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Kriminalfall Kim Wall

28.889 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: 2017, Dänemark, U-boot ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Kriminalfall Kim Wall

Kriminalfall Kim Wall

03.09.2017 um 01:00
Zitat von passatopassato schrieb:Laut seiner zu dem Zeitpunkt gueltigen Version hatte er sie ja am Vorabend abgesetzt und wenn man sich die allerersten Interviews ansieht sieht man dass er alles getan diese Version auch indirekt zu vermitteln indem er kein Wort ueber KW verlor und den Untergang des Bootes als groesstes Unglueck darstellte, so als waere es fuer ihn selbstverstaendlich dass er die ganze Nacht allein an Bord war. Er wollte unbedingt dieses Bild zeichnen.
Sehr gut beobachtet! Auch wenn er nicht über KW sprach, sprach er über KW.


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Kriminalfall Kim Wall

03.09.2017 um 01:07
Zitat von TrimalchioTrimalchio schrieb:Als er das dann aber realisierte, mag er recht schnell mit seiner Unfallversion herausgerückt sein. Ich gehe stark davon aus, dass er auch die sich im Laufe der Nacht schon gründlich zurechtgelegt hatte, als Notfallplan B.
Das steht in Frage. Die Bewertung dieser zweiten Aussage hängt davon ab, ob sie der Wahrheit entspricht oder nicht.

Geht man davon aus, dass es tatsächlich zu einem Unfall kam, würde die rasche Äußerung PMs dahingehend er dafür sprechen, dass er unter dem Druck zusammenbrach.

Geht man davon aus, dass die Unfall-Aussage eine weitere Legende ist, dann würde das für einen hohen Planungsgrad in seinen Verdeckungshandlungen und eine gewisse psychische Stabilität TROTZ des Drucks, unter dem er steht, sprechen.
Zitat von TrimalchioTrimalchio schrieb:Nicht vergessen: Zum Zeitpunkt der Pressefragen war er ja auch noch ein freier Mann. Er wird ja auch nicht sofort festgenommen, sondern zunächst nur als Zeuge befragt. Bis zu diesem Zeitpunkt mag er noch gehofft haben, mit seiner Geschichte durchzukommen, oder damit zumindest erst einmal Zeit zu gewinnen - für weitere Verdeckungshandlungen und -versuche (Reinigung von Körper und Kleidung, juristische Schritte gegen das Heben des Uboots...)- für publizistische Einflussnahme auf mögliche Zeugen und die öffentliche Meinung, oder sogar - für die Vorbereitung einer spektakulären Flucht (z.B. mit einem Heissluftballon, derweil die Polizei ihn da unten hilflos davonfliegen sieht...)Ich vermute, er war wirklich davon überrascht, wie intensiv nach KW gesucht wurde, wieviel bereits in der Nacht über seine Fahrt mit ihr bekanntgeworden war, dass man ihm, dem Ubootfachmann Dänemarks, den technischen Defekt nicht glauben würde, dass man ihn nach der ersten Einvernahme nicht mehr auf freien Fuss setzen würde.
Auch hier: mögliches Hoffen, mögliches Zeitschinden, mögliche Überraschungen und unbedachte Umstände. Mögliche Hinweise darauf, dass es sich hier um einen (1) Ersttäter handelt, der (2) keine differenzierte Planungskompetenz zeigt und der (3) Handlungskonsequenzen schlecht abschätzte/ abschätzen konnte.

Zumindest könnte man an diesem Punkt geneigt sein, der Hypothese, es handele sich bei PM um einen Täter, der eine/die Tat im Vorfeld plante, auch die Tötung plante eine Absage zu erteilen, da sich mögliche Hinweise ergeben, die das in der Gesamtschau allem Anschein nach widerlegen.


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03.09.2017 um 01:08
Zitat von passatopassato schrieb:Ich war ja von Anfang an skeptisch in Bezug auf diese Narzissmus Theorien, es ist einfach zu simplistisch alles darauf zurueckzufuehren.
Irgendeiner musste ja bei dem ganzen "Genie"-, "Koryphäe"-, "Grosser Erfinder"-Jubelgeschrei gegenhalten! ;-)

friends?


