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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

12.364 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Wald, Entführung, München ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

30.03.2026 um 14:16
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Für mich ist der Widerruf seines Geständnisses auf jeden Fall glaubhafter als seine Schilderung der Grabung, die er so auch nicht alleine bewerkstelligt haben konnte.
Für mich hat er bei der Grabung mitgewirkt, er hat alles sehr genau beschrieben Zeiträume genannt, Schüler hätten die Literatur mMn. so nicht ausgesucht. Die hätten drei "Lustige Taschenbücher" hineingelegt und das wars.
Zitat von JosephConradJosephConrad schrieb am 04.12.2018:Zuletzt habe ich das Bild unten (aus der tz) mit den gefundenen Heften wieder gesehen. Da kam mir der Gedanke, dass ein Jugendlicher niemals eine solche Auswahl für ein 10 jähriges Mädchen treffen würde. Der hätte vor allem eher Comics und Kinderhefte ausgesucht, da bin ich mir sicher. Vorwiegend Western und Frauenromane, da sehe ich eher einen Erwachsenen über 30, der mit Kindern nicht viel am Hut hat.
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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

30.03.2026 um 14:30
Zitat von JosephConradJosephConrad schrieb:Schüler hätten die Literatur mMn. so nicht ausgesucht. Die hätten drei "Lustige Taschenbücher" hineingelegt und das wars.
Zumindest nur einen Teil. John Sinclair habe ich mit 11 eine Zeit lang gelesen.

Und wenn eigentlich ein Junge entführt werden sollte???

Im Übrigen finde ich auch drei "Lustige Taschenbücher" für ein zehn oder elfjähriges Kind einfallslos. Eigentlich menschenverachtend, wenn ich jemanden in eine unterirdische Kiste sperre, in der man sich kaum bewegen kann.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

30.03.2026 um 14:46
Zitat von JosephConradJosephConrad schrieb:Eigentlich hat er das gesagt:
Ok, das ist wohl n den Akten vermerkt. Es soll aber ein "wirres Vorsgespräch mit den Ermittlungsbeamten gegeben haben, wo er dies gesagt haben soll:
Und er habe den Erdaushub mit dem Leiterwagen seiner Nachbarin zum See transportiert - was die Ermittler für "völligen Quatsch" hielten.
Quelle: https://www.spiegel.de/panorama/justiz/augsburg-mordfall-ursula-herrmann-das-ominoese-gestaendnis-des-klaus-p-a-1180181.html

Eine der beiden Aussagen ist dann wohl Mumpitz...


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30.03.2026 um 14:52
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Im Übrigen finde ich auch drei "Lustige Taschenbücher" für ein zehn oder elfjähriges Kind einfallslos. Eigentlich menschenverachtend, wenn ich jemanden in eine unterirdische Kiste sperre, in der man sich kaum bewegen kann.
Meine Freunde und ich haben in dem Alter fast nur die, Asterix, Fix- und Foxi u.ä gelesen. Aber Frauenromane und die komischen Western und seltsamen Abenteuerbücher scheiden mMn. in jedem Fall aus, von einem Jugendlichen ausgesucht worden zu sein. Wie gesagt, das hat mMn. einer ausgesucht, der längst erwachsen war.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

30.03.2026 um 15:47
Zitat von PhischPhisch schrieb:Ich suche gerade die Quelle zu der Zeugin. Ich meine, das war in einer der Reportagen auf ARD oder ZDF. Hat das zufällig noch wer zur Hand?
Du meinst sicherlich die Aussage der Zeugin C.
Beitrag von R.d.R (Seite 599)


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30.03.2026 um 17:35
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Und wenn eigentlich ein Junge entführt werden sollte???
Dazu gibt es sogar eine konkreten Verdacht von Christa v. Bernuth
https://www.mdr.de/nachrichten/podcast/spurdertaeter/audio-maedchen-kiste-ursula-herrmann100.html
(ab 50:20)


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

30.03.2026 um 18:06
Was gegen eine Verwechslung mit einem Jungen spricht ist, dass da Frauenromane in der Kiste waren. Das war mMn. ein Zufallsopfer, denn im Erpressrbrief war ja eine Leerstelle bei der Adresse und der Telefonnummer. Das Wort "Tochter" stand schon drin. Und Mazurek:
Zitat von franki2k3franki2k3 schrieb am 21.06.2018:Zeugen die behaupten, er hätte folgende Sachen gesagt: „Man müsste mit einem Schlag, mit einem Geschäft, zwei Millionen machen, dann hätte man ausgesorgt“; „dass für den Fall, eine Familie könne das Geld nicht auftreiben, bei einer Entführung mit Lösegeldforderung der Staat oder die Kirche einspringen würde.“;„dass man schon eine Entführung machen müsse, wenn man zu Geld kommen wolle – und keinen Einbruch.



