Guten Tag,
ich glaube die herausgefundenen Tatsachen und Fakten sprechen ganz klar eine andere Theorie, die aller Wahrscheinlichkeit nach am ehesten zutrifft.
Ignatius schrieb:Es ging ihr einfach nicht gut. Zudem scheint mir der mehrminütige Aufenthalt an einer der Bushaltestellen darauf hinzudeuten, dass sie möglicherweise vorhatte, aufgrund der Beschwerden den ersten Teil der Etappe per Bus zu absolvieren
Das steht nirgendwo geschrieben. Im Gegenteil, sie erzählte am Vorabend im Asia-Restaurant den 3 zufällig wieder getroffenen Wanderern, dass sie am nächsten Tag die 6.Etappe laufen wollte und sich auch darauf freuen würde.
Ignatius schrieb:Wenn man sich vor Augen führt, dass sie die vorherige Etappe so konstruierte, dass sie ohne den großen Rucksack und damit ohne die bisherige Belastung unterwegs war, kann man sicherlich ohne Übertreibung schlussfolgern, dass körperliche Beschwerden zu diesem Zeitpunkt vorlagen.
Dies kann die ungewohnte Verhaltensweise gegenüber Joey im letzten Call hervorgerufen haben
Es steht weiterhin nirgendwo, dass sie vorherige Etappen ohne Rucksack absolviert hat. Sie war ja auch in voller Wandermontur, wie das letzte Foto um 10:14 der Überwachungskamera im Edeka beweist.
Ich glaube allerdings auch, dass sie keineswegs beschwerdefrei und völlig fit gewesen ist, auch wenn Zeugenaussagen was anderes behauptet haben. 5 schwere Etappen vorher mit schweren Gepäck sind nicht so leicht wegzustecken, zumal sie ja auch eine eher zierliche Frau ist.
Beim Essen am Abend vorher im Asia-Restaurant boten ihr die 3 Wanderer an mit ihr die letzte Etappe gemeinsam zu gehen, was sie aber abgelehnt hat. Ich vermute, dass sie sie sich keine Blöße geben wollte, weil sie doch schon geschwächt gewesen ist und sich alleine die Zeit hätte besser einteilen können. Das wäre auch ein möglicher Grund, warum sie am 10.09. morgens doch ziemlich langsam war und etwas getrödelt hat. Erst Edeka, dann der Gang zum Steinlabyrinth, das Verweilen dort mit dem Telefonat mit Joey. Alles deutet für mich darauf hin, dass sie etwas Zeit schinden wollte, um den 3 Wanderern nicht mehr zu begegnen, weil sie sich denen nicht mehr anschließen wollte.
Das sie dann tatsächlich die 6.Etappe Richtung Wehr angetreten ist, haben scheinbar Mantrailer-Hunde ein paar Tage nach ihren Verschwinden am Eingang des Schluchtensteiges festgestellt. Eine weiterführende Spur bis zum Stein am Wanderparkplatz wurde erst 1 Jahr später durch eine privat organisierte Mantrailer-Staffel gefunden. Ob diese Spur so aussagekräftig ist muss bezweifelt werden, vielleicht sind die Hunde auch nur dem Geruch der Angehörigen gefolgt. Auch das Auffinden einer Sonnenbrille entlang der 6.Etappe zwischen Todtmoos und dem Wanderparkplatz, auf der zwar keine DNA gefunden wurde, die aber scheinbar exakt das Modell gewesen ist, das auch Scarlett hatte, deutet darauf hin, dass sie diesen Weg gelaufen ist, es wäre ja purer Zufall gewesen, wenn genau die gleiche Brille dort jemand anderem gehört hätte. Möglicherweise hatte sie die Brille über die Haare gezogen, wie auch auf dem Foto der Überwachungskamera und dann verloren, als sie gerade austreten gewesen ist. Dann noch die Zeugenaussage einer Frau, die Scarlett am Tage ihres Verschwindens auf einem Stein am Wanderparkplatz zu passender Zeit gesehen hat und eine exakte Beschreibung abgeben konnte. All diese Dinge deuten daraufhin, dass Scarlett sich dort tatsächlich aufgehalten hat, es wäre ja purer Zufall und irgendwie völlig unlogisch wenn alle diese Ereignisse nicht in einem Zusammenhang mit Scarlett stehen würden.
Meiner Meinung nach ist dieser Wanderparkplatz der einzig logische Schlüssel. Dort ist ein Ereignis eingetreten, das letztendlich zum Verschwinden von Scarlett geführt hat. Es fanden sich von dort keinerlei Spuren mehr auf dem weiteren Wanderweg Richtung Wehr. Kein Mantrailer schlug mehr diese Richtung an. Auch ein Zurück auf dem gleichen Weg wird polizeilich ausgeschlossen, da gut ausgebildete Mantrailer-Hunde dieses anders angezeigt hätten. Wäre auf dem Weg von Todtmoos zum Wanderparkplatz ein Ereignis eingetreten, z.B. ein Ausrutschen, Stolpern, Hang abrutschen oder Abstürzen, hätten die Hunde auch da seitlich ausbrechend eine Spur feststellen müssen. Auch hätte man irgendwelche Teile ihrer Ausrüstung gefunden und wenn es nur kleinen Fetzen gewesen wären. All das ist nicht geschehen. Deshalb ist die einzig logische Erklärung nur, dass sie sich auf dem Stein am Wanderparkplatz ausgeruht hat und dann ein fatales Ereignis wie eine Mitfahrgelegenheit eingetreten ist, wo ihr versprochen wurde, sie weiter nach Wehr oder zurück nach Todtmoos zu bringen.
Alle anderen Theorien hier, wie Reitunfälle, versehentliches Erschießen in der Dämmerung, Angriffe von Wildschweinen oder auch ein möglicher Suizid sind für mich völlig absurd und stehen überhaupt nicht im Kontext mit den Tatsachen und Fakten, die logisch erscheinen, zumal man bislang absolut keine sterblichen Überreste von ihr gefunden hat.
Ich habe von dem ganzen Fall übrigens erstmals vor kurzem etwas gehört, als ein Bericht im Frühstücksfernsehen lief und der Vater interviewt wurde. Mich hat die Geschichte sehr betroffen gemacht und ich habe mich mit dem ganzen Fall seitdem extrem beschäftigt. Habe viel darüber gelesen, KI befragt, YouTube-Videos angesehen und bin deshalb auch hier gelandet.
Ich finde es sehr wichtig, dass private Organisationen wie z.B. "Bitte findet Scarlett" oder auch die "Hundestaffel K9" in enger Verbindung mit Scarletts Familie die Suche nie aufgibt. Die öffentlichen Aufrufe, Plakataktionen oder die Aktion mit "True Fruits" erreichen auch jetzt noch Menschen (wie mich), die noch nie was von dem Fall gehört haben. Ich hoffe, dass irgendwann jemand dabei ist der den entscheidenden Hinweis geben kann.
Ich wünsche der Familie von Herzen alle Kraft der Welt, um diesen Zustand der quälenden Ungewissheit durchzustehen und hoffe dass irgendwann alle offenen Fragen rund um Scarletts Verbleib beantwortet werden können.