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Wo ist Felix Heger?

1.813 Beiträge, Schlüsselwörter: Vermisst, Kindesentführung, Felix Heger

Wo ist Felix Heger?

05.09.2020 um 21:18
Zitat von abberline
abberline
schrieb:
Und diese ganzen Dinge auf pro und contra zu diskutieren, sollte der Sinn dieser Diskussion sein.
Das wird ja auch gemacht. Hier wurde sich im Verlauf der Diskussion verschiedentlich sowohl pro als auch contra Ermittlungsergebnis geäußert. Zuletzt wurden überwiegend Aspekte einer persönlichen und Meta-Ebene angesprochen, die mich allerdings weniger interessieren.

Sollten die Diskutanten mit Akteneinsicht Interesse an weiterführenden Diskussionen zu den Einzelheiten des Falls haben, wären meine Fragen:

Was steht noch auf der Liste von Bild 8? Welche weiteren ermittlungsrelevanten Funde gibt es? Was ergab die Auswertung des Computers? Was genau stand in dem Brief von Michael Heger? Was steht im Obduktionsgutachten wortwörtlich zur Todesursache, zum Blutverlust, zu (fehlenden) Hämatomen, zum Todeszeitpunkt, zum Alter der Einstichstelle, zu weiteren (Selbst-)Verletzungen, zu möglichen Hinweisen auf Intoxikationen? Welche weiteren Gutachten wurden eingeholt?

Das wären neue Informationen, die man diskutieren könnte und mit denen man dem wahren Geschehen vielleicht etwas näher kommen könnte. Ansonsten kann man nur Altbekanntes aufwärmen oder frei spekulieren, denn die Ermittlungen sind abgeschlossen.



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06.09.2020 um 09:20
Zitat von Coconut19
Coconut19
schrieb:
Du widersprichst dir aber schon gerade selber, ob er ein Mörder ist, lässt sich nicht mehr festellen, aber ist ja auch egal, weil er ist auf jeden Fall der Hauptverursacher für das Leid der Angehörigen.
Er ist der Hauptverursacher für das Leid seiner Angehörigen und zwar egal ob er das Kind freiwillig weggegeben oder umgebracht hat.

Dass ihm jemand das Kind entrissen und er sich daraufhin zur Meditation in ein Waldcamp zurückgezogen hat, schließe ich jedenfalls aus. Weiterhin schließe ich aufgrund der Ermittlungsergebnisse aus, dass er umgebracht wurde.



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06.09.2020 um 13:27
Zitat von Carietta
Carietta
schrieb:
Natürlich könnte ein erweiterter Suizid möglich sein. Es liegt auch sehr Nahe und ich bin nicht abgeneigt dieser Theorie zuzustimmen. Dennoch darf doch hinterfragt werden. Aber nur wegen der Bücher. Meine Güte, ich möchte nicht wissen, was aufgrund meiner Bücher in meinen Regalen zu meiner Person geschlossen wird. Ist doch totaler Quatsch.
Die Bücher waren für die Ermittler wohl eindeutig, dazu schien er noch labil zu sein. Ein "klarer" Fall der schnell abgeschlossen werden kann. Trotzdem fand ich es übereifig. Vor allem seine Art den "Selbstmord" zu vollziehen, hätte auch misslingen können. Wenn ich Selbstmord begehe, wähle ich doch einen Tod, der zu 100% sicher ist. Zumal in seinem Blut und Urin KEIN Alkohol und Medikament gefunden wurde und das macht mich dann doch stutzig. Eine toxologische Untersuchung wäre erforderlich gewesen. Ich dachte immer, dass wäre Standard.
Zitat von Falstaff
Falstaff
schrieb:
Dass ihm jemand das Kind entrissen und er sich daraufhin zur Meditation in ein Waldcamp zurückgezogen hat, schließe ich jedenfalls aus. Weiterhin schließe ich aufgrund der Ermittlungsergebnisse aus, dass er umgebracht wurde.
Einen Mord schließe ich nicht aus, aber den Sinn würde ich nicht verstehen. Wenn es um den armen Felix gegangen wäre (ihn zu entführten oder ähnliches), hätte es mit Sicherheit andere Wege gegeben, statt so eine Indizierung zu betreiben.


Zu dem Punkt, dass Felix an diesem Tag nicht mit zu seinem Vater wollte: finde ich nicht unbedingt ungewöhnlich. Meine Maus hat auch nicht immer "Lust" auf Oma und Opa und meckert erst. Wenn sie dann da ist, ist alles super.



