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Pyramiden in Gizeh

7.538 Beiträge, Schlüsselwörter: Pyramiden, Gizeh

Pyramiden in Gizeh

20.04.2019 um 13:27
@Scorpion25
Da ist jemand der Meinung das die äußeren Steine gegossen wurden Vorort
Die Idee hatten wir hier auch schon. Kurze Antwort: Nein, denn die Steine sind eindeutig keine aus anderem Material gegossenen. Es fehlen auch sämtliche Hinweise in den Bildern. Warum wohl?
Eigentlich wäre hier bereits Ende der Debatte.

Eine Überlegung geht aber noch: um einen Abguss zu erstellen, braucht man erst mal Formen. Diese müssen nicht nur aus einem zusätzlich geördertem Material sein, das viel Hitze verträgt, sondern auch noch extra für diesen Zweck hergestellt werden. Dh, man benötigt viel mehr Material, Zeit und Arbeitskräfte. Warum sollte man also etwas verkomplizieren, was mit der herkömmlichen Methode wesentlich effektiver vonstatten geht?
OK die Quelle darf nicht verlinkt werden sagt das System.
Da damit dürfte klar, wess Geistes Kind diese Idee ist, wundert es ja auch nicht, warum sie so faktenbefreit dumm ist. ;)


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Pyramiden in Gizeh

20.04.2019 um 13:43
off-peak schrieb:(Flaschenzüge sind zu der Zeit noch unbekannt gewesen!),

Das ist allerdings etwas, das mich bis heute erstaunt. Räder hatten sie ja schließlich schon.
Auch Räder gab es zu der Zeit noch nicht, die sind erst viel später aufgetaucht. Was immer wieder auftaucht ist der Schlitten und sogar der Wassergießer
off-peak schrieb:Du meinst, das gezackte Ding und die Stangen könnten Brechstangen sein? Würde Sinn ergeben.
Stand damals so in der Erklärung drin, in meinen Augen macht es auch Sinn. Hebel waren im alten Ägypten an der Tagesordnung und das hat wohl jede Kultur als erstes "erfunden", oder besser gesagt, einfach genutzt. Und wenn so ein Schlitten erstmal in die Gleitreibung über gegangen ist wird es ja viel einfacher ihn zu ziehen. Das nutze ich ja fast jeden Tag selber aus mit schweren Güterzügen, sollte mal ein Halt-Signal vor einem sein dann schleppt man sich mit 5-10 Km/h langsam hin, nur damit man nicht zum stehen kommt. Bei den Leuten mit den Stäben muss ich passen, vieles muss man ja auch symbolisch verstehen in den altägyptischen Bildern. Da fehlt dann jemand wie Frank, weil die Stockmänner habe ich schon auf anderen Reliefs gesehen, also ganz ohne Bedeutung sind sie nicht. Leider kann Google kein Altägyptisch übersetzen. :D


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20.04.2019 um 14:12
@Thorsteen

Zunächst mal Danke für die Erklärungen.
weil die Stockmänner habe ich schon auf anderen Reliefs gesehen, also ganz ohne Bedeutung sind sie nicht.
Kapellmeister? ;)

Ne, was sagen denn andere Ägyptologen dazu? Ich kann mir diese Stöcke als Meßlatten/Zollstäbe vorstellen.
Aber habe immer noch keine Vorstellung, was die Angewinkelten bedeuten könnten.


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Pyramiden in Gizeh

20.04.2019 um 21:09
Stephenson schrieb:Welchen Anteil einer solchen Abbildung ...
[...]
... muss man wörtlich nehmen, welchen nicht?
Wörtlich is jut! Aber ich versteh Dich schon...

Bilder sind wie Texte nicht die Fakten selbst, sondern Behauptungen von Fakten. Damit aber gilt, und das wird in den Geschichtswissenschaften ernst genommen: Artefakte haben für historische Rekonstruktionen stets den Vorrang der Verläßlichkeit vor textlichen oder bildlichen Wiedergaben. Dennoch kommen wir nicht ohne die "behaupteten Fakten" aus, müssen sie aber mit Vorsicht genießen.