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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

30.03.2026 um 18:12
Und:
Zitat von 2r2n2r2n schrieb am 22.02.2018:In dem Erpresserbrief war ausdrücklich "Ihre Tochter" genannt, insofern haben wir hier schon eine Eingrenzung in der Opferauswahl. Der Brief entstand ja schon weit vorher. Aber alle anderen Indizien deuten auf ein Zufallsopfer hin.



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30.03.2026 um 19:07
Zitat von JosephConradJosephConrad schrieb:Und dafür, was man ihm nachsagte, war darüberhinaus die ganze Schilderung detailreich und präzise.
Das bedeutet einfach nur, dass der Aussagende schon mal selber eine Grube in der Gegend ausgehoben hat oder anwesend war. Und das auf dem Zeitstrahl so, dass er sich trotz Suff noch daran erinnern konnte.
Allerdings geschätzte 4 Kubikmeter Erdaushub mit Klappspaten/Schüppe zu verteilen ohne eine Schubkarre (zu erwähnen) ist schon mehr als abenteuerlich.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

30.03.2026 um 20:00
Zitat von Zig_StardustZig_Stardust schrieb:Allerdings geschätzte 4 Kubikmeter Erdaushub mit Klappspaten/Schüppe zu verteilen ohne eine Schubkarre (zu erwähnen) ist schon mehr als abenteuerlich.
Da ist schon noch mehr abenteuerlich, an seiner Schilderung. So wie er das Loch gegraben haben will, kann es nicht funktioniert haben:

Beitrag von robernd (Seite 365)

Und hier noch ein Schaubild dazu: Beitrag von Mr.JimStringer (Seite 366)

Beitrag von Mr.JimStringer (Seite 366)

Der Pfaffinger wollte sein Bier und hat dafür die Story von der wilden Sau erzählt. Die ihn damals vernehmenden Kripobeamten haben ihm nicht geglaubt.

Aber manchmal wird 25 Jahre später durch intensives, suggestives Akentstudium aus Sch... noch Gold. Wenn man die Beamten ignoriert, die Pfaffinger gegenübergesessen und seine Geschichte gehört hatten. Neben dem Grundig TK 248 war das für M. der Sargnagel.

Zum ersten Erpresserbrief: Wann der geschrieben wurde, kann nicht seriös festgestellt werden, weil eben gezielt alte Zeitungen verwendet worden sein könnten. Es wäre auch möglich, das Wort "Tochter" nachträglich einzukleben - nachdem man festgestellt hat, dass man nicht - wie beabsichtigt - den Jungen reicher Eltern entführt hat. Sondern ein Lehrerkind.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

30.03.2026 um 21:13
Zitat von Zig_StardustZig_Stardust schrieb:Allerdings geschätzte 4 Kubikmeter Erdaushub mit Klappspaten/Schüppe zu verteilen ohne eine Schubkarre (zu erwähnen) ist schon mehr als abenteuerlich.
Schubkarrenspuren hat man m.W. keine gefunden. Der Aushub war wohl wirklich im näheren Bereich verteilt. Auf dem seitlich gelagerten Erdaushub war zur Tarnung des Geländes die schnellwachsende Grasart "Lolium perenne" ausgesät. Außerdem war die Stelle, an der die Kiste vergraben war, nach Meinung eines ortskundigen Architekten relativ leicht zu bearbeiten gewesen. Ich denke in den angegebenen 5 Tagen wäre es gut möglich gewesen, das Loch zu graben.

Und: Pfaffinger wurde von einem nicht mit ihm bekannten Zeugen bei der Aumühle aus dem Wald kommend gesehen, 140 Meter weiter war die Kiste im Wald vergraben. Dass das verdächtig ist, kein keiner ernsthaft von der Hand weisen.

