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Doppelmord Babenhausen

24.063 Beiträge, Schlüsselwörter: Mord, 2009, Nachbar, Toll, Doppelmord Babenhausen, Schalldämpfer, Darsow

Doppelmord Babenhausen

11.07.2020 um 18:31
RinTin
schrieb:
Er weiterhin eine unfassbar stabile Ehe führte und er ein vorbildlicher Mitarbeiter seines Arbeitgebers war.
Vielleicht stellt die Firma ihn wieder ein, bzw. Weiß ich nicht wie das aktuelle Arbeitgeber/ Arbeitnehmer Verhältniss ist. Wenn er einen tollen Job gemacht hat- warum nicht. Vielleicht kommt er dann in ein Büro mit dem Waffennarr.

Ich als Arbeitgeber würde denen halt die Waffenseiten sperren. Damit die da nicht Arbeitszeit vergeuden.
Dafür ist er einfach zu teuer.

PS: Geheimtipp- Passwort nicht weitergegeben

Oder in der Kantine der Firma als Koch. seine beruflichen Chancen sehe ich als Gut an. Alternativ schreibt er ein Buch wie Söring....

Allgemeine Prognose schätze ich ebenfalls als gut ein.


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11.07.2020 um 18:49
Heribert
schrieb:
Alternativ schreibt er ein Buch wie Söring....
Ein einzelnes Buch ist kaum geeignet, den Lebensabend zu finanzieren. Es müsste ein internationaler Bestseller werden.
Bücher von Mördern sind traditionell eher Ladenhüter. Siehe Monika W. oder Magnus G.

Da wäre eine Anstellung als Koch wohl doch die bessere Alternative. Aber bis dahin vergeht noch viel Zeit.


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23.07.2020 um 06:31
Es ist davon auszugehen, daß die weitere Vollstreckung der lebenslangen Freiheitsstrafe erst nach einer Verbüßungszeit von ca. 30 Jahren in Betracht kommt.
Das Landgericht stellt fest, daß seine Schuld besonders schwer wiege.

Er hat zwei Taten des Mordes vollendet und eine dritte versucht.

Innerhalb der Gruppe derer, deren Schuld besonders schwer wiegt, ist Darsow eher im oberen Bereich zu verorten. Daher ist die übliche Vollzugszeit auf "besonders schwer Schuldige" zu erhöhen


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23.07.2020 um 07:50
Kamphausen
schrieb:
Es ist davon auszugehen, daß die weitere Vollstreckung der lebenslangen Freiheitsstrafe erst nach einer Verbüßungszeit von ca. 30 Jahren in Betracht kommt.
Das Landgericht stellt fest, daß seine Schuld besonders schwer wiege.
Kannst du diesen Abschnitt bitte erklären? Er verbüßt doch schon die Strafe wie kann man sie dann erst nach 30 Jahren weiter verbüßen? Und überhaupt wie kommt man auf die ca. 30 Jahre?


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23.07.2020 um 08:34
Ray.
schrieb:
Kannst du diesen Abschnitt bitte erklären? Er verbüßt doch schon die Strafe wie kann man sie dann erst nach 30 Jahren weiter verbüßen? Und überhaupt wie kommt man auf die ca. 30 Jahre?
Ich vermute, er hat sich unglücklich ausgedrückt und wollte damit sagen, dass Darsow erst nach 30 Jahren aus dem Knast kommt. ;)

Wie die dreißig Jahre zustande kommen, weiß ich aber auch nicht.


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23.07.2020 um 12:16
@Cassandra71
Man könnte genauso sagen er kommt nach 7 oder 105 Jahren wieder raus...
Man nimmt einfach mal eine Zahl an.


