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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

30.539 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Vermisst, Kind, Straftat ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

30.07.2026 um 14:59
Wollen wir vielleicht Theorien sammeln, welchen Inhalt die Einlassung der Angeklagten haben wird? Die Verteidigung hat eine geständige Einlassung ja bereits ausgeschlossen.

Ich fange mal an:

Ich vermute, sie wird eine Geschichte liefern, die die meisten Indizien berücksichtigt und dabei ihre Unschuld belegen soll. Die Verteidigung hat ja bereits angekündigt, dass das für die Angeklagte keine (moralisch) vorteilhafte Einlassung sein werde. Möglicherweise geht es dann in die Richtung, dass einer ihrer Gönner oder sogar Mathias R. Fabian ermordet hätte und sie lediglich bei der Beseitigung der Leiche geholfen hätte. Ich würde es ihr zutrauen.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

30.07.2026 um 15:06
Zitat von Deus_Ex_MachinDeus_Ex_Machin schrieb:Ich vermute, sie wird eine Geschichte liefern, die die meisten Indizien berücksichtigt und dabei ihre Unschuld belegen soll.
Ja was denn sonst? Ein Geständnis erwartet niemand mehr...
Zitat von Deus_Ex_MachinDeus_Ex_Machin schrieb:Die Verteidigung hat ja bereits angekündigt, dass das für die Angeklagte keine (moralisch) vorteilhafte Einlassung sein werde.
Sie wird zugeben, dass sie psychisch labil ist, finanziell abhängig von MR und extrem eifersüchtig / kontrollierend.
Und vielleicht sogar, dass sie Christian und Olaf manipuliert und emotional missbraucht hat.
Auch dass sie in der Wut 'ne Menge Blödsinn gesagt und getextet hat.
Zitat von Deus_Ex_MachinDeus_Ex_Machin schrieb:Möglicherweise geht es dann in die Richtung, dass einer ihrer Gönner oder sogar Mathias R. Fabian ermordet hätte und sie lediglich bei der Beseitigung der Leiche geholfen hätte.
Und was sollten diese "Gönner" denn für ein Motiv haben einen 8jährigen Jungen hinterrücks zu erstechen?
Zitat von Deus_Ex_MachinDeus_Ex_Machin schrieb:Ich würde es ihr zutrauen.
Zutrauen würde ich ihr auch einiges - aber nicht dass sie unschuldig ist am Tod von Fabian.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

30.07.2026 um 15:12
Zitat von wobelwobel schrieb:Sie wird zugeben, dass sie psychisch labil ist, finanziell abhängig von MR und extrem eifersüchtig / kontrollierend.
Und vielleicht sogar, dass sie Christian und Olaf manipuliert und emotional missbraucht hat.
Auch dass sie in der Wut 'ne Menge Blödsinn gesagt und getextet hat.
Das denke ich eher nicht. Wenn Sie Negatives einräumt, dann eher in die Richtung: "Habe mitgeholfen, die Leiche zu beseitigen und habe dicht gehalten. War absolut nicht in Ordnung, zumal als Ziehmutter!"


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

30.07.2026 um 15:32
Zitat von Deus_Ex_MachinDeus_Ex_Machin schrieb:Das denke ich eher nicht. Wenn Sie Negatives einräumt, dann eher in die Richtung: "Habe mitgeholfen, die Leiche zu beseitigen und habe dicht gehalten. War absolut nicht in Ordnung, zumal als Ziehmutter!"
Und was soll das Motiv von "Gönner X" gewesen sein?


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

30.07.2026 um 15:34
Zitat von wobelwobel schrieb:Wir werden sehen ob der Förster mehr zu sagen hat als nur "ja, das ist die Stelle an der das Foto gemacht wurde".
Ich bin sehr gespannt - ich geh aber auch davon aus dass man den Förster nicht nur zur Identifizierung der Foto-Location befragen wird. Dafür mag er natürlich ein Sachverständiger sein (und jeden Baum persönlich kennen), aber dafür müßte man ihn doch nicht vorladen, oder?
Auch wenn Du den Förster am liebsten wieder ausladen möchtest: Ich halte seine Vernehmung -nicht nur wegen des von @Grillage angeführten Mündlichkeitsprinzips- für hilfreich und notwendig.

