Nightrider64 schrieb:Nein, ich denke die Schulung diesbezüglich ist ausreichend.
An eine Inkompedenz glaube ich nicht.
Die Schulung mag so vorhanden sein, jedoch musst du auch sehen, dass hier Erfahrung von sehr großer Bedeutung ist. Zudem ist die Einsatzanzahl in einer Großstadt wie Berlin sehr groß, weshalb scheinbare Routinefälle durchaus eine schnelle Abarbeitung mit sich bringen. Das ist keine Kritik an Polizisten, sondern bringt eben der Aufgabenbereich so mit sich. Sieht man nur einmal Berlin alleine und nimmt hier die Vermisstenfälle von Jugendlichen her, die tatsächlich ein Verbrechen nach sich zogen oder die Vermissten nicht innerhalb von einer Woche wieder auftauchten, so ist es nur nachvollziehbar, dass eine gewisse Routine hierbei aufkommt.
Nightrider64 schrieb:Ohne Durchsuchungsbefehl darf gar nicht gesucht werden.
Es sei denn es ist "Gefahr im Verzug." Den aber sehe ich hier nicht.
Achtung, zum Zeitpunkt der Vermisstenmeldung befanden wir uns noch im gefahrenabwehrenden Bereich, der nicht die StPO (Strafprozessordnung) ins Spiel bringt. Entsprechende Nachschauen kann ich auch ohne richterlichen Beschluss durchführen und werden eigentlich auch immer durch die Angehörigen bzw. den Personen, die davon betroffen sind, tatkräftig mit unterstützt.
Dr.Doyle schrieb:Gibt es eine Studie oder Statistik die belegen kann, dass Straftaten besser aufgeklärt werden
können, wenn Datenschutz wegfällt?
Ich glaube, eine diesbezügliche Studie ist bei uns, aufgrund der fortschreitenden Technik und Umstände, die im Bereich des Überwachbaren liegen, schwer zu bewerkstelligen. Das ist so ein dynamisches Feld, das sich quasi täglich ändert. Ich habe es in meiner beruflichen Laufbahn erlebt, dass viele Türen, die für mich offen standen, ohne einen richterlichen Beschluss zu bemühen oder entsprechenden Belehrungen vorangehen lassen, nicht mehr offen stehen. Ich glaube man sieht es auch definitiv noch einmal anders, wenn man in diesem Bereich arbeitet und eben gewisse Informationen hilfreich sind, die zwar vorhanden wären aber eben durch den Datenschutz nun gedeckelt sind.
Wenn ich einmal den Vergleich mit Monaco oder London anführe, wo an jeder Ecke eine Videoüberwachung zu finden ist, so stört mich das nicht im Geringsten, da es ja auch ein Sicherheitsaspekt für mich ist, wenn ich mich in den Straßen bewege. Wenn ich nichts zu verbergen habe, kann mir dies ja auch eigentlich egal sein. Ich sehe darin nicht zwingend einen pauschales Verdächtigen von Personen.
Mir ist aber klar, dass dies ein Thema ist, das sehr differenziert gesehen wird und ich eigentlich immer bei meinen Belangen den Sicherheitsaspekt in den Vordergrund stelle, während andere wiederum das Recht aus die Anonymität ihrer Person sehen.