Guten Abend,
ich lese hier schon lange eigentlich nur still mit, aber jetzt habe ich endlich geschafft, den "Licht ins Dunkel"-Podcast ganz anzuhören (ich fand die näselnde Stimme des Erzählers recht unangenehm für's Ohr, ehrlich gesagt, außerdem sagt er immer "Kunert"...) und musste mich jetzt doch mal wieder einloggen, um meinen Senf dazuzugeben....
Also, ganz generell: Nach dem Hören des Podcasts ist jetzt für mich sogar ein freiwilliges Verschwinden wieder im Bereich des Möglichen, was ich früher immer kategorisch ausgeschlossen hatte. Aber jetzt, mit den ganzen neuen Detailinfos....zB, welcher Vater schleppt denn bitte seine Tochter zur Polizei wegen eines Streits über einen nicht gemachten Abwasch (!)? Das ist ja schon mehr als ein bißchen übertrieben und ich als 15jährige Tochter hätte da ganz garantiert geschaut, dass ich das Weite suche, also sorry. Insofern kann ich mir schon vorstellen, dass sie davon schon die Schnauze voll hatte, und dann gab es vielleicht wirklich an dem Abend noch Streit mit Joachim, oder der ganze Zirkus mit einer Mitfahrgelegenheit zurück in ein Zuhause, wo sie eh nur Streß hat, war ihr dann zuviel und sie hat spontan beschlossen, wenn weg, dann jetzt. Da würde dann zB auch die Aussage von Martin passen, sie sei an der Halte vorbeigelaufen, plus die abgelehnten MFG. Einfach weiter die Straße lang bis einer hält, oder zu einer anderen Halte von wo eine andere Buslinie fährt, und dann ab, in eine Stadt wie Magdeburg wo sie her war und vielleicht noch Freunde hatte oder so. Dann würde auch passen, warum die ganzen jungen Männer alle nichts wirklich brauchbares aussagen können, weil sie wirklich nichts wissen....
Was ich mir dann wieder nicht vorstellen kann, wie eine 15jährige allein so lange durchkommen kann, ohne Handy, Geld, Ersatzklamotten etc., außer natürlich einer der Jungs (oder mehrere) hätte ihr irgendwie dabei geholfen und hält bis heute dicht, aber auch das halte ich für unwahrscheinlich. Von daher, ja, ich bin auch eher bei einem Verbrechen, aber gänzlich außer Acht lassen kann man ein (möglicherweise geplantes, aber mißglücktes) freiwilliges Verschwinden auch nicht.
*
Dann... "Sie kannten sich aus der Schule", mehrfach. Sven, Christian, Martin, alle kannte Katrin aus der Schule. Was für eine Schule ist denn das? Die Männer waren doch damals alle "um die 20". Selbst wenn sie bloß 18 waren und aufs Gymnasium gegangen wären, dann wäre Katrin mindestens 3 Klassen unter ihnen gewesen, und sie hätten bald Abschluß gemacht oder hatten schon Abschluß - da gibt man sich doch erst recht nicht mehr mit jüngeren Schülern von der alten Schule ab?? Und selbst wenn man sich schon aus den früheren Jahrgangsstufen kannte (was kaum sein kann, da Konerts ja relativ neu zugezogen waren), dann ist der Altersunterschied doch schon enorm. Eine 15jährige und ein 20jähriger sind gefühlt weiter auseinander als ein 45- und ein 50jähriger, deswegen schließe ich mich hier denjenigen an, die diese vielen älteren Jungsbekanntschaften Katrins doch zumindest bemerkenswert finden.
Was mich auch zum nächsten Thema bringt, das hier 1 Seite vorher schon jemand angesprochen hatte. Ich glaube auch, dass sie an dem Abend ziemlich vielen ziemlich auf die Nerven gefallen ist mit ihrer Bettelei um eine MFG. Christian ja zB gesichert, der hatte sie ja angeblich sogar weggedrückt oder leise gestellt. Ich kann mir vorstellen, dass da an dem Abend keiner Bock drauf hatte und alle nö gesagt haben, was ihnen dann später auf die Füße fiel, als sie gesucht wurde. Anfangs denkt doch da keiner "Na, wenn sie jetzt verschwindet und rauskommt, dass ich sie nicht fahren wollte, bin ich der Trottel...". Bemerkenswert ist auch, dass sich da in dem "Freundeskreis" auch erstmal keiner groß gesorgt zu haben scheint, so nach dem Motto: Naja, sie wird schon wieder auftauchen. Scheint also jetzt auch nicht so ungewöhnlich gewesen zu sein.
2cent schrieb:Wenn er ohnehin nur so kurz bei den Freunden war und insgesamt noch rd drei Stunden Zeit hatte, erschließt sich mir nicht ganz, warum eine spätere Fahrt nicht auch möglich gewesen wäre.
Ich frage mich das aber auch bei Katrin. Ich weiß nicht mehr ganz genau, wann sie bei Joachim ankamen, aber ich meine, es wäre so um drei Nachmittags gewesen. Ab 17 Uhr ist sie schon massiv damit beschäftigt, wegen MFG herumzudüdeln, während Joschi irgendwann noch den Gehweg streut. Also, ein "Nachmittag bei meinem Freund" sieht aber anders aus...
Grillage schrieb:Niemand wäre auf die Idee gekommen, der Freundin der Tochter abends nach einem Besuch zu sagen, sie könne ja mal im Ort schauen, ob sie jemanden findet, der sie nach Hause fährt. Da war immer klar, dass sich auch die Eltern derjenigen, die man besucht hat, dafür mitverantwortlich fühlen, wie die Freundin nach hause kommt.
Das sehe ich genauso, und außerdem auch mit als Grund für die abgelehnte Taxifahrt. Selbst wenn sie sich da im Nachbarort Schlanze rauslassen lässt, irgendwer könnte das doch sehen und wenn's blöd kommt, erfahren das die Eltern. Oder die Eltern fragen nach, warum XY, der sie doch nach Hause bringen wollte, nicht vor der Tür abgesetzt hat.
Grillage schrieb:Die Frage ist, woher die Begründung mit der wartenden Freundin kommt. Vielleicht hat er die nachgeschoben - in der 2. oder 3. Vernehmung
Ich kann mir schon vorstellen, dass man da erstmal einfach irgendwas sagt, um halt aus der Situation rauszukommen. "Ja mei, die Freundin hat halt mit dem Essen gewartet" als Begründung, ohne damit zu rechnen, dass das überprüft wird. Man geht ja zu dem Zeitpunkt auch noch nicht davon aus, dass sie 25 Jahre lang vermisst sein wird, sondern denkt einfach, joh, die schnappt jetzt mal Luft und kommt dann schon wieder. Tut sie nicht, und auf einmal muss man irgendwelche Aussagen belegen, die man gemacht hat aber vielleicht selber schon nicht mehr genau weiß....