Das rätselhafte Verschwinden von Kris Kremers & Lisanne Froon
16.05.2026 um 16:30
Hallo Community,
ich sehe gerade, dass es hier einen Thread gibt zum Fall "Kris Kremers & Lisanne Froon". Der Thread umfasst mittlerweile fast 1500 Seiten, und ich habe davon praktisch keine Seite gelesen (vermute ich jedenfalls). Ich bin überzeugt, dass ihr hier eine Menge Informationen habt, und sicher verfügt ihr auch über eine Menge Wissen in dem Fall. Ich hatte mich vor einigen Jahren auch mal mit dem Fall beschäftigt, aber ich muss heute eingestehen : Ich habe praktisch alles rund um diesen Fall wieder vergessen. Leider.
Ich habe allerdings noch einen ziemlich langen Post von mir gefunden den ich mal in einem anderem, nicht deutschsprachigen Forum, schreiben wollte vor vielen Jahren. Ich habe den Post daher mal ins Deutsche übersetzt, und möchte gern bei Euch überprüfen lassen ob sich damit was anfangen lässt. Über ein Feedback, egal ob positiv oder negativ, würde ich mich sehr freuen. Vielen Dank.
Der Post :
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Für mich deutet alles auf ein tragisches Unglück hin. Bildet man eine Gesamtschau aus den verfügbaren Daten und Informationen, dann kann man sich ein plausibles Bild verschaffen in welcher Situation sich Kris und Lisanne befanden, und was ihre Strategie war um sich aus dieser Notlage zu befreien. Selbstverständlich ergeben sich daraus natürlich auch Unsicherheiten, hauptsächlich begründet durch die Bildung vieler Annahmen, sofern Informationslücken auftauchten. Das ist aber unvermeidbar in diesem Fall. Denn, was wirklich geschehen ist, werden wir niemals erfahren.
Was könnte passiert sein ? Die Unglückstheorie :
Innerhalb von ca. 2.5 Stunden nach dem letzten unauffälligen Foto 509 am 1.April 2014, sich bereits auf dem Rückweg befindend, hat es vermutlich einen Unfall gegeben, leicht abseits des Wanderwegs. Bei diesem Unfall hat sich Kris verletzt, und zwar so schwer das sie nicht weiter mobil bleiben konnte aus eigener Kraft heraus. Lisanne ist hingegen nichts passiert. Sie kümmerte sich um ihre Freundin und wollte sie auf gar keinen Fall allein zurücklassen. Dabei entschlossenen sie sich zunächst einmal an Ort und Stelle zu bleiben und laut um Hilfe zu rufen, in der Hoffnung jemand würde sie hören. Doch niemand hörte sie.
Die Handydaten lassen darauf schließen, dass sich Kris und Lisanne zwar in einer Notsituation befanden, aber sie empfanden die Situation unmittelbar nicht als lebensbedrohlich. Das würde erklären, warum sie am ersten Tag ihres Verschwindens auch nur 1x versucht haben den Notruf zu wählen. Sie waren einfach nicht in Panik. Sie wählten um 16:39 Uhr und um 16:51 Uhr jeweils die Nummer 112 über ihre beiden Handys. Beide Handys hatten einen Balken, aber das reichte nicht um eine Verbindung aufbauen zu können. Es befand sich zwar ein Funkmast in der Nähe der eine Verbindung zu den Handys aufbauen konnte, aber die Handys waren zu schwach um eine Rückantwort senden. So blieb es bei einem Balken, aber sie brauchten 2 Balken um den Notruf zu erreichen. Kim und Lisanne wussten das, aber sie hofften bis 17:52 Uhr das aus dem einen Balken vielleicht doch noch irgendwie 2 Balken werden könnten. Das geschah aber nicht, und deshalb entschieden sie sich völlig rational und richtig, und schalteten ihre Handys aus um Akku zu sparen (Kris 48% Akku, Lisanne 46% Akku). Dann ging die Sonne unter und die Nacht brach herein.