Selbst wenn wir das Bild für sehr verläßlich halten, ist damit beileibe nicht gesagt, wie viele Menschen in welcher Funktion da tatsächlich dran beteiligt waren. Hat der, der das Bild anfertigte, sich überhaupt erkundigt, wie viele Menschen an den Seilen beschäftigt waren? Oder hat er halt irgendne Menge dargestellt, womöglich "nur so viel, wie sein Bild breit sein durfte"? Vielleicht hat er ja sogar zu viel Leute eingezeichnet. Wie sollen wir das herausfinden können?

Das einzige, was wir sagen können, ist, ob es denn so, wie es dargestellt wurde, überhaupt geht. Es ist also völlig legitim nachzurechnen, ob es mit den dargestellten 172 Leuten machbar ist. Wir können so immerhin herausfinden, ob das so, wie dargestellt, realistisch ist oder nicht. Mehr geht nicht. Aber das ist schon was.

Auf mittelalterlichen Darstellungen von Baustellen finden sich oft pro Arbeitsgang nur je ein dargestellter Arbeiter/Handwerker, selten zwei. Aber es ist fraglich, ob jeweils nur einer allein einen Steinblock trägt, einen Hebekran oder eine Seilwinde (mit Griffen für zwei) bedient. Hier wurde wohl schlicht "aufs Wesentliche reduziert".

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England 1Haelfte13Jh

Dieses "Wesentliche" aber ist das Entscheidende, und wohl auch das Verläßliche. Auf solchen Bildern wird nicht gezeigt, wie jemand nen Stein levitieren läßt, oder wie ein Helikopter nen Sphinxkopf durch die Lüfte fliegt. Die dargestellten Werkzeuge und Werkmittel sowie die Arbeitsgänge / -schritte dürften "realer Alltag" sein. In diesem Sinne ist diese bildliche Darstellung "Beweis genug", daß die Ägypter genauso und nicht anders (höchstens auch anders, aber technologisch auf vergleichbarem Level) schwere Lasten durch die Landschaft oder via Rampen (es gibt archäologisch bezeugte Rampen) auf eine höhere Ebene transportiert haben. Ob sie nun 160 Leute für jene 58-t-Statue einsetzten oder 400, das werden wir wohl nicht herausfinden. Es reicht aber herauszufinden, daß 172 Leute durchaus dazu in der Lage gewesen wären, wenn die Statue nur "relativ kurze Zeit und nicht dauerhaft" bewegt werden sollte, wobei wir noch herausfinden müssen, wie lang "relativ kurze Zeit" sein kann, wie viele hundert Meter das bedeuten, und wie lang der Landweg für diese Statue vom Steinbruch bis zum Zielort bzw. vom Steinbruch zum Nil und vom Nil zum Zielort war. Damit können wir dann sagen, ob bei relativ kurzen Wegen tatsächlich diese 172 Leute reichen, oder ob bei längeren Strecken 3...500 Transporteure wahrscheinlicher wären.