Dies sehe ich auch deshalb so, weil Gina H. offenkundig bemüht ist, den Ort ihres angeblichen Ausgangs mit dem Hund am Vormittag des 10. Oktober weit vom Tatortbereich Tümpel wegzuverlagern.

Erkennbar wurde dies durch die Audio-Aufzeichnung eines Gesprächs zwischen der Angeklagten und Matthias R. in der Haftanstalt Bützow. Gegenstand war ihr fehlendes Alibi für den Vormittag:
[
Gina H. sagt: „Das Schlimme ist halt, dass ich am Freitag eine Stunde, eineinhalb Stunden halt alleine war. Vormittags. Mit Leo unterwegs. Alleine. Im Wald. Bei Lohmen. Aber das verwenden die halt gegen mich. Weil ich halt nicht mit Olaf war, wie ich gesagt habe. Aber er war in Richtung Bützow unterwegs! Ich war hinten bei Lohmen. Kann ich wissen, dass das 3 Kilometer von da ist.“
Quelle:

[quote ]https://m.bild.de/regional/rostock/live-ticker-zum-prozess-um-fabian-polizist-schliesst-andere-taeter-aus-69f2f4ded6078134c45a3b9c#6a4f9719fe4170d03593b901
Also, Gina H. behauptet, sie sei im Wald bei Lohmen spazieren gegangen. Das ist zwar ein dehnbarer Begriff, und man könnte damit theoretisch auch den Forst in Richtung Tümpel/Klein Upahl mit einbinden.

Aber dann sorgt sie selbst für eine deutliche räumliche Trennung. „Ich war hinten bei Lohmen. Kann ich wissen, dass das drei Kilometer von da ist“.

„Von da“ bezieht sich offenkundig auf den Tümpel kurz vor Klein Upahl“. Tatsächlich sind es von dort rund drei Kilometer bis zum Campingplatz mitten im Wald am Ortsrand von Lohmen.

Will heißen: Gina H. möchte zu verstehen geben, dass sie am Tattag nicht in unmittelbarer Nähe des Tatorts war. Mithin könne das Hundefoto auch nicht an der Zuwegung zum Tümpel entstanden sein, sondern mehrere Kilometer entfernt bei Lohmen.

Vor diesem Hintergrund halte ich es für umso wichtiger, dass der Förster als Zeuge Klarheit schafft. Die exakte Bestimmung des Ortes, an dem das „Gassi-Foto“ entstand, ist keine Nebensache, sondern für den Prozess von elementarer Bedeutung.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

30.07.2026 um 15:42
Zitat von TiergartenTiergarten schrieb:Vor diesem Hintergrund halte ich es für umso wichtiger, dass der Förster als Zeuge Klarheit schafft. Die exakte Bestimmung des Ortes, an dem das „Gassi-Foto“ entstand, ist keine Nebensache, sondern für den Prozess von elementarer Bedeutung.
Wie gesagt - dass die Bestimmung dieses Orts für den Fall extrem aussagekräftig ist, stelle ich nicht in Frage.

Anders gesagt: Dass das Foto in ca. 1600m vom Tümpel entfernt aufgenommen wurde, war ja schon lange bekannt. Das ist ein überprüfbarer Fakt der sicherlich auch mitentscheidend war für die Anklage.
Ich wundere mich nur, dass das schon ausreicht dafür, dass er vor Gericht dazu befragt wird. Das ist doch ein geographischer Standort den man überprüfen kann, ein Förster der sich da auskennt macht's halt deutlich leichter weil er sich da gut auskennt.
Ich stell mir das dann halt so vor (natürlich überspitzt):
"Hallo Herr Grünkittel, können sie bestätigen dass dieses Foto an den Koordinaten XYZ aufgenommen wurde?
Antwort Grünkittel: "Ja, das kann ich."
Befragung beendet."


Ich glaub das mit den 1600m ja sowieso, gut, ich muß kein Urteil fällen.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

30.07.2026 um 16:10
Zitat von wobelwobel schrieb:Ich stell mir das dann halt so vor (natürlich überspitzt):
"Hallo Herr Grünkittel, können sie bestätigen dass dieses Foto an den Koordinaten XYZ aufgenommen wurde?
Antwort Grünkittel: "Ja, das kann ich."
Befragung beendet."
Entweder bist Du in diesem Punkt rechthaberisch oder Du weichst aus.

