emodul schrieb:Dass sich aber niemand zu dem Anschlag auf Flug 870 bekannte, spricht eigentlich eher gegen GLADIO, denn diese Organisation war eigentlich immer darum bemüht, dass die Aktionen Kommunisten und sonstigen "Systemfeinden" in die Schuhe geschoben werden konnte.
tatsächlich gibt es lediglich einen einzigen Anschlag, der zumindest theoretisch in das "Gladio/Strategie der Spannung"-Konzept passte:
http://aron2201sperber.wordpress.com/2012/05/15/eine-bank-als-zufalliges-opfer/Beim Anschlag auf eine Mailänder Bank im Dezember 69 wurden zuerst tatsächlich noch Anarchisten verdächtigt.
Danach waren jedoch, zumal sich die Linken mit ihrer "Strategie der Spannung"-Propaganda durchsetzten bei jedem anonymen Terroraschlag (so auch bei Bologna 1980) immer grundsätzlich die Rechten als erste beschuldigt.
Hätte dem Staat bzw. den westlichen Verbündeten solch eine "Strategie der Spannung" nützen können?
Die italienische CDU hatte 1969 eine ganz klare Mehrheit im Parlament und war proamerikanisch.
Die Faschisten hatten zu jenem Zeitpunkt keine 5 % und waren zwar antikommunistisch, aber nicht proamerikanisch.
Rechte Terrororganisationen wie Ordine Nuovo sahen sich selbst als “Nazi-Maoisten” und waren mindestens genauso antiamerikanisch wie die Linksradikalen.
Warum zum Teufel hätte die USA/Nato/Gladio eine ihnen freundlich gesinnte Regierung im Rahmen einer “Strategie der Spannung” schwächen sollen?
Wem hätte es genützt, wenn ein paar rechtsradikale Obskuranten ohne Rückhalt in der Bevölkerung an die Macht gekommen wären?
Profiteure der Spannung waren diejenigen, die die italienische Demokratie destabilisieren wollten
die rechtsextreme MSI wuchs durch die Polarisierung zwar um ein paar Prozente (von 4 auf 8 %).
wirklich bedeutsam zulegen konnte während der bleiernen Jahre in erster Linie die PCI (von 26 auf 34 %), die mit dem Terror der BR & Co. eben nicht gleichgesetzt wurde.
Wikipedia: Grafico delle elezioni politiche italiane