Kuno426 schrieb am 11.06.2026:Hier wird die Doku erwähnt Beitrag von Strongbow (Seite 1.105)
Danke, sehr interessant. Ich höre eh gerade nochmal alle Podcasts zu dem Thema. Dabei ist wirklich auffällig, dass der Teil mit ihren "Männerbekanntschaften" auf der Wanderung oft komplett unter den Tisch fallen gelassen wird. Ich weiß nicht, ob das ein Frauenthema ist (diverse Podcasts zu dem Fall haben jeweils zwei weibliche Hosts), aber für mich ist es offensichtlich, dass sie neuen Bekanntschaften alles andere als abgeneigt war:
- Sie wollte die Wanderung mit einem Mann unternehmen, den sie auf dem Jakobsweg kennengelernt hatte.
- Den Sohn Silvester/Sylvester der Mitfahrerin fand sie äußerst attraktiv und berichtete sogar ihrer Mutter davon.
- Sie campte mit drei Männern, die sie erst kürzlich kennengelernt hatte, an einem Lost Place. Ich bin kein eifersüchtiger Mensch, aber das hätte ich als Joey, der irgendwo in China herumsitzt, nicht so toll gefunden, wenn meine zukünftige Frau an einem einsamen Ort mit drei Männern campen würde.
Und das sind erstmal nur die Kontakte, die wir mitbekommen haben. Ganz wichtig, ich meine das in keiner Weise negativ oder als Anschuldigung. Scarlett war Anfang 20, eine lebenslustige Person, Joey war irgendwo in China und aufgrund von Corona war die gemeinsame Zukunft mehr als unsicher. Vielleicht hat sie das auch auf der Wanderung gemerkt, dass er doch nicht der Mann für's Leben ist (was mit Anfang 20 eh äußerst unrealistisch wäre) und war deshalb komisch zu ihm am Telefon. Scarlett war eine offene und attraktive Person, und wenn sie da nicht ein wenig links und rechts geschaut hätte, würde ich die Welt nicht mehr verstehen.
Nachdem die letzte Etappe des Schluchtensteigs als eine der leichteren Etappen gilt, halte ich die Unfall-Theorie für weniger wahrscheinlich als ein Verbrechen. Es passt vom späten Aufbruch in Todtmoos, über das komische Telefonat mit Joey bis hin zu der Hundespur und der Sichtung der Zeugin am Parkplatz alles dafür, dass sie dort auf eine Verabredung gewartet hat. Möglicherweise wollte sie mit dieser Person noch Zeit verbringen und er hätte sie dann noch zu ihrem Auto fahren sollen, das ja am Beginn des Schluchtensteigs abgestellt war. Es war doch völlig unrealistisch, die sechste Etappe so spät zu beginnen, zu Ende zu wandern, dann das eigene Auto abzuholen und dann noch mehrere Stunden nach Mainz zu fahren. Ich schätze Scarlett auch so intelligent ein, dass sie sicherlich den Tag durchgeplant und die Zeit im Blick hatte. Ich gehe auch davon aus, dass die Verabredung am Parkplatz erschienen ist. Denn wenn ein großer Unbekannter sie am Parkplatz in ein Auto gezerrt hätte, hätte ja sicherlich die Verabredung später ausgesagt, dass er mit S. verabredet war und sie nicht erschienen ist.
Eine Sache spricht allerdings dagegen, dass es so war, wie oben skizziert. In einem Podcast war die Rede davon, dass ihre "Handynachrichten ausgewertet wurden". Mir ist unklar, was damit gemeint ist. Scarletts Handy ist ja zusammen mit ihr verschwunden. Konnte man 2020 schon in ein Cloud-Backup gehen und Nachrichten auslesen? Aus welchen Messengern? In welchem Zeitraum? Oder sind damit nur die Nachrichten gemeint, die bei Familie und Freunden angekommen sind? Irgendwie müsste sie ja aber zwischenzeitlich mit der Verabredung kommuniziert haben (auch wenn eine mündliche Verabredung nicht ausgeschlossen ist). Die Rolle des Handys ist wirklich rätselhaft. Ich verstehe aber, dass man vor einer Wanderung (auf der man eh nicht oft Netz haben wird) in den Flugmodus geht, um Batterie zu sparen. Deshalb spricht die letzte Einbuchung ins Handynetz in Todtmoos nicht zwangsläufig dafür, dass sie den Ort nicht verlassen hat. Am Parkplatz hätte sie das Handy beim Warten aber dann doch sicher wieder eingeschaltet. Vielleicht hat sie da aber auch kein Netz hereinbekommen. Keine Ahnung, ob man das technisch klären konnte.