Der Förster ist geladen, weil er den Ort identifiziert hat, an dem das „Gassi-Foto“ entstanden ist. Laut Anklageschrift hat Gina H. den Hund im Wald an der Zuwegung zum Tümpel bei Klein Upahl kurz ausgeführt und dann um 11.22 Uhr ihr Handy ausgeschaltet.

Im Gegensatz dazu sagt die Angeklagte, sie sei drei Kilometer entfernt bei Lohmen mit Leo spazieren gegangen. Demnach müsste das Foto ganz woanders entstanden sein und der Förster lügen.

Da würde ich als Richter schon gerne im Detail wissen, woran der Förster seine Ortsbestimmung festmacht. Nicht, dass am Ende auf Einwand der Verteidigung offen gelassen werden muss, ob das Foto-Shooting nun in unmittelbarer Tatortnähe oder etliche Kilometer entfernt stattgefunden hat.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

30.07.2026 um 17:35
Zitat von TiergartenTiergarten schrieb:Entweder bist Du in diesem Punkt rechthaberisch oder Du weichst aus.
Nein, es ist viel einfacher:
Der genaue Ort wurde ja schon identifiziert - ich hätte einfach nicht gedacht, dass es dafür eine Zeugenaussage braucht, das konnte ja von den EB problemlos überprüft werden, der Förster konnte das nur deutlich schneller lokalisieren als es die EB ohne seine Hilfe geschafft hätten.

Ich glaube da steckt mehr dahinter als nur die Identifizierung der Foto-Location.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

30.07.2026 um 18:48
Zitat von TiergartenTiergarten schrieb:Die exakte Bestimmung des Ortes, an dem das „Gassi-Foto“ entstand, ist keine Nebensache, sondern für den Prozess von elementarer Bedeutung.
Natürlich. Aber da wäre es viel sinnvoller, wenn man damals, als der Förster den Ort identifiziert hatte, direkt ein Foto aus der gleichen Perspektive wie das der Angeklagten gemacht hätte. Dann könnte man einfach jeden Baum, Strauch und Stein genau vergleichen. Es hätte aufgrund des zeitlichen Nähe beider Fotos kaum Abweichungen geben dürfen.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

30.07.2026 um 19:01
Zitat von AlteTanteAlteTante schrieb:Natürlich. Aber da wäre es viel sinnvoller, wenn man damals, als der Förster den Ort identifiziert hatte, direkt ein Foto aus der gleichen Perspektive wie das der Angeklagten gemacht hätte. Dann könnte man einfach jeden Baum, Strauch und Stein genau vergleichen. Es hätte aufgrund des zeitlichen Nähe beider Fotos kaum Abweichungen geben dürfen.
Wir sehen ja keine Bilder die im Gericht gezeigt werden. Aber ich kann mich errinnern, das darüber gesprochen wurde. Ich glaube es gibt so ein Foto.


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30.07.2026 um 19:30
Zitat von Deus_Ex_MachinDeus_Ex_Machin schrieb:Das denke ich eher nicht. Wenn Sie Negatives einräumt, dann eher in die Richtung: "Habe mitgeholfen, die Leiche zu beseitigen und habe dicht gehalten. War absolut nicht in Ordnung, zumal als Ziehmutter!"
Nie im Leben wird das ihre Geschichte sein.
Sie wird nur das zugeben, was gar nicht anders geht, weil es keine anderweitigen Interpretationsspielräume gibt und sie hat noch ein Hühnchen mit CD zu rupfen.
Zudem wird sie für was auch immer sie zugibt, einen Verantwortlichen parat haben und diese Person wird nicht sie selbst sein.

Moralisch unangebracht war ihre Anmache von CD - an dem sie offensichtlich sehr interessiert war und von daher wird auch der Hass gegen ihn kommen.

Moralisch verwerflich war, den Fund des Kindes nicht sofort zu melden.