Aber das ist nebensächliche Pillepalle für die Machbarkeit mit damaligen Mitteln. Und Frank hat auf seiner Seite denn auch für den Pyramidenbau weder die 750N jener Darstellung noch seine eigenen 500+ N zugrunde gelegt, sondern deutlich weniger. Er hat also mit mehr Arbeitern gerechnet. Seine Berechnungen sind zweifelsohne damit auf der sicheren Seite.
Stephenson schrieb:Davor Männer, die kleine Beutel am Balken, der über die Schulter gelegt ist, hängen haben.
Die hab ich für Wasserträger gehalten. Für den Transport der Statue bis zum Zielort sollte der Wasserausgießer mehr als eine Kruke voll Wasser zur Verfügung haben. Ich würde sogar von mehreren Wasserausgießern gleichzeitig sowie von mehr als nur drei Wasserträgern ausgehen. Der Transport der Pharaonenstatue dürfte darüber hinaus nicht nur ein profaner Transport sein, sondern zugleich eine religiöse Prozession. Irgendwo sollten da auch Priester, Kultpersonal, Adoranten sein. Letzteres könnten die wie Soldaten wirkenden Leute in der obersten Reihe sein, die ja der Statue zugewandt sind. Zumal die sowas wie Palmwedel tragen bzw. der Statue entgegenhalten / präsentieren. Würden die hinterdreingehenden Leutz die Ersatz- bzw. Austauschmannschaft symbolisieren, wären da wohl deutlich mehr dargestellt worden. Durch drei oder mehr Köpfe nebeneinander pro Person zum Andeuten von Gruppen. Ich denke, die sind Teil der Prozession, nicht der Arbeit. Der Typ, der dem oberen "Mitfahrer" die "zwei Pinten" reicht, macht auf Thorsteens weit besserer Darstellung eindeutig was anderes, und das auch ohne Bezug auf den oberen Typen. Was er da macht, wiederum k.A.


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Pyramiden in Gizeh

20.04.2019 um 21:51
perttivalkonen schrieb:Ich würde sogar von mehreren Wasserausgießern gleichzeitig sowie von mehr als nur drei Wasserträgern ausgehen.
Das läßt mich doch mal wieder zur Rampentheorie zurückkehren. Für so einen Großtransport mags ja
dienlich sein mit dem Wasser, aber auf ner permanent benutzten Rampe wäre so ein Wassereinsatz
ja ne Katastrophe. Also nicht für den Stein auf seinem Schlitten, aber fürs Zugteam.
Das feine Gesteinsmehl, das da ensteht+Wasser würde den nachfolgenden Teams die Suppe
aber gehörig versalzen.


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20.04.2019 um 21:55
psreturns schrieb:aber auf ner permanent benutzten Rampe wäre so ein Wassereinsatz
ja ne Katastrophe.
Da erwarte ich das ebenfalls nicht. Weiß nicht, ob ich da Schlitten erwarten würde...


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Pyramiden in Gizeh

20.04.2019 um 22:16
@perttivalkonen
Danke für deine Sicht der Dinge. Klar ist es wichtig festzustellen, dass wir so oder so eine Dokumentation einer Prozedur vor uns haben, die zum Ziel geführt hat. Das entmystifiziert das ganze Thema, und wir müssen kein allzu großes Rätsel aus den Einzelheiten machen. Dennoch ... wenn man mal dabei ist ...
Ich finde zunächst mal die erheblichen Diskrepanzen zwischen den "Transkriptionen" mehr als irritierend. So what? Ran ans Original also.

Die Glyphen wären natürlich Priorität 1 bei einer Dechiffrierung. Nun war ich zu faul für die Recherche. Ist das Teil übersetzt?
Sind es Attribute und den Personen zugeordnet? Für meinen Begriff sind in den Glyphen doch sehr viele handwerkliche Details abgebildet (Taue, Werkzeuge ...).

Je näher man an das Original, inklusive der Farben kommt, desto mehr unterscheiden sich die abgebildeten Figuren. Die zweite Reihe von oben ist noch eine bunte Truppe hinsichtlich Kleidung und Farben. Die anderen Reihen sind deutlich uniformer (das geht in den Transkriptionen verloren). Es sind auch nicht alle Paare janusköpfig. Die kucken mal so und mal so. Es ist mir aus der Ägyptologie so nicht geläufig, aber es kann der Eindruck entstehen, dass die Männer an den Seilen die Stände der Bevölkerung vertreten. (Gab es so einen "Miteinander-Gedanken", dass alle Schichten quasi symbolisch an einem Strang gezogen haben?

