JosephConrad schrieb:Und: Pfaffinger wurde von einem nicht mit ihm bekannten Zeugen bei der Aumühle aus dem Wald kommend gesehen, 140 Meter weiter war die Kiste im Wald vergraben. Dass das verdächtig ist, kein keiner ernsthaft von der Hand weisen.
Schade, dass man nicht im Bereich ein Loch durch einen ähnlich großen Mann graben ließ, um alles zu rekonstruieren.
Das mag zwar verdächtig erscheinen, in Wirklichkeit kommt es darauf an, ob der Spaten, der Pfaffinger mit sich geführt hatte, überhaupt geeignet war, diese Grube auszuheben. Nach seinen Aussagen will er nichts anderes als diesen Spaten zum Ausheben der Grube genutzt haben. Und genau das hätte überprüft werden müssen.
Wie ich schon schrieb, wird das der wahrscheinlichste Grund gewesen sein, dass die ursprünglichen Ermittler - welche weitaus näher am Geschehen dran waren - Paffinger nicht geglaubt hatten. Sie hatten die Grube sicher noch direkt sehen können und sich selbst vor Ort vorgestellt haben, was wirklich für Werkzeuge notwendig waren, diese Grube auszuheben.
30 Jahre später ist das dann meist vergessen oder der Confirmation-Bias hindert einen daran, das wirklich durch zudenken und Pfaffingers Aussagen die notwendige Distanz entgegen zu bringen.
Als Hilfsmittel eine solche Grube auszuheben ist ein Spaten schon geeignet. Aber man wird ihn hauptsächlich nur zum Abstechen des Randes der Grube bzw. zum Bearbeiten der Wände verwenden. Durch die Verwendung des Spatens am Rand lässt man den gewachsenen Boden am Rand intakt und die Grube bleibt am Rand stabiler. Man muss nicht soviel Erde ausheben. Macht man das nicht, wird immer wieder Erde nachrutschen und man muss großräumiger die Grube ausräumen. Zum Beseitigen des Aushubs ist der Spaten jedoch kaum geeignet, weil er zu flach ist und der lange Stiel stört. Man könnte damit nur Aushub beseitigen, wenn man ihn in einen fast waagerechte Lage bringen kann. So wie die Abmessungen der Grube war, war das mit dem in diesem Thread skizzierten Abmessungen nicht möglich. M an hätte ein ähnliches Werkzeug nutzen müssen, wie
@RickBlaine in dem folgenden Beitrag zeigte:
Beitrag von Rick_Blaine (Seite 413)Die Vorführung ist auch für den vorliegenden Fall nicht so gut geeignet. Dort wird in lockeren Boden ohne Wurzeln gegraben. Aber das Prinzip des Werkzeuges, welcher zum Beseitigen des Aushubs geeignet wäre, stellt sie recht gut dar. Es ist alles andere als ein Spaten sondern in Wirklichkeit eine recht kleine Schaufel mit recht kurzem Stiel.
In diesem Fall konnte die Nutzung eines Spatens nicht nachgewiesen werden. Keine Wurzeln am Rand waren durchtrennt, zum Abstechen des Randes wurde er jedenfalls nicht verwendet, also selbst für die einzig sinnvolle Nutzung wurde er nicht verwendet. Die Nutzung des Spatens ist daher fernliegend.
Die vorhandenen Spuren zeigen, dass so ähnliche Werkzeuge wie eine Grabgabel und eine Schaufel mit kurzem Steil verwendet wurde.
Trotz mehrfacher Nachfragen von Seiten der Ermittler blieb Pfaffinger bei der Verwendung des Spatens. Wirklich für diese Grube geeignete Werkzeuge, welche mit diesen Spuren und Abmessungen vereinbar gewesen wären, nannte er nicht.
Das zeigt, dass Pfaffinger in Wirklichkeit höchst wahrscheinlich keine Ahnung gehabt hatte, wie diese Grube ausgehoben wurde. Er wird nicht dabei gewesen sein.
Zig_Stardust schrieb:140m im Wald ist eine ganze Menge. Dazwischen sind jede Menge Bäume. Hatte Pfaffinger denn den Spaten in der Hand? Was war Pfaffingers Aussage dazu, was er zu diesem Moment im Wald gemacht hat, wenn es nicht mehr seinem motivierten Erstgeständnis entsprach?
Pfaffinger soll von einem Autofahrer beobachtet worden sein, wie er mit einem motorisiertem Zweirad auf die Straße einbog. Dabei soll er seinen Spaten am Fahrzeug befestigt haben. Hier nochmal das Bild dazu:

Es war ein Spaten mit einer ganz normalen Länge.
So eine Aussage ist einzeln betrachtet in Wirklichkeit wertlos. Von wo kam er in Wirklichkeit? Er kann in der Nähe des Ortes durchaus vorbeigefahren sein, das allein macht ihn nicht wirklich zum Verdächtigen. Natürlich war es ungewöhnlich, dass er mit einem Spaten in der damaligen Zeit häufig umherfuhr. Das allein reicht nicht. Man hätte nachweisen müssen, dass dieser Spaten wirklich verwendet wurde. Und dies hat man nicht mal versucht. Man hat die Widersprüchlichkeiten in Pfaffingers Aussage nicht sehen wollen, Confirmation-Bias eben.