Ich vermute nicht, dass sie direkt so weit gehen wird, einen der Tümpelzeugen zu beschuldigen. Aber, sie wird es in den Raum stellen - bewusst offen lassen, wie z. B. eine Geschichte a la sie dachte zwar an Klein-Upahl, aber den Tümpel hat natürlich CD angesteuert.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

30.07.2026 um 19:49
Zitat von wobelwobel schrieb:Dass sie problemlos den Tümpel erreicht haben könnte steht doch außer Frage - die Angabe mit den 1600m kommt ja nicht aus dem Nirwana, und auf 100m hin-oder-her kommt's da wirklich nicht an.
Gerade hast du aber doch noch selber rumgerechnet und bist auf 7 - 8 km mögliche Entfernung gekommen:
Zitat von wobelwobel schrieb:In den rund 1,5 Stunden die Gina da mit Leo spazieren gegangen sein will, läuft ein normaler Mensch im Durchschnitt 7-8km.
Da kommt's dann wirklich nicht drauf an ob das Foto 1600 oder 500m vom Tümpel entfernt aufgenommen wurde.
Klar hätte sie in dem 1 1/2 Stunden Spaziergang - die Gina H behauptet- auch aus 3 km Entfernung - die ebenfalls Gina H behauptet - auch den Tümpel erreichen können und es wieder bis zurück zum Auto schaffen können. Dann hätte sie aber keine Zeit mehr für die Tat gehabt.
Zitat von wobelwobel schrieb:Ich bin sehr gespannt - ich geh aber auch davon aus dass man den Förster nicht nur zur Identifizierung der Foto-Location befragen wird. Dafür mag er natürlich ein Sachverständiger sein (und jeden Baum persönlich kennen), aber dafür müßte man ihn doch nicht vorladen, oder?
Doch muss man, eben wegen dem Mündlichkeitsprinzip. Du stellst Dir das glaube ich auch ein bisschen zu einfach vor:
Zitat von wobelwobel schrieb:Ein Vergleichsfoto hätte vermutlich auch gereicht (und wird wohl auch existieren, alles andere würde mich wundern) - und gerade ein Förster wird wohl bewußt die Ortung, die dann in der EXIF festgehalten wird, eben NICHT deaktiviert haben.
Zitat von wobelwobel schrieb:Der genaue Ort wurde ja schon identifiziert - ich hätte einfach nicht gedacht, dass es dafür eine Zeugenaussage braucht, das konnte ja von den EB problemlos überprüft werden, der Förster konnte das nur deutlich schneller lokalisieren als es die EB ohne seine Hilfe geschafft hätten.
(Nur nebenbei: es wird wohl kaum der Förster gewesen sein, der so ein Vergleichsfoto geschossen hat, sondern der Ermittler, der ihn bei der Suche nach dem Standort begleitet hat.)

Bei Gericht gilt das Mündlichkeitsprinzip, sonst könnten die Richter auch einfach die von der StA mit Hilfe der Ermittler zusammen getragenen Akten lesen und danach ein Urteil sprechen. Das Gericht ist verpflichtet, Zeugen selber anzuhören und zu befragen, damit es sich seinen eigenen Eindruck machen kann.
Unser Rechtsstaat baut doch auf das wesentliche Prinzip der Gewaltenteilung auf. Das Gericht ist eine eigene, unabhängige Instanz. Es ist nicht automatisch der Meinung der Ermittlungsbehörden, die eine andere Instanz sind.
Natürlich geht man davon aus, dass Ermittler nicht lügen, keine Zeugenaussagen faken und nichts erfinden. Aber der Grund, warum man davon ausgeht ist ja nicht, weil man denkt, dass da besonders ehrliche Menschen arbeiten, die für das Gute kämpfen, sondern weil ihnen klar ist, dass alles, was sie da so zusammen ermitteln, vor einem unabhängigen und kritischen Gericht (und vor den Verteidigern) bestehen können muss.

Und weil diese kritische Überprüfung ein Grundprinzip ist, kann man halt nicht einfach drauf verzichten, nur weil der Sachverhalt auf den ersten Blick banal erscheint. Wo wollte man dann die Grenze ziehen?!

