Fian schrieb:Hab vorhin schon ähnliches geschrieben, zu den Fotos des Autos, vermutlich nach der Reinigung. Angeblich gerissen genug, um jeden und alle nach Lust und Laune zu manipulieren und dann quasi solche massiven kognitiven Aussetzer?
Dieses Phänomen gibt es meiner Wahrnehmung nach sehr häufig bei wegen Mordes (und weiterer schwerer Straftaten) Verurteilten: während einige Details bei der Planung und dem Nachtatverhalten für absolute Akribie und Cleverness sprechen, fasst man sich bei anderen Aspekten wegen der Offensichtlichkeit von Dingen, die übersehen / vergessen / aus Tätersicht ungünstig gelöst werden, schon an den Kopf. Das wird dann auch oft in ein "wenn er/sie so schlau wäre, dann hätte er/sie auch..." oder "so doof wäre er/sie doch nicht gewesen, weil..."-Verteidigungsargument verwandelt, das aber kein starkes ist. Letztlich sind die Täter ja fast ausnahmslos (zum Glück) keine Profikiller, sondern kriminalistische Laien, die zum ersten Mal in ihrem Leben eine schwere Straftat begehen und dies entsprechend auch im Zustand höchster emotionaler Anspannung und Erregung. Dass dabei meist auch (grobe) Fehler passieren und man nicht über Tage und Wochen der Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung jeden einzelnen kriminologischen Aspekt im Sinn behält und gleichermaßen perfekt bedenkt, ist nur logisch.