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06.09.2020 um 14:36
Zitat von Frau_H
Frau_H
schrieb:
Einen Mord schließe ich nicht aus, aber den Sinn würde ich nicht verstehen. Wenn es um den armen Felix gegangen wäre (ihn zu entführten oder ähnliches), hätte es mit Sicherheit andere Wege gegeben, statt so eine Indizierung zu betreiben.
Von einem Mord am Vater gehe ich auch nicht unbedingt aus. Aber ich kann mir, da ich selber Mal so einen Fall hatte, schon verschiedene Szenarien vorstellen.

Der Vater wollte mit Felix untertauchen, wo auch immer und hat das Wochenende genutzt, obwohl vielleicht noch nicht alles vorbereitet war, um Felix bei sich zu behalten, weil er vielleicht aufgrund der Vorerfahrungen etc Angst hatte, dass der nächste Wochenendbesuch nicht zustande kommt.
Eine Sichtung erklärt sich vielleicht wirklich damit, dass er zusammen mit Felix auf eine Kontaktperson gewartet hat, die er Felix anvertrauen kann. Wegen der Wetterverhältnisse war H. wahrscheinlich klar, dass er nicht dauernd mit dem Auto rum fahren kann, nicht mit Felix im sog Biwak bleiben kann und in seine Wohnung zurück, ging keinesfalls, weil da die Polizei auf jeden Fall zuerst gesucht hätte, was sie ja auch tat.

Er hat Felix also an jemand Dritten übergeben. Das Ganze mit dem Bemerken, ich komme ihn dann und dann wieder abholen, wenn ich bis zum Datum x nicht wiederkomme, bringst du ihn zu XYZ.
Danach hat H. vielleicht noch Flüge, sich weiteres Geld besorgt, oder oder und ist vielleicht wirklich im Wald verunfallt. Er tauchte also nicht zum vereinbarten Zeitpunkt wieder bei dem Dritten auf. Was tut der Dritte?
In meinem Fall war die Dame schlau und hat anwaltliche Rat gesucht, weil sie mittlerweile mit bekommen hatte, dass da wohl ein Kindesentzug vorliegt und das betroffene Kind landete wohlbehalten beim anderen Elternteil.

Der Dritte im Fall Felix kann weisungsgemäß, ohne weitere Nachforschungen, Felix zu XYZ gebracht haben, als H. nicht wiederkam. XYZ hatte vielleicht schon Weisung von H., wie dann weiter zu verfahren ist und hat Felix aufgenommen oder wieder weitergereicht. Wir wissen es nicht.
Nur ausgeschlossen ist dies alles nicht.

In meinem Fall hatte die nicht Sorgeberechtigte Mutter das Kind auch nach einem Besuchskontakt nicht zurück gebracht. Sie bereitete eine Reise ins Ausland vor und hat ihr Kind kurz bei einer Freundin geparkt, um noch Flugtickets abzuholen. Dabei ist die Mutter tatsächlich verunfallt und im Krankenhaus gelandet.
Die Freundin wartete vergebens auf die Rückkehr der Mutter, telefonierte herum und hat dann geschnallt, dass a) etwas mit der Mutter passiert sein muss und b) das Kind wahrscheinlich entzogen werden sollte. Sie war dann auch ziemlich durch den Wind und überlegte, was sie tun soll, einfach zur Polizei gehen, mit den Worten "da nehmen Sie bitte das Kind, das gehört mir nicht."
Mit anwaltlichem Beistand ist es dann etwas anders gelaufen, aber sinngemäß schon so, dass das Kind heil beim anderen Elternteil ankam.

Es gibt also nichts, was es nicht gibt, und ich kann mir schon vorstellen, dass das bei Felix ähnlich gelaufen ist. Nur dafür hätte man wirklich alle möglichen und unmöglichen Kontakte von H. prüfen und abklappern müssen, was aber alles nicht passiert ist, da man ja recht schnell zu dem Schluss erweiterter Suizid kam.



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06.09.2020 um 14:50
Zitat von Coconut19
Coconut19
schrieb:
Es gibt also nichts, was es nicht gibt, und ich kann mir schon vorstellen, dass das bei Felix ähnlich gelaufen ist. Nur dafür hätte man wirklich alle möglichen und unmöglichen Kontakte von H. prüfen und abklappern müssen, was aber alles nicht passiert ist, da man ja recht schnell zu dem Schluss erweiterter Suizid kam
Das ist das tragische an der Geschichte und ist für mich auch nicht nachvollziehbar. Natürlich kann ein erweiterter Suizid vorliegen, aber so lange keine Leiche aufgefunden wird, könnte ich als Ermittler nicht schlafen. Warum versteckt er den Leichnam von Felix so gut und er selber kann schnell gefunden werden? Um die Familie noch mehr zu quälen? Aber gut, wenn ich an die Familie aus Drage denke.... da wurden die Leichen bisher auch nicht gefunden.