Schade, dass man nicht im Bereich ein Loch durch einen ähnlich großen Mann graben ließ, um alles zu rekonstruieren.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

30.03.2026 um 21:34
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Zum ersten Erpresserbrief: Wann der geschrieben wurde, kann nicht seriös festgestellt werden, weil eben gezielt alte Zeitungen verwendet worden sein könnten. Es wäre auch möglich, das Wort "Tochter" nachträglich einzukleben - nachdem man festgestellt hat, dass man nicht - wie beabsichtigt - den Jungen reicher Eltern entführt hat. Sondern ein Lehrerkind.
Dann hätte man sicherlich Ausreißspuren der vorherigen Schnipsel gefunden.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

30.03.2026 um 21:44
Und:
Soweit die Herkunft der Zeitungsausschnitte geklärt werden konnte, ergab sich hinsichtlich des ersten Erpresserbriefs, dass mit Ausnahme eines Wortes, das aus einer Quelle-Werbung in der Bildzeitung vom 24.04.1981 stammte, alle anderen identifizierbaren Zeitungsausschnitte aus den Ausgaben der Bams, der AZ, der TZ und der Fernsehzeitschrift Funkuhr von Ende Mai 1981 ausgeschnitten waren. Die nachträgliche aufgeklebte Telefonnummer „389“ stammte aus der. Ausgabe der AZ vom 16.09.1981 und wurde somit erst nach der Entführung ausgeschnitten und hinzugefügt.
Quelle: Urteil S.92.

Auserdem war bei "Tochter" im Text (kommt 2x vor, einmal "Töchter") jeweils ja auch das korrekte Possesivpronomen vorangestellt. Also wollte man mMn. ziemlich sicher ein Mädchen entführen.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

31.03.2026 um 00:32
Zitat von JosephConradJosephConrad schrieb:Und: Pfaffinger wurde von einem nicht mit ihm bekannten Zeugen bei der Aumühle aus dem Wald kommend gesehen, 140 Meter weiter war die Kiste im Wald vergraben. Dass das verdächtig ist, kein keiner ernsthaft von der Hand weisen.
140m im Wald ist eine ganze Menge. Dazwischen sind jede Menge Bäume. Hatte Pfaffinger denn den Spaten in der Hand? Was war Pfaffingers Aussage dazu, was er zu diesem Moment im Wald gemacht hat, wenn es nicht mehr seinem motivierten Erstgeständnis entsprach?


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

31.03.2026 um 07:16
Zitat von JosephConradJosephConrad schrieb:Auserdem war bei "Tochter" im Text (kommt 2x vor, einmal "Töchter") jeweils ja auch das korrekte Possesivpronomen vorangestellt. Also wollte man mMn. ziemlich sicher ein Mädchen entführen.
OK, danke. Die Opferauswahl bleibt also geheimnisvoll. Außer bei den Entführern herrschte der Eindruck vor, die Eltern Ursulas hätten viel Geld.


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31.03.2026 um 10:19
Zitat von JosephConradJosephConrad schrieb:Und: Pfaffinger wurde von einem nicht mit ihm bekannten Zeugen bei der Aumühle aus dem Wald kommend gesehen, 140 Meter weiter war die Kiste im Wald vergraben. Dass das verdächtig ist, kein keiner ernsthaft von der Hand weisen.

Schade, dass man nicht im Bereich ein Loch durch einen ähnlich großen Mann graben ließ, um alles zu rekonstruieren.
Das mag zwar verdächtig erscheinen, in Wirklichkeit kommt es darauf an, ob der Spaten, der Pfaffinger mit sich geführt hatte, überhaupt geeignet war, diese Grube auszuheben. Nach seinen Aussagen will er nichts anderes als diesen Spaten zum Ausheben der Grube genutzt haben. Und genau das hätte überprüft werden müssen.

Wie ich schon schrieb, wird das der wahrscheinlichste Grund gewesen sein, dass die ursprünglichen Ermittler - welche weitaus näher am Geschehen dran waren - Paffinger nicht geglaubt hatten. Sie hatten die Grube sicher noch direkt sehen können und sich selbst vor Ort vorgestellt haben, was wirklich für Werkzeuge notwendig waren, diese Grube auszuheben.

30 Jahre später ist das dann meist vergessen oder der Confirmation-Bias hindert einen daran, das wirklich durch zudenken und Pfaffingers Aussagen die notwendige Distanz entgegen zu bringen.


Als Hilfsmittel eine solche Grube auszuheben ist ein Spaten schon geeignet. Aber man wird ihn hauptsächlich nur zum Abstechen des Randes der Grube bzw. zum Bearbeiten der Wände verwenden. Durch die Verwendung des Spatens am Rand lässt man den gewachsenen Boden am Rand intakt und die Grube bleibt am Rand stabiler. Man muss nicht soviel Erde ausheben. Macht man das nicht, wird immer wieder Erde nachrutschen und man muss großräumiger die Grube ausräumen. Zum Beseitigen des Aushubs ist der Spaten jedoch kaum geeignet, weil er zu flach ist und der lange Stiel stört. Man könnte damit nur Aushub beseitigen, wenn man ihn in einen fast waagerechte Lage bringen kann. So wie die Abmessungen der Grube war, war das mit dem in diesem Thread skizzierten Abmessungen nicht möglich. M an hätte ein ähnliches Werkzeug nutzen müssen, wie @RickBlaine in dem folgenden Beitrag zeigte:

Beitrag von Rick_Blaine (Seite 413)

Die Vorführung ist auch für den vorliegenden Fall nicht so gut geeignet. Dort wird in lockeren Boden ohne Wurzeln gegraben. Aber das Prinzip des Werkzeuges, welcher zum Beseitigen des Aushubs geeignet wäre, stellt sie recht gut dar. Es ist alles andere als ein Spaten sondern in Wirklichkeit eine recht kleine Schaufel mit recht kurzem Stiel.


