Anthurium schrieb:Dem Balkendiagramm in deinem Link zufolge hat es am 7. April um 23:00 Uhr und am 8. April um 04:00 Uhr geregnet. Dazwischen nicht.......
Es ist immer gut detailliert zu arbeiten und ich weiß nicht worauf diese Argumentation abzielt. Ich hatte ausdrücklich erwähnt, dass es um die qualitative Aussage (Regen/kein Regen) geht und wenn Du meine anderen Beiträge gelesen hast und meine geposteten Karten auch verstanden hast wirst Du wissen, dass das berechnete Regen
gebiet (Balkendiagramm ist für einen Punkt berechnet) relativ klein ist, ca. 10 - 15 km². Und das wiederum ist eine erstaunliche Performance für das open-meteo-Wettermodell dass rückwirkend soweit runterzubrechen. Keiner hat behauptet Regen rückwirkend minütlich darstellen zu können, das war mitnichten Inhalt der Diskussion.
Und jeder der schon mal in Gebirgen gewandert ist und dort draußen übernachtet hat, weiß, dass es gerade in Gebirgen gar nicht so selten ist, örtlich sehr begrenzte Gewitter zu erleben. Das hängt damit zusammen dass Wolken nicht einfach "steigen" und über Bergkämme "wandern" können. Die Luft kühlt sich ab wenn sie durch Windmassen "höher" geschoben wird und muss sich dann zwangsläufig "abregnen" weil kalte Luft weniger Feuchtigkeit halten kann.
In unserem Fall bedeutet dass, dass die Luft von Norden nach Süden "schieben" müsste um zu so einer prinzipiellen Wetterlage zu kommen, in der diese Konstellation möglich ist.
Ich habe mich jetzt mal hingesetzt und rausgesucht ob es eine solche Konstellation an dem Tag/in der Nacht gab. Denn auch dafür gibt es Wettermodell-Datenbanken, das hatte ich in dem Kontext auch schon mal erwähnt.
Der Link ist hier:
https://earth.nullschool.net/#2014/04/08/0000Z/wind/isobaric/850hPa/overlay=temp/orthographic=-82.64,9.19,45920/loc=-82.366,8.890Dargestellt werden kann z.B. Windrichtung und Temperatur in verschiedenen Höhen, im Link auf 850 hPa = 1500 m eingestellt. Ja, für den wenig faktenaffinen Betrachter kann es wieder ein
Zufall sein, aber der Wind bläst von Norden (Karibik) nach Süden. Mit den Pfeiltasten (Menü über "earth") kannst Du im 3h-Rhythmus die Änderungen durch die Nacht verfolgen. Du kannst Dir auch die relative Luftfeuchtigkeit anzeigen lassen. Auch da wieder (k)ein
Zufall dass um Mitternacht die Luftfeuchtigkeit zunimmt und danach wieder ab.
Die Grundvoraussetzungen für Niederschlag sind also so schlecht nicht zu dieser Zeit grossflächig in dem Gebiet und speziell in dem von open-meteo berechneten kleineren Gebiet in der Nähe des Pianista-Trails,- dort steigt das Geländeprofil von Nord nach Süd bis zu den Paddocks hoch relativ schnell an, das 3D-Modell dazu hatte ich ja auch hier eingestellt, Wolken müssen
natürlich dort bevorzugt abregnen wenn die Bedingungen gegeben sind.
Wie immer höre ich mir gern Kritiken dazu an und begrüße es wenn objektiv überpüft wird - das ist ja der Sinn der Diskussion hier - ich habe das jetzt mal "on the fly" hier reingestellt aber war nicht überrascht über das Ergebnis - weil eben nur das rauskommen kann wenn Fakten verwendet werden.
Daher: wenn Du das Wettermodell qualitativ (und nicht quantitativ, also bezüglich der Menge) betrachtest: ja es kann Zufall sein, dass es genau für den Zeitpunkt der Nachtfotos (+/- 2 h) Niederschlag berechnet, eben nur dort und eben auch nicht in den Nächten zuvor. Kannst Du so gern als Zufall deklarieren.
Ich bin es seit jeher gewöhnt faktenbasiert zu arbeiten und unter dem Vorbehalt der rekursiven Modellierung und keiner Vor-Ort-Messung ist das für mich ein Fakt und kein Zufall dass es dort Regen gab, umso fundierter weil es eben für andere in Frage kommende Gebiete (nördlich vom Mirador) keinen Niederschlag zeigt in der Zeit nach dem 01.04.. Allerdings habe ich die Datenbank-Abfragen für das
gesamte Gebiet hinter dem Mirador nicht stündlich mit dieser grossen Auflösung (250 m) gemacht vom 01.04. - 08.04., nur punktuell, flächendeckend im 250m-Raster eben nur für die bezeichnete Nacht.
Wäre daher nur noch die Frage zu klären wie denn die Verhältnisse nachts vor dem 08.04. waren und warum es da nicht schon Regen gab. Denn der interessierte Benutzer kann sich mit dem oben angegebenen Link die Windverhältnisse in den Nächten (und Tagen) zuvor natürlich auch anschauen und wird feststellen dass der Wind offensichtlich
immer aus Norden blies.
Mit einem Unterschied: in der Nacht 07./08.04. kam diesmal der Wind direkt aus Norden (0°), in den Nächten zuvor/danach aus Nordosten (15°..30°, was zu der Zeit die vorherrschende Windrichtung zu sein schien). Zufall dass das nun matcht? Für mich nicht. Das kann den Ausschlag zur Erzeugung eines kleinen Regengebietes gegeben haben - vielleicht - bin ja kein Meteorologe und schon gar nicht unfehlbar. Open-Meteo scheint es zu wissen, da steht aber eine ganz andere Expertise dahinter auch wenn (vorerst) nicht durchgehend als Regen berechnet. Das neue open-meteo -Modell soll mikroklimatische Einflüsse besser implementieren können - ich erwarte dass dann mehr Regen berechnet wird (Menge, Dauer) für das bezeichnete Gebiet.
Und da ist es eben dann weiterhin interessant zu sehen, dass für ca. 10..20% im vom open-meteo berechneten Regengebiet Orte existieren, wo nicht nur die übermittelten Temperaturen von iphone und Kamera annähernd passen, sondern auch die Lichtwechsel am Vormittag und Mondlicht/schatten-Übergänge zum Zeitpunkt der Nachtfotos - was gänzlich unabhängig von open-meteo-Daten berechnet ist. Genaueres kann man kaum rekonstruieren.
Und das sind dann unterstützende Daten - mehr nicht - zum Ablauf vom 01.04. bis 11.04. (auch für 01.04.-03.04. ist das open-meteo-mapping von mir hier eingestellt) , was mögliche Aufenthaltsgebiete und die zugehörige Zeitschiene vor/nach 04.04. betrifft.
Soweit die Theorie, die Praxis evaluiert Romain C. immer wieder vor Ort ( da ist man gar nicht soweit auseinander und zollt sich gegenseitig Respekt).