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06.09.2020 um 16:09
Zitat von Coconut19
Coconut19
schrieb:
Von einem Mord am Vater gehe ich auch nicht unbedingt aus. Aber ich kann mir, da ich selber Mal so einen Fall hatte, schon verschiedene Szenarien vorstellen.

Der Vater wollte mit Felix untertauchen
Er wollte also nicht sterben, sondern mit seinem Sohn zusammenbleiben.
Zitat von Coconut19
Coconut19
schrieb:
Eine Sichtung erklärt sich vielleicht wirklich damit, dass er zusammen mit Felix auf eine Kontaktperson gewartet hat, die er Felix anvertrauen kann.
Zitat von Coconut19
Coconut19
schrieb:
Er hat Felix also an jemand Dritten übergeben.
Die Sichtung an der französischen Grenze war am 12.01. Warum erst dann? Was haben er und Felix in der Zeit davor (ohne Auto) gemacht? Warum hat er es vom 06.01-12.01. nicht geschafft, die Besorgungen zu erledigen, die für ein gemeinsames Untertauchen nötig sind? Warum hat er diese Erledigungen nicht vorher gemacht oder zumindest mit dem Auto? An die aufwendige Platzierung falscher Spuren im Schwarzwald hat er doch auch gedacht. Warum nicht an die Flugtickets? Warum ist er ùberhaupt wieder in den Wald zurückgekehrt, wo dieser doch gerade von ihm ablenken sollte? Warum stirbt er dann ausgerechnet dort, wo alles nach seinem Suizid aussieht, was er aber ja gerade nicht vorhatte?
Zitat von Coconut19
Coconut19
schrieb:
Was tut der Dritte?
Ja, was tut so ein Dritter? Das Kind behalten und anstelle des Vaters mit ihm untertauchen? Oder weisungsgemæß zu XYZ statt zur Mutter bringen? Wer sind ùberhaupt der Dritte und XYZ und warum machen diese Personen noch posthum über Jahre, was Heger wollte?

Das Szenario ist noch unausgereift und widersprüchlich.



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06.09.2020 um 16:16
Zitat von Frau_H
Frau_H
schrieb:
Das ist das tragische an der Geschichte und ist für mich auch nicht nachvollziehbar. Natürlich kann ein erweiterter Suizid vorliegen, aber so lange keine Leiche aufgefunden wird, könnte ich als Ermittler nicht schlafen. Warum versteckt er den Leichnam von Felix so gut und er selber kann schnell gefunden werden? Um die Familie noch mehr zu quälen? Aber gut, wenn ich an die Familie aus Drage denke.... da wurden die Leichen bisher auch nicht gefunden.
Es ist wesentlich einfacher fremde Leichen zu verstecken, als die eigene - insbesondere wenn die noch so klein sind. Sich selbst kann man nicht vergraben und auch nicht so ohne weiteres versenken, wie der Drage-Fall zeigt. Und dann gibt es im Wald ja auch noch wilde Tiere, die insbesondere im Winter dankbar jede Ergänzung des Nahrungsangebotes annehmen. So eine Kinderleiche lässt sich im Gegensatz zu einem Erwachsenen, ohne Probleme in einen unterirdischen Tierbau verschleppen.

Eins ist klar: So ein kleines Kind kann nicht alleine irgendwo ein neues Leben angefangen haben. Dass es an irgendjemanden sonst übergeben wurde ist nicht ganz ausgeschlossen - es gibt nur keinerlei Hinweis darauf. Am Wahrscheinlichsten ist daher, dass der Junge entweder von MH selbst umgebracht wurde, oder aber kurz nach MH verstarb.

Ich hoffe jedenfalls sehr, dass die Ermittler gut schlafen können - andernfalls könnten sie ihren anspruchsvollen und wichtigen Job nicht mehr ausüben. Ermittler können nicht irgendwelchen Szenarien nachgehen, nur weil die nicht ausgeschlossen sind - sonst müssen sie alleine in diesem Fall Millionen von Möglichkeiten untersuchen. Sie werden nur tätig, wenn es konkrete Hinweise gibt und eine Vermutung der Angehörigen ist kein konkreter Hinweis.



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06.09.2020 um 18:51
Zitat von Coconut19
Coconut19
schrieb:
Nur dafür hätte man wirklich alle möglichen und unmöglichen Kontakte von H. prüfen und abklappern müssen, was aber alles nicht passiert ist, da man ja recht schnell zu dem Schluss erweiterter Suizid kam.
Woher weißt du, dass die Ermittler Angehörige, Freunde und Bekannte von Michael Heger nicht befragt haben? Wie hätte man sie befragen müssen, damit sie "auspacken"? Was, wenn es nichts gibt, worüber sie auspacken könnten?