2.April :
Kris und Lisanne schreien weiter um Hilfe, doch niemand hört sie. Kris ist verletzt und kann nicht gehen. Lisanne ist bei ihr und versorgt sie so gut es geht. Um sie herum ist es stockdunkel. Beide Frauen sind erschöpft und müde, und finden sogar etwas Schlaf. Als die Sonne aufgeht bricht ein neuer Tag an. Lisanne ist als erste wach, und versucht um 06:58 Uhr über ihr Handy erneut den Notruf 112 zu erreichen. Das klappt nicht. Um 08:12 Uhr versucht Kris mit ihrem Handy die 112 zu erreichen. Auch das klappt nicht. Um 10:52 Uhr versucht es Lisanne erneut mit ihrem Handy. Dieses Mal versucht Lisanne neben der 112 auch die 911 zu erreichen. Beide Versuche scheitern. Lisanne schaltet daraufhin ihr Handy wieder aus. Um 13:50 Uhr schaltet Lisanne ihr Handy wieder ein um zu schauen ob sie vielleicht jetzt 2 Balken bekommt, doch es bleibt bei einem Balken. Kris und Lisanne schreien weiter um Hilfe, doch niemand hört sie. Aus diesem Grund entschließen sie sich ab 16:19 Uhr ihre Position erstmals zu verändern, denn es dauert nicht mehr lange und die Sonne wird erneut untergehen. Sie wollen nicht noch eine weitere Nacht in der Dunkelheit verbringen. Kris kann kaum laufen, aber sie beißt die Zähne zusammen, und Lisanne stützt sie. Die beiden bewegen sich, aber sie kommen nur sehr langsam voran.
Lisanne ist in dieser Situation die treibende Kraft in diesem Duo, denn sie ist nicht verletzt und hat keine Schmerzen, ganz im Gegensatz zu Kris. Während sich die beiden langsam bewegen entscheidet Lisanne ihr Handy einzuschalten, und diesmal auch eingeschaltet zu lassen, denn sie erhofft sich durch die Positionsveränderung, dass endlich ein zweiter Balken auf ihrem Handy erscheint. Die Nacht bricht ein. Kris und Lisanne bewegen sich weiter. Eigentlich müssten sie zum Wanderweg zurückkommen, glauben sie. Der Wanderweg taucht aber nicht auf. Was ist geschehen ? Wo befinden sie sich ? Was ist falsch gelaufen ? Kris und Lisanne begehen einen fatalen Fehler. Sie laufen in die falsche Richtung. Irgendwo haben sie sich verheddert. Aber wo ?
Kris kann nicht mehr. Sie braucht dringend eine Pause. Beide Frauen entschließen sich anzuhalten und eine weitere Nacht an anderer Stelle bewegungslos zu verbringen. Leider hat diese Aktion nicht dazu geführt, dass sich die Verbindung zum Funkmast verbessert hat. Es bleibt bei einem Balken auf beiden Handys.
3.April :
Kris und Lisanne sind völlig erschöpft. Kris hat starke Schmerzen, und Lisanne ist sehr müde, denn sie hat Kris zudem auch noch viele Stunden lang durch den Dschungel geschleppt. Lisanne schläft aufgrund völliger Erschöpfung, Nahrung/-und Wassermangels ein. Dabei vergisst sie vorher ihr Handy auszuschalten. Kris denkt auch nicht daran. Um ca. 02:15 Uhr fängt es an zu regnen, und zwar ziemlich stark. Lisanne öffnet auf ihrem Handy eine Wetter-App um 02:21 Uhr und um 02:47 Uhr, danach schläft sie wieder ein vor Erschöpfung. Als Lisanne wieder aufwacht am Morgen ärgert sie sich maßlos darüber vergessen zu haben ihr Handy auszuschalten. Und das sogar 2x hintereinander. Der Akku hat nur noch 1%, und zeigt weiterhin nur einen Balken. Sie schaltet daraufhin sofort ihr Handy aus. Kris ist völlig fertig. Sie kann kaum noch klar denken. Lisanne entschließt sich erstmals Kris allein zu lassen, und begibt sich auf die Suche nach Wasser, denn in den Trinkflaschen ist kaum noch etwas drin. Lisanne hört in der Entfernung das Rauschen eines Baches. Davon gibt es einige in der Region. Sie besorgt Wasser und füllt beide Trinkflaschen wieder auf. Danach kehrt sie zu Kris zurück. Nahrung ist zwar auch ein Problem, aber das verhält sich nicht lebensbedrohlich.
