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Schwarmintelligenz bei der Betrachtung von Kriminalfällen

27 Beiträge, Schlüsselwörter: Kriminalfälle, Schwarmintelligenz

Schwarmintelligenz bei der Betrachtung von Kriminalfällen

10.10.2020 um 16:20
Zu behaupten, dass eine Schwarmintelligenz eine ernsthafte Hilfe bei der Aufklärung von Verbrechen ist, wäre eine ziemliche Respektlosigkeit gegenüber den leitenden Beamtinnen und Beamten sowie allen Einsatzkräften im Umfeld dieser Fälle. Kriminalistische Arbeit bedarf einer intensiven Ausbildung, einer institutionellen Einbettung und - wahrscheinlich genauso wichtig - viel Erfahrung. Wie oft sieht man hier, dass User lieber ihren eigenen Fantasien Raum als allen anderen einen Mehrwert verschaffen wollen? Wie oft geht Selbstprofilierung vor dem Argument? Wie oft wird seitenweise ohne entsprechende psychologische Erkenntnisse über Wahrscheinlichkeiten bspw. menschlicher Verhalten gestritten? Und wie oft wird sich am Halbsatz eines von einem Zeitungs-Prakti rasch runtergeschriebenen Artikel aufgehängt?

Wenn ein hier diskutierter Fall aufgeklärt wird, ist es doch letztlich so: Ein Experte auf kriminologischem Gebiete (Profiling, DNA o.Ä.) oder auch Zeuge/Mitwisser liefert den entscheidenden Hinweis und "wir" sind ihm keinen Zentimeter näher gekommen.


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Schwarmintelligenz bei der Betrachtung von Kriminalfällen

10.10.2020 um 21:32
Zitat von 1899Ost1899Ost schrieb:Wenn ein hier diskutierter Fall aufgeklärt wird, ist es doch letztlich so: Ein Experte auf kriminologischem Gebiete (Profiling, DNA o.Ä.) oder auch Zeuge/Mitwisser liefert den entscheidenden Hinweis und "wir" sind ihm keinen Zentimeter näher gekommen.
Zumindest was die Identifizierung unbekannter Toter anbelangt gibt es wie auch im verlinkten Artikel erwähnt wird sehr viele Erfolge von Laien. Auch hier im Forum, erst vor ein paar Tagen wieder.


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Schwarmintelligenz bei der Betrachtung von Kriminalfällen

10.10.2020 um 22:41
@misfit
@1899Ost
@MuePet353
@rhapsody3004
@Rick_Blaine
@Carietta
@Andante
@NaturalJuice
@ThoFra
@stefan33
@GhOuTa


Ich möchte mich zunächst für Euer Feedback bedanken, welches m.E. eher skeptisch geäussert wurde.

Dies sehe ich auch als verständlich an, da dieses "Modell" eines Vorgehens selbstverständlich gewissen Restriktionen unterliegt.

Auf der einen Seite sieht man -am Beispiel der Natur, also der Basis unser aller Schöpfung- , dass die Natur durch die Anwendung einer "Schwarmintelligenz" scheinbar durchaus in der Lage ist, möglichst optimale und gemeinverträgliche Lösungen zu finden.

(Hierbei setze ich aus der wissenschaftlichen Erfahrung / Erkenntnis den Umstand voraus, dass die Natur -evolutionär gesehen- meist systemisch / konzeptionell handelt)


Hierbei bitte ich zu Bedenken, dass das Handeln individueller Menschen durch Konditionierung (Erfahrung / Indoktrination) natürlich subjektiv beeinflusst werden kann.

Hierbei sehe ich gerade die Basis der Fallanalyse, das "Zurücksetzen auf Null", also ohne Ansehen der Herkunft, Position, Religion oder Annahmen bezüglich der möglicherweise beteiligten Personen vorzugehen, als eminent bedeutsam an.


Allgemeine Faktoren -wie z.B. Datenschutz / Vertraulichkeit- wurden ja durch das "US-Modell" (siehe Quelle) geregelt.


Verbleibend gibt es eine Sache, die ich -bezüglich dieses Modells- für sehr wertvoll halte, insbesondere in Bezug auf Gewaltstraftaten:


Die Botschaft der Gesellschaft, der "Vielen":

Wir sind damit nicht einverstanden.



Able_Archer.


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Schwarmintelligenz bei der Betrachtung von Kriminalfällen

10.10.2020 um 23:53
Zitat von Able_ArcherAble_Archer schrieb:(Hierbei setze ich aus der wissenschaftlichen Erfahrung / Erkenntnis den Umstand voraus, dass die Natur -evolutionär gesehen- meist systemisch / konzeptionell handelt)
Sicher. Aber während Ameisen, Bienen und Heringe evolutionär zumeist mit nicht allzuviel individueller Intelligenz gesegnet sind, weswegen sie eben im Verbund erfolgreicher sind, hat die Natur mit dem menschlichen Gehirn ein höchst komplexes Gebilde geschaffen, das schon in sich selbst systemisch aufgebaut ist. Es bedarf für den Menschen nicht der Konzeption eines Ameisenhaufens. Und alle Versuche, den Menschen in Schwärme oder Marschkolonnen unter Ausschaltung seiner Individualität zu pressen, waren brutale und menschenunwürdige Experimente.

