megavolt schrieb:Ich befürchte, das klärts alles nicht mehr.
Das befürchte ich auch.
Insgesamt finde ich das Verhalten am Tag des Verschwindens widersprüchlich. Aber das ist natürlich meine subjektive Einschätzung.
-Erst wird so spät aufgebrochen, dann zu Fuß 30 Min bis zu Edeka, dann der Minieinkauf für die doch lange Strecke, daraufhin bricht sie aber wieder nicht auf sondern macht erstmal eine Pause bei diesem Steinlabyrinth. Dann wird ein längerer Videoanruf an den chinesischen Freund gemacht, danach aber Ultrasparmodus am Telefon aktiviert, um Strom zu sparen. Was kostet mehr Akku und Daten als ein Videoanruf?
Warum leert man vor so einer geplanten Etappe den Akku aus, um dann nur mehr auf Sparmodus zu schalten?
Wenn man nicht weiß, wann und wo man wieder aufladen kann? Es wirkt als wäre sie dort die Zeit bis 11 Uhr "abgesessen", als hätte sie gewartet und Zeit totgeschlagen.
Was mich auch irgendwie aufmerksam machte ist, dass Scarlett schon eine Nacht zuvor in Todtmoos übernachtete und dann mit dem Bus zurückfuhr, um die vorherige Etappe zu gehen, die sie wiederum nach Todtmoos führte. Die Unterkunft wurde zuvor gebucht.
-Am Tag des Verschwindens ist das anders: Ihr Auto stand noch in Stühlingen, in Wehr hatte sie keine Unterkunft, die Busfahrt von Wehr nach Stühlingen hätte rund 2 Stunden gedauert. Daraufhin die geplante Fahrt am Folgetag von Stühlingen bis nach Mainz 3:45h.
Gerade an diesem Tag wäre es doch wichtig gewesen, eine Unterkunft zu haben, in der man sich nochmal duscht, frisch macht und gut schlafen kann, wenn man am Folgetag fast 4 Stunden Autofahrt vor sich hat. Da campt man doch nicht wild oder kommt erst gegen 19 Uhr in Wehr an, um sich dann erstmal eine Unterkunft zu suchen.
Deswegen: Wo wollte Scarlett am Tag ihres Verschwindens die Nacht verbringen?
Spontan ein Hotel? Campingplatz? Hat sie trotz intensivem Telefonkontakt mit niemandem konkret darüber gesprochen?
Für mich deutet das Verhalten darauf hin, dass sie einen anderen Plan hatte, ihr jemand einen Platz zum Schlafen oder eine Mitfahrt angeboten hat.
Da die Handyaktivitäten kurz nach dem Aufenthalt am Steinlabyrinth ganz plötzlich enden, gehe ich davon aus, dass da zeitnah etwas vorgefallen sein muss. Da die letzte Nachricht um 17 Uhr in der Funkzelle Todtmoos ankam, gehe ich davon aus, dass auch ortsnah etwas vorgefallen sein muss.
Das Handy könnte noch irgendwo in Todtmoos weggeworfen worden sein und bis zum Ende des Akkus noch Nachrichten empfangen haben.
-Warum man nichts auf ihrem Handy gefunden hat und wie sich ein derartiger Kontakt angebahnt haben könnte, ist natürlich die große Frage.
Dazu meine Frage, vielleicht kennt sich hier jemand besser damit aus:
Scarlett hat ja wohl auch über andere Messengerapps (zB WeChat mit dem Freund in China) kommuniziert, kann es denn sein, dass es noch eine End-to-End verschlüsselte Messengerapp gab, deren Daten nicht in die Cloud synchronisiert wurden (Sparmodus oder Cloud deaktiviert) und von denen die Ermittler und die Familie nichts wissen, da ihr Handy nie gefunden wurde? Die Daten liegen ja bei so einer Verschlüsselung nur auf dem Telefon von Sender und Empfänger vor, nichtmal der App Betreiber sollte die Daten haben, weil alles verschlüsselt übermittelt wird.
Denke da etwa an die Apps Signal oder Telegram. Hinsichtlich beider Apps gab es in den letzten Jahren viel Diskussionen inwieweit EB auf diese Daten Zugriff erhalten können und ich glaube rezent wurde hier von den App Betreibern mehr Zusammenarbeit zugesichert, aber wie es damals war, weiß ich nicht.
Ansonsten kommt natürlich auch ein Unfall in Betracht, wobei ich da aber vermuten würde, dass sie weiter vom Weg abkam, sich verlaufen sein muss und dann dort abgestürzt ist, denn neben dem Weg wurde mittlerweile ja wirklich alles sehr gut abgesucht.