Jedenfalls hat der Detektiv Engel ja dann das Umfeld von Michael Heger mit allen Gerüchten inklusive Vorgeschichte für stolze 70.000 € gründlich erforscht und war ebenfalls nicht erfolgreich, er hat durch seine Bemühungen also die Ermittler bestätigt.
Zitat von Falstaff
Falstaff
schrieb:
Ermittler können nicht irgendwelchen Szenarien nachgehen, nur weil die nicht ausgeschlossen sind - sonst müssen sie alleine in diesem Fall Millionen von Möglichkeiten untersuchen. Sie werden nur tätig, wenn es konkrete Hinweise gibt und eine Vermutung der Angehörigen ist kein konkreter Hinweis.
Ja. Es handelt sich nur um denktheoretische Möglichkeiten. Wo soll man suchen, wen sollte man mit welcher Begründung unter Druck setzen?
Ich erinnere mich, dass Rebecca Reusch anfangs in Südkorea vermutet wurde, weil sie für eine südkoreanische K-Pop-Band schwärmte. Die Forderung, die Ermittlungen auf Südkorea auszudehnen, war ähnlich überzogen.



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06.09.2020 um 19:49
Zitat von Palio
Palio
schrieb:
Woher weißt du, dass die Ermittler Angehörige, Freunde und Bekannte von Michael Heger nicht befragt haben? Wie hätte man sie befragen müssen, damit sie "auspacken"? Was, wenn es nichts gibt, worüber sie auspacken könnten?
Ich glaube, hier liegt ein Missverständnis vor. Ich habe -aufgrund meiner persönlichen Erfahrung- ein Alternativszenario entworfen. Ich habe auch geschrieben, wir wissen es nicht, möglich kann aber alles sein.
Dafür hätte man..., also Konjunktiv, ....., was aber rein tatsächlich, und das ist die einzig auf Tatsachen bezogene Verknüpfung in meinem Text, nicht passiert ist, weil rasch eingestellt wurde.

Vielleicht möchtest du ja hier bewusst etwas falsch verstehen, um weiter die vorgeblichen Unterstützer der Suche nach Felix zu kritisieren.
Wie ich das insgesamt moralisch finde, habe ich ja schon geschrieben und brauche keine weiteren Ausführungen zu machen .



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06.09.2020 um 21:33
Zitat von Coconut19
Coconut19
schrieb:
Ich glaube, hier liegt ein Missverständnis vor. Ich habe -aufgrund meiner persönlichen Erfahrung- ein Alternativszenario entworfen. Ich habe auch geschrieben, wir wissen es nicht, möglich kann aber alles sein.
Dafür hätte man..., also Konjunktiv, ....., was aber rein tatsächlich, und das ist die einzig auf Tatsachen bezogene Verknüpfung in meinem Text, nicht passiert ist, weil rasch eingestellt wurde.
Verstehe ich immer noch nicht so ganz. Also hatte dein Szenario keinen Plausibilitätsanspruch? Und eine Befragung des Umfelds war daher entbehrlich? Weißt du denn nun mit Sicherheit, dass Personen aus Michael Hegers Umfeld nicht befragt wurden, weil vorher das Verfahren eingestellt wurde?
Zitat von Coconut19
Coconut19
schrieb:
Vielleicht möchtest du ja hier bewusst etwas falsch verstehen, um weiter die vorgeblichen Unterstützer der Suche nach Felix zu kritisieren.
Ich hinterfrage bei meinen Überlegungen, was in diesem Fall aller Wahrscheinlichkeit nach passiert ist, höchstens die Vorstellung, dass bei den Ermittlungen etwas gravierend schief gelaufen sei und entscheidende Versäumnisse vorliegen. Die kann ich nicht erkennen.

Zum Beispiel die Einstichstelle: Was könnte bei einer Untersuchung dieser Stelle am Handgelenk herauskommen, was definitiv in die eine (Suizid) oder andere (Widerlegung Suizid) Richtung weist? Wie hätte ein toxikologisches Gutachten das Ermittlungsergebnis beeinflussen können? Außer speziellen Nevenkampfstoffen aus russischen Laboren fällt mir nichts ein, was zwingend auf eine Fremdeinwirkung hinweist. Hat die Staatsanwaltschaft das Gutachten deshalb abgelehnt, weil eine Fremdeinwirkung hierdurch ohnehin nicht nachgewiesen werden kann?



