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Oscar Pistorius, das Model, der Valentinstag und das war dann Notwehr

teetime
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Oscar Pistorius, das Model, der Valentinstag und das war dann Notwehr

15.05.2014 um 11:26
@KlaraFall
Sag mal, wie kann es eigentlich sein, das Vorster nur in seinem Bekannten/FreundesKreis nachgeforscht hat, ist doch en Witz, was Roux hätte wissen müssen oder nicht ?


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KlaraFall
ehemaliges Mitglied

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Oscar Pistorius, das Model, der Valentinstag und das war dann Notwehr

15.05.2014 um 11:32
@teetime

Um ein von der Verteidigung gewünschtes Bild von ihm zu zeichnen, waren ja genau diese Personen richtig.
Deshalb macht es jetzt auch ein unabhängiges Gutachten erforderlich.


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Oscar Pistorius, das Model, der Valentinstag und das war dann Notwehr

15.05.2014 um 11:33
@KlaraFall
Danke für das Video. Kann man sehr gut erkennen! Auch wie die Frau hinter Roux versucht sich zu erklären.


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teetime
ehemaliges Mitglied

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Oscar Pistorius, das Model, der Valentinstag und das war dann Notwehr

15.05.2014 um 11:34
@KlaraFall
Ich hoff er verliert die fassung..


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Oscar Pistorius, das Model, der Valentinstag und das war dann Notwehr

15.05.2014 um 11:41
@Rabenfeder
Dafür dass die Psychologie keine Wissenschaft ist, lehnen sich die Herrschaften aber ganz schön aus dem Fenster...
Das ist unheimlich, ich halte ihn zwar für einen Psychopathen aber die Indizienlage reicht aus
und ist eigentlich die wesentlich klarere Aussage über seinen Zustand.
mit dem Psychopathen ist auch so mein Gedanke, aber bisher kann sowas ja nicht erkannt werden. Dein diesbezüglicher post ist wirklich gut. ;)
WArten wir mal die Entscheidung von Mylady am Dienstag ab, hoffe ja auf Stationär . Vielleicht fällt dann die maske?


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Oscar Pistorius, das Model, der Valentinstag und das war dann Notwehr

15.05.2014 um 11:43
KlaraFall schrieb:Ein wirklich beeindruckendes Video, danke fürs Reinstellen.
Das Video zeigt mir nur einmal mehr was für ein Athlet OP eigentlich ist, und dass er
m. M. nach, ohne die männlichen Schreiber hier diskreditieren zu wollen, selbst ohne
seine Prothesen, um ein Vielfaches unverletzlicher und wehrhafter ist, als die meisten
hier, selbst wenn diese mit 'ner Dachlatte o. ä bewaffnet wären ...

Der Mann ist ein Musklepaket, und ich warte auf Bilder, wo man ihn ohne Gehhilfen
"agieren" sieht ...

Auf skynews kann man allabendlich (9:30 pm resp. 22:30 unserer Zeit) eine kurze
Zusammenfassung vom Prozesstag mit anschließender Expertenbefragung sehen ...
Dort war man über sie "neue" Verteidigungsstrategie ebenso überrascht wie auch
erleichtert, weil mit der psychologischen Untersuchung doch einige Unklarheiten
beseitigt und (wie gesagt) ein Revisionsgrund abgehakt werden kann ...

Nach allem was ich dsbzgl. bisher verfolgen konnte, habe ich keinen Grund anzunehmen,
dass OP eine Art "Bonus" in seiner Begutachtung zu erwarten hat ...

In diesem Sinne


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Oscar Pistorius, das Model, der Valentinstag und das war dann Notwehr

15.05.2014 um 11:44
@psychiatrist
psychiatrist schrieb:Zu Deiner Frage. Ein sog. EEG gehört zur Grundausstattung der neurologische Untersuchung und wird bestimmt angewendet. Sagt aber nur etwas aus, ob jemand eine Epilepsie oder eine Raumforderung (Tumor) hat.
Ich hab mal sone Doku letztens gesehen, Mörder ohne Reuhe, wo sie die Gehirnfunktionen ausgewertet haben. Mein ich da was anderes? Wenn ich ein Video finde stelle ich mal den Link ein.