Und nebenbei, der Sachverhalt erscheint erstmal banal, aber ich sehe es wie @Tiergarten, dass dieses Foto, das sie gemacht hat, ein sehr schwergewichtiges Indiz für GinaHs Schuld ist, und dass es sich da eben durchaus lohnt genau hinzuschauen:
Zitat von TiergartenTiergarten schrieb:Da würde ich als Richter schon gerne im Detail wissen, woran der Förster seine Ortsbestimmung festmacht. Nicht, dass am Ende auf Einwand der Verteidigung offen gelassen werden muss, ob das Foto-Shooting nun in unmittelbarer Tatortnähe oder etliche Kilometer entfernt stattgefunden hat.
Zumal wie gesagt, die Verteidigung (oder zumindest GinaH gegen über MR ) behauptet, sie sei ganz woanders unterwegs gewese, als der StA auf Basis dieses Fotos behauptet. Und wenn das stimmen würde, wäre es eben ein durchaus gewichtiges entlastendes Indiz zugunsten von GinaH.
Zitat von wobelwobel schrieb:Ich stell mir das dann halt so vor (natürlich überspitzt):
"Hallo Herr Grünkittel, können sie bestätigen dass dieses Foto an den Koordinaten XYZ aufgenommen wurde?
Antwort Grünkittel: "Ja, das kann ich."
Befragung beendet."
Nein, so wird es nicht ablaufen. Er wird darlegen müssen, woran genau er die Stelle erkannt haben will. Wahrscheinlich wird man auch einen Eindruck davon gewinnen wollen, wie gut er sich da auskennt, so dass er z.B. befragt werden wird, wie lange er in dem Revier schon arbeitet, wie oft der im Wald rumläuft/-fährt und wie oft er nur im Büro sitzt, wie groß sein Revier ist und wie es sich zusammensetzt ( z.B. ob der Baumbestand an der Stelle außergewöhnlich ist oder so 90% seines Revieres rumsteht).
Das sind jetzt von mir ausgedachte Fragen. Bei einer Zeugenbefragung geht es nie nur darum, einen Sachverhalt abzufragen, sondern das Gericht muss die Glaubwürdigkeit der Aussage kritisch prüfen und dazu gehört es halt, abschätzen zu können, wie zuverlässig ein Zeuge eine Frage beantworten kann.

Außer zum Foto wird er vielleicht auch was dazu sagen können, wie viele Spaziergänger dort und am Tümpel so unterwegs sind und ob es dort viele Wildschweine gibt, aber das sind eher Nebensächlichkeiten und zudem noch subjektive Einschätzungen, dafür wurdeer sicher nicht als Zeuge vorgeladen.
Wahrscheinlich ist er nach 15 Minuten aus dem Zeugenstand entlassen, das bedeutet aber nicht, dass man auf seine Befragung hätte verzichten können.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

30.07.2026 um 20:03
Zitat von GrillageGrillage schrieb:Klar hätte sie in dem 1 1/2 Stunden Spaziergang - die Gina H behauptet- auch aus 3 km Entfernung - die ebenfalls Gina H behauptet - auch den Tümpel erreichen können und es wieder bis zurück zum Auto schaffen können. Dann hätte sie aber keine Zeit mehr für die Tat gehabt.
Das wäre für die Variante jetzt nicht relevant, weil es ja ihr Alibi darstellt oder für eine Geschichte, dass sie beim Gassi in der Nähe des Tümpels vorbeikam und da etwas beobachtete.
Erklärt aber alles dann nicht, wie ihr Auto gegen 12.45 an den Steinesammlern vorbei fährt.
Zitat von GrillageGrillage schrieb:Und nebenbei, der Sachverhalt erscheint erstmal banal, aber ich sehe es wie @Tiergarten, dass dieses Foto, das sie gemacht hat, ein sehr schwergewichtiges Indiz für GinaHs Schuld ist, und dass es sich da eben durchaus lohnt genau hinzuschauen:
D'accord!
Was mir immer noch nicht klar ist - warum war der Ort des Fotos nicht markiert vom Handy selbst? Das macht doch heutzutage eigentlich jedes neue Handy - ich erinnere mich an die wie hieß es "mega Data" oder so Diskussion im Heard/Depp Prozess.
Zitat von GrillageGrillage schrieb:Außer zum Foto wird er vielleicht auch was dazu sagen können, wie viele Spaziergänger dort und am Tümpel so unterwegs sind und ob es dort viele Wildschweine gibt, aber das sind eher Nebensächlichkeiten und zudem noch subjektive Einschätzungen, dafür wurdeer sicher nicht als Zeuge vorgeladen.
Ziemlich sicher wird er auch gefragt werden, ob der Tümpel unter dem Begriff "Schweinsuhle" bekannt ist.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

