FrokenLisbeth schrieb:Ich finde es immer noch auffällig, wie viele junge Menschen da an einem dunklen, kalten und glatten Neujahrsabend in einem 13.000 Einwohner Ort nahezu zeitgleich auf der Straße waren.
Und offenbar kannten sich die meisten.
Und zumindest Sven, Martin und Ralf geben an, ihr eine Mitfahrgelegenheit angeboten zu haben - die sie alle abgelehnt hat, obwohl sie nach Hause musste und kein Bus fuhr? Und die liefen alle zufällig in dem Zeitfenster mehr oder weniger um den Bereich der Bushaltestelle rum?
Bergen ist ja kein kleines Dorf, ich finde die geballte Konzentrierung auffällig und unwahrscheinlich. Oder vielleicht nehme ich diese auch nur durch die Beiträge hier so wahr.
Aber was soll das denn heißen? Dass Du den Zeugen überhaupt nicht glaubt, dort zu der Zeit überhaupt unterwegs gewesen zu sein?
schluesselbund schrieb:So weit ich das auf dem Schirm habe, soll sich Martin zuerst bei den Eltern gemeldet haben. Was schon mal die These stützt, dass ihm die Brisanz der Situation gar nicht klar war. Dass er sich danach auch bei der Polizei meldet, bzw. dass er durch die Eltern Polizei bekannt wurde dürft auch klar sein.
schluesselbund schrieb:Warum das jetzt angezweifelt wird erschliesst sich mir nicht. Zumal es sekundär ist, ob er Katrin nur gesehen hat, oder auch angesprochen hat. Martin ist der Einzige Zeuge der angibt Katrin an der Bushaltestelle gesehen zu haben. Weiter hätte Katrin seine angebotene MFG abgelehnt. Was ja ein Ansprechen zwingend erfordert. So stand die Meinung jahrelang im Raum.
Dieser Zweifel kommt aber doch nicht hier aus dem Forum, sondern wurde an mehreren Stellen im Podcast erwähnt. Zum einen die von Dir schon erwähnte Stelle, an der Michael Heuer vom Leder zieht (ich verstehe das zumindest so, dass sich das v.a. auf Martins Ausaage bezieht). Und zum anderen wird mehrmals gesagt, dass nicht alle Aussagen der Zeugen stimmen können, die irgendwann man als Verdächtige gegolten haben, weil sie sich gegenseitig ausschließen und somit mind. eine Aussage nicht stimmen kann.
Ich bin tatsächlich nicht sicher, auf welches Detail es sich bezieht, irgendwann wurde mal gesagt, dass die Zeugen ausgesagt haben, die jeweils anderen nicht gesehen zu haben und das eigentlich nicht sein kann. Das kann ich nicht nachvollziehen, denn zum einen kann man ein anderes Auto einfach übersehen, nicht explizit wahrnehmen oder das Fahrzeug bzw. die Personen darin nicht erkennen, obwohl man sie kennt und obwohl sie da waren.
Zum anderen sehe ich es auch so, dass wenige Aufenblicke Zeitabstand in der Abfolge reichen, damit sich die Autos eben nicht gegenseitig begegnen, sondern die jeweilige Fahrt schon beendet ist, bevor das nächste Auto auftaucht.
Wenn die Ermittler aber so öffentlich Zweifel an den Aussagen äußern, dann kann man das denke ich schon einfach als gegeben hinnehmen, dass es Widersprüche, Ungereimtheiten, verschiedene sich ausschließende Versionen, Unsicherheiten darin gab, die diese Zweifel bei den Ermittlern begründet haben. Es ist eben nicht so, wie Du hier immer wieder behauptest, dass jeder Zeuge, oder zumindest jeder Zeuge, der sich nicht 100% erinnern kann, automatisch zum Verdächtigen und dann zum Beschuldigten wird. Wir kennen nur einige wenige Details der jeweiligen Aussagen und wissen nicht, was konkret dazu geführt hat, dass aus Zeugen Beschuldigte wurden. Deshalb ist es müßig, dass hier diskutieren zu wollen oder es als Ungerechtigkeit darzustellen.
schluesselbund schrieb:Und was er völlig übersieht ist wohl die Wahrscheinlichkeit, dass die Konerts von der Sichtung erfahren haben könnten. Was dann die Bekanntschaft zwischen Frank und Ralf schwersten belastet haben könnte. Hin bis zu schlimmen Streitigkeiten. Aber das habe ich ja schon weiter vorne angedeutet.
Wieso sollte Herr Konert auf eine Person sauer sein, die seiner Tochter in einer Notsituation eine MFG angeboten hat, die diese abgelehnt hat? Zumal Ralf kaum ahnen konnte, dass Katrin ohne das Wissen der Eltern in Bergen unterwegs war, weil sie denen die Beziehung zu einem 15 Jahre älteren Mann verschwiegen hat.
Einen Grund, dass Ralfs Verhalten die "Bekanntschaft" belastet haben könnte, gab es doch wohl erst, als rauskam, dass er sich 18 Jahre lang nicht als Zeuge gemeldet hat.
Und so wie ich es verstanden habe, war das auch keine Freundschaft, sondern man kannte sich eben; also kein besonders enges Verhältnis, dass man um jeden Preis hätte aufrechterhalten wollen.
2cent schrieb:Ich interpretiere "in unmittelbarer Umgebung der Bushaltestelle" als "sehr nah, sehr dicht an der BHST"; und "also in der Neuen Straße" als Konkretiesierung der Örtlichkeit.
Ja, genauso habe ich das auch verstanden. Vielleicht im Radius von +/- 100 m um die Bushaltestelle herum.
2cent schrieb:Ich war (bin) beruflich und krankheitsbedingt leider nicht "up to date" - warum genau ist das jetzt so wichtig?
Verstehe ich auch nicht, warum das jetzt so wichtig sein soll. Er wohnte dort in Bergen in unmittelbarer Nähe zur BHS und das wird auch der Grund gewesen sein, warum er an dem Abend dort unterwegs war. Er dürfte entweder auf dem Weg nach Hause gewesen sein oder gerade von dort losgefahren sein.
Zudem kann man davon ausgehen, dass er sich dort sehr gut auskannte, so dass seine Beschreibung der Stelle, an der er Katrin gesehen haben will (auf Höhe des Hotels Nigel), zuverlässig ist. Zumindest wenn man davon ausgeht, dass er die Wahrheit sagt, denn genauso kann er bedingt durch seine gute Ortskenntnis natürlich auch den Ort der Sichtung bewusst verlegt haben. Aber es gibt seiner Aussage hinsichtlich der Örtlichkeit halt eine andere Präzision als z.B. die Aussage der Jägerin, bei der man nicht mal sagen kann, ob sich der Ort ihrer Beobachtung sich überhaupt in Bergen oder nicht ganz wo anders befunden hat.
Insofern denke ich, dass es eigentlich egal ist, ob Ralf jetzt in der Neuen Straße, der Breiten Straße oder irgendeiner Seitengasse von einer dieser Straßen gewohnt hat.