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10.09.2020 um 11:39
Zitat von Palio
Palio
schrieb am 06.09.2020:
Hat die Staatsanwaltschaft das Gutachten deshalb abgelehnt, weil eine Fremdeinwirkung hierdurch ohnehin nicht nachgewiesen werden kann?
Die Antwort gebe ich mir selbst: "Ja."
Die toxikologische Untersuchung ist völlig unerheblich für die Bewertung der Sachlage. Die Empörung über die Entscheidung, ein solches (verzichtbares) Zusatzgutachten nicht einzuholen, ist reine Stimmungsmache.

Hier die bisher verschwiegene Empfehlung des Rechtsmediziners, WOFÜR eine zusätzliche toxikologische Untersuchung sinnvoll wäre:

IMG-20200910-WA0001Original anzeigen (0,2 MB)
Aus der Doku, die am 20.07.20 verlinkt wurde, bei Minute 7.00.
Abschrift:
"Im Magen fand sich auf Tablettenrückstände verdächtiges Material, so dass eine toxikologische Untersuchung erforderlich ist, um eine eventuelle Einwirkung von körperfremden Stoffen abzuklären, die zu einem Sturz oder zum Eintritt des Todes beigetragen haben können. Das bei den persönlichen Gegenständen des Verstorbenen aufgefundene Schlaf- und Beruhigungsmittel Betadorm D ist geeignet, Bewegungsunsicherheit und Benommenheit zu bewirken.

Es ging also nur darum, bei Bedarf nochmal durch ein Zusatzgutachten genauer zu klären, ob und wie die geschluckten Tabletten den Sturz oder Todeseintritt beeinflusst haben. Dass sie geschluckt wurden, ist unstrittig und auch, dass sie zu Benommenheit führen. Man konnte mit diesem Wissen problemlos auf ein toxikologisches Zusatzgutachten verzichten. Es ging dabei nicht um Fremdeinwirkung und auch nicht um die Stelle am Handgelenk, wie der Filmbeitrag suggeriert.

Übrigens steht in dem Bericht auch genau das, was der Chirurg Ortlieb "herausfand", nämlich, dass die inneren Verletzungen des Brustkorbs und der Lungen nicht lange überlebt wurden und zudem, dass sie todesursächlich gewesen sein können.

M. Heger ist mutmaßlich zum Zeitpunkt der Vermisstmeldung, also sehr früh verstorben. Es passt alles zu einer Suizidannahme. Er hat im Wald Alkohol und Tabletten geschluckt und ging evtl. davon aus, dass er erfriert, bevor er wieder aufwacht. Er hat noch ca. 10-25 Stunden gelebt, bis der Alkohol verstoffwechselt war, hat weitere Tabletten genommen (die im Magen gefunden wurden) und ist dann absichtlich (meine Vermutung) oder in benommenem Zustand gestürzt, woraufhin er starb.



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10.09.2020 um 14:27
Zitat von Palio
Palio
schrieb am 06.09.2020:
Zum Beispiel die Einstichstelle
Vielleicht hat er sich ein Beruhigungsmittel gespritzt um alles besser durchziehen zu können und sich zusätzlich die Tablettendosis gegeben inm Glauben er fällt danach um und erfriert. Dabei ist er gestürzt und danach gestorben.

Deine Analyse ist übrigens klasse das ergibt so alles Sinn.



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DKS-DE
ehemaliges Mitglied

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10.09.2020 um 15:22
@Palio

In der Regel beinhalten Obduktionsberichte mehr als nur eine Seite.
Die lethale Dosis von Betadorm-D bei einem Erwachsenen (ca. 90Kg) sind laut Hersteller ca. 70 Tabletten. Bei Michael Heger wurden nicht ansatzweise so viele Tabletten gefunden (15 Tabletten haben aus den Tablettenstreifen gefehlt, dann eine leere Packung für 20 Tabletten - anzunehmen ist, dass einer der einzelnen Tablettenstreifen aus eben dieser Packung stammte, selbst wenn nicht dann käme man nur auf 35 fehlende Tabletten).
Ob dies Benommenheit auslösen kann? Keine Ahnung!

