Grillage schrieb:Ich frage mich wieso sie überhaupt so dämlich war, das Foto zu machen.
Gina H. hat am 10. Oktober ja nicht nur das Foto von ihrem Hund Leo im Wald in unmittelbarer Tatortnähe gemacht, sondern noch diverse andere Aufnahmen, deren Sinn mindestens ebenso rätselhaft ist.
Das Hundebild um 11.19 Uhr wurde ja zumeist als Versuch ausgelegt, sich ein Alibi zu verschaffen (langer Spaziergang mit Hund am Vormittag ab ca. 11 Uhr irgendwo in einem Wald). Dumm nur, dass die Stelle genau bestimmt werden konnte (ich meine, durch einen Förster), wo der Hund im Wald laufen gelassen wurde - im Nahbereich des Tümpels.
Ein weiteres Foto wurde um 15.58 Uhr geschossen, als Gina H. ihren Sohn aus Krakow abholte und im Edeka einkaufen ging. Es handelte sich um ein offenkundiges Selfie, das die Angeklagte in ihrem Wagen zeigt, wie sie lächelnd ihre Finger zu einem Victory-Zeichen bzw. zum Peace-Symbol formt (die Darstellungen im Thread gehen hier auseinander).
Um 17.24 Uhr folgt ein weiteres Selfie aus dem Ranger, das in Richtung Lenkrad aufgenommen ist und zeigt, dass GH eine Reithose mit einem ganz bestimmten Muster trägt.
Offenbar im Zusammenhang mit der Reinigung ihres Autos entstanden sind dann zwei Bilder um 17.39 Uhr und um 17.47 Uhr. Auf einem ist der Ranger von außen mit geöffneter Fahrertür zu sehen, auf dem anderen der Wagen mit geöffneter Beifahrertür. Beide Fotos schickte GH an Christian D. - wohl ohne nähere Erklärung.
Es sind allesamt banale, nichtssagende Motive, so dass man sich fragt: Warum wurden die Bilder aufgenommen und zumindest zum Teil auch noch verschickt? Beim Foto mit dem Hund könnte man ja noch vermuten, sie wollte es (vielleicht auch erst im Nachhinein, wie
@Grillage annimmt), benutzen, um einen harmlosen Spaziergang im Wald zu dokumentieren. Aber weil dies in unmittelbarer Nähe des Tatorts geschah, wurde daraus kein Alibi für sie, sondern eher ein stark belastendes Indiz.
Ich nehme an, insgesamt ging es Gina H. mit den Bildern darum, den Eindruck eines völlig normalen Tagesablaufs zu erwecken, gewissermaßen „Business as usual“. Motto: Ich habe nur übliche Dinge getan: Gassi gehen mit Leo, Einkaufen, den Wagen waschen - und ich ich war entspannt und fröhlich (siehe das Selfie mit Lächeln und Händezeichen). Verhält sich so etwa eine Mörderin?
Zur persönlichen Erinnerung waren die Fotos im Grunde wertlos. Einen Effekt haben konnten sie eigentlich nur, um im Bedarfsfall nach außen bestimmte Eindrücke zu transportieren.