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Scarlett (26) beim Wandern im Schwarzwald verschollen

22.788 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Vermisst, 2020, September ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Scarlett (26) beim Wandern im Schwarzwald verschollen

Scarlett (26) beim Wandern im Schwarzwald verschollen

gestern um 21:43
Zitat von leahmyleahmy schrieb:Ich finde auch, dass nur weil sie bisher noch nicht gefunden wurde, dies die Unfalltheorie nicht automatisch ausschließt. Ich denke beispielsweise an den Fall Tanja Griff, die erst nach 8 Jahren gefunden wurde, obwohl in dem betreffenden Gebiet Suchmaßnahmen durchgeführt wurden. Der Schwarzwald ist da nochmal ein anderes Terrain
Wobei man den Fall Tanja Gräff nicht 1:1 vergleichen kann, da man zum einen bei ihr nicht genau wußte, wo man suchen sollte (sie wollte ja anscheinend noch in die Stadt gehen) und zum anderen der Umfang der Suchmaßnahmen bei weitem nicht so groß war wie bei Scarlett, wo so viele Leute seit Jahren das Gelände absuchen.

Aber ich stimme trotzdem zu, daß man nicht ausschließen kann, daß sie an einer absolut uneinsehbaren Stelle verblieben sein könnte oder an einer ganz anderen Stelle, wo nicht gesucht wurde, da man die Gegend nicht auf dem Schirm hat.


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Scarlett (26) beim Wandern im Schwarzwald verschollen

gestern um 23:07
Hallo Zusammen, ich lese hier schon lange fleißig mit im Forum, aber beteilige mich eigentlich nicht an den Diskussionen. Ich wollte trotzdem gerne einwerfen, dass so eine mehrtägige Fernwanderweg mental eher stabilisierend wirken dürfte. Frische Luft, viel Tageslicht, gleichmäßige Bewegungen schütten eigentlich jede Menge "Glückshormone" aus, Serotonin, Dopamin, Endorphine. Menschen mögen vorher einkaufen gehen und Pläne haben, aber dass jemand eine Fernwanderweg über mehrere Tage in bester Umgebung unternimmt, voller Glückshormone sein dürfte und sich dann das Leben nimmt, halte ich für unwahrscheinlich.


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Scarlett (26) beim Wandern im Schwarzwald verschollen

um 06:01
Zitat von Mink77Mink77 schrieb:dass jemand eine Fernwanderweg über mehrere Tage in bester Umgebung unternimmt, voller Glückshormone sein dürfte und sich dann das Leben nimmt, halte ich für unwahrscheinlich.
Dabei ist das sogar durchaus wahrscheinlich. Hier gibt es ein interessantes PDF aus 2024 mit ausführlichen Zahlen:

https://www.bergundsteigen.com/magazinartikel/suizid-am-berg/
Suizid am Berg

Suizid ist eine der häufigsten Todesursachen in den österreichischen Bergen. Ähnlich sieht es in den Nachbarländern aus. Trotzdem spricht niemand darüber –weder am Berg noch im Tal. Obwohl genau das Leben retten kann.

Jedes Jahr sterben zwei- bis dreimal so viele Menschen durch Suizid wie durch Verkehrsunfälle, Drogenkonsum, Mord und Totschlag zusammen. Auch in den Bergen ist der Anteil der Toten durch Suizid deutlich höher als durch tödliche Skitouren-, Kletter- oder Flugunfälle, wie die Bergunfallstatistik des Österreichischen Kuratoriums für Alpine Sicherheit mit den Daten der Alpinpolizei des Bundesministeriums für Inneres zeigt. Nach tödlichen Wander- und Pistenunfällen sind Suizide in den vergangenen zehn Jahren die dritthäufigste Todesursache im österreichischen Gebirge.

(...)
Da kann man nichts wegreden.


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Scarlett (26) beim Wandern im Schwarzwald verschollen

um 09:00
Zitat von Mink77Mink77 schrieb:Menschen mögen vorher einkaufen gehen und Pläne haben, aber dass jemand eine Fernwanderweg über mehrere Tage in bester Umgebung unternimmt, voller Glückshormone sein dürfte und sich dann das Leben nimmt, halte ich für unwahrscheinlich.
Sehr richtig. Sehe ich genauso. Es ist sehr unwahrscheinlich. Bei der Unfalltheorie gehe ich noch mit. Da muss sie dann wirklich ungünstig liegen, dass sie übersehen wurde. Bei den ganzen Suchmaßnahmen von privater und behördlicher Seite.


Natürlich gibt es auch Suizidfälle, wo Mitmenschen nichts mitbekommen und es keine subtile Zeichen gibt. Häufig gibt es aber Warnsignale. Psychologische Probleme, schwere Kindheit. Hatte mal eine Kollegin in dem Alter, die hat sich die Arme geritzt.
Psychisch Emotional:
Starke Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, anhaltene Hoffnungslosigkeit, Leere, starke Schuldgefühle, Rückzug, Interesse-und Freudlosigkeit
Verhalten:
Selbstverletzung, aber nicht jeder suizidgefährdetee Mensch verletzt sich selber, häufiges Reden über Tod,
Rückzug von Familie und Freunde.
Kommunikation: Häufiges Reden über Tod, Rückzug von Familie und Freunde, Sinnlosigkeit.

Bis auf den Rückzug von Familie (aufgrund Wanderung, Urlaub) passt erstmal wenig.