Im Übrigen haben Rechtsmediziner in der Regel keine genauen Informationen über Ermittlungsstände, ihre Arbeit beinhaltet die Untersuchung eines Leichnams (Quelle: Rechtsmediziner aus Bekanntenkreis). Unwahrscheinlich, dass eben die Rechtsmediziner damals über die genaue Anzahl der Tabletten bescheid gewusst haben - dafür ist im Nachgang eben die Einschätzung der Polizei/Staatsanwaltschaft zuständig die schaut, ob die gefundenen leeren Tablettenbehältnisse diesen Schluss zulassen. Das mag hier unterschiedlich aussehen je nach Mensch/Behörde/Bundesland, dies sind aber meine Informationen aus erster Hand.
Zitat von Palio
Palio
schrieb:
Die toxikologische Untersuchung ist völlig unerheblich für die Bewertung der Sachlage. Die Empörung über die Entscheidung, ein solches (verzichtbares) Zusatzgutachten nicht einzuholen, ist reine Stimmungsmache.
Falsch!
1. Ungeklärte Todesursache trifft sich mit "Fremdverschulden ausgeschlossen" laut Obduktionsbericht.
2. Dazu vermutlich vorab gelegte Spuren im Schwarzwald vom Vater + ein vermisstes Kind.
3. Fehlende Kleidungsstücke am Leichnam bzw. merkwürdiger Leichenfund (Ein Schuh ausgezogen, eine Socke in der Hosentasche, ein mit Blut getränkter Schnürsenkel unterhalb der Leiche, Reissverschluss der Hose geöffnet, keine Jacke an, Kleidung sehr sauber).
4. Vermutungen (die ja nicht unwahr sind, es bleiben aber Vermutungen) der Rechtsmedizin/Staatsanwaltschaft.

Man muss sich nur mal selbst fragen was man als Familienmitglied in so einer Situation empfinden würde wenn man hört, dass man Zusatzchancen, wie eine Toxikologische Untersuchung oder einer Gewebeuntersuchung der "Einstichstelle", für die Aufklärung eines wichtigen Puzzlestückes, vertan hat, weil das Grundgerüst wie die Person zu tode gekommen sein könnte nur durch Vermutungen aufgebaut wurde.
Es sagt ja niemand das durch diese Untersuchungen zu 100% mehr herausgekommen wäre, jedoch darf man sich dann nicht wundern wenn Gegentheorien aufkommen die vielleicht auch dadurch hätten vermieden werden können (mit Sicherheit bereut die Staatsanwaltschaft diese ca. 600 Euro gespart zu haben alleine schon dadurch, dass sie seitdem nicht von den Medien in Ruhe gelassen wird).
Von einer aufklärenden Institution verlangt man eigentlich das sie alles ausschöpft, vor allem weil es auch um einen kleinen Jungen geht - dies lässt sich nicht Gegenargumentieren (siehe die eiserne und kalte Antwort des Staatsanwalts aus dem verlinkten Filmbeitrag).


Man wird das Gefühl nicht los, dass manche die Welt nur mit Scheuklappen betrachten. Habe ich diese auf und blende andere Dinge aus, dann hat Michael Heger vielleicht einen Suizid begangen. Das ist schön einfach.
Kann man nur hoffen, dass der Hauptjob nicht darin besteht Dinge aufzuklären.



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10.09.2020 um 15:40
Zitat von DKS-DE
DKS-DE
schrieb:
Ob dies Benommenheit auslösen kann? Keine Ahnung!
ab 300 mg diphenhydraminhydrochlorid kann es lebendbedrohlich werden ( entspricht 6 tabletten Betadorm D )



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11.09.2020 um 05:53
Zitat von Comtesse
Comtesse
schrieb am 01.09.2012:
im Wald rumgestolpert ist, lange genug, dass der Alkoholspiegel im Blut wieder abgebaut worden ist (also mind. 1/2 Tag)
Genau davon ist m.E auszugehen. Vorteilhaft wäre ein Einblick in das Untersuchungsergebnis dazu. Aber am ehesten ist der fehlende Nachweis damit zu erklären, dass der getrunkene Alkohol vor dem Ableben bereits wieder abgebaut war, weil er nicht erfroren ist und die Tablettendosis nicht letal war. Das lege ich bei meinen nachfolgenden Überlegungen zu Grunde.
Zitat von DKS-DE
DKS-DE
schrieb:
Ob dies Benommenheit auslösen kann? Keine Ahnung!
Er hatte bei 15 Tabletten ca. 750 mg Diphenhydramin im Blut. Dazu den hochprozentigen Alkohol. Die Mischung ist nicht tödlich, führt aber in dieser Dosierung (auch ohne Alkohol) potenziell zu Sedierung, Halluzinationen, erheblicher Bewegungsunsicherheit, paradoxer Agitation, Tachykardie und Blutstauung im Lungengewebe. Ab 1000 mg können Delirium und Koma auftreten.

Der Ablauf und das Geschehen stellt sich mir wie folgt dar:
Er zog sich die Jacke aus, um zu erfrieren. Da dies nicht klappte, stürzte er sich später absichtlich oder unabsichtlich von einem Felsen. Auch dies überlebte er zunächst, wenn auch nur kurz. Wann er was genau tat, z. B. den Schuh ausziehen, die Socke in die Tasche stecken, Reißverschluss (zum Urinieren) öffnen, Verlust der Brille, den Schnürsenkel mit Blut tränken, weiß man nicht, aber seine gesamte Auffindesituation erklärt sich durch das Selbsttötungsvorhaben in Verbindung mit den eingenommenen Substanzen und ist unter diesen Umständen auch gar nicht merkwürdig. Auch der Blutverlust ist erklärlich - Nasenbluten, später Blutauswurf durch die inneren Verletzungen.