Um 09:32 Uhr schaltet Kris ihr Handy ein. Sie wählt 2x die 911, aber ihr Handy hat auch weiterhin nur einen Balken. Danach schaltet sie es wieder aus. Es hilft nichts - Kris und Lisanne müssen sich weiter bewegen. Sie haben jedoch nicht die geringste Ahnung wo sie sind. Diesmal entscheiden sich Kris und Lisanne, dass einzig verbliebende Handy mit genügend Akku wirklich nur noch dann einzuschalten wenn sie eine Verbindung aufbauen wollen zum Funkmast. Um 11:46 Uhr versucht Kris genau das, aber es bleibt bei einem Balken. Danach schaltet sie ihr Handy sofort wieder aus. Um 15:59 Uhr ein erneuter Versucht. Das Ergebnis bleibt das gleiche. Nur ein Balken. Sie schaltet das Handy sofort wieder aus. Langsam geht die Sonne erneut unter - Es droht die 3.Nacht in Folge, allein im Dschungel.
4.April :
Um 04:50 Uhr und um 05:00 Uhr versucht Lisanne ihr Handy nochmal einzuschalten, aber der Akku reicht nicht mehr aus um das Handy hochzufahren. Der Akku zeigt nun 0%. Das Handy ist somit praktisch unbrauchbar. Es reicht lediglich noch um einen Logeintrag im Speicher zu hinterlassen. Um 10:16 Uhr versucht Kris erneut mit ihrem Handy eine Verbindung zu bekommen zum Funkmast. Dabei bemerken beide, dass nun überhaupt kein Balken mehr vorhanden ist. Der Funkmast hat die Verbindung zum IPhone von Kris verloren. In diesem Moment macht sich schiere Panik breit, denn beide wissen sofort - Sie haben sich in den letzten 3 Tagen immer weiter vom Funkmast entfernt. Sie sind in die völlig falsche Richtung gelaufen.
An diesem 4.April um 10:16 Uhr wird beiden erstmals richtig bewusst, dass sie sich nun wirklich in akuter Lebensgefahr befinden. Die Handys, eine von 2 Optionen um Hilfe zu bekommen (die 1.Option ist weiterhin das Schreien nach Hilfe), fällt in diesem Moment völlig weg. Ein Handy hat überhaupt keinen Akku mehr, und das andere Handy hat nun erstmals auch keinen Balken mehr. Mehr denn je, kommt es jetzt darauf an Meter zu machen. Sie müssen sich weiter fortbewegen, und zwar so schnell wie möglich. Die Zeit drängt, denn ungeachtet der Verletzung von Kris, leiden beide Frauen unter akutem Nahrungsmangel. Beide Frauen verlieren an Gewicht und somit auch an Kraft und Ausdauer. Für Lisanne wird es schwerer und schwerer Kris durch den Dschungel zu schleppen, und auch Kris kann sich kaum noch bewegen. Zum Glück ist aber reichlich Wasser vorhanden. Um 13:42 Uhr versucht Kris erneut eine Verbindung aufzubauen. Kein Balken. Sie schaltet ihr Handy sofort wieder aus. Es ist das letzte Mal, dass Kris ihr Handy komplett hochfährt und dabei das Betriebssystem startet.
Kris und Lisanne verändern unter diesen Bedingungen ein weiteres Mal ihre Strategie. Sie betrachten die Handy-Option nicht weiter als das Mittel um Hilfe zu finden. Das IPhone von Kris hat nur noch rund 23% Akku, das Handy von Lisanne hat 0% Akku. Sie beschließen daher das Handy von Kris nur noch höchstens 2x pro Tag einzuschalten, jeweils in der späten Vormittags/-und frühen Nachmittagszeit. Es gab in den letzten Jahren sehr viele Diskussionen darüber, warum Kris und Lisanne offenbar ein Muster verfolgten beim Einschalten des Handys von Kris. Denn zwischen dem 3.April und dem 11.April (mit Ausnahme des 7., 8., 9. und 10.April) wurde das Handy von Kris immer mindestens einmal zwischen 09:30 Uhr und 11:00 Uhr eingeschaltet, und 3x zwischen 13:42 Uhr und 15:59 Uhr. An den Abenden und Nächten gab es hingegen keinen einzigen Versuch. Naheliegend ist es daher anzunehmen, dass Kris und Lisanne sich in all den Tagen nur zwischen ca. 09:00 Uhr morgen und höchstens 14:00 Uhr nachmittags bewegt haben. In der restlichen Zeit ruhten sie. Aus diesem Grund war es auch nicht nötig ständig die Handys wieder einzuschalten, denn es hatte sich ja ohnehin nichts verändert in der Signalstärke.
