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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

11.999 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Wald, Entführung, München ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

um 11:28
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Und apropos Spitzhacke: Die wäre eigentlich zum Buddeln der Grube erforderlich gewesen, Pfaffinger will sie aber nicht genutzt haben.
Wo steht das?


Allgemein: ich glaube ihm, er hatte dann aber schnell gemerkt, dass es ein Fehler war sich selbst zu belasten und daher den Ort nicht mehr finden wollen und seine Aussage widerrufen.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

um 11:37
Ich glaube, dass Pfaffinger viel erzählt hat, weil er meinte, dass die Ermittler von ihm etwas hören wollten, was er in Wirklichkeit nicht wusste.

Ob man mit einer Spitzhacke diese Grube hätte ausheben können, bezweifel ich. Denn da steht man normalerweise hinter der Spitzhacke und rammt diese in den Boden. das geht nur bei Gruben, welche in einer Richtung länger sind als der Stiel der Spitzhacke und den Platz, der derjenige einnimmt, der damit zuschlägt. Spitzhacke war daher eher nicht geeignet, wahrscheinlich wurde einen Grabgabel verwendet, da arbeitet man immer von oben.

Und zur Schaufel, da wäre auch nicht jede X-beliebige geeignet gewesen, nur einen mit einem kurzen Stiel.

Wie gesagt, die ursprünglichen Ermittler haben diese Widersprüche in der Aussage von Pfaffinger offenbar erkannt und im daher nicht geglaubt.
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Vor allem haben die ursprünglichen Ermittler Pfaffinger noch persönlich vernommen - und hatten erhebliche Zweifel an seiner Darstellung. Erst recht, als er den Ort der Grube nicht im Weingarten fand.
Genau, das ist ein großer Unterschied. Hätte Pfaffinger in Wirklichkeit gewusst, welche Werkzeuge verwendet wurden, hätten sie ihn entsprechend ausquetschen können. Aber wie gesagt, er blieb bei seiner Schaufel.

Die Einschätzung der ursprünglichen Ermittler dürfte um Größenordnungen fundierter gewesen sein, als die der Ermittler 30 Jahre später.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

um 11:37
Zitat von JosephConradJosephConrad schrieb:Allgemein: ich glaube ihm, er hatte dann aber schnell gemerkt, dass es ein Fehler war sich selbst zu belasten und daher den Ort nicht mehr finden wollen und seine Aussage widerrufen.
Ja, das ist auch die Version von Richter Rohleder. Aber ernsthaft. Die Ermittler stufen ihn während der durchgeführten Verhöre mit ihm als unglaubwürdig ein.
Er wollte die Belohnung
Er wollte nach Hause
WM konfrontiert ihn mit den Falschbeschuldigungen (hatte was mit Ps Frau)

und Du und der Richter Rohleder glauben einem ungesehenen Toten, wegen einem zweifelshaften phonetischen Gutachten.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

um 11:44
Zitat von JosephConradJosephConrad schrieb:Allgemein: ich glaube ihm, er hatte dann aber schnell gemerkt, dass es ein Fehler war sich selbst zu belasten und daher den Ort nicht mehr finden wollen und seine Aussage widerrufen.
Das ist nur eine reine Theorie, auf die man kommen muss, wenn man die Pfaffinger-Aussge als wahr ansehen will. Du versuchst - genau wie das Gericht - den 2. Schritt vor dem ersten zu tun. Erstmal muss man untersuchen, ob die von Pfaffinger behaupteten Werkzeuge überhaupt geeignet waren die Grube auszuheben. Und genau das war nicht erfolgt, ein ganz schwerer Fehler. Man wollte die Widersprüche in Pfaffingers Aussage einfach nicht sehen, die sehr wahrscheinlich 30 Jahre vorher die Ermittler erkannt hatten. Daran krankt das Urteil in Wirklichkeit insgesamt.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

um 11:46
Zitat von JosephConradJosephConrad schrieb:Wo steht das?
Nun, um einen Waldboden mit Ton und Mergel zu bearbeiten ist eine Gerätschaft notwendig, um den Boden zu lockern. Sonst kommt kein Aushub zustanden.

Der Bruder von Ursula Herrmann schreibt dazu (Hvhb. durch mich):
Zitat von 2r2n2r2n schrieb am 03.06.2019:Hierzu kann ich sagen, dass die Verwendung eines Spatens auch deshalb unwahrscheinlich ist, weil am Wurzelwerk im Loch keine für Spaten typische Abrisse festgestellt wurden. Das besagt ein Gutachten. Offenbar wurde tatsächlich eher mit Spitzhacke und Schaufel gearbeitet. In dem Zusammenhang ist auch noch wichtig, dass Pfaffinger den 5. bis 10. September als Grabezeitraum angibt, die ersten Ermittlungen aber von der zweiten Augusthälfte ausgehen. In diesem Zeitraum wurden von einer Passantin auch Grabegeräusche aus diesem Waldabschnitt wahrgenommen.
Wahrschein beharrte Pfaffinger auf dem Spaten, weil er damit gesehen worden war. Aber der Aushub der Grube damit ist nicht realistisch und auch nicht objektiv belegt.