M. Heger hat in der Vergangenheit schon versucht, sich zu töten und es nicht geschafft. Vielleicht waren seine Absichten damals auch nicht so ernsthaft. Aber dieses Mal waren sie es. Er hat Bücher über Suizid gelesen und sich Anleitungen aus dem Internet geholt. Auch dieses Mal hatte er wieder Schwierigkeiten, aber dieses Mal musste es gelingen, denn er hatte etwas unwiderruflich Schreckliches getan, was ein Weiterleben für ihn unmöglich machte. Er hatte seinen Sohn getötet.
Darum starb er so mysteriös und qualvoll, aber letztlich alternativlos. Es fiel ihm einerseits schwer, seinem Leben ein Ende zu setzen, aber es musste gelingen, auch wenn seine Planungen und Vorbereitungen nicht hocheffizient waren und er längere Qualen erlitt. Die Möglichkeit, Hilfe zu holen, hatte er sich verbauen wollen durch den Rückzug in den Wald und den nächtlichen Zeitpunkt (meine Vermutung). Das war erfolgreich, Hilfe kam nicht.

Ich gehe auch fest davon aus, dass er Felix zu dem Zeitpunkt, als er beim Felsen Alkohol und Tabletten einnahm, nicht mehr bei sich hatte. Auch die vermissten Sachen hatte er vorher entsorgt. Alles, was er noch brauchte (Alkohol, Tabletten, Taschenlampe, Lesebrille) sowie die weiteren nicht entsorgten Sachen nahm er mit.
Zitat von DKS-DE
DKS-DE
schrieb:
Unwahrscheinlich, dass eben die Rechtsmediziner damals über die genaue Anzahl der Tabletten bescheid gewusst haben
Sie wussten zumindest, dass Verpackungen von Betadorm D Tabletten gefunden wurden, das erwähnen sie ja. Zur Abklärung, was genau diese bewirkt haben können, raten sie zu einem toxikologischen Gutachten.

Ein solches ist zwar medizinisch interessant, aber aus Ermittlungssicht nicht notwendig, wenn man mit einer derart großen Wahrscheinlichkeit von einem Suizidgeschehen unter Beteiligung von Alkohol und Tabletten ausgehen kann.
Zitat von DKS-DE
DKS-DE
schrieb:
Man wird das Gefühl nicht los, dass manche die Welt nur mit Scheuklappen betrachten. Habe ich diese auf und blende andere Dinge aus, dann hat Michael Heger vielleicht einen Suizid begangen. Das ist schön einfach.
Mich erstaunt ganz enorm, was man alles ausblenden kann, um hier NICHT von einem Suizidgeschehen auszugehen und die hier vertretenen Thesen von Mord oder zufälligem Umkommen in einer selbst arrangierten Suizidkulisse ernsthaft in Betracht zu ziehen.



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11.09.2020 um 08:16
Zitat von Palio
Palio
schrieb:
Er hatte bei 15 Tabletten ca. 750 mg Diphenhydramin im Blut. Dazu den hochprozentigen Alkohol. Die Mischung ist nicht tödlich, führt aber in dieser Dosierung (auch ohne Alkohol) potenziell zu Sedierung, Halluzinationen, erheblicher Bewegungsunsicherheit, paradoxer Agitation, Tachykardie und Blutstauung im Lungengewebe. Ab 1000 mg können Delirium und Koma auftreten.
Man kann im verschneiten Wald bereits ohne Alkohol und Tabletten stolpern. Mit Alkohol und/oder Tabletten ist es noch leichter. Kommen zusätzlich noch leichte Erfrierungen hinzu, sind Stürze nahezu unausweichlich - und das erklärt die Verletzungen, die bei der Obduktion festgestellt wurden.

Mich erinnert die Diskussion ein wenig an die im Dyatlov-Fall: Da gab es einen regelrechten Wettbewerb um die absurdesten Erklärungen für ähnliche Verletzungsmuster, die sich die Opfer unter ähnlichen Umständen zugezogen haben: Stürze infolge eingeschränkter motorischer Steuerungsfähigkeit im schneebedeckten Gelände.

Ob sich M. Heger umgebracht hat oder bei einem Suizidversuch verunfallt ist, lässt sich nicht mehr klären. Ich halte letzteres für wahrscheinlicher, so grotesk das auch klingen mag. Die Auffindesituation sowie die Obduktionsergebnisse lassen jedoch keinen anderen Schluss als einen mehr oder weniger bewusst selbstverschuldeten Tod Hegers zu.