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03.09.2017 um 01:09
Zitat von TrimalchioTrimalchio schrieb:    passato schrieb:
   Laut seiner zu dem Zeitpunkt gueltigen Version hatte er sie ja am Vorabend abgesetzt und wenn man sich die allerersten Interviews ansieht sieht man dass er alles getan diese Version auch indirekt zu vermitteln indem er kein Wort ueber KW verlor und den Untergang des Bootes als groesstes Unglueck darstellte, so als waere es fuer ihn selbstverstaendlich dass er die ganze Nacht allein an Bord war. Er wollte unbedingt dieses Bild zeichnen.

Sehr gut beobachtet! Auch wenn er nicht über KW sprach, sprach er über KW.
Eines der wichtigsten Beiträge hier, DENN:

PM hatte sie abgesetzt, dann gab er zu, dass KW gestorben sei u. er habe sie über Bord "bestattet".

Wenn dem so gewesen wäre, KW anders aufgefunden worden wäre, warum kehrte er selbst nicht nach Hause zurück? Warum holte er nicht Hilfe, wenn er einen Schaden an den Tanks gehabt hatte? Warum fuhr er stundenlang umher?

DAS dürfte DAS ausschlaggebende Argument gegen PM werden!

Gute Nacht.


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Kriminalfall Kim Wall

03.09.2017 um 01:10
Zitat von passatopassato schrieb:Wenn in dieser Situation die Presse fragt "Wo ist KW" kann er eigentlich gar nichts anderes sagen als "ich habe sie gestern abgesetzt". Wenn er nichts sagt widerspricht dass seiner ganzen Story die er mit Worten und Koerpersprache vorher aufgebaut hat und ist auch sofort aeusserst verdaechtig. Und wie soll das auch praktisch gehen. Er wird etwas gefragt und schweigt? Das waere ein aeusserst merkwuerdiges Verhalten und man fragt sich sogleich warum. Was wuerde er also konkret sagen? Kein Kommentar? Kann ich nicht sagen? Weiss ich auch nicht? Ich bleibe dabei: Er kann zu dem Zeitpunkt eigentlich nichts anderes sagen, da er seine ganze Story schon so aufgebaut hat.

Was uebrigens auch der Version widerspricht als wollte er das nur der Presse zur Beruhigung sagen und die Wahrheit dann der Polizei. Je mehr ich darueber nachdenke desto klarer wird es dass er von Anfang an tatsaechlich hoffte mit der Absetz story durchzukommen und seine Story nur durch den Druck der Ereignisse anpassen musste.
Sehr gut ausgedrückt.
Die Fassade war in diesem Augenblick das Wichtigste.


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03.09.2017 um 01:11
Zitat von TrimalchioTrimalchio schrieb:Sehr gut beobachtet! Auch wenn er nicht über KW sprach, sprach er über KW.
Wichtiger Punkt, der das Wesen von Verdeckungshandlungen gut beschreibt und der ein Verdeckungs-Brainstorming fördern könnte, indem man sich vor Augen hält:

Durch Ablenkung und Verweis auf das Gegenteil wird das eigentlich Tatsächliche betont. Was könnte das für alle bislang angenommenen Verdeckungshandlungen bedeuten? Wovon versuchte er abzulenken und wies gleichzeitig damit worauf hin?


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03.09.2017 um 01:29
Die Puzzleteile kommen langsam zusammen, seine Aktionen in der Nacht sind alle mit der Absetzstory im Einklang, er hoffte also tatsaechlich damit durchzukommen: Er hat sie abgesetzt und sie ist dann an Land einem Taeter zu Opfer gefallen.

Da kommt mir uebrigens gerade noch ein weiterer abenteuerlicher Gedanke. War die Zerstueckelung etwa eine weitere Verdeckungsaktion in diesem Zusammenhang indem er damit den Verdacht auf einen psychopatischen Moerder an Land, evtl. den gleichen wie der Japanerin lenken wollte?


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03.09.2017 um 01:31
@passato

PM hatte eine Menge Erfahrung mit der Presse, und er wusste auch, wie man mit ihr umgehen soll. Wenn Ihr noch mal in das Video von seiner "Rettung" hereinschaut, dann kommt da am Anfang eine Stimme aus dem Hintergrund, eine Reporterin fragt ihm, ob er ok sei. Genau das ist die Methodik der Presse, wenn das Subjekt sich nicht aeussern will, das hat er ja offensichtlich nicht gewollt, er ging ja zunaechst einfach weiter. Man ruft der Person zu, versucht ihn in ein Gespraech zu verwickeln.

