhein-westfälische Verfassungsschutz damit und überprüft die Verknüpfungen mit der AfD und den Identitären.


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25.04.2020 um 03:08
Ich versteh die ganze Aufregung der Deutschen nicht, je weniger Macht man hat desto eher wählt man radikal. Da die deutschen immer mehr die minderheit in ihren Großstädten werden, wählt man immer mehr rechte, darum reden die linken davon das die Zustimmung für rechtes Gedankengut wächst, aber sagen würde kein Linker es jeh das es was mit Einwanderung und Verteilungskämpfe mit komplett Kulturfremden.
Ich bin verblüfft wie die Deutschen versuchen ihre Renten zu retten durch die migration, meiner Meinung nach sollte es lieber keine Renten mehr geben, wenn es dazu führt das man sich selbst ersetzt oder zerstetzt.


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25.04.2020 um 07:55
Zitat von SpringmannSpringmann schrieb:Ich bin verblüfft wie die Deutschen versuchen ihre Renten zu retten durch die migration, meiner Meinung nach sollte es lieber keine Renten mehr geben, wenn es dazu führt das man sich selbst ersetzt oder zerstetzt.
WTF? :D

Und auch wenn noch mehr Migranten hier wohnen, ersetzt oder zersetzt mich das nicht.
Und wenn "die Deutschen" für Migration sind, müssen sie ohne Abendessen ins Bett?
Ich glaube nicht, dass man mit 50er Jahre Pädagogik die Welt retten kann....


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25.04.2020 um 09:51
@Groucho
Naja mit der 2000 pädagogik kann man sich nicht mal selbst retten, du bist ein richtiger deutscher mit deutschen ausreden, die geburtenzahlen sind bei euch recht gering, viele west deutsche Städten wie ffm köln und duisburg sieht man die zersetzung des deutschen Mannes, man ist minderheit und ist auch mit dem übrig gebliebenen im clinch um Ideologie das ist schon recht erbärmlich


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25.04.2020 um 10:25
Zitat von SpringmannSpringmann schrieb:Ich versteh die ganze Aufregung der Deutschen nicht, je weniger Macht man hat desto eher wählt man radikal. Da die deutschen immer mehr die minderheit in ihren Großstädten werden, wählt man immer mehr rechte, darum reden die linken davon das die Zustimmung für rechtes Gedankengut wächst, aber sagen würde kein Linker es jeh das es was mit Einwanderung und Verteilungskämpfe mit komplett Kulturfremden.
Ähm, die irrationale Angst vor dem "Untergang der Deutschen" wird in der politischen Landschaft durchaus thematisiert und das nicht zu knapp, da nicht zuletzt deshalb Parteien wie die AfD genau solche Ängste auch noch gezielt für ihren Stimmenfang bedienen und damit auch noch durchaus Erfolg haben.
Zitat von SpringmannSpringmann schrieb:Ich bin verblüfft wie die Deutschen versuchen ihre Renten zu retten durch die migration, meiner Meinung nach sollte es lieber keine Renten mehr geben, wenn es dazu führt das man sich selbst ersetzt oder zerstetzt.
Genau. Lieber ne hungernde Oma statt noch mehr "kulturfremde" Afrikaner, Araber, Sinti und Roma. Wenn das keine Heimatliebe ist, dann weiß ich auch nicht. :shot:


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25.04.2020 um 13:05
Zitat von SpringmannSpringmann schrieb:sieht man die zersetzung des deutschen Mannes,
Was soll das sein, die "Zersetzung des deutschen Mannes"?
Ich kann mir darunter nichts vorstellen.
Zitat von SpringmannSpringmann schrieb:die geburtenzahlen sind bei euch recht gering,
Dafür können doch die Migranten nichts.
Wenn die Deutschen sich nicht vermehren wollen, dann halt nicht.
Na und?


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25.04.2020 um 13:47
Da die deutschen immer mehr die minderheit in ihren Großstädten werden, wählt man immer mehr rechte, darum reden die linken davon das die Zustimmung für rechtes Gedankengut wächst, aber sagen würde kein Linker es jeh das es was mit Einwanderung und Verteilungskämpfe mit komplett Kulturfremden.
Wenn das stimmen würde, dann hätte die AfD ihre Hochburgen im Westen in Städten mir hoher Einwanderungsquote. Das Gegenteil ist der Fall, die AfD ist dort stark, wo es wenige Ausländer gibt.