Übrigens: Wenn der Mann zitterte, dann hatte er keinen "Suchtdruck". Denn der ist das, was Alkoholiker nach Entzug und Entwöhnung quält und auch noch Monaten oder Jahren zum Rückfall führen kann. Pfaffinger hatte ein akutes "Entzugssyndrom". Wenn sie ihm kein Bier gegeben haben, müssten wir uns zudem über verbotene Vernehmungsmethoden unterhalten.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

um 12:03
Zitat von Rigel92Rigel92 schrieb:Das ist nur eine reine Theorie, auf die man kommen muss, wenn man die Pfaffinger-Aussge als wahr ansehen will. Du versuchst - genau wie das Gericht - den 2. Schritt vor dem ersten zu tun. Erstmal muss man untersuchen, ob die von Pfaffinger
Sobald ein Richter innerhalb seiner Gesamtschau das Wort "vermuten" benutzt, kann man eigentlich nicht mehr von einer Tatsachenfeststellung sprechen! So geschen im Podcast im Zusammenhang mit dem Widerruf des Geständnis.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

um 12:17
Es ist schon erstaunlich, dass man der Kombination Mazurek & Pfaffinger ein Verbrechen mit sehr vielen Spuren nicht eindeutig nachweisen konnte und dann wackelige Indizien und der "glückliche" Umstand, das man den verstorbenen Pfaffinger nicht mehr befragen konnte, zu einer Verurteilung führten.

Den ursprünglichen Ermittlern war offensichtlich klar, dass das Ergebnis nicht ausreichen würde, damit Mazurek und Pfaffinger schuldig gesprochen werden würden.

Irgendwann gelangt man an den Punkt, wo einer der beiden nicht mehr ins Bild passt und damit bricht dann die gesamte Theorie zusammen.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

um 12:37
Neben dem zum Glück aufgehobenen Urteil in Sachen "Badewannenmord in Rottach-Egern" (Genditzki) ist der Fall hier der Einzige, bei dem ich mit dem Urteil nicht einverstanden bin.

Obwohl ich es für nicht völlig unwahrscheinlich halte, dass Mazurek Tatbezug hatte. Er ist ohne Frage verdächtig. Auch durch Pfaffingers Aussageverhalten. Aber ein Verdacht reicht ebenso wenig wie eine Vermutung. Natürlich darf ein Gericht auch vermuten, z.B. um eine Erklärung für eine offen gebliebene Frage anzubieten. Aber die kann nicht Teil eines Schuldnachweis sein.
Zitat von Rigel92Rigel92 schrieb:Man wollte die Widersprüche in Pfaffingers Aussage einfach nicht sehen, die sehr wahrscheinlich 30 Jahre vorher die Ermittler erkannt hatten. Daran krankt das Urteil in Wirklichkeit insgesamt.
Und dann noch das phonetische LKA-Gutachten, das auch jeder Grundlage entbehrt. Dann bleibt nicht mehr viel. Immerhin ist Mazurek jetzt nicht mehr im Gefängnis. Und es gibt Menschen, die an seine Unschuld glauben und ihn unterstützen. Das sei ihm vergönnt. Für eine Wiederaufnahme sehe ich keine großen Chancen. Der einzige neue Beweis wäre eine Zeugenaussage eines Verkäufers des TK 248. Unwahrscheinlich, dass es die gibt.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

um 13:00
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Pfaffinger will sie aber nicht genutzt haben.
Wo steht das?
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Wahrschein beharrte Pfaffinger auf dem Spaten, weil er damit gesehen worden war. Aber der Aushub der Grube damit ist nicht realistisch und auch nicht objektiv belegt.
Er wurde nur nach dem Spaten gefragt, dsonst nichts. Den Pickel und die Schaufel brachte er selbst ins Spiel.
Zitat von Zig_StardustZig_Stardust schrieb:und Du und der Richter Rohleder glauben einem ungesehenen Toten, wegen einem zweifelshaften phonetischen Gutachten.
Verstehe Deine Behauptung nicht.


Der leitende Ermittler Joachim Solon hielt seinerzeit die Aussage Pfaffingers für glaubwürdig.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

um 13:06
Hier:
Zitat von SirMarvelSirMarvel schrieb am 16.08.2018:Von 13.00 Uhr bis 16.30 Uhr habe Pfaffinger "trotz eindringlicher Ermahnungen" diese Aussage aufrechterhalten, heißt es im Vernehmungsprotokoll. Die Protokollführerin erinnert sich: "Er hat es beim Leben seiner Mutter geschworen, dass es so war."
Der Ex-Kommissar Solon ist 27 Jahre später als Zeuge vor Gericht immer noch sicher, dass Pfaffingers Geständnis echt war. Die Angaben über die Form des Lochs, die Bodenbeschaffenheit, die Tatsache, dass der obere Rand der Kiste etwa zehn Zentimeter tief im Boden war - das entsprach alles den Tatsachen. "Da hatte er wirklich Täterwissen", sagt Solon heute.



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