30.07.2026 um 20:08
Zitat von wobelwobel schrieb:Aber vielleicht hoffe ich auch nur auf die "Hochsitz-Bombe" die Frau Habetha mal angekündigt hatte
Diese Hochsitz-Ankündigung machte sie vor der Anhörung von Ch.H., sie brachte den Hochsitz mit ihm in Zusammenhang. Deshalb dachte ich damals, er hätte die Nacht auf dem Hochsitz direkt beim Tümpel verbracht, da bekannt war, dass er in der Nacht auf den 14.10.2025 bis 6:00 Uhr dort im Netz eingeloggt war. Letztendlich war es ein anderer Hochsitz. Spuren von Ch.H. gab es nicht beim Tümpelhochsitz und auf dem Hochsitz scheint niemand gewesen zu sein. Was sollte da noch kommen können?


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

30.07.2026 um 20:26
Zitat von GrillageGrillage schrieb:Gerade hast du aber doch noch selber rumgerechnet und bist auf 7 - 8 km mögliche Entfernung gekommen:
Nicht Entfernung, sondern insgesamt Laufstrecke - theoretisch, ohne längere Stopps. Einfach was man als Mensch so normalerweise zu Fuß zurücklegt in Schrittgeschwindigkeit.
Zitat von GrillageGrillage schrieb:Klar hätte sie in dem 1 1/2 Stunden Spaziergang - die Gina H behauptet- auch aus 3 km Entfernung - die ebenfalls Gina H behauptet - auch den Tümpel erreichen können und es wieder bis zurück zum Auto schaffen können. Dann hätte sie aber keine Zeit mehr für die Tat gehabt.
Das ist das, was sie MR erzählt hat mit den 3km Entfernung. Aber das konkrete Gassi-Foto wurde ja nicht in 3km Entfernung geschossen.
Zitat von BohoBoho schrieb:Was mir immer noch nicht klar ist - warum war der Ort des Fotos nicht markiert vom Handy selbst? Das macht doch heutzutage eigentlich jedes neue Handy - ich erinnere mich an die wie hieß es "mega Data" oder so Diskussion im Heard/Depp Prozess.
Das kann man aber jederzeit aktivieren oder deaktivieren - weiß garnicht was da der Standard ist. Manchmal ist das ja durchaus auch praktisch.
Festgehalten wird das in der sog. "EXIF"-Datei, die kann man dann bei den Datei-Eigenschaften nachlesen. Da steht z.B. auch drin, mit welcher Kamera das aufgenommen wurde, die Uhrzeit, mögliche Filter usw...
Die EXIF kann man aber auch von Hand manipulieren - damit rechne ich bei Gina jetzt aber nicht.
Zitat von Jesse6Jesse6 schrieb:Diese Hochsitz-Ankündigung machte sie vor der Anhörung von Ch.H., sie brachte den Hochsitz mit ihm in Zusammenhang. Deshalb dachte ich damals, er hätte die Nacht auf dem Hochsitz direkt beim Tümpel verbracht, da bekannt war, dass er in der Nacht auf den 14.10.2025 bis 6:00 Uhr dort im Netz eingeloggt war. Letztendlich war es ein anderer Hochsitz. Spuren von Ch.H. gab es nicht beim Tümpelhochsitz und auf dem Hochsitz scheint niemand gewesen zu sein. Was sollte da noch kommen können?
Ich hatte das so verstanden, dass einer der beiden Hochsitze beim Tümpel gemeint ist - und nicht der im Revier von Christian an gänzlich anderer Stelle... Über eine Kamera an oder auf einem Hochsitz würde ich mich nicht wundern. Allerdings würde ich eher erwarten dass sowas dann von einem Jäger dort installiert wurde.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