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Oscar Pistorius, das Model, der Valentinstag und das war dann Notwehr

15.05.2014 um 11:48
@psychiatrist
hab das Video von der Doku gefunden, heisst doch anders, Täter ohne Reue. Da wird halt gezeigt mit sonem Gehirnscan. Läuft das echt so ab?




Wenn du zeit hast, kannst du ja mal reinschaun. Danke noch für deine Antwort. :)


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Oscar Pistorius, das Model, der Valentinstag und das war dann Notwehr

15.05.2014 um 12:03
@baruchan
baruchan schrieb:Ich hab mal sone Doku letztens gesehen, Mörder ohne Reuhe, wo sie die Gehirnfunktionen ausgewertet haben.
In der angsprochenen Sendung kam u. a. auch Frau Dr. med. Nahlah Saimeh (Forensische Psychiaterin) zu Wort ...
Einfach mal im Netz "suchen", da gibt's einige Treffer --- auch zum Thema "Gehirn"...

MfG

Uups. da war ich wohl wieder einmal zu langsam ... :-((
Aber macht ja nix --- die Suche nach o. g. Forensikerin ist immer ein Gewinn ... ;-))


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Oscar Pistorius, das Model, der Valentinstag und das war dann Notwehr

15.05.2014 um 12:08
@scorpius
Danke , das mach ich. :) Bestimmt wieder viel zu lesen. Aber sowas lohnt sich immer. :)


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Oscar Pistorius, das Model, der Valentinstag und das war dann Notwehr

15.05.2014 um 12:12
@KlaraFall
danke für das Video gestern. ist auch sehr interessant.


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Oscar Pistorius, das Model, der Valentinstag und das war dann Notwehr

15.05.2014 um 12:17
Im Übrigen denke ich nicht, dass es für Herrn Roux wirklich sooo überraschend war,
dass Mr. Nel ein "Zweitgutachten" beantragt hat ...
M. E. reden die beiden Parteien schon miteinander, und sagen sich bspw. wenn "Du" das
machst, musst "Du" mit jenem rechnen; wobei beide genug Profi sind, um die nutzbaren
"Werkzeuge" zu kennen ...
Für mich wollte die Verteidigung nur alle möglichen Karten ausspielen, um sich nichts
nachsagen lassen zu können, zumal OP ja permanent "Kassiber" zu seinen Verteidigern
schickt, und offenbar an der "Stimmung im Volke" spürt, dass es sehr eng für ihn wird ...

@KlaraFall
Danke für den Link (Hinweis) bzgl. des Psychologen im Saal ...


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Oscar Pistorius, das Model, der Valentinstag und das war dann Notwehr

15.05.2014 um 12:47
Danke für Eure vielen interessanten Links. Ich bin immer ganz begeistert :D

Ich hatte schon mal bezüglich eines Gutachtens geschrieben, dass nicht nur Gespräche eingesetzt werden.

Immer häufiger werden neurologische Befunde wie Hirn-Scan-Bilder in die Begutachtung einbezogen.

Neurologen haben bei Mördern eine abnorme Hirnstruktur entdeckt. Das MRT-Bild zeigte ein verringertes Hirnvolumen im Stirnbereich – genau dort soll auch die menschliche Aggressivität verankert liegen. Die Neurologen können einen Zusammenhang zwischen der Hirnstruktur und einem Mord herstellen.

Vielleicht werden wir noch sehr überrascht werden!!!


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Oscar Pistorius, das Model, der Valentinstag und das war dann Notwehr

15.05.2014 um 13:01
Habe das gerade in einer Facebook-Gruppe gefunden:

This post was authored by a valued member of this page. Most of you will know her as Di Gibson. This is what she says:

"At the onset, I wish to state that I am very pleased that OP has been sent for psychiatric evaluation. This means that OP cannot, at a later stage, enter an appeal based on his psychiatric condition.

It also means that Gerrie Nel will have access to an unbiased opinion of, at least three different psychiatrists (one suggested by the State, one suggested by the Defense as well as the Head of the Institution). Barry Roux has also requested a psychologist.