Kris und Lisanne verfolgen nun die Strategie sich strikt entlang eines Baches zu bewegen, in der Hoffnung dort irgendwo auf Menschen zu treffen. Denn sie hoffen : Wo Wasser ist, da ist auch Leben. Vielleicht sogar auch Menschen. Das ist eine sehr gute Strategie, denn dadurch können sie auch weiterhin sicherstellen, dass ihnen nie das Wasser ausgeht.
5.April :
Die 4. Nacht in Folge, mitten im Nirgendwo in einem Dschungel in Panama. Kris und Lisanne sind am Ende ihrer Kräfte angelangt. Sie wissen nicht wo sie sind. Sind völlig erschöpft. Nichts geht mehr. Zudem verschlechtert sich der Zustand von Kris immer mehr. Die Strapazen in den letzten Tagen wirken sich auf sie noch stärker aus als auf Lisanne, denn Kris trägt auch noch eine Verletzung mit sich herum. Die beiden Frauen finden am Morgen mit aller letzter Kraft einen kleinen Unterschlupf am Rande des Baches. Hier wollen sie sich ausruhen. Kris versucht erneut 10:50 Uhr mit ihrem Handy eine Verbindung zu bekommen. Kein Balken. Sie schaltet das Handy wieder aus. Kris kann keinen Schritt mehr laufen. Beide wissen nicht mehr was sie noch tun können. Kris ist in der Folge kaum noch ansprechbar. Sie verliert immer wieder das Bewusstsein. Lisanne kann nichts tun. Sie ist völlig verzweifelt. Um 13:14 Uhr versucht Lisanne nochmal ihr Handy einzuschalten. Der Akku ist aber leer. Das Display ploppt einmal kurz auf und verschwindet sofort wieder.
Um 13:37 Uhr wird das Handy von Kris eingeschaltet. Erstmals wird kein Pin eingegeben, oder aber es wird ein falscher Pin eingegeben. Die Handylogs geben darüber keine Auskunft. Tatsache ist aber, das Betriebssystem wird nicht hochgefahren. Es wird nie wieder hochgefahren.
6.April :
Kris und Lisanne bewegen sich nicht mehr von der Stelle, verändern nicht mehr ihre Position. Sie bleiben in ihrem Unterschlupf am Rande eines Baches. 4 Nächte in Folge haben sie bereits im Dschungel verbracht, ohne ein Dach über ihren Köpfen. Sie können nicht mehr weiter vor Erschöpfung, aber sie haben nun wenigstens einen kleinen Unterschlupf der ihnen zumindest etwas mehr Schutz bietet. Besonders vor Regen, und es kann sich dort nichts von hinten nähern wie z.b. Tiere. Das verschafft ihnen etwas mehr Sicherheit. Kris und Lisanne bemerken zudem, dass sie sich auf einer kleinen Anhöhe befinden. Das ermöglicht ihnen auch einen weiteren Blick aus überhöhter Stellung heraus. Sie können am Tage weiter sehen als an den Tagen zuvor. Das ist gut. Um 10:26 Uhr und um 14:26 Uhr wird das Handy von Kris eingeschaltet. Kein Balken. Das Handy wird sofort jeweils wieder ausgeschaltet.
7.April :
Es gibt keine Logeinträge des Handys von Kris an diesem Tag. Die Suchmannschaften suchen bereits seit Tagen mit Hochdruck nach Kris und Lisanne.