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23.07.2020 um 16:37
@Ray.
Nein, da sind die 30 Jahre doch realistischer als 7 oder 105, wenn auch m.E. etwas zu hoch gegriffen. Geht man davon aus, dass in Hessen Häftlinge mit besonderer Schwere der Schuld im Durchschnitt nach 23 Jahren entlassen werden, und folgt man der Argumentation von @Kamphausen, dass Darsows Schwere überdurchschnittlich wiegt (versuchter dritter Mord, schwere und gefährliche Körperverletzung mit lebenslangen Folgen), dann kann man durchaus zum Schluß kommen, dass Darsow länger als der Durchschnitt sitzen sollte. In wenigen Jahren werden wir es erfahren, das gibt das nächste Drama


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23.07.2020 um 17:12
@Mr.Stielz
Er hat noch ein Zuhause und eine Familie was eher positiv ist für die Entlassung. Wenn er geschickt ist wird er keine 30 Jahre sitzen. Es kommt jetzt eben schwer darauf an wie clever er sich durch den Vollzug schlängelt.


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24.07.2020 um 10:18
Soll er ruhig nach 23 Jahren entlassen werden. Er hat ein Vierteljahrhundert hinter Gittern verbracht und die Wahrscheinlichkeit das er danach nochmal straffällig wird, ist gleich null. Er hat seine Kinder nicht aufwachsen sehen, keine Familienfeiern, keine Feste mit Freunden, keine Geburtstage für ein Vierteljahrhundert feiern können.
Soll er danach ruhig nochmal die Chance auf ein besseres Leben bekommen.

Wir sind hier sehr tief in dem Fall drin und emotional involviert, wir verteidigen hier unsere Ansichten gegen Andere und darüber vergisst man schnell mal, dass die Deutsche Justiz nicht dafür da ist, unliebsame Objekte, die in einer Phase des mentalen Meltdowns die Kontrolle verloren, für immer der Gesellschaft zu entziehen. Sie ist dafür da Menschen zu bestrafen für ihr Handeln und nach ihrem Handeln einen Weg zurück in die Gesellschaft aufzuzeigen und daran soll sich auch der Fall Babenhausen messen lassen.

So sehr man Herrn Darsow und seine Tat auch verabscheut, er ist ein Mensch und hat daher auch Menschlichkeit in seiner Behandlung verdient.


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24.07.2020 um 10:24
@EinElch
Du hast Recht. Aber nicht oftmals wird vergessen, dass Herr und Frau T. und die Tochter Astrid auch ein Recht auf gemeinsame Familienfeiern, ein gemeinsames Leben, hatten. Das hat Andreas D. genommen, weil er nicht mehr mit Ohrenstöpseln schlafen wollen.
Nee, Gefahr geht nicht mehr von ihm aus, wenn er frei kommt. Ihn als Nachbarn möchte ich trotzdem nicht haben. Ich habe keine Lust, vor dem Schlafengehen täglich kontrollieren zu müssen, ob der Bewegungsmelder abgeklebt ist.


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24.07.2020 um 10:40
EinElch
schrieb:
.... die Wahrscheinlichkeit das er danach nochmal straffällig wird, ist gleich null.
...die in einer Phase des mentalen Meltdowns die Kontrolle verloren, für immer der Gesellschaft zu entziehen.
Ich stimme deinem Post zwar prinzipiell (naja und letztendliche auch spezifisch in diesem Fall) zu, aber gerade die Psyche des Angeklagten ist mir ein Rätsel, und deine Charakterisierung als "mentales Meltdown" finde ich nicht 100% zutreffend.

Andreas D. hat die Tat -einen Mord an drei Menschen- im Voraus geplant, sogar dazu im Internet recherchiert, als ob es ein Kuchenrezept wäre. Das betrifft natürlich die Recherchen zum Schalldämpfer, aber hört da nicht auf. Da Waffe und Bekleidung nie gefunden wurden, hat sich Andreas D. da schon einen gut durchdachten Plan überlegt. Dann hat er nicht im Affekt oder im akuten Ausnahmezustand gehandelt, sondern genau dann, als sich eine taktisch günstige Gelegenheit ergeben hat. Das ist schon alles sehr kaltblütig durchdacht und ausgeführt.