Zurück zur grundsätzlichen Frage nach den Details. Bei den mittelalterlichen Darstellungen, aber auch hier, werden doch für das Sujet relevante Details auch entsprechend wiedergegeben. Das ist dahingehend selbstreferent, dass klar gestellt wird, welche Bedeutungsebene angesprochen wird. Hätte da einer einen Papagei auf der Schulter sitzen, müssten wir das durchaus wörtlich nehmen. Nicht aber, dass alle eine handwerker-typische Kutte tragen. Dennoch macht diese eine allgemeingültige Aussage darüber, wie in etwa diese Leute so rumliefen.

Bei den Ägyptern sehen wir, wie die Statue mit verdrillten Tauen festgezurrt ist -inklusive Spindeln zur Fixierung. Man kann ja förmlich hineingreifen und sehen, wie die unter Spannung stehen. Ich kann folglich nicht umhin, alles Abgebildete, das auf sich auf einer Ebene befindet, die von der Schematisierung des Gesamtszenarios abweicht, beim Wort zu nehmen. Dass die Dreier-Konstellation hinten anders gewickelte Röcke hat, dass hier da Gesten und Gegenstände hinzukommen, können wir vielleicht nicht weiter erklären aus unserem kulturellen Kontext bzw. Wissenstand hier im Forum.
Für den Zahnbalken, der im Übrigen in der am stärksten simplifizierten Zeichnung am deutlichsten als solcher hervortritt, hätte ich eine einfache Erklärung: So überwindet man Steigungen, ohne dass der Schlitten rückwärts rutscht. So eine Art Ratsche.

Der Kellner macht mir echt noch Sorgen. Wie kommt es von den zwei gestapelten Teilen in der ursprünglichen Darstellung zu den zwei Bechern? ??? Keine Ahnung. Ich kann mit aber kaum vorstellen, dass das Klanginstrumente sind. Wer kennt nicht die Ritter der Kokosnuss! Aber nee, über eine solche Fläche bei gegebenem Lärmpegel einen Takt vorgeben mit so was? Was hätte diese Form haben können? Bambusrohr, Ton, welches Metall kannten die? Nur Kupfer? Wenn es ein Klangkörper vergleichbar mit einer Glocke ist, muss der auch resonieren, kann folglich nicht in den Fäusten gehalten werden. Eine solche Aktion akustisch zu begleiten - da hätte es wohl andere Mittel gegeben.

Was noch? Ach, reicht erst mal, was? :)

Und @Thorsteen ich meinte das mit der Karte anders. Als Skizze von heute, die den Weg dieser konkreten Aktion zeigt, evtl. mit Topografie. Zur Einschätzung von Distanz, Streckenprofil und Untergrund.


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Pyramiden in Gizeh

20.04.2019 um 22:36
perttivalkonen schrieb:Da erwarte ich das ebenfalls nicht. Weiß nicht, ob ich da Schlitten erwarten würde...
Ok, dann haben wir das ja schon mal abgehakt. Und mit der Kritik an Franks Zugwerten und der
Intergralrampe gehts weiter, wenn das alles gesackt ist.
Noch ist mir das zu früh und ich will da auch keine schlafenden Hunde wecken.


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Pyramiden in Gizeh

20.04.2019 um 22:41
psreturns schrieb:Noch ist mir das zu früh und ich will da auch keine schlafenden Hunde wecken.
Jetzt wird's aber geheimnisvoll.


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20.04.2019 um 22:44
Stephenson schrieb:Jetzt wird's aber geheimnisvoll.
Nein. Es geht da so ganz dröch um die praktische Umsetzung, nix Geheimnis. ;)


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20.04.2019 um 22:48
@psreturns
Das mit dem Hebel is eh klar ;)


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20.04.2019 um 23:30
Stephenson schrieb:Die Glyphen wären natürlich Priorität 1 bei einer Dechiffrierung. Nun war ich zu faul für die Recherche. Ist das Teil übersetzt?
Natürlich ist das übersetzt. Auch wenn ich keine Literatur kenne, in der der Text wiedergegeben wird. Aber übersetzt isses, da kannste einen drauf lassen.

