Scarlett (26) beim Wandern im Schwarzwald verschollen
gestern um 22:07Ja, das wäre für mich die einzige plausible Möglichkeit, die neuen Hinweise mit den bisherigen einigermaßen in Einklang zu bringen. Denn das stärkste Argument für ein Verbrechen war ja immer, dass nie etwas auf der E6 (und auch sonst nirgendwo) gefunden wurde. Das machte die Beteiligung eines Autos wahrscheinlich.lemystere schrieb:Oder ereignete sich am Wildenstein ein Verbrechen, und der Täter entfernte sich mit ihrem Handy nach Todtmoos?
Was aber, wenn sich der Reißverschluss tatsächlich Scarletts Osprey-Modell zuordnen ließe?
1) Dass Scarlett ohne Fremdeinwirkung verunglückte, aber nie gefunden wurde ist möglich, aber nach der intensiven und frühzeitigen Suche gering (ja, auch Unwahrscheinliches kann passieren).
2) Wahrscheinlicher (falls sie nicht noch verunglückt gefunden wird) bleibt demnach immer noch ein Szenario mit irgendeiner Form von Fremdeinwirkung. Aber wie könnte die ausgesehen haben und trotzdem zu den neuen Funden passen?
In jedem Fall hätte Scarlett an dem Tag Zeit und einen plausiblen Grund gehabt, den Abstecher zum Wildenstein zu machen. Aber ohne Rucksack, wie @lemystere ja schon schreibt.
2a) Entweder wurde sie wirklich gestalkt: Stichwort: Erkundigung am IK, Stichwort Busfahrt von St Blasien nach Todtmoos und zurück. Dann wäre ihr jemand zum Trampelpfad gerfolgt, vielleicht weil da ein Rucksack war oder aus anderen Gründen. Eine Verfolgung muss auch nicht über die ganze E6 hinweg passiert sein, sondern evtl auch erst ab Wehraparkplatz. Vielleicht waren sie sogar aus einem anderen Grund verabredet (Rucksackübergabe? Die Parkplatzzeugin hat keinen Rucksack erwähnt.).
2b) Oder das Geschehen hatte keine Vorgeschichte und es kam im Umfeld Wildenstein spontan zu einem Vorfall. Dabei kann Scarlett bewegungsunfähig geworden sein. Entweder oben am Fels oder sie ist abgestürzt. Sowohl ein Verbrechen als auch ein Unfall mit einem weiteren Beteiligten sind da denkbar.
In beiden Fällen wäre kein Auto in der Nähe gewesen, mit dem man Spuren hätte beseitigen können. Falls Scarlett bewegungsunfähig oben am Fels war, hätte der Täter nur die Gegebenheiten vor Ort gehabt, um eine Entdeckung der Tat zu verhindern und Spuren zu verwischen. Keine Ahnung, welche Möglichkeiten das Gelände bietet, um z.B. Ausrüstung provisorisch oder dauerhaft zu verstecken: Felsspalten, Vergraben unter Laub in Senken oder unter Wurzeln usw. Dazu hätte man die Ausrüstung verteilen müssen, evtl. sogar zerschneiden.
Angenommen, der Übergriff war ungeplant und die Situation ist eskaliert. Dann könnte es dem Täter gedämmert haben, dass er zuvor den Reißverschluss des Rucksacks angefasst hatte. Eine ad-hoc-Lösung dafür könnte sein, den Reißverschluss vom übrigen Rucksack abzutrennen und gesondert zu entsorgen: z.B. ihn um einen Stein oder Ast zu wickeln und den Abhang hinunterzuwerfen. Voraussetzung wäre ein Messer!
Ganz sicher wäre ein Täter nicht einfach mit dem knallroten Riesen-Rucksack (zurück?) zum Wanderparkplatz spaziert. Zu groß wäre das Risiko erkannt oder wiedererkannt zu werden. Dann aber wären die Ausrüstung (evtl. sogar Scarlett selbst) immer noch dort. Und dann (nur dann!) kann ich mir vorstellen, dass Hunde nach vielen Sommern und Wintern einen Geruch (von z.B. einem Schlafsack) wittern können.
Das Handy dagegen wäre wahrscheinlich nicht im Rucksack gewesen. Oder eben doch noch, dann hätte der Täter den Reißverschluss auf der Suche danach geöffnet und ihn so angefasst. Auf jeden Fall wäre ein Handy wohl der einzige Gegenstand, den ein Täter doch mitnehmen würde. Weil er sonst fürchten müsste, dass ein am Tatort verbliebenes Handy (u.U. sogar ausgeschaltet) geortet wird. Außerdem lassen sich mit einem Handy, wenn es z.B. in Todtmoos versteckt wird, falsche Spuren legen.
Ein solches oder ähnliches Szenario wäre für mich eine der wenigen Möglichkeiten, die mehrere der bisherigen Annahmen/Ergebnisse in Einklang bringen würde, wenn auch holprig: die Annahme eines Übergriffes (evtl. auch Verfolgung), das Warten am Wehraparkplatz, die Handybefunde (17h-Nachricht kam an, Handy blieb in Todtmooser FZ) sowie die neueren Behauptungen der Hundespuren und des gefundenen Reißverschlusses.
Dazu müsste man die "Einsame Tanne", die Spuren zum IK und auch die Sonnenbrille vernachlässigen. Außerdem müsste der Reißverschluss zu ihrem Modell passen - und es müssten sich bald weitere Funde im Umfeld ergeben.