Die Wahrheit ist nämlich, dass die meisten Menschen im Zusammenleben mit Ausländern schnell erkennen, dass diese weder besser noch schlechter sind als Biodeutsche. Daher fallen sie auch nicht so leicht auf Haddptopsganda rein. Die meisten Menschen, die sich vor "Kulturfremden" fürchten, kennen diese meist nur aus dem Fernsehen.


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25.04.2020 um 16:51
Naja, dass es im multikulturellen Zusammenleben durchaus messbare Reibereien oder Konfliktzonen gibt, dürfte jeder anerkennen.

@Zarastro Aber es ist in der Tat schon etwas befremdlich, dass man gerade im Westen eher weniger AfD-Hochburgen hat sondern eher da, wo es auch weniger "Ausländer" gibt. Man könnte fast meinen, im Osten würde man sich eher, man entschuldige das gemäß Wortwahl nun, "abstrakt einscheißen" vor "dem bösen Ausländer". Und man eher nur Horrormeldungen wahrnimmt.

Während man im Westen halt das Zusammenleben eher gewohnt ist, aber auch erkennt, dass nicht jeder der nicht "heimisch" aussieht auch ein Problemkind ist, bzw. man selbst bei "heimischem Aussehen" auch ein Problemkind sein kann. Ist sicherlich historisch auch durch West-Ost-Konflikt und so gewachsen weil die unterschiedlichen Gesellschaften anders geprägt wurden. Ich merke das als junge Person aber auch. Ich bin relativ früh mit dem Internet großgeworden und habe Kontakte in die halbe (ganze wäre gelogen) Welt. Vor allem in den europäischen Raum, aber auch darüber hinaus. Wo ältere Kaliber vlt. andere Prägungen (im Schnitt) erlebt haben und da etwas "isolierter" lebten? Ich will kein "Kulturhippie" sein, aber der Kontakt zu anderen Personen aus anderen Gesellschaftsschichten hilft doch meines Erachtens beim gegenseitigen Verständnis.

Ich bin zwar bei solchen Themen im Schnitt eher konservativer unterwegs aber ich kann da beim besten Willen nicht die befremdliche Argumentation von @Springmann nachvollziehen und muss hingegen den Argumenten von @Groucho @Libertin und Co zustimmen. Mit Bezug auf die Argumente oben:


- Lieber Rente abschaffen um teils auch nachteilige Migrationseffekte zu stoppen? Logik? Ich soll den in der Regel verdienten Lebensabend einer Gesellschaft opfern um ein paar Horrormeldungen weniger zu haben? Die Horrormeldungen die dann entstehen wiegen das vermutlich nicht auf.

- Wenn sich reichere 1.Welt-Länder nun mal auf ihren Errungenschaften oder Prägungen und Karriere und Co ausruhen statt Kinder zu zeugen um demografischen Wandel eigenständig die Stirn bieten zu können, ist das nicht die Schuld anderer.
So bleibt Migration grundsätzlich ein relevanter Aspekt, wirtschaftlich und anderweitig. Die Alternative wäre ein schrumpfendes Land. Wie man diese Migration nun regelt ist eine weitere Frage. Oder eine Detailfrage. Ich sehe da durchaus Raum für Verbesserungen um noch mehr Anreize für reale Fachkräfte zu schaffen und weniger den mancherorts vielleicht bestehenden Eindruck der sozialen Hängematte zu fördern.

Aber wie stellt man sich das sonst vor? Gar keinen mehr reinlassen bzw. niederlassen lassen? Oder willst du eine Fachkraft nicht reinlassen bzw. darf sie sich nicht niederlassen weil dir ihre Hautfarbe/Ethnie/Herkunft nicht gefällt? In einer Welt in der man über den eigenen Tellerrand (auch im Sinne wirtschaftlicher und innovativer Konkurrenz) schauen muss? Willst du den, der dir irgendwann im hohen Alter den Arsch abputzen könnte oder eine innovative Technologie entwickeln könnte nicht reinlassen, weil dir seine Fresse nicht gefällt?

Ich hab nix gegen mehr Struktur in manchen Bereichen der Gesellschaft wie auch Optimierungen. Ich bin auch gegen "no-go areas" und sozial abgeschottete "Enklaven" oder ähnliches. Aber wenn solche Vorschläge wie oben synonym für bekloppte AfD-Politik und mehr sind, dann bin ich froh, dass man da in der Hinsicht keine Regierungsverantwortung hat. Es zeigt aber eben die komische Weltsicht wenn man wie oben binär argumentiert, in "die" und wir".