This means that a thorough evaluation will be made by more than one medical practitioner. It also means that OP will be evaluated over a much longer period than that of a mere two sessions conducted by Dr. Vorster.

Many people have commented on this page that OP will perhaps be able to "pull the wool over the psychiatrists eyes". This will not be possible. A battery of tests, designed to pick up (amongst other things) whether the patient is lying, will be conducted.

Now, to the issue of outpatient / inpatient. I too have listened to the round table debate wherein it has been mentioned that because OP has not decided be assessed voluntarily, he has no option but to be admitted as an inpatient. I tend to disagree with the round table here and feel that one must take into account the judicial system. A man is considered innocent until proven guilty. As OP has not as yet been found guilty, he is deemed at this stage (at least by law) to be innocent at this stage.

In my opinion, first prize would be to have OP as an inpatient however, it has been stated that it can take anything up to a period of a year (someone even mentioned 2 years) for a bed to become available. This would mean that the entire trial gets placed on hold for this period of time. It would also mean that OP would be out on bail for another year. The question to ask is whether justice would be served by such a move? I personally believe it will not.

Although being admitted as an outpatient is not ideal, it would mean that OP would be evaluated from about 5am till around 9pm each and every day of the week (including Saturdays and Sundays) for a period of 30 consecutive days. Now, on the issue of 30 days - the assessing psychiatrists could apply for a longer period to conduct the assessment - up to 12 weeks.

On the one hand, I am hoping that a finding will be made that he has to be admitted as an inpatient and that a bed will be immediately be made available (this does however beg the question of OP receiving preference over someone who has been waiting up to a year for a bed. A 30 day evaluation as an inpatient would provide a total assessment as he will be monitored 24/7.

There is no doubt that this would be the best option.

On the other hand, in the interests of not prolonging the case, of beds not being available etc, the second best option is OP being assessed as an outpatient. This is far from ideal but I do believe they will still be able to gleam valuable information from the assessment conducted. We must also consider another factor and that is that it was rumoured that Judge Masipa was going to retire as a High Court judge after this case. As you may or may not be aware, if the judge should pass away during this time, the entire case is reopened (meaning that we start from the beginning again). I am sure that none of us want this especially the Steenkamp family. As we all know, Mr Steenkamp is getting on in years and has also suffered a few strokes leading up to this court case. I am sure he would like to see justice being done.

With respect to the evidence led by Dr. Vorster, I was surprised that she only mentioned 2 of the possible 4 factors one experiences in a situation where you find your life threatened. She mentioned flight or fight yet she failed to mention freeze or fold. I am also surprised that when she stated OP's "controlling" his diet and exercise regime, she failed to mention that this "controlling" could be carried over to his relationships. I was also surprised that Gerrie did not pick up on this either. It is, in my opinion, a very valid point and ties in with Reeva's message to him regarding him criticizing the fact the she used different accents, chewed gum etc. I am hoping that this "controlling" personality trait comes up in the assessment of OP during the 30 day period.

The above is my opinion only.


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Oscar Pistorius, das Model, der Valentinstag und das war dann Notwehr

15.05.2014 um 13:06
Kurze Übersetzung und Zusammenfassung:

Es ist eher unwahrscheinlich, daß OP stationär aufgenommen wird, da dafür Wartezeiten von 1 bis 2 Jahren üblich sind. Aber selbst bei einer ambulanten Beobachtung muß man von Sitzungen von 5 Uhr morgens bis 21 Uhr abends ausgehen. Und das über die 30 Tage JEDEN Tag (auch Wochenende)

Eine Wartezeit auf einen stationären Platz würde bedeuten, daß der Prozess vertagt würde, was nicht zu wünschen wäre. Einserseits scheint die Richterin nach diesem Fall in Pension gehen zu wollen, und sollte ihr etwas im Verlauf dieses Prozesses passieren, würde der ganze Fall neu aufgerollt werden. Und auch Mr. Steenkamp hat ein paar Schlaganfälle hinter sich, möchte aber sicher noch erleben, daß hier Gerechtigkeit passiert...