Stattdessen hat sich der Mensch in Familien, Sippen, Stämmen, Völkern und Nationen organisiert. Es entwickelten sich arbeitsteilige Gemeinschaften, Berufe, Professionen, Schulen, Universitäten. Und wenn heute Polizisten oder professionelle Helfer Probleme lösen, dann ist dass das Ergebnis einer (kultur-)evolutionären Entwicklung. Vor 1000 Jahren war das noch anders.

Die "Schwarmintelligenz" wurde ja als Idee erst wieder en vogue, als das Internet flächendeckend und mobil verfügbar war. Damit etablierten sich Kommunikationsformen mit stark reduzierter Individualität und großer Teilnehmerzahl. Um nun ähnlich wie bei den Heringen positive Effekte hervorzubringen, müssten die Menschen wie Heringe gestrickt sein. Sind sie aber nicht. Der Mensch hat Angst, der Mensch ist gierig, er will Macht, er will Geld, er will Applaus, er will Zuwendung und, und, und. Und je größer die Differenzen in Herkunft, Interessen, Wohlstand, Bildung, politische Anschauung, desto stärker die Reibungsverluste. Zudem sind die Informationsquellen unerschöpflich, jeder kann sich seine "Wahrheit" so zusammen basteln, wie er möchte.

Meine Meinung (kulturpessimistische Variante): Wir verblöden. Der Irrsinn galoppiert. Corona zeigt es doch. Und ist es ein Zufall, dass sich die gemessene Intelligenz zu dem Zeitpunkt verschlechtert, in dem die Menschheit unbeschränkt von jedem Punkt aus auf alle Bibliotheken dieser Welt zugreifen kann?


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Schwarmintelligenz bei der Betrachtung von Kriminalfällen

11.10.2020 um 02:42
Zitat von monstramonstra schrieb:Meine Meinung (kulturpessimistische Variante): Wir verblöden. Der Irrsinn galoppiert. Corona zeigt es doch. Und ist es ein Zufall, dass sich die gemessene Intelligenz zu dem Zeitpunkt verschlechtert, in dem die Menschheit unbeschränkt von jedem Punkt aus auf alle Bibliotheken dieser Welt zugreifen kann?
Dem schliesse ich mich voll und ganz an.

Aber noch einmal ganz praktisch gefragt: wenn es wirklich drauf ankommt, wenn das eigene Leben auf dem Spiel steht: wem vertraut man am Ende? Dem Wissen der Mediziner vom eigenen Hausarzt über die Fachärzte bis in die Kliniken? Oder fragt man mal schnell im Internet den Schwarm, was man nun am besten tun sollte?

Solange für die meisten die Antwort klar ist, solange sollte man auch in anderen Fragen eher der "Schwarmintelligenz" misstrauen.


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Schwarmintelligenz bei der Betrachtung von Kriminalfällen

18.10.2020 um 05:11
Zitat von monstramonstra schrieb am 10.10.2020:Meine Meinung (kulturpessimistische Variante): Wir verblöden. Der Irrsinn galoppiert. Corona zeigt es doch. Und ist es ein Zufall, dass sich die gemessene Intelligenz zu dem Zeitpunkt verschlechtert, in dem die Menschheit unbeschränkt von jedem Punkt aus auf alle Bibliotheken dieser Welt zugreifen kann?
Ich denke, das würde vom Thema wegführen, aber in der ZEIT gab es vergangenes Jahr eine Titelgeschichte eben zum Zusammenhang zwischen der "Trendwende" beim Intelligenzquotienten und der Digitalisierung, u.a. mit neurologischen Erkenntnissen zum Thema: https://www.zeit.de/2019/14/intelligenzquotient-hirnforschung-messwerte-bildung-gene-konzentration

"Wir verblöden" würde ich nicht unterschreiben. Ich sehe nur, dass durch soziale Medien und Messenger (Stichwort Filterblasen) politische Lager ganz konkret in einem sozialen Raum erlebbar werden - und dadurch die eigene Meinung durch Ähnlichdenkende bestärkt und die Abgrenzung zu anderen verstärkt werden, während sich differenzierte oder dialektische Positionen kaum noch herausbilden, weil man damit eben sein Bedürfnis nach Zugehörigkeit und Identität auf Twitter oder Facebook nicht stimulieren kann.


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Schwarmintelligenz bei der Betrachtung von Kriminalfällen

18.10.2020 um 15:28
@1899Ost

Deshalb sprach ich von der "kulturpessimisten Variante". Dein Erklärungsansatz ist differenzierter.

Und es ist in der Tat so, dass eine einfache Aussage wie "Nazis sind doof!" zur viel mehr Zustimmung führt, als eine differenzierte Analyse, die ein "ja - aber" enthält. Da wird man - auch hier auf Almy zu beobachten - von allen Seiten geprügelt.

Da fühlt man sich schnell unverstanden oder denkt, man habe sich nicht klar ausgedrückt. Dabei ist zu beobachten, dass sich viele Leser nur selektiv den Teil einer differenzierten Aussage herauspicken, der sie triggert: "Du wirst doch wohl nicht behauten wollen, dass Nazis OK sind!" Das hat m.E. alles viel mit Selbstvergewisserung, Aggression und Abgrenzung zu tun. Und das Stichwort "Identitätsbildung" ist auch erst in diesem Kontext aktuell geworden.


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