In diesem Fall konnte die Nutzung eines Spatens nicht nachgewiesen werden. Keine Wurzeln am Rand waren durchtrennt, zum Abstechen des Randes wurde er jedenfalls nicht verwendet, also selbst für die einzig sinnvolle Nutzung wurde er nicht verwendet. Die Nutzung des Spatens ist daher fernliegend.

Die vorhandenen Spuren zeigen, dass so ähnliche Werkzeuge wie eine Grabgabel und eine Schaufel mit kurzem Steil verwendet wurde.

Trotz mehrfacher Nachfragen von Seiten der Ermittler blieb Pfaffinger bei der Verwendung des Spatens. Wirklich für diese Grube geeignete Werkzeuge, welche mit diesen Spuren und Abmessungen vereinbar gewesen wären, nannte er nicht.

Das zeigt, dass Pfaffinger in Wirklichkeit höchst wahrscheinlich keine Ahnung gehabt hatte, wie diese Grube ausgehoben wurde. Er wird nicht dabei gewesen sein.
Zitat von Zig_StardustZig_Stardust schrieb:140m im Wald ist eine ganze Menge. Dazwischen sind jede Menge Bäume. Hatte Pfaffinger denn den Spaten in der Hand? Was war Pfaffingers Aussage dazu, was er zu diesem Moment im Wald gemacht hat, wenn es nicht mehr seinem motivierten Erstgeständnis entsprach?
Pfaffinger soll von einem Autofahrer beobachtet worden sein, wie er mit einem motorisiertem Zweirad auf die Straße einbog. Dabei soll er seinen Spaten am Fahrzeug befestigt haben. Hier nochmal das Bild dazu:


ytthnqwpyau2 Spaten Mofa

Es war ein Spaten mit einer ganz normalen Länge.

So eine Aussage ist einzeln betrachtet in Wirklichkeit wertlos. Von wo kam er in Wirklichkeit? Er kann in der Nähe des Ortes durchaus vorbeigefahren sein, das allein macht ihn nicht wirklich zum Verdächtigen. Natürlich war es ungewöhnlich, dass er mit einem Spaten in der damaligen Zeit häufig umherfuhr. Das allein reicht nicht. Man hätte nachweisen müssen, dass dieser Spaten wirklich verwendet wurde. Und dies hat man nicht mal versucht. Man hat die Widersprüchlichkeiten in Pfaffingers Aussage nicht sehen wollen, Confirmation-Bias eben.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

31.03.2026 um 11:03
Zitat von Rigel92Rigel92 schrieb:Das mag zwar verdächtig erscheinen, in Wirklichkeit kommt es darauf an, ob der Spaten, der Pfaffinger mit sich geführt hatte, überhaupt geeignet war, diese Grube auszuheben. Nach seinen Aussagen will er nichts anderes als diesen Spaten zum Ausheben der Grube genutzt haben. Und genau das hätte überprüft werden müssen.
Bei der Kiste wurde auch eine Schaufel mit abgesägtem Stil gefunden. Wo sagt er, er habe nur den Spaten benutzt?


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

31.03.2026 um 11:10
Zitat von JosephConradJosephConrad schrieb:Bei der Kiste wurde auch eine Schaufel mit abgesägtem Stil gefunden. Wo sagt er, er habe nur den Spaten benutzt?
Das sagt er zwar nicht direkt. Aber er nennt nie die wirklich notwendigen Werkzeuge. Es gibt keinen einzigen Nachweis der Verwendung eines Spatens und bei der Grube ist die Verwendung am ehesten zum Ausstechen des Randes geeignet. Aber dafür wurde er gerade nicht verwendet.