Ich kann selbst bzw. auch bei meiner groben politischen Einstellung jedem nur empfehlen, weniger auf rein oberflächliche Faktoren zu schauen. Dann wird der vermeintlich Kulturfremde auch nicht mehr zwingend Feinbild oder Täter und der oftmals abstrakt genannte oder indirekt gepriesene deutsche bzw. heimische Mann auch nicht mehr zum Heiligen der zu keiner Schandtat bereit wäre. Versuch, die Leute individuell und nicht kategorisch zu betrachten, @Springmann . Das mag zwar nicht immer einfach sein, aber dann lebt es sich etwas entspannter.

Und es dürfte auch bei kritischen Debatten und dem Austausch von Argumenten auch bei der (argumentativen) Gegenseite mehr Verständnis auslösen und somit zweckdienlicher sein, als pauschalisiert zu argumentieren.


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25.04.2020 um 19:44
Zitat von SpringmannSpringmann schrieb:meiner Meinung nach sollte es lieber keine Renten mehr geben
@Springmann
Aus welchem Grund sollen denn die Renten Deiner Meinung nach einbehalten werden?Wer sollte das tun?
Und
wer sollte daraus folgend wegen Einbehaltung der Renten Wut bekommen? Die Kinder oder die Enkel der Rentner?

Kulturfremd ist für mich in erster Linie die AfD.


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25.04.2020 um 20:22
Zitat von GrouchoGroucho schrieb:Was soll das sein, die "Zersetzung des deutschen Mannes"?
Ich kann mir darunter nichts vorstellen.
Ich habe mich auf die Suche begeben und eine ganze Partei gefunden, die sich auf diesen Kurs begibt und sich zu zersetzen droht:
AfD und FDP bilden einen schweigenden, missmutigen Block.

Ein Eindruck, der sich in den anschließenden Reden der Fraktionsvorsitzenden beider Parteien verfestigt. AfD-Fraktionschef Alexander Gauland kritisiert Merkels Ausspruch der "Öffnungsdiskussionsorgien", Lindner "bedauert" diesen. Gauland will getrennte Einkaufszeiten für Risikogruppen und weniger gefährdete Menschen. Lindner beklagt, man bekämpfe die Seuche derzeit mit Masken, Distanz und Quarantäne - "Methoden des Mittelalters" - und wirbt für "smarte Lösungen". Gauland warnt vor den gesundheitlichen Risiken der Corona-Einschränkungen, etwa der Zunahme von Depressionen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch mangelnde Bewegung. Lindner tut das auch. Gauland warnt, die Krise sei "die große Versuchung der Exekutive, den Staat als Vormund der Bürger zu etablieren". Lindner führt an, Politikwissenschaftler mahnten derzeit, "dass wer in diesem Land über Öffnung diskutiert, mindestens unter einen moralischen Rechtfertigungsdruck gerät." Und er lobt, dass sich die unabhängige Justiz nicht von "Regieanweisungen der Politik" einschüchtern lässt.

Die Protestpartei gegen den "links-grünen Mainstream"
Es gibt viele ähnliche Argumente bei Lindner und Gauland. Und eigentlich nur einen Unterschied: Gauland behauptet, der Staat sei im jetzigen Stadium der Krisenbekämpfung "weitgehend überflüssig". Lindner korrigiert, es gebe "Dinge, die gehen über die Möglichkeiten der individuellen Verantwortungsübernahme hinaus, Herr Gauland." Das geht Lindner dann doch zu weit. Der Eindruck der Nähe zwischen AfD und FDP wird dadurch verstärkt, dass Gaulands Rhetorik vergleichsweise mild ist. Lindner auf der anderen Seite formuliert mit Verweisen auf eine vermeintlich eingeschränkte Meinungsfreiheit und "Regieanweisungen der Politik" sehr drastisch. Er rückt damit in die Nähe der Populisten, die traditionell die "Obrigkeit" verdächtigen, Denk- und Sprechverbote zu verhängen, beziehungsweise mit "Regieanweisungen" den Staat zu lenken. FDP-Chef Lindner scheint seiner Partei - nicht erst in der Corona-Krise - einen neuen Kurs verordnet zu haben: krawalliger, schriller, populistischer. Damit steuert er die FDP in Gewässer der AfD.
https://www.n-tv.de/politik/Lindner-nimmt-sich-ein-Beispiel-an-der-AfD-article21737759.html