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Scarlett (26) beim Wandern im Schwarzwald verschollen

um 09:13
Zitat von Helly77Helly77 schrieb:Natürlich gibt es auch Suizidfälle, wo Mitmenschen nichts mitbekommen und es keine subtile Zeichen gibt. Häufig gibt es aber Warnsignale. Psychologische Probleme, schwere Kindheit. Hatte mal eine Kollegin in dem Alter, die hat sich die Arme geritzt.
Psychisch Emotional:
Starke Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, anhaltene Hoffnungslosigkeit, Leere, starke Schuldgefühle, Rückzug, Interesse-und Freudlosigkeit
Verhalten:
Selbstverletzung, aber nicht jeder suizidgefährdetee Mensch verletzt sich selber, häufiges Reden über Tod,
Rückzug von Familie und Freunde.
Kommunikation: Häufiges Reden über Tod, Rückzug von Familie und Freunde, Sinnlosigkeit.
Jetzt wird es schon unverschämt. Es gibt so unterschiedliche Geschichten, wie es Menschen gibt.

Solche auch nur vielleicht wahren, laienhaft analysierten (Du kennst ja anscheinend gar keine Diagnose) Anekdötchen (KI?) helfen auch nicht dabei, die falschen Behauptungen zu Suizidenten richtiger zu machen. Warum muss man die Tatsachen so vehement leugnen? Gruselig! Lies einfach wenigstens mal das PDF, das ich oben verlinkt habe.


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Scarlett (26) beim Wandern im Schwarzwald verschollen

um 09:39
Zitat von soomasooma schrieb:Jetzt wird es schon unverschämt. Es gibt so unterschiedliche Geschichten, wie es Menschen gibt.
Dafür steht der erste Satz. Du solltest bei dem Thema Suizid deine Emotion etwas herunterfahren. Es gibt auch andere Meinungen, auch wenn die dir aus verschiedenen Gründen nicht gefallen.


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Scarlett (26) beim Wandern im Schwarzwald verschollen

um 10:03
Zitat von Helly77Helly77 schrieb:Es gibt auch andere Meinungen
Ja, es gibt in diesem Fall drei Haupttheorien. Jeder hier bewertet die Wahrscheinlichkeiten anders.

Wenn jemand eine andere Meinung hat als ich, dann respektiere ich das.

Die Faktenlage ist recht dünn und wir stehen hier alle vor einem großen Fragezeichen.

Ich persönlich halte ein Gewaltverbrechen für die wahrscheinlichste Variante, aber meine Meinung muss nicht unbedingt des Rätsels Lösung sein...


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Scarlett (26) beim Wandern im Schwarzwald verschollen

um 10:34
Zitat von Helly77Helly77 schrieb:Es gibt auch andere Meinungen, auch wenn die dir aus verschiedenen Gründen nicht gefallen.
Es kann hier selbstverständlich verschiedene Meinungen, unterschiedliche Theorien über die Gründe von Scarletts Verschwinden geben – nicht aber zu Fakten und Tatsachen bezüglich Lebensmüdigkeit. Belege dazu habe ich verlinkt. Und ja, Ignoranz bei dem Thema ärgert mich und werde Quatsch auch nicht stehenlassen. Schließlich geht es ja um – Wahrscheinlichkeiten.


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Scarlett (26) beim Wandern im Schwarzwald verschollen

um 11:15
Mit Wahrscheinlichkeiten ist das so eine Sache. Da es null Anzeichen für ein Verbrechen gibt, wäre die Wahrscheinlichkeit für ein Verbrechen normalerweise gering.

Ähnlich verhält es sich bei einem freiwilligen Abtauchen. Ohne erkennbaren Plan und entsprechende Vorbereitung während der Pandemie auch sehr unwahrscheinlich.

Am wahrscheinlichsten wäre bei einer Allein-Wanderin ein Unfall, aber wenn man nach jahrelanger intensiver Suche weder von Mensch noch von Ausrüstung irgendetwas findet, nimmt auch bei dieser Theorie die Wahrscheinlichkeit ab.

Ein Suizid wäre nach einem Unfall am wahrscheinlichsten. Und da lohnt sich ein Blick in das von @sooma verlinkte PDF-Dokument:

https://www.bergundsteigen.com/magazinartikel/suizid-am-berg/

Auf Seite 98 steht da: >>Zwischen dem Entschluss, sich das Leben zu nehmen, und der Suizidhandlung liegen laut Studien bei zwei von drei Menschen nur weniger als zwölf Stunden. "Das heißt, zwei Drittel haben sich das nicht wohl überlegt", sagt Prof. Dr. Thomas Reisch, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie. Suizid ist damit kein Ausdruck von Freiheit, sondern von Einengung durch objektiv oder subjektiv erlebte Not.<<

Aus meiner subjektiven Sichtweise auf den Fall Scarlett umgelegt, könnte für eine Suizid-Theorie sprechen: Es war der letzte Tag der Wanderung, ein Ende der Pandemie nicht absehbar. Wie geht es weiter? Gegen die Suizid-Theorie könnte die Statistik sprechen. Scarlett wäre da vom Alter und Geschlecht eher eine Ausnahme und auch das man sie nicht gefunden hat würde für mich eher gegen einen Suizid sprechen.

Ebenfalls auf Seite 98 steht in dem verlinkten PDF: >>In einer amerikanischen Studie haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zudem herausgefunden, dass Menschen ihre Suizidhandlung bereits während der Ausführung bereuen. Befragt wurden die 0,2 Prozent, die ihren ernsthaften Suizidversuch (Sprung von der Golden Gate Bridge) überlebt haben. Erstaunlicherweise berichteten alle Befragten, schon während des Sprunges ihre Entscheidung bereut zu haben. "So schnell die Gefühle kommen, so schnell können sie wieder gehen - und sich andere Lösungen auftun", sagt der Psychologe Alexis Zajetz.<<


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