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Oscar Pistorius, das Model, der Valentinstag und das war dann Notwehr

15.05.2014 um 13:06
ich sag`s euch, am Schluss war es der Gärtner...


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Oscar Pistorius, das Model, der Valentinstag und das war dann Notwehr

15.05.2014 um 13:26
@ MGLimance

Da liegst du falsch mit der Wartezeit....:-)
Es gibt für diese Fälle ein Dringlichkeitsabkommen. Ich denke nicht, dass er
1-2 Jahre warten muss um einen Platz zu bekommen.
Es wird schon problemlos möglich sein, sofort aufgenommen zu werden.

Ob die Diagnosen der Wahrheit entsprechen, dass sei dahingestellt.
Wie gesagt, man kann nur eine Diagnose stellen, auf Grund der Anamnese aus Gesprächen,
mit den Patienten des sozialen Umfelds und Beobachtung in der Interaktion mit anderen...
Tests,die ja der Patient selber ausfüllt...und dem Ausschluß von physischen Krankheiten....
In sofern ist so eine Diagnose immer klinisch und nicht wissenschaftlich belegbar.
Hierzu Wiki:
Die Diagnostik ist in den Ärzte- und Psychotherapieberufen sowie in den Gesundheitsfachberufen oder der Psychologie die genaue Zuordnung von Befunden – diagnostischen Zeichen oder Symptomen – zu einem Krankheitsbegriff oder einer Symptomatik im Sinne eines Syndroms. Das festgestellte Syndrom ergibt zusammen mit der vermuteten Krankheitsursache und -entstehung (Ätiologie und Pathogenese) die Diagnose (griechisch διάγνωσις, diágnosis 'Unterscheidung, Entscheidung', aus διά-, diá-, 'durch-' und γνώσις, gnósis, 'Erkenntnis, Urteil')[1]. Die Diagnose ist die Klassifizierung von Phänomenen und deren Interpretation, etwa denen der „Gesundheit“ oder des „Krankseins“.

Die Methoden der Diagnosefindung (z. B. Anamneseerhebung, körperliche Untersuchung, Anwendung bildgebender Verfahren wie Röntgen/MRT oder Analytik mit Laborwerten des Bluts und anderen Körperflüssigkeiten) werden mit dem Begriff Diagnostik zusammengefasst. Durch das diagnostische Vorgehen wird immer eine Diagnose angestrebt, die dann gestellt werden kann, wenn die Konstellation der erhobenen anamnestischen Angaben und/oder Befunde spezifisch für ein Krankheitsbild ist. Sind die erhobenen Befunde hierzu nicht ausreichend, werden in der Regel weitere medizinische Untersuchungen zur Diagnosesicherung notwendig. Einige Krankheiten sind lediglich durch unspezifische Symptome gekennzeichnet. In diesen Fällen wird die Menge möglicher Diagnosen immer weiter eingeschränkt, bis eine ausreichende Basis für die Entscheidung für eine bestimmte Ausschlussdiagnose oder zumindest ein bestimmtes therapeutisches Verfahren besteht.

Frag die Psychaterin. Sie wird dir das bestätigen....


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Oscar Pistorius, das Model, der Valentinstag und das war dann Notwehr

15.05.2014 um 13:42
@MGLimace
Das "Bettenproblem" sollte lösbar sein, andererseits denke ich, dass dieses Kon­glo­me­rat an Experten
auch zu einer schnelleren aber keineswegs weniger aussagefähigien Beurteilung kommen könn(t)en, als diese Frau Dr. Vorster ...
Im Gegenteil, alles dürfte, bzgl. der Psyche von OP, erhellender sein als die zwei Sitzungen incl.
Familienbefragung von o. g. Psychologin ...

Auch der im Artikel angesprochene "Kontrollzwang", und die drei Alternativen, zum letztlich gewählten "Kampf" (Flucht, Zusammenbruch, Erstarren), dürften ihre richtige Einordnung duch die Experten finden ...

MfG


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Oscar Pistorius, das Model, der Valentinstag und das war dann Notwehr

15.05.2014 um 13:46
Ich bin zu wenig Experte, daß ich mir hier ein Urteil erlauben würde...