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25.04.2020 um 21:20
Zitat von ZarastroZarastro schrieb:Wenn das stimmen würde, dann hätte die AfD ihre Hochburgen im Westen in Städten mir hoher Einwanderungsquote. Das Gegenteil ist der Fall, die AfD ist dort stark, wo es wenige Ausländer gibt.
Die AfD ist hier im Ruhrgebiet, wo durchaus viele Menschen mit Migrationshintergrund leben, durchaus stark, hat bei der Europawahl nahezu überall die 10% übertroffen, teils sogar die 20% (22% in Essen-Karnap was das Maximum). https://interaktiv.waz.de/europawahl-nrw/

Andererseits gilt auch zu bedenken, dass die Region hier als struktur- und einkommensschwach gilt und an einer vergleichsweise hohen Arbeitslosenquote leidet. Die Städte sind zudem auch optisch nicht übermäßig attraktiv. Womöglich dürfte das dann eher zum Erfolg der AfD beigetragen haben als die Anzahl der Menschen mit Migrationshintergrund.

Im Osten ist dieses Problem ja ebenfalls allgegenwärtig, sicherlich sogar noch deutlich akuter als im Ruhrgebiet. Viele Dörfer, Kleinstädte und ganze Landkreise im Osten schrumpfen rapide und die Infrastruktur leidet. Es mangelt dort neben den Arbeitsplätzen zusätzlich noch z.B. an Ärzten und Geschäften. Die Jungen ziehen mangels Perspektiven weg und die Älteren bleiben übrig.

Aus Unzufriedenheit wird dann das Kreuz bei der AfD gesetzt; es gibt diesbezüglich ja einige Statistiken, dass viele AfD-Wähler die Partei gar nicht einmal aufgrund der Inhalte wählen, sondern mehr als Denkzettel an die "Altparteien". Ob das allerdins die sinnvolle Lösung ist, darf man zumindest bezweifeln.


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26.04.2020 um 14:32
Wie die Zeit meldet, hat die AfD ihren langjährigen Pressesprecher Christian Lüth kurzfristig freigestellt. Der Schritt soll unter anderem mit Lüths Verhältnis zum Nationalsozialismus begründet worden sein; Lüth soll sich selbst mehrfach als Faschist bezeichnet haben.


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27.04.2020 um 09:40
Wenn jemand die AfD verlassen hat, bedeutet das praktisch nichts, wie ich https://www.morgenpost.de/bezirke/neukoelln/article228991423/AfD-Medizinische-Hilfe-zuerst-fuer-Einheimische.html entnehme.
Anne Zielisch, in der BVV Neukölln fraktionslos, aber weiterhin Parteimitglied der AfD, wollte wissen, ob „einheimischen Senioren“ mit Corona-Erkrankung im Fall eines Mangels Beatmungsgeräte abgenommen würden, um diese Personen zu geben, die „illegal eingereist“ seien und „schon längst wieder hätten ausgereist sein müssen“.
Ich sehe bei ausgetretenen AfD-Mitgliedern einfach keinen Unterschied zu noch in der AfD-Fraktion tätigen AfD-Mitgliedern, besonders wenn sie ihr Mandat behalten. Nicht mal gemäßigter sind sie!
Neuköllns Gesundheitsstadtrat Falko Liecke (CDU), der die Frage für das Bezirksamt beantworten musste, kommentierte die Frage in einem Facebook-Eintrag. „Ich kann gar nicht ausdrücken, wie sehr mich diese Fragestellung der Neuköllner Bezirksverordneten Anne Zielisch von der AfD abstößt“, schrieb Liecke. Die AfD zeige damit „ihr wahres Gesicht“. „Niemand kann mehr sagen, er hätte es nicht gewusst“, schrieb Liecke.
Ich bin verpflichtet, Frau Zielisch zu antworten. So lautet meine Antwort:

"Derzeit gibt es dank ausreichender intensivmedizinischer Kapazitäten im Vivantes Klinikum Neukölln keine Notwendigkeit, eine Triage durchzuführen. Das Handeln aller Verantwortung tragender Menschen zielt darauf ab, eine solche Situation zu verhindern. Jeder einzelne Neuköllner kann dazu beitragen, indem er die geltenden Kontaktbeschränkungen einhält.

