Hallo,
hopkirk schrieb:Es ist schlicht unmöglich, zu behaupten, alle infrage kommenden Bereiche seien gründlich abgesucht worden.
dem würde ich beipflichten wollen. Schaut man sich das Gelände in den Videos oder selbst die Fotos auf der Schluchtensteigseite an, sieht man, das es zum Teil unübersichtliches Gelände ist. Schaut man von oben, sieht man die Vegetationsdecke. Die (zum Beispiel Heidelbeeren), kann vieles verdecken. Es kann Mulden oder regelrechte Löcher geben, die die Vegetation verdeckt, wenn der Stein darunter verwittert. Das merkt man erst, wenn man reintritt. Und auch so kann man sich ggf. verletzen. Wie will man das alles absuchen? Man wird immer Mikrobereiche übersehen.
Man kommt immer wieder zu dem Punkt, dass man ab ca. 11 Uhr gar keine belastbaren Infos mehr hat. Und da lenkt ggf. das Rauschen (auch durch die vagen Hinweise und die ganzen Theorien) auch vielleicht davon ab, dass man den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht. Man braucht auch nicht zwangsweise einen Wagen oder einen Täter weil da wäre dann sofort wieder die Möglichkeit da, dass jemand anderes was bemerkt hat. Man braucht kein weites Vordringen in die Steilpassagen, um das Verschwinden zu erklären. Und gerade da wurde ja wohl recht schnell gesucht. Die ganze Lange wie sie sich präsentiert, deutet m. E. darauf hin, dass sie nicht weit gekommen ist und wohlmöglich schon in der nächsten halben Stunde oder Stunde etwas passiert ist.
Nicht unbedingt wegen Tätereingriff, also ich meine nur, es muss nicht zwangsweise so gewesen sein. Es kann, aber muss nicht mit einem Täter zusammenhängen.
Dieser Ort bzw. Ortsrandbereich sind (wahrscheinlich) nicht ganz untückisch. Das ist kein Dorf im Münsterland. Es gibt dort (wahrscheinlich) folgende Strukturen:
- Böschungen,
- Ufermauern,
- Durchlässe,
- Rohre,
- Brückenränder,
- steile Bachkanten,
- Verwachsene Ufer,
- Hinterseiten von Gebäuden,
- Park-/Kurparkbereiche, die zugewachsen sind
- Böschungen hinter Wegen,
- private oder halböffentliche Randflächen,
- Hochstaudenfluren und Brombeeren
- Ortsrandlagen im Übergang zum Wald mit Waldrandstrukturen, Gebüschen etc.
Wenn ihr bei dem Telefonat vielleicht schon schlecht war, muss sie nur hingefallen und
unglücklich gefallen sein. Das reicht leider.
Und es passt dazu, dass man so gar nichts mehr später gehört hat. Das sie keiner gefunden hat.
Und es passt auch dazu, dass man keinen Täter, Auto etc. findet. Denn auch der hätte gesehen
werden können. Nehmen wir an, der Ort war zu diesem Zeitpunkt recht leer. Dann ist es bereits
ausreichend, dass niemand dabei war, dass sie verunfallt ist. Und wenn dann niemand zur Stelle war,
kann es schon passiert sein.
Genau dort könnte ein falscher Suchfokus problematisch sein. Wenn man innerlich schon „sie ist auf Etappe 6“ annimmt, sucht man vielleicht zu viel entlang des Wanderkorridors. Aber gerade diese gespensterhafte Informationslosigkeit ist ein Anhaltspunkt, dass etwas frühes passiert ist.
Man hat ein Video, wo sie an der Kasse steht. Dann sehr bald nichts.
Ja, das mag alles möglich sein, Auto, Täter, Wanderbekanntschaft, Streit. Das kann ich nicht widerlegen.
Man braucht es leider aber nicht unbedingt, wenn man ehrlich ist. Man braucht nur irgendeine blöde Ecke, wo nicht geguckt wurde.
Ich will jetzt keine sinnvollen Gedanken etc. zerreden. Ihr könnt alle recht haben. Nur als Gedanke zur Hineingabe in die Diskussion, was leider vielleicht schon reicht, als einfachste Annahme.
Dann habe ich überlegt, was meine Überlegung vielleicht abschwächen könnte: Scarlett hatte keinen wirklichen Grund, den weg zu verlassen denn alles deutet darauf hin, dass sie den Weg gehen wollte. Dann hätte sie aber auch keinen Grund gehabt, in ein Auto zu steigen. Also beides nicht.
Mir scheint, der Schlüssel liegt in der Zeit direkt nach dem Telefonat. Wenn der Kurpark oder Ortsbereich da verlassen war, dann reicht das um den Unfall (oder ja vielleicht auch Täter!) zu vernebeln.
Nochmal, ich sehe auch, was meine Hypothese abschwächt: Das ist vor allem ein fehlender Grund Scarletts, solche unübersichtlichen Bereiche überhaupt aufzusuchen (das gilt auch später auf dem Weg). Das muss ich ehrlich zugeben...