deim0s schrieb:Nichtsdestotrotz muss ich dann behaupten, wenn der Hund am Wanderparkplatz als Indiz gilt, dann gilt es erst recht für die Hundestaffel in Todtmoos, die ALLESAMT nicht in Richtung E6 nach Wehr gelaufen sind, ob zum Einstieg oder woanders lang Richtung Süden.
Ich kann nicht hergehen, und eine jahrealte Spur mehr Glauben schenken als den Spuren in Todtmoos.
Das hast Du schön gesagt! Du sprichst mir aus der Seele: Es ist ja grotesk, wie wichtig hier von manchen Foristinnen die angebliche Spur zum Ibacher Kreuz genommen wird, obwohl sie nach allen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen Humbug sein muss, während die Spuren innerhalb des Ortes, die tatsächlich valide sein könnten, regelmäßig vollkommen unter den Tisch fallen. Wenn man eine von den beiden Hundespuren ernst nehmen will, dann kann das nur die relativ frische in Todtmoos sein - wobei auch die mit Vorsicht interpretiert werden muss, weil sie auch erst 72 Stunden (wenn ich richtig rechne) nach dem Verschwinden Scarletts erschnüffelt wurde.
Bei guten Bedingungen können entsprechend ausgebildete Hunde Spuren von Menschen bis zu 48 Stunden nach ihrer Entstehung ZUVERLÄSSIG verfolgen; bei schlechten Bedingungen wie z.B. starker Niederschlag, starker Wind oder starke Sonneneinstrahlung kann sich diese Zeit noch deutlich verkürzen. Und das ist ja auch klar, denn die Hunde sind ja darauf angewiesen, dass die Moleküle, die den Geruch tragen, a) noch vor Ort sind, also nicht weggespült oder weggweht wurden und b) sich noch nicht chemisch verändert haben, z. B. durch UV-Strahlung. Dass derartige Geruchsmoleküle noch nach Monaten oder gar Jahren heil und vor Ort sind, ist unter freiem Himmel absolut ausgeschlossen. Vielleicht geht so etwas in einem eigens dafür konstruierten Labor - im Schwarzwald geht es nicht.
Man sieht an diesem Beispiel mit den Hundespuren sehr schön, dass bei vielen von uns erst die eigene Tathergangs-Theorie kommt, und dann die dazu passenden (Schein-)Spuren gesammelt werden, während über die nicht so gut passenden Spuren der Mantel des Schweigens gelegt wird. Machen wir alle, glaube ich. Die Theorie zum Beispiel, dass Scarlett am Ibacher Kreuz in ein Auto gestiegen ist, klingt ja auch ganz vernünftig und lebensnah, aber wenn man ehrlich ist, muss man da zweimal über seinen Schatten springen, um sie konkurrenzfähig zu machen: Man muss die uralte (und daher nicht mehr vorhandene) Hunde-Spur zu einer Tatsache aufwerten - genau wie die Zeugenaussage, die aber eben auch nur eine Zeugenaussage ist, und mit den typischen Problemen dieser Beweis-Art zu kämpfen hat. Sie kann stimmen, klar, aber die meisten Zeugenaussagen stimmen eben nicht ...