Unabhängig von Ihrer Spekulation über den Misserfolg aller bisher ergriffenen Maßnahmen ist die Triage, also die Auswahl von zu behandelnden Patienten bei knappen (intensiv)medizinischen Ressourcen Gegenstand der Fachdiskussion. Sowohl die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin als auch der Deutscher Ethikrat haben dazu Empfehlungen abgegeben.

Dort wird eine Selektion aufgrund von Alter, Herkunft, Behinderung oder sozialem Status kategorisch ausgeschlossen. Entscheidend ist der Mensch. Entscheidend ist sein Gesundheitszustand. Entscheidend sind seine Überlebenschancen.

Insbesondere die Triage bei Ex-post-Konkurrenz bietet darüber hinaus erhebliche moralische und rechtliche Konflikte, denen die von Ihnen vorgelegte Fragestellung in keinster Weise gerecht wird. Die hinter Ihrer Frage stehende Haltung ist nicht nur menschlich zutiefst verkommen, sondern auch dieser Bezirksverordnetenversammlung unwürdig. Ich schäme mich heute dafür, solche Fragen beantworten zu müssen."



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27.04.2020 um 11:16
@eckhart

In letzter Zeit wird das Thema 'Triage' recht oft öffentlich diskutiert. Das Thema ist eigentlich im Rettungsdienst präsent aus dem Thema 'Massenanfall von Verletzten' wo am Anfang die Ressource Arzt nur begrenzt zur Verfügung steht und der einzelne Retter sich schlicht nicht teilen kann.

Davon kann bei der Corona Pandemie aber keine Rede sein. Es ist nicht ein ganz plötzliches Ereignis, das innerhalb von wenigen Sekunden zu einem Massenanfall von Verletzten führt.

Hier gibt es grundsätzlich gar keine gesetzliche Grundlage, überhaupt irgend jemandem eine vollständige Behandlung zu verweigern, auch wenn die Ressource 'Beatmungsgerät' endlich ist. Dafür sollte es auch keine gesetzliche Grundlage geben.

Wenn also eine Triage erforderlich würde, macht sie der, der sie durchführen muss, rechtlich im ziemlich luftleeren Raum,auch wenn das für ihn / sie kaum Konsequenzen haben wird. Der einzelne Arzt kann sich ja keine Beatmung schnitzen, muss aber alles dafür tun, dass alle Alternativen wie Verlegung, nichtinvasive Beatmung etc ausgeschöpft werden.

Juristisch könnte es aber so sein, dass ein versicherter Patient als Teil des Gesundheitssystems im Zweifel Vorrang vor einer Person hat, die gar nicht Teil des Gesundheitssystems hat. Ich denke jedoch nicht, dass das je praktische Auswirkungen haben wird. Wenn zB jemand, der jung ist, gerade dringend beatmet werden muss und ggf Vorzug vor einem 90jährigen erhält, wird kein Mitglied des Gesundheitssystems erst mal eine aufwändige Recherche zum Thema Versichertenstatus betreiben.

Daher ist die Frage sehr akademisch.


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27.04.2020 um 11:40
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Hier gibt es grundsätzlich gar keine gesetzliche Grundlage, überhaupt irgend jemandem eine vollständige Behandlung zu verweigern, auch wenn die Ressource 'Beatmungsgerät' endlich ist. Dafür sollte es auch keine gesetzliche Grundlage geben.
Es gibt die Therapiefreiheit, der Arzt ist in der Wahl der verwendeten Mittel frei - das schließt auch die Behandlung "Nichts mehr machen" ein. Allerdings setzt sich der Arzt damit natürlich möglicherweise dem Risiko von Kunstfehlerprozessen und anderweitigen Folgen aus, er sollte also schon gut begründen können, warum in einem gegebenen Fall verfügbare Mittel nicht angewendet wurden.


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27.04.2020 um 12:10
@bgeoweh

Die Therapiefreiheit hat aber zurecht sehr enge Grenzen. Die Entscheidung einen Patienten mangels vorhandenen Beatmungsgerätes trotz klarer Beatmungsindikation nicht zu beatmen, hat nichts mit Therapiefreiheit zu tun. Das wäre erst mal nur unterlassene Hilfeleistung, aus der man sich nicht mit Therapiefreiheit raushangeln könnte. Das ist nicht vergleichbar mit :
'Verschreibe ich Antibiotikum A oder B'.