Wieso haette er eigentlich nicht einfach weiterlaufen sollen? So koennte er sich nur um Kopf und Kragen reden, und jeder Anwalt wuerde ihm erst einmal nahelegen, nichts zu sagen bis die Strategie geklaert ist - auch das ist allgemein bekannt. Ich gehe davon aus, dass er es wusste.

Er muss der Presse gar nichts sagen. Und wieso sollte es schwer sein, einfach weiterzulaufen?


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03.09.2017 um 01:36
Zitat von AnnaKomneneAnnaKomnene schrieb:Er muss der Presse gar nichts sagen. Und wieso sollte es schwer sein, einfach weiterzulaufen?
Weil sein Verhalten interpretiert worden wäre. Noch viel mehr wenn er nicht gesprochen hätte.

Was hat er zu verbergen?, hätten die Journalisten gesagt und geschrieben.

So hat er versucht Herr der Lage zu bleiben.


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03.09.2017 um 01:37
Zitat von AnnaKomneneAnnaKomnene schrieb:Er muss der Presse gar nichts sagen. Und wieso sollte es schwer sein, einfach weiterzulaufen?
Hat er ja auch erst gemacht. Er wollte gar nicht antworten. Aber die Reporterin hat ja dann weiter nachgefragt, are you ok, Peter, so dass er sich zumindest zu einem OK Zeichen als Reaktion durchgerungen hat.

Wenn dann aber ein paar Reporter direkt vor ihm stehen ist es schon wesentlich schwieriger UEBERHAUPT NICHT AUF FRAGEN ZU REAGIEREN. Vor allem wo er sich ja zu dem Zeitpunkt angeblich nichts vorzuwerfen hatte, also aus welchem PLAUSIBLEN Grund sollte er dann schweigen? Es passt einfach nicht zu seiner story.


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03.09.2017 um 01:38
Zitat von frauzimtfrauzimt schrieb:AnnaKomnene schrieb:Er muss der Presse gar nichts sagen. Und wieso sollte es schwer sein, einfach weiterzulaufen?Weil sein Verhalten interpretiert worden wäre. Noch viel mehr wenn er nicht gesprochen hätte.Was hat er zu verbergen?, hätten die Journalisten gesagt und geschrieben.
Ganz genau so ist es!


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03.09.2017 um 01:52
@passato
@frauzimt

Das ist aber die einfachste Methode, eine Story kalt werden zu lassen. Man sagt einfach gar nichts, und dann duerfen sie manchmal auch aus juristischen Gruenden nicht viel schreiben.


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03.09.2017 um 01:54
Zitat von tracestraces schrieb:Durch Ablenkung und Verweis auf das Gegenteil wird das eigentlich Tatsächliche betont. Was könnte das für alle bislang angenommenen Verdeckungshandlungen bedeuten? Wovon versuchte er abzulenken und wies gleichzeitig damit worauf hin?
Ich glaube, damit nähern wir uns der Kardinalfrage.

Ich versuchs mal weiter brainstormingmäßig:


- Verdeckung durch Zerteilen
Schwierig. Vielleicht Verhinderung der Sicht auf das GANZE Geschehen? Jedenfalls Entlebendigung. (wie ich in einem leider gelöschten Beitrag schon mal schrieb: Zusammenschrauben ist für ihn Leben schaffen, er erzeugt damit seine "Babies" (wie er die zärtlich nannte), Auseinandernehmen ist das Gegenteil davon.)

- Beschweren und Entlüften
Angst, dass etwas unkontrolliert hochkommt.

- Fahrt bei Dunkelheit ohne Licht nach Süden
Verdeckt Erhellung des Geschehens im Norden

- Für mich ist auch die öffentlich bei Tageslicht durchgeführte Fahrt von Ost (Leuchtturm) nach West (Versenkung) eine Verdeckungshandlung:
Verdeckt seine Fahrtrichtung aus der westlichen Kögebucht, dem Ort der Verteilung/Versenkung.