30.07.2026 um 20:30
Zitat von wobelwobel schrieb:Das kann man aber jederzeit aktivieren oder deaktivieren - weiß garnicht was da der Standard ist. Manchmal ist das ja durchaus auch praktisch.
Festgehalten wird das in der sog. "EXIF"-Datei, die kann man dann bei den Datei-Eigenschaften nachlesen. Da steht z.B. auch drin, mit welcher Kamera das aufgenommen wurde, die Uhrzeit, mögliche Filter usw...
Ja, aber das wäre ja noch mehr ein Hinweis...
Das Handy kommt ja mit Standard Einstellung und man müsste die dann aktiv ändern. Wenn sie das jetzt nicht generell gemacht hätte - was sich bei den mehreren Fotos, die sie ja offensichtlich pro Tag fabrizierte leicht nachvollziehen ließe - wenn das also jetzt nur für dieses eine Foto oder selbst nur für den Tag anders war.... Das wäre dann noch ein weiteres Indiz.


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30.07.2026 um 20:41
Zitat von BohoBoho schrieb:Ja, aber das wäre ja noch mehr ein Hinweis...
Das Handy kommt ja mit Standard Einstellung und man müsste die dann aktiv ändern. Wenn sie das jetzt nicht generell gemacht hätte - was sich bei den mehreren Fotos, die sie ja offensichtlich pro Tag fabrizierte leicht nachvollziehen ließe - wenn das also jetzt nur für dieses eine Foto oder selbst nur für den Tag anders war.... Das wäre dann noch ein weiteres Indiz.
Nur dass man die Koordinaten in diesem Fall ja nachvollziehen kann - anders als z.B. beim blitzeblanken Messer das genau deshalb verdächtig ist.

Also wenn der Förster die Stelle kennt und man (ob Förster oder EB) da ein Foto macht inkl. der Einstellung dass die Koordinaten erfasst werden (was gerade für einen Förster natürlich sinnvoll ist), lässt sich da ja problemlos beweisen dass Gina MR gegenüber gelogen hat, dass sie in 3km Entfernung gewesen wäre. Wäre interessant zu erfahren wo Gina da genau gewesen sein will, das Foto kann sie ja aber nicht abstreiten, und das wurde halt in Tümpelnähe gemacht. Also ich zumindest finde, dass 1600m als "Nähe" bezeichnet werden können.


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30.07.2026 um 23:28
Zitat von Deus_Ex_MachinDeus_Ex_Machin schrieb:Ich vermute, sie wird eine Geschichte liefern, die die meisten Indizien berücksichtigt und dabei ihre Unschuld belegen soll.
An dem Punkt zweifele ich schon.
Ja, zumindest wäre das die einzige Einlassung, die ihr - zumindest theoretisch - hilfreich sein könnte. Es macht beim momentanen "Spielstand" StA gg. GinaH von etwa 30 : 0 gar ja keinen Sinn, einzelne Indizien zu entkräften, weil von denen eben auch 29, 20, selbst 15 für eine Verurteilung reichen würden.

Ich mag den Begriff "geschlossene Indizienkette" nicht, weil er irgendwie impliziert, dass die einzelnen Indizien logisch ineinander greifen, um so was zu bilden. Aber mir kommen Indizien eher jedes für sich als aussagekräftig vor und ich weiß nicht, wie viele man bräuchte, damit sich so eine GESCHLOSSENE Kette ergibt.

Ich zweifele daran, dass es ihr auch nur ansatzweise gelingen könnte, eine "Geschichte zu erfinden, mit der tatsächlich die meisten oder zumindest die wichtigsten Indizien erklärt werden und jemand anderes der Täter ist. Das müsste schon eine krasse Räuberpistole sein, die in sich wahrscheinlich einfach nur unglaubwürdig ist.

Natürlich ist es problemlos möglich, einzelne Indizien so umzuphantasieren, dass man Zweifel daran bekommen kann, dass sie auf Gina H als Täterin zeigen. Der Hacker der sich ( immer mal wieder) in ihr Handy gehackt hat, eine durch ihre allgemeine soziale Angst oder zu viele geschaute Anwaltskrimis und Gerichtsshows begründete Paranoia vor der Polizei, weshalb man sich lieber vorzeitig um ein Alibi kümmert und sich vor Hausdurchsuchungen fürchtet; ein schusseliger und kurzsichtiger Nachbar, der ständig Werkzeuge verliert, verlegt und übersieht...