Da wird der einzelne Arzt sicherlich eine Notlage geltend machen können. Die reicht aber auch nicht so weit, gar nichts zu tun. 'Den Oppa lassen wir einfach liegen' wird es nicht geben. Es gibt schließlich immer noch die Möglichkeit einer nichtinvasiven Beatmung, einer theoretisch bundesweiten Verlegung mit Transportrespirator oder auch die Zweckentfremdung eines Narkosegerätes, bzw passager eines Transportbeatmungsgerätes zur Überbrückung. In entsprechenden Kliniken könnten Patienten auch mit einer extrakorporalen Zirkulation und theoretisch sogar mit einer Herz Lungen Maschine oxygeniert werden.

Erst wenn alle diese Mittel ausgeschöpft sind und der Rettungsdienst und alle anderen Krankenhäuser auch nichts anbieten können, kommt ja überhaupt erst mal Triage in Frage.

Ich denke nicht, dass es in Deutschland soweit kommt.

Und ganz theoretisch kann es im Nachgang dann so sein, dass ein regulär versicherter Patient (Herkunft gleichgültig) Vorrang vor einem Patienten hätte, der in keiner Weise in unser Gesundheitssystem eingebunden ist. Selbstverständlich sind die Geräte, die in krankenhäusern et al vorgehalten werden, zunächst mal für die versicherten Patienten vorgesehen. Allerdings gilt der Notfallversorgungsauftrag explizit nicht nur für Versicherte.


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27.04.2020 um 12:25
@eckhart
Um es nur mal völlig auf die Spitze zu treiben:

Der Herr von der CDU bezeichnete in Deinem Link die Frage als 'menschlich zutiefst verkommen'.

Wir nehmen mal den theoretischen Fall (der völlig unrealistisch ist):

Zwei Patientinnen, beide 53 Jahre alt, beide ähnliche Vorerkrankungen, beide wegen Covid beatrmungspflichtig. Es stünde definitiv nur ein Beatmungsgerät zur Verfügung. Die andere Patientin müsste sterben.

Patientin 1 ist regulär versichert und zahlt seit Jahren reguläre KV Beiträge und wäre eine Angehörige.

Patientin 2 hält sich illegal in Deutschland auf und ist nicht krankenversichert.

Würde man als Angehöriger in diesem hypothetischen Fall das Argument 'hier regulär versichert' noch immer für menschlich zutiefst verkommen bezeichnen oder würde man dann vielleicht doch darüber nachdenken, es in die Waagschale zu werfen?

Wie gesagt, ist nur ein Gedankenspiel, ich bin sicher, es wird hier nicht so kommen.


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Wie geht es weiter mit der AfD?

27.04.2020 um 12:41
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Wie gesagt, ist nur ein Gedankenspiel,
Ein sinnloses Gedankenspiel. Man kann jede Situation so hinfoltern, dass man irgendwie Recht hat, das hat aber mit der Realität nichts zu tun. Überlass das hochhypothetische Ethikgespinne irgendwelchen Richard David Prechts, dann sind die wenigstens beschäftigt. In der Klinik hat für sowas niemand Zeit, zumindest praktisch nicht.


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27.04.2020 um 12:45
@bgeoweh

Mir ging es dabei um Folgendes:

Es ist leicht, sich wie dieser CDU Politiker auf ein sehr hohes moralisches Ross zu setzen. Das wäre aber nur dann berechtigt, wenn ich diese Kriterien auch so anwenden will, wenn es plötzlich mich selbst oder meine Angehörigen betrifft.

Die Anfrage von der AFD war in sich schon nicht sinnvoll, selbst wenn man die moralische Komponente mal völlig ausklammert. Da sollen Antworten auf Fragen gefunden werden, die sich in der Realität nie so stellen werden. Insofern ist es dann auch verantwortungslos, andere mit so einem Spam zu belasten.


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27.04.2020 um 15:38
Zum freigestellten AfD-Sprecher Christian Lüth meldet die taz nun, dass sich die Partei nicht daran stört, dass Lüth sich selbst als Faschist bezeichnet habe, sondern nur daran, dass es öffentlich zu werden drohte. Demnach stamme die Aussage aus einem privaten Chat, und Lüths Chatpartnerin habe entsprechende Auszüge daraus an Gauland geschickt und die Veröffentlichung angekündigt.


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