Hier zum Bleistift wird zuweilen aus dem Text zitiert bzw. zusammengefaßt. (Speziell aus dem Text links von der Statue). Es wird etwa mitgeteilt, daß der Transport durch auf dem Weg befindliche Steine beeinträchtigt wurde. Nachdem diese beseitigt waren, gings bis an den Zielort weiter.
Stephenson schrieb:Die zweite Reihe von oben ist noch eine bunte Truppe hinsichtlich Kleidung und Farben.
Die hatten nun mal keine Kleiderordnung, gar "Uniform". Kann freilich sein, daß der Künstler mit der "Kunterbunt"-Reihe anfing und später des schnelleren Fertigstellens wegen die Kleidung der anderen Reihen dann vereinheitlicht dargestellt hat. Vielleicht erklärt der verlinkte Artikel aber auch das auf...
Stephenson schrieb:Es ist mir aus der Ägyptologie so nicht geläufig, aber es kann der Eindruck entstehen, dass die Männer an den Seilen die Stände der Bevölkerung vertreten. (Gab es so einen "Miteinander-Gedanken", dass alle Schichten quasi symbolisch an einem Strang gezogen haben?
Leider find ich das nicht in seinen Beiträgen, aber ich meine mich zu erinnern, daß Frank mal geschrieben hat, daß beim Pyramidenbau die Steine zwar vor Ort gebrochen (und die Verkleidungssteine von nem speziellen Steinbruch mit edlem Tura-Kalk stammen), aber jeder der ägyptischen Gaue als symbolischen Akt Steine für den Bau geliefert hat. Ein solcher symbolischer Akt des Mitwirkens "ganz Ägyptens" wäre also durchaus denkbar. Allerdings würde ich da dann doch eher einen symbolischen Akt erwarten, nicht eine wirkliche Beteiligung an der reinen Knochenarbeit. Daß also von jedem "Bevölkerungsstand" oder aus jedem Gau ein Vertreter das Seil anfäßt und mitgeht, aber nicht wirklich nach Kräften zieht wie die anderen. Also die vier vordersten Typen, die nicht am Seil zerren wie die anderen, sondern den Kolonnen vorangehen und das Seil über der Schulter haben. Das könnten solche "symbolischen Führer / "Vorarbeiter" sein. Aber daß eine komplette Kolonne aus nem Stände- / Gaue-Mix besteht, die anderen Kolonnen hingegen aus geschulten Zugkräften bzw. aufeinander eingespielten Teams, da würde ich doch um das Gelingen des ganzen Unternehmens bangen...
Stephenson schrieb:Dass die Dreier-Konstellation hinten anders gewickelte Röcke hat, dass hier da Gesten und Gegenstände hinzukommen, können wir vielleicht nicht weiter erklären aus unserem kulturellen Kontext bzw. Wissenstand hier im Forum.
Im verlinkten Artikel wird zitiert, daß die Statue von mit Speeren bewaffneten Truppen eskortiert wird. Der Artikelschreiber identifiziert diese mit den hinterdrein gehenden Männern, von denen zwei eine "Stange" halten.

Übrigens rechnet der Artikel mit 80 Tonnen für die Statue und hält 120 Zugkräfte für bereits grundsätzlich ausreichend bzw. 172 für realistisch, da das Gelände auch mal Steigungen haben kann. Lies ihn, da findste sicher noch einiges, ich hab nur in den Anfang reingeschaut.


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21.04.2019 um 00:15
@perttivalkonen
👍 Bookmark ist schon mal gesetzt!
perttivalkonen schrieb:Daß also von jedem "Bevölkerungsstand" oder aus jedem Gau ein Vertreter das Seil anfäßt und mitgeht, aber nicht wirklich nach Kräften zieht wie die anderen.
Das übrigens könnte meinen Einwand begründen, dass die alle nicht wirklich ziehen auf der Abbildung. Man hat die Darstellung evtl. so auf den kleinsten gemeinsamen Nenner gebracht, dass keiner sein Gesicht verliert, aber alle vorkommen. Es wäre wahrscheinlich auch "inappropriate" gewesen, wenn ein gut Betuchter tatsächlich gearbeitet hätte. So hätte er sich dann sicher auch nicht in der Doku wiederfinden wollen.
perttivalkonen schrieb:Es wird etwa mitgeteilt, daß der Transport durch auf dem Weg befindliche Steine beeinträchtigt wurde. Nachdem diese beseitigt waren, gings bis an den Zielort weiter.
Das bestätigt meine Vermutung, dass der Zugweg präpariert wurde.

