Serval69 schrieb:Wenn ich wüsste, oder auch nur das Gefühl hätte, dass es um mein Leben geht, und ich noch Zeit hätte über meine Situation nachzudenken, würde ich nicht auf ein leichtes Ende hoffen, sondern meine Chancen kalkulieren und mich dann entsprechend verhalten. Natürlich kann der Entführer massiv gedroht haben, wahrscheinlich war es auch so. Aber die beste Chance die Frauke hatte, war die Identität des Entführers in ihrem letzten Telefonat preiszugeben, so ihr diese bekannt war. Ich hätte dabei darauf gebaut, dass der Entführer unter diesen Umständen vor dem letzten Schritt (Mord) zurückschreckt.
@Serval69Sie sagte ja noch nicht einmal von sich aus, dass sie entführt worden ist.
Ich denke, ihre Strategie war eine andere, eben nicht konfrontativ-
Die Gespräche deuten darauf hin, dass es ihr darum ging, ihrem Enrführer zu beweisen,
dass er ihr vertrauen kann.
Wenn du mich frei lässt, gehe ich nicht zur Polizei. Ich werde allen sagen, ich war freiwillig weg.
Du hast nichts zu befürchren.Und innerhalb dieser Kulisse, die sie für den Täter geschaffen hat, hat sie versucht, gegenläufige
Botschaften für ihren Gesprächspartner zu platzieren.
Wenn du dich anders verhalten würdest, bist du vielleicht weniger diplomatisch als Frauke.
In Krisen hängt auch viel von den Stärken ab, derer wir uns bewusst sind.
Und natürlich kann jede Strategie scheitern, denn die Entscheidung zwischen Freiheit und Gefangenschaft lag
beim Entführer.
Letztlich weiss niemand, wie er sich verhalten hätte, wen er nicht in Fraukes Situation gewesen ist.
Und wir wissen auch nicht, ob Frauke mit einer Waffe bedroht wurde. Das wäre ja noch mal ein großer Unterschied
zum "einfachen" eingesperrt sein.
Wir wissen so vieles nicht (litt sie Hunger und Durst?)
Von daher finde ich jede Feststellung "Ich hätte das und das gemacht" völlig fehl am Platz.