- Versenken des Uboots und "Rettung":
Macht PM zum Opfer, das einen grossen, schmerzlichen finanziellen und emotionalen Verlust erleidet und das dringend Hilfe benötigt.
Verdeckt in der Umkehrung die eigene Täterschaft und Beteiligung am Verlust anderer, die nichtvollzogener Hilfe gegenüber dem schutzbefohlenen Passagier

- Behauptete Distanz zum Opfer:
Verdeckt grosse innere Nähe

- Behauptetes Absetzen
Verdeckt das an Bord behalten

- Behaupteter Unfall (erst beim Boot, dann bei KW)
PM als machtloses Opfer eines übermächtigen schicksalhaften Versagens der Technik/der Umstände
Verdeckt die eigene aktive, (machtvolle?) Beteiligung am Geschehen, d.h. am Untergang/Tod/Versenken


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03.09.2017 um 01:56
Zitat von AnnaKomneneAnnaKomnene schrieb:Das ist aber die einfachste Methode, eine Story kalt werden zu lassen. Man sagt einfach gar nichts, und dann duerfen sie manchmal auch aus juristischen Gruenden nicht viel schreiben.
Zu schweigen haette aber diametral seinem "Plan A" widersprochen. Er wollte doch seine Absetzstory propagieren, da waere Schweigen aeusserst kontraproduktiv gewesen. Dann waere gleich klar gewesen dass etwas "faul im Staate Daenemark" war.


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03.09.2017 um 02:00
@passato

Wieso haette er der Presse gegenueber irgendetwas zu beweisen gehabt? Oder der Oeffentlichkeit?

Er haette nicht einmal der Polizei gegenueber etwas zu beweisen gehabt, sondern nur umgekehrt.

Es haette ihm nichts gebracht, wenn die Oeffentlcihkeit hinter ihm gestanden haette, und die Polizei nicht.


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03.09.2017 um 02:00
Zitat von tracestraces schrieb:Geht man davon aus, dass die Unfall-Aussage eine weitere Legende ist, dann würde das für einen hohen Planungsgrad in seinen Verdeckungshandlungen und eine gewisse psychische Stabilität TROTZ des Drucks, unter dem er steht, sprechen.
Es ist immerhin bemerkenswert, wie ruhig und gefasst, um nicht zu sagen wie adrett Herr Madsen nach einer Nacht blanken Horrors und zudem nach einer 16-Stundenfahrt vor die Kameras tritt. Kaum denkbar ohne eine "gewisse psychische Stabilität"


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03.09.2017 um 02:02
@Trimalchio

Ja, es gibt keine Anzeichen einer Schuldunfaehigkeit zu diesem Zeitpunkt, er ist orientiert und handelt zielgerichtet.

Ich persoenlich finde aber, dass er doch sehr mitgenommen aussieht.


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03.09.2017 um 02:04
Zitat von AnnaKomneneAnnaKomnene schrieb:Ich persoenlich finde aber, dass er doch sehr mitgenommen aussieht.
Nicht wirklich taufrisch. Keine Frage. Aber ich sag mal so: ICH würde anders aussehen, nach so einer Nacht.


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03.09.2017 um 02:08
Zitat von AnnaKomneneAnnaKomnene schrieb:Wieso haette er der Presse gegenueber irgendetwas zu beweisen gehabt? Oder der Oeffentlichkeit?Er haette nicht einmal der Polizei gegenueber etwas zu beweisen gehabt, sondern nur umgekehrt.Es haette ihm nichts gebracht, wenn die Oeffentlcihkeit hinter ihm gestanden haette, und die Polizei nicht.
Wie wir weiter oben ausgearbeitet haben dienten alle seine Aktionen in der Nacht (auch das Verbringen des Torsos in die Koge Bucht, etc.) dazu, seine anscheinend konsistente Story vom Absetzen KWs durchzupauken. Er hoffte tatsaechlich damit durchzukommen und hat sich von anfang an dementsprechend verhalten und geaeussert.

Insofern hatte er ein aktives Interesse daran, der Presse genau diese Story zu erzaehlen. Die Frage is nicht so sehr ob er es musste oder nicht, er WOLLTE so aussagen um seine Story zu unterstuetzen und in gewisser Weise musste er es dann auch sagen, denn Schweigen waere in diesem Kontext nicht zielfuehrend gewesen, er haette damit seine eigene Story untergraben...


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03.09.2017 um 02:09
Zitat von tracestraces schrieb:SUper! Freu mich gerade sehr über eure konstruktiven Beiträge! Klasse!
Kann mich da nur anschliessen!


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