Jetzt müssen wir noch sehen, ob @off-peak zufrieden ist mit der Stäbchen-These und ob von dieser Seite noch was kommt zu den angewinkelten Armen ;)


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21.04.2019 um 01:47
Stephenson schrieb:Das bestätigt meine Vermutung, dass der Zugweg präpariert wurde.
Zeigt aber, daß die Statue tatsächlich gezogen wurde und nicht symbolisch. Die haben da auch kein "wartet mal eben, laßt die Promis ran für ein Fotoshooting, danach könnt ihr Plebs die Chose wieder weiterziehen" gemacht. Das hätt der "Fotograph" später auch ohne Pose malen können. Und hätt dann gleich nur die Buntgekleideten gemalt, nicht noch drei Kolonnen Niedervolk an den anderen Seilen.

Nee Du, das geht echt nicht auf.
Stephenson schrieb:Es wäre wahrscheinlich auch "inappropriate" gewesen, wenn ein gut Betuchter tatsächlich gearbeitet hätte. So hätte er sich dann sicher auch nicht in der Doku wiederfinden wollen.
In der Doku??? Das issn Bild in einem Grab. Das sieht nur der Tote; das sehen nicht mal die Götter, vor denen jeder Tote dann mit seinen tollen Taten protzen muß, um für leicht genug befunden zu werden fürs Jenseits.


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Pyramiden in Gizeh

21.04.2019 um 02:35
Hab mittlerweile gefunden, was bei den vier Zieher-Kolonnen steht (englische Übersetzung). Nicht nur, was über den Köpfen der Reihen steht, sondern auch, was rechts neben jeder Reihe zu lesen ist.

rechts:
1.) The troops from the west side of the Hare nome, have arrived in peace.
2.) The troops of fighting men of the Hare nome, have arrived in peace.
3.) The orders of priests of the Hare nome, have arrived in peace.
4.) The troops from the east side of the Hare nome, have arrived in peace.

Der Hare-Nomos, übersetzt "Hasengau", ist der fünfzehnte oberägyptische Gau "Wenet".

oben:
1.) Spoken words : "The west is in festival mood, their hearts expand when they see the monument (s) of their master, the heir who comes among them, his house and his father's house when he was a child".
2.) Spoken words : "Oh! good youths of the troops, the creation of their master, the heir who flourishes in his inheritance by favour of our lord the king; let us come, let's make his children flourish after him, our hearts expand with joy by the royal favour of the king, may he long remain on the throne".
3.) Spoken words : "Oh! beloved of Thoth, Djehutyhotep, beloved of the king, beloved of the people of his city, praised by all their gods. The temples are in festival, their hearts expand with joy when they see your favours from the king".
4.) Spoken words : "preceding my load to Tcherty, the god Meti (?) rejoices in him, his fathers are in festival, their hearts expand with joy, rejoicing in his beautiful monuments".

Ich nehme also alles zurück und behaupte das Gegenteil. Naja, fast. Oder irgendwie. Zwar bezweifle ich, daß in den beiden mittleren Kolonnen "junge Adlige" ("young nobles") am Ziehen beteiligt sind, wie dort behauptet wird, wo ich das herhabe: https://osirisnet.net/tombes/el_bersheh/djehoutyhotep/e_djehoutyhotep_02.htm Aber daß die beiden inneren Kolonnen vom Militär und von der Priesterschaft gestellt werden, während die beiden äußeren mit einfachen Arbeitern aus dem Ost- und Westteil des Hasengaus besetzt sind, ist man offenkundig. Daß aber ausgerechnet die Kriegerkolonne die mit dem bunten Kleidermix ist, verwundert mich dann doch arg! (Die Zugkräfte der dritten Kolonne sind übrigens alles Glatzköpfe --> Priester.)