8.April :
In der Nacht des 8.April ab 01:29 Uhr geschieht etwas ungewöhnliches. Kris oder Lisanne benutzen die Fotokamera und aktivieren dabei das Blitzlicht. Dabei entstehen in dieser Nacht insgesamt 100 Fotos. Die meisten Fotos davon, 96%, sind ohne Fokus. Es ist naheliegend anzunehmen, dass es bei der Aktion nicht darum ging überhaupt Fotos zu machen, sondern vielmehr darum das Blitzlicht zu verwenden. Ganze Serien von Fotos werden in Abständen von durchschnittlich 12.5 Sekunden geschossen. Die Kamera benötigte rund 9 Sekunden um das Blitzlicht wieder zu aktivieren zwischen den Fotos. Da nur 51 von den 100 Fotos bis heute veröffentlicht wurden, ist es schwierig nachzuvollziehen was genau damit bezweckt werden sollte. Aus den vorhandenen Fotos lässt sich aber durchaus ein Muster erkennen aus dem man ableiten kann, dass die Kamera nur in eine bestimmte Richtung gehalten wurde, denn es lassen sich mehrere Einzelbilder miteinander verbinden, die sich am Ende wieder zu einem großen Ganzen zusammenfügen lassen nach ein wenig Puzzlearbeit. Dabei fällt auf, dass versucht wurde die Kamera, oder besser das Blitzlicht, nur in eine bestimmte Richtung zu konzentrieren.
Könnte es sein, dass Kris und Lisanne in dieser Nacht die Lichter der Suchmannschaften erstmals gesehen haben, weil sie sich auf einer Anhöhe befanden ? Waren Kris und Lisanne total aufgeregt und voller Hoffnung ? Endlich war Hilfe in Sicht !? Am 7.Tag im Dschungel, völlig kraftlos und verzweifelt, und nun sahen sie plötzlich Lichter ? Vermutlich nicht einmal weit entfernt von ihrer Position aus ? Was müsste das für ein unbeschreibliches Gefühl gewesen sein !? Es wäre denkbar dass die Beiden deswegen völlig außer sich gewesen sein könnten vor Freude und Hoffnung. Das würde erklären, warum sie wie verrückt auf den Auslöser ihrer Kamera gedrückt haben. Das Blitzlicht sollte die Suchmannschaften zu ihrer Position leiten.
Kann es tatsächlich so gewesen sein ? Wir werden es leider nie erfahren, denn die Suchmannschaften haben keine Blitzlichter gesehen in jener Nacht.
Kris und Lisanne haben in jener Nacht über einen Zeitraum von 2 Stunden und 16 Minuten insgesamt 100 Bilder gemacht, bzw. 100x das Blitzlicht verwendet. Es fällt auf, das es in diesem Zeitraum mehrmals geregnet hat. Auf einigen Bildern sind sehr klar Regentropfen zu erkennen. Außerdem sehr auffällig ist, dass mehrere Serien von Fotos mit einigermaßen konstanten Intervallen gemacht wurden. Dazwischen gab es aber immer wieder zeitliche Lücken. Man könnte daraus ableiten, dass Kris und Lisanne möglicherweise die Lichter der Suchmannschaften mehrmals sahen, dann verschwanden dieses Lichter wieder, und tauchten erneut auf. Jedes mal reagierten Kris und Lisanne dann darauf. Das könnte diese nicht konstanten Intervalle erklären.
9.April :
Es gibt keine Daten von den Handys an diesem Tag. Ich bin überzeugt, so schlimm es auch klingen mag, dass Kris und Lisanne jegliche Hoffnung auf Rettung verloren haben müssen. Sie waren bewegungsunfähig, völlig erschöpft, hatten keine Nahrung. Womöglich hatte Kris auch noch mit Infektionen zu kämpfen aufgrund ihrer Verletzung. Womöglich waren beide auch schon krank und hatten hohes Fieber. Es wäre nachvollziehbar, dass sie sich nun ihrem Schicksal ergaben und auf das Ende warteten, denn die letzte Hoffnung auf Rettung wurde in der vergangenen Nacht endgültig zerschlagen.
10.April :
Um 05.15 Uhr morgens versucht Lisanne nochmal ihr Handy einzuschalten. Es ist zwecklos. Der Akku ist 0%.
11.April :
Um 10:51 Uhr wird das Handy von Kris noch einmal eingeschaltet. Es wird kein Pin eingegeben, oder es wird ein falscher Pin eingegeben. Das Handy wird danach nicht ausgeschaltet. Es bleibt eingeschaltet für weitere 64 Minuten. Erst dann wird es wieder ausgeschaltet. Es ist das letzte digitale Lebenszeichen von Kris und Lisanne. Danach werden ihre Handys für immer schweigen. Als das Handy von Kris ca. 10 Wochen später gefunden wird ergibt die forensische Analyse eine Akkukapazität von 20%, und es wurde eine Trinkflasche gefunden mit ca. 25% Wasser darin.