Aber dass sie es schaffen könnte, eine zusammenhängende Geschichte zu erspielen, das geht schon schwer gegen unmöglich.
Zitat von Deus_Ex_MachinDeus_Ex_Machin schrieb:Die Verteidigung hat ja bereits angekündigt, dass das für die Angeklagte keine (moralisch) vorteilhafte Einlassung sein werde.
Diesbezüglich rechne ich da mit sowas, was @wobel hier skizziert:
Zitat von wobelwobel schrieb:Sie wird zugeben, dass sie psychisch labil ist, finanziell abhängig von MR und extrem eifersüchtig / kontrollierend.
Und vielleicht sogar, dass sie Christian und Olaf manipuliert und emotional missbraucht hat.
Auch dass sie in der Wut 'ne Menge Blödsinn gesagt und getextet hat.
Vielleicht räumt sie auch ein, das Dorfflittchen zu sein - zwinkerzwinker- also es mit der Treue nicht so ganz genau nahm, woraus zu schließen ist, das ihr auch die Beziehung zu MR nicht so wichtig war, dass sie dafür einen Mord an ihrem "Ziehsohn" begangen hat, der sie - auch das muss sie zugeben - tatsächlich oft genervt hat, aber welche "Ziehmama" kennt das nicht, das Trennungskinder total überdreht zum Papawochenende aufschlagen und das Alltagsgefüge durcheinander wirbeln. Aber natürlich hat sie ihn nicht gehasst, sondern fast so sehr wie ihr eigenes Kind geliebt.

Alles Sachen, die die Allgemeinheit als Tabu bezeichnen würde, also als etwas moralisch unschönes, aber juristisch ohne Relevanz.
Sehr her wie sie sich nicht scheut, auch ihre schäbigen Seiten offen zu legen, jetzt macht sie sich richtig ehrlich. Aber eine Kindermörderin, das ist sie nicht.

Diese ganzen unmoralischen Anwandlungen der GinaH sind im Laufe des Prozesses eh schon ans Licht gekommen - durch Zeugenaussagen, vor allem aber durch ihr eigenes, unendlich erscheinendes Mitteilungsbedürfnis.
Zitat von wobelwobel schrieb:Und was sollten diese "Gönner" denn für ein Motiv haben einen 8jährigen Jungen hinterrücks zu erstechen?
Zumindest MR hat sie ja gesagt, dass Olaf Fabian gehasst habe. Da er dem gleichen Gespräch zufolge auch MR gehasst haben soll uns, aber der Gesamtzusammenhang dieser Aussage fehlt, spekulieren ich, dass sie die Tat da Olaf unterschieben wollte und das Motiv Eifersucht auf MR und damit auch seinen Sohn gewesen sein soll.
Ist aber nur meine Spekulation, in dem Ticker, in dem ich es gelesen habe, fehlte wie gesagt ser Zusammenhang zum Rest des Gesprächs.

Das Olaf Fabian gehasst hat halte ich für eine platte GinaH-Lüge.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

30.07.2026 um 23:32
Zitat von BohoBoho schrieb:Was mir immer noch nicht klar ist - warum war der Ort des Fotos nicht markiert vom Handy selbst? Das macht doch heutzutage eigentlich jedes neue Handy
Habe gerade mal bei mir selbst nachgesehen:
Es wird wirklich eine Unmenge an Daten zusätzlich gespeichert, jedoch keine Geodaten.

Ich habe da selbst auch nie etwas verstellt, also gehe ich mal davon aus dass Koordinaten
eben nicht automatisch gespeichert werden.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

30.07.2026 um 23:48
Zitat von wobelwobel schrieb:Über eine Kamera an oder auf einem Hochsitz würde ich mich nicht wundern.
Wenn eine Kamera am Tümpel gewesen wäre und vielleicht sogar den Mord gefilmt hätte, dann wäre das längst vor Gericht zur Sprache gekommen, denn einen besseren Beweis hätte es nicht geben können.


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