Mit Wahrscheinlichkeiten ist das so eine Sache. Da es null Anzeichen für ein Verbrechen gibt, wäre die Wahrscheinlichkeit für ein Verbrechen normalerweise gering.
Ähnlich verhält es sich bei einem freiwilligen Abtauchen. Ohne erkennbaren Plan und entsprechende Vorbereitung während der Pandemie auch sehr unwahrscheinlich.
Am wahrscheinlichsten wäre bei einer Allein-Wanderin ein Unfall, aber wenn man nach jahrelanger intensiver Suche weder von Mensch noch von Ausrüstung irgendetwas findet, nimmt auch bei dieser Theorie die Wahrscheinlichkeit ab.
Ein Suizid wäre nach einem Unfall am wahrscheinlichsten. Und da lohnt sich ein Blick in das von
@sooma verlinkte PDF-Dokument:
https://www.bergundsteigen.com/magazinartikel/suizid-am-berg/Auf Seite 98 steht da: >>Zwischen dem Entschluss, sich das Leben zu nehmen, und der Suizidhandlung liegen laut Studien bei zwei von drei Menschen nur weniger als zwölf Stunden. "Das heißt, zwei Drittel haben sich das nicht wohl überlegt", sagt Prof. Dr. Thomas Reisch, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie. Suizid ist damit kein Ausdruck von Freiheit, sondern von Einengung durch objektiv oder subjektiv erlebte Not.<<
Aus meiner subjektiven Sichtweise auf den Fall Scarlett umgelegt, könnte für eine Suizid-Theorie sprechen: Es war der letzte Tag der Wanderung, ein Ende der Pandemie nicht absehbar. Wie geht es weiter? Gegen die Suizid-Theorie könnte die Statistik sprechen. Scarlett wäre da vom Alter und Geschlecht eher eine Ausnahme und auch das man sie nicht gefunden hat würde für mich eher gegen einen Suizid sprechen.
Ebenfalls auf Seite 98 steht in dem verlinkten PDF: >>In einer amerikanischen Studie haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zudem herausgefunden, dass Menschen ihre Suizidhandlung bereits während der Ausführung bereuen. Befragt wurden die 0,2 Prozent, die ihren ernsthaften Suizidversuch (Sprung von der Golden Gate Bridge) überlebt haben. Erstaunlicherweise berichteten alle Befragten, schon während des Sprunges ihre Entscheidung bereut zu haben. "So schnell die Gefühle kommen, so schnell können sie wieder gehen - und sich andere Lösungen auftun", sagt der Psychologe Alexis Zajetz.<<