2cent schrieb:Am 30.10.2018 anonymer Hinweis über BKMS auf Mann der dort wohnt und Katrin gefahren haben will, Wohnanschrift wurde genannt, Hinweisgeber hätte von dieser Person erfahren, dass er Kontakt mit Katrin hatte an diesem Abend. Hinweisgeber reagierte bisher nicht mehr auf Fragen. Ggf. iZm 1. NDR2 PC Folge.
Ich hatte es so verstanden, dass der anonyme Hinweisgeber nur sagte, dass Ralph Katrin gesehen und gesprochen haben will, aber nicht, dass er sie gefahren hat. Das ist ja auch das, was dieser Ralph dann gegenüber der Polizei zugegeben hat.
Wie auch immer, ich finde diese Person, zumindest von dem her, was wir über sie erfahren haben, sehr verdächtig.
Im Gegensatz zu den anderen drei Verdächtigen (also Christian, Martin und Sven), die bei Katrins Verschwinden alle noch sehr jung waren, war/ist Ralf ja wohl deutlich älter, denn es hieß, er sei ein guter Bekannter von Katrins Vater (woraus ich schließe, dass er etwa das gleiche Alter plus/minus ein paar Jahre wie dieser gehabt haben dürfte.
Den drei jungen traue weder ein so geschicktes Vertuschen noch das Geheimhalten einer solchen Tat/eines solchen Unfalls über so eine lange Zeit eigentlich nicht zu. Ich hätte erwartet, dass sie danach Wesensveränderungen zeigen, die ihren Umfeld hätten auffallen müssen und/oder bei den intensiven Vernehmungen durch die Ermittler einknicken (= zugeben, was sie getan haben).
Zu den Widersprüchen in den Aussagen kann ich mir auch vorstellen, dass einige von ihnen gelogen haben, zumal ihnen zu Beginn der Ermittlungen der Ernst des Falles und der Ermittlungen vielleicht gar nicht bewust war. Vielleicht haben sie damals gedacht, dass Katrin sich einfach nur freiwillig für ein paar Tage abgesetzt hat und schon wieder auftauchen wird. Vielleicht haben sie auch die eigene Rolle beschönigt, weil sie Angst vor Vorwürfen hatten, wieso sie jeweils nicht bereit waren, Katrin zu fahren. Zumindest düften sie nicht damit gerechnet haben, in den Beschuldigtenstatus zu geraten, wegen dem dann später wahrscheinlich jedes Wort ihrer Aussagen auf die Goldwaage gelegt wurde.
Bei Ralph finde ich besonders verdächtig, dass er Katrins Famili gegenüber offenbar nie erwähnt hat, dass er Katrin an dem Abend noch gesehen und gesprochen hat. Offenbar hat er es ja aber mindestens einer weiteren Person gegenüber erwähnt, die dann den anonymen Hinweis abgegeben hat. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass diese Person den anonymen Hinweis abgegeben hat, ohne vorher irgendwann in der ganzen Zeit noch mindestens einmal mit ihm darüber gesprochen zu haben und ihn dazu bedrängt hat, sich als Zeuge zu melden. Man rennt doch nicht los und gibt der Polizei den Tipp auf einen Bekannten, ohne nicht versucht zu haben, den Bekannte davon zu überzeugen sich selber zu melden.
Hinzu kommt, dass Ralph wahrscheinlich durchaus wissen dürft, wer den Hinweis gegeben hat, zumindest wenn er nicht mehreren verschiedenen Leuten gegenüber von der Begegnung mit Katrin erzählt hat - was ich nicht annehme, denn dann hätte ich erwartet, dass die Polizei deutlich frührer davon erfahren hätte.
Als der Hinweis einging und Ralph befragt wurde, waren schon mehrere Folgen des NDR-Podcasts veröffentlicht. Insofern dürfte auch für Ralpf die Zeitleiste wer Katrin wann und wo genau gesehen haben will, bekannt (zumindest, wenn man annimmt, dass er den Podcast gehört hat, was ich für wahrscheinlich halte, weil die Info dass es zu dem Fall einen Podcast gibt damals sicher im Ort die Runde gemacht haben dürfte). Es war dann für ihn kein Problem, sich selbst und seine Begegnung mit Katrin sowohl örtlich als auch zeitlich so zu platzieren, dass sie danach noch von anderen gesehen wurde, womit er ja dann aus dem Schneider ist.
In dem Zusammenhang finde ich es eher noch verdächtig, dass er 17 Jahre nach dem Geschehen noch wissen will, an wo und wann auf die Minute genau ("kurz vor 19.00 Uhr") er Katrin gesehen haben will.
Wenn er das tatsächlich noch so genau weiß, bedeutet das in meinen Augen, dass ihm die Bedeutung seiner Beobachtung schon ganz kurz nach Katrins Verschwinden bewusst gewesen sein muss, weswegen er sich die Situation eben so gut gemerkt hat. Und dann ist es doch völlig unverständlich, dass er sich all die Jahre weder als Zeuge bei der Polizei gemeldet hat und auch nicht Katrins Familie davon berichtet hat.
Für wahrscheinlicher halte ich es, dass er in seiner Aussage seine Begegnung mit Katrin bewusst so gelegt hat, dass sie danach noch von weiteren Personen gesehen wurde, um damit eine Art Alibi zu konstruieren. Was natürlich nicht automatisch bedeutet, dass er der Täter ist. Er kann das einfach gemacht haben, um sich nicht verdächtig zu machen, ohne mit Katrins Verschwinden was zu tun zu haben.
Aber mindestens die Zeitangabe nehme ich ihm nicht wirklich ab. Seine Ex-Frau konnte nicht mal mehr sagen, ob sie damals am 1. oder 2. Januar nach Hause gefahren ist. Aber er will sich auf die Minute genau erinnern, wann er an einem Tag vor fast 18 Jahren mit der Tochter eines Bekannten ein Gespräch von vielleicht 1 Minute Dauer geführt haben will.