Und aus küchenpsychologischer Sicht (die natürlich nicht so viel wert ist, aber man überlegt halt) ergibt sich da ein etwas kurioses Bild. Da ist Andreas D. ein nach Außen hin so unscheinbarer, geradewegs langweiliger Kerl mit langweiligem Bürojob, plant einen eiskalten Dreichfachmord, führt in aus, lässt sich nichts anmerken und geht weiter seinem scheinbar langweiligen Alltag nach, ohne auffälliges oder traumatisiertes Verhalten, psychischen Stress oder sonstiges durchblicken zu lassen. Er unternimmt auch nach der Tat noch seelenruhig am Arbeitsplatz gezielte Schritte um seine Täterschaft zu verbergen und Beweise zu vernichten. Das gibt einem intuitiv schon sehr "psychopatische" Vibes, nicht das Bild von jemandem dem an einem Tag die Sicherung durchbrennt.


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24.07.2020 um 11:34
@EinElch
Natürlich hat auch D menschenwürdige Behandlung verdient.
Meiner Meinung nach handelte er nicht in einem mentalen Meltdown, sondern wie @Troelstra
ausführte, akribisch geplant.
Aufgabe der Justiz ist es zukünftige Straftaten zu verhindern.
Wenn es nur darum ginge begangenes Unrecht auszugleichen könnte er mM nach durch Zahlung einer hohen Geldstrafe ( für A T) aus dem Gefängnis entlassen werden.


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24.07.2020 um 11:55
@Watt
Deinem Vorschlag folgend, wären Leute wie der Fußballmanager nie in die Landberger Festung eingesperrt worden.
Ihre Eltern bekommt sie nicht zurück, aber der Gedanke an eine Art Schmerzensgeld für Astrid ist nicht dumm.
Nur glaube ich nicht, dass bei AD etwas zu holen ist.


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24.07.2020 um 12:15
@Jamegumb
Letztlich kann man nicht beeinflussen wer neben einem wohnt oder nicht. Auch der nette Herr von nebenan kann ein verurteilter Mörder sein.


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24.07.2020 um 12:19
@Jamegumb
Ja, stimmt.
Der Sinn und Zweck von Strafe ist schwierig zu diskutieren, wie Recht und Gerechtigkeit.
Bei dem Fußballmanager war eher:
„Punitur, sed ne peccetur“: Es wird bestraft, damit kein Unrecht geschieht. Die Strafbarkeit hat somit nur eine Bedeutung für die Zukunft und soll zur Prävention dienen. [Murmann, § 8 Rn. 19]


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24.07.2020 um 13:53
@Troelstra

ja!

ein Rätsel dieser Andreas Darsow...erinnert mich immer an den Film "Falling Down" mit Michael Douglas.


und ist vielleicht auch eines der Geheimnisse warum Frau Darsow so unverbrüchlich zu ihm hält.


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25.07.2020 um 02:22
Troelstra
schrieb:
Und aus küchenpsychologischer Sicht (die natürlich nicht so viel wert ist, aber man überlegt halt) ergibt sich da ein etwas kurioses Bild. Da ist Andreas D. ein nach Außen hin so unscheinbarer, geradewegs langweiliger Kerl mit langweiligem Bürojob, plant einen eiskalten Dreichfachmord, führt in aus, lässt sich nichts anmerken und geht weiter seinem scheinbar langweiligen Alltag nach, ohne auffälliges oder traumatisiertes Verhalten, psychischen Stress oder sonstiges durchblicken zu lassen. Er unternimmt auch nach der Tat noch seelenruhig am Arbeitsplatz gezielte Schritte um seine Täterschaft zu verbergen und Beweise zu vernichten. Das gibt einem intuitiv schon sehr "psychopatische" Vibes, nicht das Bild von jemandem dem an einem Tag die Sicherung durchbrennt.
Stimmt.

Wir alle werden kaum eine moralisch-philosophisch substantielle Bewertung - mal so bei dem hier bequem stattfindenden Plausch - treffen können.
Denn (mal fachliches Know-how beiseitegelassen) wir alle kennen A. D. nicht. Wir wissen nicht, ob er seine kaltblütig verachtenswerte Tat mit der zwingend notwendiger Hilfe entsprechend nachhaltig aufarbeitet.
Ohne Aufarbeitung sind Prognosen wie "Er hat ja eine Familie, die hinter ihm steht und ihn sicherlich auf rechte Wege leitet wird" zumindest argumentativ dünn, denn die hatte er auch zuvor. Genauso einwerfende Wahrscheinlichkeiten, vor allem auch, wenn man diese ungeachtet mit dem "Zuvor" bewertet. Hier müsste man schon auch eine überzeugende Entwicklung beim Täter feststellen um dies nahe Null ausschließen zu können.