Wie gesagt, die damaligen Ermittler werden schon sich das vorgestellt haben und haben ihn auch daher entsprechend gelöchert, das kann man auch aus den Protokollen erkennen. Das Detailwissen, was zum Bau der Grube in Wirklichkeit notwendig war, hatte er eben nicht. Und darauf kommt es nun mal an. Und daher werden ihm damals die Ermittler nicht geglaubt haben.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

31.03.2026 um 11:16
Zitat von Rigel92Rigel92 schrieb:
Zitat von JosephConradJosephConrad schrieb:Bei der Kiste wurde auch eine Schaufel mit abgesägtem Stil gefunden. Wo sagt er, er habe nur den Spaten benutzt?
Das sagt er zwar nicht direkt. Aber er nennt nie die wirklich notwendigen Werkzeuge. Es gibt keinen einzigen Nachweis der Verwendung eines Spatens und bei der Grube ist die Verwendung am ehesten zum Ausstechen des Randes geeignet. Aber dafür wurde er gerade nicht verwendet.

Wie gesagt, die damaligen Ermittler werden schon sich das vorgestellt haben und haben ihn auch daher entsprechend gelöchert, das kann man auch aus den Protokollen erkennen. Das Detailwissen, was zum Bau der Grube in Wirklichkeit notwendig war, hatte er eben nicht. Und darauf kommt es nun mal an. Und daher werden ihm daher die Ermittler damals nicht geglaubt haben.
Er hat Mazurek aber belastet, dieser hätte ihn nach einem Spaten einer Schaufel und einer Spitzhacke gefragt. Genau die Werkzeuge, die gebraucht wurden. Also hätte man ihn explizit dazu befragt, warum sollte er diese nicht auch benennen? Die Schaufel wurde ja gefunden. Ich verstehe nicht warum man ihn nicht nach allen Werkzeugen gefragt hat. So hätte man ja Täterwissen überprüfen können.


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Q:https://www.radonmaster.de/werner-mazurek/zum_strafurteil/Vernehmung-KP_001-271.pdf - Blatt 12


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

31.03.2026 um 11:26
Zitat von Rigel92Rigel92 schrieb:Wie ich schon schrieb, wird das der wahrscheinlichste Grund gewesen sein, dass die ursprünglichen Ermittler - welche weitaus näher am Geschehen dran waren - Paffinger nicht geglaubt hatten. Sie hatten die Grube sicher noch direkt sehen können und sich selbst vor Ort vorgestellt haben, was wirklich für Werkzeuge notwendig waren, diese Grube auszuheben.
Vor allem haben die ursprünglichen Ermittler Pfaffinger noch persönlich vernommen - und hatten erhebliche Zweifel an seiner Darstellung. Erst recht, als er den Ort der Grube nicht im Weingarten fand.

Wenn ein Gericht über 25 Jahre später dem (teilweisen) Inhalt eines Dokuments Glauben schenken will, in dem eine offenbar unglaubhafte Aussage niedergelegt ist, dann kann ich das nur schwer noch als Bestätigungsfehler bezeichnen. Es geht eher um die Bewertung eines auf sehr schwachen Beinen stehenden Beweismittels.

Vor allem sehe ich hier hier im Gegensatz zu einem präsenten Zeugen die Rechte der Verteidigung extrem eingeschränkt. Sie kann bei einer lediglich dokumentierten Zeugenaussage keine Fragen stellen, nicht dem Zeugen "auf den Zahn fühlen". Das ist in meinen Augen ein sehr fundamentales Recht des Verteidigers, das entfällt.

Ob es möglich gewesen wäre, die damals vernehmenden Polizeibeamten zu befragen bzw. diese befragt wurden, weiß ich jetzt nicht. Aber wie das LKA-Gutachten hinterließ bei mir das Vernehmungsprotokoll Pfaffingers erhebliche Bauchschmerzen.
Zitat von JosephConradJosephConrad schrieb:Er hat Mazurek aber belastet, dieser hätte ihn nach einem Spaten einer Schaufel und einer Spitzhacke gefragt. Genau die Werkzeuge, die gebraucht wurden. Also hätte man ihn explizit dazu befragt, warum sollte er diese nicht auch benennen? Die Schaufel wurde ja gefunden. Ich verstehe nicht warum man ihn nicht nach allen Werkzeugen gefragt hat.
Dadurch wird Pfaffinger nicht glaubhafter. Wer hat jetzt gegraben? Er oder M.? Und apropos Spitzhacke: Die wäre eigentlich zum Buddeln der Grube erforderlich gewesen, Pfaffinger will sie aber nicht genutzt haben. Er hat sie auch nicht genutzt, wenn er sie M. überlassen hat.

Pfaffinger ist schlicht kein brauchbarer Zeuge. Es dürfte auch nicht zulässig sein, sich in der Beweiswürdigung die Punkte seiner inkonsistenten Aussagen herauszupicken, die für die Schuldthese passen könnten - und die Punkte zu ignorieren, die nicht passen.


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