Justsaying schrieb:Wenn man 1994 keine nennenswerten DNA-Mengen sichern konnte, wuerde es doch bedeuten, dass der Täter weder Sperma noch Blut hinterlassen hat.
Ja, so würde ich das auch deuten. Hinzu kommt, dass StA Mannweiler bei der Pressekonferenz gesagt hat, man gehe von einem Sexualdelikt aus, weil die Hose von AL heruntergezogen war, als man die Leiche fand. Auch daraus würde ich schließen, dass kein Sperma gefunden wurde, denn dann wäre das ja ein deutlicherer Hinweis auf eine Sexualstraftat und eine Vergewaltigung.
Ich vermute, dass man jetzt (also ab 2022) die Klebestreifen, mit denen zur Spurensicherung damals Kleidung und Leichen abgeklebt wurden, neu untersucht hat. Damals diente das vor allem zur Sicherung von Faserspuren, weil man noch nicht im Traum dran gedacht hat, dass man mal in der Lage sein würde, DNA aus einzelnen Hauschuppen gewinnen zu können.
Weiter oben hattest Du ja ein Bericht zur Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Dr. Harald Schneider zitiert und verlinkt (
Beitrag von Justsaying (Seite 101)), in dem steht, dass dessen wissenschaftlicher Verdienst u.a. darin bestanden hat, in seinem Labor am LKA HEssen eine Method zu etablieren, mit der man DNA aus Hautschuppen gewinnen kann. Das war wohl im Jahr 2000, also deutlich nach der Tat an AL. Darin steht auch, dass sein Labor diese Untersuchung als Dienstleistung für andere Bundeländer und auch international zur Verfügung stellt.
Ich erinner mich an eine Sendung aus der Reihe ARD-Crime Time, in dem seine Kollegin, die im Labor arbeitet, darüber berichtet, wie aufwendig diese Analyse der Klebefolien ist, ich weiß leider nur nicht mehr, welche Folge/welcher Fall das war. Es ging darum, dass sie die entscheidende Spur in einem lange zurückliegenden Fall wohl auf einer der letzen zu untersuchenden Folien gefunden hatte. Die Untersuchung hatte sich über Monate hingezogen, weil aktuelle Fälle immer Priorität haben und die Cold-Case Folien immer nur dann untersucht wurden, wenn Zeit dafür war.
Justsaying schrieb:Mit der versuchten Vergewaltigung in 1998 wurde eine Ermittlugsspur (Nr 200irgendwas angelegt) fuer diesen Mann fuer den Fall Amy angelegt. Ihm wurde DNA entnommen - die zu keinem Treffer führte (was mich noch immer wundert). Die Ermittler haben versucht, sein Alibi zu überprüfen - was nicht moeglich war, da die Unterlagen dazu nicht mehr existierten.
Unterm Strich hatten sie nichts, was den Tatverdacht gg. Ihn erhaertete - bis Feb 2025, den DNA-Treffer.
Ich hatte es so verstanden, dass er damals ein Alibi angegeben hatte, das heute noch mal überprüft werden sollte, was aber nicht mehr möglich war, weil es irgendwelche Akten nicht mehr gab.
Justsaying schrieb:1994 hatte man eine Beschreibung eines Mannes, mit dem man Amy auf dem Weg zur Burg gesehen haben will. Diese passte nicht zum jetzigen Taetverdaechtigen.
Üblicherweise werden Maenner, die Sexualdelikte begangen haben und in räumlicher Nähe zur Tat stehen, abgeklopft - hier scheint der Taeter nicht dabei gewesen zu sein. Die letzte bekannte Sexualstraftat lag damals auch schon einige Jahre zurueck und fand möglicherweise an einem früheren Wohnort des Täters statt (also nicht in Koblenz, möglicherweise anderes Bundesland).
So denke ich das auch. Man hat sich auf den von Zeugen beschriebenen Mann konzentriert, der jetzt festgenommene Täter war ja deutlich älter. Und die letzte bekannt gewordene Tat, die im zugeordnet werden konnte war ja wohl im Jahr 1986 (vielleicht sogar noch deutlich früher, denn von 1986 stammt das Urteil).