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11.09.2020 um 16:24
Zitat von Falstaff
Falstaff
schrieb:
Ich halte letzteres für wahrscheinlicher, so grotesk das auch klingen mag.
Kann gut sein, so grotesk wäre das gar nicht, denn auch ein Unfall wäre ja zumindest mit provoziert durch das Selbsttötungsvorhaben: Die Einnahme der Substanzen, die die Wahrnehmung und Steuerungsfähigkeit einschränken, der Weg querfeldein durch felsiges Gebiet, die leichte Bekleidung bei der Eiseskälte, evtl. kommt noch Dunkelheit hinzu, insgesamt wurde die Unfallgefahr damit erheblich vergrößert. Dass Todesursache nun ggf. eine Kombination mehrerer Faktoren war, wäre also gar nicht so ungewöhnlich.

Ob er nun nach einer gewissen Zeit, in der sich der Alkohol im Körper abbaute, er aber überlebte, dem Todeseintritt durch Sturz von einem Felsen nachhelfen wollte oder doch zurück zum Auto wollte und dabei stürzte, bleibt unklar, da hast du recht. Es ließe sich auch durch ein toxikologisches Gutachten nicht aufklären.

Hätte er allerdings gar nicht vorgehabt, dort zu sterben und nur die gemutmaßten falschen Spuren im Wald legen wollen, um von seinem wahren Aufenthaltsort abzulenken, DANN wäre es mehr als grotesk, 1. genau dorthin, wo ihn keiner antreffen soll, wieder zurückzukehren und 2. ausgerechnet dort im Wald SO zu sterben. Ohne Jacke, mit offener Hose, ohne Handy, ohne Brille, ohne Taschenlampe, mit nur einem Schuh und mit Tablettenrückständen im Magen...

Aber vielleicht gehörte ja das Auffinden seiner Leiche inmitten falscher Spuren als ultima ratio zu seinem Plan, die Ermittler in die Irre zu führen.



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11.09.2020 um 21:39
Die ausgezogene Socke, der Schuh, keine Jacke - das könnte auch ein Zeichen für eine (beginnende) Kälteidiotie sein.



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11.09.2020 um 22:19
Zitat von Tita1992
Tita1992
schrieb:
Kälteidiotie
Daran dachte ich auch bereits. Eventuell passt das sogar in einen schlüssigen Ablauf des Geschehens.

Meine Überlegungen gehen derzeit dahin, dass er einen erweiterten Suizid geplant hatte, den er jedoch zunächst überlebte und er in Folge mit der Leiche seines Sohnes konfrontiert war.



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12.09.2020 um 04:44
Liebe Teilnehmer,
Es ist verständlich, dass bei diesem sensiblem und tragischem Thema die Emotionen etwas hochkochen.
Dass es nicht einfacher wird eine sachliche Diskussion zu führen, wenn so viele/so gravierende Fragen bisher nicht durch die laufende Ermittlung geklärt werden konnten ist ebenfalls nachvollziehbar.

Trotzdem kann dieser Thread nur dann fortbestehen, wenn Ihr Euch alle mehr auf einen sachlichen Austausch besinnt und verstärkt darauf achtet die unterschiedlichen Auslegungsmöglichkeiten der Fakten und Theorien rund um diesen Fall nicht persönlich zu formulieren oder aufzufassen.

In diesem Fall gibt es zahlreiche Faktoren, die u.A. je nach Erfahrungshintergrund, persönlicher Einstellung usw. zu vollkommen unterschiedlicher Deutung führen können.
(z.B. können Hinweise darauf, dass MH Felix zum Zeitpunkt seines Versterbens möglicher Weise nicht mehr bei sich hatte u.A. zum "Untermauern" der Annahme das Kind sei im Rahmen eines erweiterten Suizides bereits vorher getötet und sein Körper versteckt wurden verwendet werden, als auch als Argument für die Vermutung das Kind sei im Vorfeld irgendwo "in Sicherheit" gebracht wurden).

Das stellt an Euch als Diskutierende erhöhte Ansprüche und macht es umso wichtiger, dass jeder von Euch sich an die Regeln der Krimirubrik hält.

Kennzeichnet Annahmen, Meinungen, Vermutungen usw deutlich als persönliche Sichtweisen bei denen es keinen Anspruch darauf gibt, dass andere Diskussionsteilnehmer zum gleichen Schluss kommen.
Möchtet ihr auf eine Tatsache verweisen, dann ist hierfür eine seriöse Quelle anzugeben, die von jedem User unmittelbar nachvollzogen werden kann (keine Verweise auf "steht hier irgendwo", "wird bald zur Verfügung stehen").



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