Dennoch geht es hier nicht darum, daß sich einzelne Promis ins rechte Bild setzen. Dann wäre doch die Nennung ihrer Namen zu erwarten gewesen. Ich denke, daß Militär und Priesterschaft echte Arbeitstiere aus ihren Reihen zur Verfügung gestellt haben, die die Statue dann tatsächlich zu ziehen hatten.


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21.04.2019 um 11:02
@perttivalkonen
Dein Link zu Osirisnet führt in der Tat zu einer Seite, wo das Meiste erklärt ist bzw. naheliegende Vermutungen dazu angestellt werden.
Der Weg vom Steinbruch zum Bestimmungsort muss sehr lang und beschwerlich gewesen sein, mit viel Präparation der Wege; wir sehen auf dem "Hochglanzfoto" wohl nur die letzte Etappe (die möglicherweise als großes Finale auch erst den Pomp bekommen hat).
After its extraction from the quarry, the statue travelled on a stony road (whose difficulty was reported earlier in the inscriptions) then it crossed the desert to reach the valley in order to be shipped on a boat which brought it to its destination. It is the final scene of the transportation, which is shown us here, it is impossible to tell for which building the monument was destined.
Es wird erwähnt der "Lamentierer" auf der Statue sei wohl ein Taktgeber, der "Kellner" schwenke Weihrauchgefäße. Das Verschütten des Wassers aus einem Krug wird als möglicherweise symbolischer Akt beschrieben. Das scheint mir doch Sinn zu machen. Die abgebildete Skalierung zwischen Riesenschlitten und "Literflasche" käme wohl nicht hin.


***

Was bleibt? Die Präastronautik-Aliens haben sich wohl mit Kleinkram nicht abgegeben und nur die großen Pyramiden hingestellt. Hingerotzt, muss man ja wohl leider sagen, wenn man sich die Spaltmaße, grob behauenen Blöcke und den Grobschotter hinter der Glitzerfassade ansieht. Hätten ja wenigstens mal das Rad erfinden können, bevor die Arbeiten an den großen Projekten begannen. Das hätte vielen Menschen das Leben erheblich leichter gemacht!


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21.04.2019 um 11:10
Zur Erklärung: ... Im Hintergrund läuft hier bei mir gerade ZDF Info mit der ganzen Reihe von "Terra X -Ungelöste Fälle der Archäologie" rauf und runter. Inkl. Pyramidenbau. Mit reichlich Referenzen zu Präastronautik(!).


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21.04.2019 um 12:29
Stephenson schrieb:Der Weg vom Steinbruch zum Bestimmungsort muss sehr lang und beschwerlich gewesen sein, mit viel Präparation der Wege;
In dem Falle erwarte ich mehr als 172 gleichzeitig Ziehende. Wie auf einer der verlinkten Seiten stand, sind Zugkräfte nur für eine begrenzte Zeit in der Höhe von 500+ N kontinuierlich durchzuhalten. Da schätz ich ex hohlo Baucho mal gut 1km / knapp 1h als Obergrenze.
Stephenson schrieb:wir sehen auf dem "Hochglanzfoto" wohl nur die letzte Etappe (die möglicherweise als großes Finale auch erst den Pomp bekommen hat).
Yepp, auf der Zielgeraden wird dann noch mal ordentlich Dampf gemacht. Davor war's Arbeit, ab jetz isses Show. Prozession. Ab hier isses allerdings auch Hochleistung, wenn das Teil von 172 gezogen wird statt von 2...3 mal so vielen. Wenn hier die "Promis" ziehen, dann die "Olympioniken" jeder Bevölkerungskaste, nicht die Politiker, nicht der Hochadel aus den Klatschblättern, nicht die Stars aus Film und Fernsehen.
Stephenson schrieb:Das Verschütten des Wassers aus einem Krug wird als möglicherweise symbolischer Akt beschrieben. Das scheint mir doch Sinn zu machen. Die abgebildete Skalierung zwischen Riesenschlitten und "Literflasche" käme wohl nicht hin.
Mit nem einzelnen 5l-Eimer scheint mir das ein arg dürftiger symbolischer Akt zu sein. Ob symbolisch oder funktionell, der dargestellte Wasserschütter dürfte einfach nur pars pro toto sein.
Stephenson schrieb:Hätten ja wenigstens mal das Rad erfinden können
Oh, das Rad war ganz sicher bereits bekannt. Die älteste bildliche Darstellung eines Rades (an einer Sturmleiter) stammt aus dem Grab des Kaemheset aus der Zeit der 6. Dynastie (grob 2300 v.Chr.).