Das Grundgesetz betrachtet die Wiedereingliederung in die Gesellschaft als ein herausragendes Ziel. Dazu benötigt es aber auch die entsprechende Mitwirkung des Täters, neben aller notwendiger Unterstützung durch die Gesellschaft bzw. dem Rechtsstaat.
Bislang wissen "wir" darüber allerdings nahezu nichts.
Und wenn man das Umfeld betrachtet, so hält diese an der Unschuld weiterhin fest - negiert somit die Tat und verhindert somit womöglich die notwendige Aufarbeitung beim Täter.


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25.07.2020 um 12:58
Troelstra
schrieb:
Das gibt einem intuitiv schon sehr "psychopatische" Vibes, nicht das Bild von jemandem dem an einem Tag die Sicherung durchbrennt.
Ich weiß aber auch nicht, warum "Meltdown" mit "Sicherung durchbrennen" gleichgesetzt wird.
Um aus meinem eigenen Nähkästchen zu plaudern, ich war letztes Jahr auch für ein paar Monate in der Geschlossenen, weil ich Psychosen entwickelt habe. Sowas passiert halt nicht von jetzt auf gleich, sondern ist ein schleichender, den Menschen zermürbender Prozess. Und während ich so abgekaspert bin, dass mich meine Freunde eingeliefert haben, hat Darsow eben seine Nachbarn erschossen. Ich habe im Alltag aber trotzdem funktioniert und das hat Darsow auch.

Es ist der glühende Nagel im Fleisch, der jeden Tag, immer wieder anfängt zu brennen. Den du vergisst, weil du den Tag über arbeitest, du dich ablenkst, fort bist, woanders. Du kommst nach Hause und da ist es wieder, erinnert dich, zermürbt dich, raubt dir den Schlaf, den du brauchst, stattdessen denkst du nach, wieder und wieder, suchst nach einer Lösung, findest keine, suchst wieder, findest wieder keine, dann endlich, da vielleicht ist das eine Lösung? Oder nicht? Nein, nein, man sollte das nicht so lösen. Lieber eine Nacht drüber schlafen... schlafen... Schlafen ist unmöglich, also ist es vielleicht doch die einzige Lösung? Frau plörrt dich voll, die Kinder nerven, du kennst die Probleme, kannst nichts dagegen machen, jeden Tag, den Rest deines Lebens.

Da kann ich verstehen, dass man nach Jahren solcher Gedankengänge irgendwann zur Waffe greift, ich würde mich davon nicht ausnehmen.


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25.07.2020 um 13:20
@EinElch
EinElch
schrieb:
Da kann ich verstehen, dass man nach Jahren solcher Gedankengänge irgendwann zur Waffe greift, ich würde mich davon nicht ausnehmen.
Da kann ich Dir nur empfehlen suche Dir weiterhin professionelle Hilfe die Dir andere Optionen aufzeigt.
Wenn jemand die Option erwägt zur Waffe zu greifen ist das eine Gefährdung der Allgemeinheit.


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25.07.2020 um 13:30
Watt
schrieb:
Wenn jemand die Option erwägt zur Waffe zu greifen ist das eine Gefährdung der Allgemeinheit.
Sagt ja niemand, das ich das tu, nur, dass ich verstehen kann, dass man an diesem Punkt ankommt. Und wer so tut, als könnte er das nicht, lügt halt einfach.

Jeder Mensch ist in der Lage zu töten, jeder Mensch ist in der Lage seine psychische Stabilität weit genug einzubüßen, um zu töten und jeder Mensch findet einen Grund, zu töten, wenn er will und jeder Mensch kann einen Mord rechtfertigen, wenn er ihn begeht.

Töten ist etwas natürliches und so zu tun, als wäre es unvereinbar mit dem Wesen des Menschen ist halt Mystifizierung etwas völlig normalen.

Sogar Schimpansen greifen andere Herden an und töten gezielt Neugeborene, um die andere Seite zu schwächen.


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