images

https://online-ringvorlesung.de/wp-content/uploads/sites/32/2015/06/Vom-Scheibenrad-zum-Porsche.pdf

Nur war das Rad als Transportmittel eher unnütz. Die meisten längeren Wege führten über den Nil. Und die Landwege waren selten schnurgerade. Da ein zweiachsiger Wagen ohne Deichsel zum Richtungswechsel per Hand umgesetzt werden mußte, war an Lastentransport nicht zu denken. Das Rad war in Ägypten schlicht nutzlos.


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21.04.2019 um 13:24
perttivalkonen schrieb:Das Rad war in Ägypten schlicht nutzlos
Ich kann jetzt leider von unterwegs nur schnell aus der Hüfte schießen … aber kann man das so stehen lassen? Außer auf Eis oder Sand müsste das Rad doch weitaus effizienter sein als jeder Schlitten oder Rollbalken etc. Auch, oder gerade wenn Lasten schräge Ebenen hinauf sollen, wo der Gleitreibungskoeffizient nach hintenlosgeht. (hoppla, hatte ich nicht gerade den Zahnbalken beschrieben …) aber ich würde mich hier nicht mit Physikern anlegen wollen.
Falls es da ein historisches Tableau mit den Zeitleisten gibt, wäre es wohl aufschlussreich.

Habe im Kopf, dass das Rad beim Bau der großen Pyramiden noch nicht erfunden war (kaum vorstellbar eigentlich?!). Spätestens für Ramses II ging es in der großen Schlacht von Kadesh um Streitwagen. (Genau das habe ich mich aber immer schon gefragt. Ungefederte Holzräder in der Arena okay. Aber Offroad unter extremen Einsatzbedingungen!?! Aber es muss ja so gewesen sein) Tutanchamun kam wohl buchstäblich unter die Räder.
Andererseits liegen ja auch rund 1.000+ Jahre dazwischen, wenn ich es jetzt aus dem Kopf richtig hinbekomme.


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21.04.2019 um 13:50
Stephenson schrieb:Außer auf Eis oder Sand müsste das Rad doch weitaus effizienter sein als jeder Schlitten oder Rollbalken etc.
ein rad muss erstmal einen Untergrund haben und gegen zurückrollen gesichert werden, eine Achse das Gewicht tragen.
Bau mal eine Achse für 40 Tonnen aus Holz und dann einen SChlitten für 80 Tonnen.

Stahlplatten oder holz auf holz mit Fett dazwischen wäre schon auch nicht übel ;) aber mal so nebenbei, wieso leicht machen?
Ist doch eine Ehre für einen lebenden Gott dessen abbild zu ziehen die kaum jemandem zuteil wird?
Gibt einige die laufen kniend auf Pilgerfahrten für Jesus und Maria und die leben nichtmal mehr. Die könnten die Strecke auch aufrecht laufen oder Fahrrad fahren oder PKW.

Einen Maibaum könnte man auch ohne Handarbeit aufstellen.


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