Wollte nur mal den text hier reinstellen und zusammenfassen...

Bin schon sehr gespannt, was am Dienstag passieren wird!!!


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Oscar Pistorius, das Model, der Valentinstag und das war dann Notwehr

15.05.2014 um 14:07
@psychiatrist
Zunächst vielen Dank für deine fachlich fundierten und auch für Laien gut verständlichen Beiträge!
psychiatrist schrieb:Ab wann sich Störung strafmildernd auswirkt, würde ich gerne @BaroninVonPorz fragen.
Du hast Recht, ich habe juristische Vorkenntnisse. Meine Schwerpunkte liegen allerdings im Bürgerlichen Recht und Wirtschaftsrecht, weniger im Strafrecht. Dennoch bin ich mit den Grundsätzen des deutschen Strafrechts vertraut und versuche etwas zu deiner Frage zu sagen. Eine Strafminderung oder gar Straffreiheit wegen des Vorliegens einer psychischen Störung kommt grds. in Betracht, wenn der Täter schuldunfähig oder vermindert schuldfähig ist. Für die vollständige Schuldunfähigkeit eines Täters ist im deutschen Recht § 20 StGB einschlägig. Danach handelt der Täter ohne Schuld, wenn er bei Begehung der Tat wegen einer krankhaften seelischen Störung, wegen einer tiefgreifenden Bewusstseinsstörung oder wegen Schwachsinns oder einer schweren anderen seelischen Abartigkeit unfähig ist, das Unrecht der Tat einzusehen oder nach dieser Einsicht zu handeln. Schuldunfähig handelt somit jemand, wer im Moment der Tat nicht das Schuldhafte seines Handelns erkennt oder nicht in der Lage ist, sich zu steuern. Es gibt somit zwei Varianten:
1. die fehlende Einsichtsfähigkeit und
2 die fehlende Steuerungsfähigkeit.

So wie ich es in der Verhandlung verstanden habe, wird im südafrikanischen Recht ein ähnlicher Maßstab angelegt. Demnach ist entscheidend, ob der Täter im Moment der Tat in der Lage war, richtig und falsch zu unterscheiden und nach dieser Einsicht zu handeln.

Zu den aufgezählten psychischen Ursachen einer geminderten oder nicht vorhandenen Steuerungs- oder Einsichtsfähigkeit kannst du sicher mehr sagen. Es sind vier Kategorien, die hauptsächlich in der Forensik verwendet werden. Diese Kategorien sind auch für eine verminderte Schuldfähigkeit (§ 21 StGB) entscheiden: Wenn die Fähigkeit des Täters, das Unrecht der Tat einzusehen oder nach dieser Einsicht zu handeln, aus einem der in § 20 StGB bezeichneten Gründe bei Begehung der Tat erheblich vermindert ist, kann die Strafe gemildert werden.
Im südafrikanischen Recht gibt es offenbar 3 Kategorien, die im Gesetz nicht präzise definiert sind: mental illness, mental defect oder any other cause.

Zum Vorgehen nach deutschem Recht: Die Begutachtung zur Feststellung einer Schuldunfähigkeit hat in einem 2-schrittigen Vorgehen festzustellen, ob bei dem Beschuldigten zum Zeitpunkt der Tat eine psychische Störung vorlag, die einer der 4 Kategorien des § 20 StGB zuzurechnen ist. Wenn eine relevante Störung festgestellt wird, ist in einem zweiten Schritt gutachterlich festzustellen, ob es eine ursächliche Beziehung zwischen der Störung und der konkreten Tat gibt. Es geht um die Frage, ob die Störung zu einer Aufhebung (§ 20 StGB) oder aber zumindest erheblichen Beeinträchtigung (§ 21 StGB) der Einsichtsfähigkeit oder der Steuerungsfähigkeit (auch Hemmungsvermögen) geführt hat.
Dabei geht es in der praktischen Begutachtung weniger um die Einsichtsfähigkeit. Diese ist entweder vorhanden oder nicht vorhanden. Selbst bei psychotischen Tätern ist diese Fähigkeit meist noch gegeben. Ich denke, auch für den Fall Pistorius ist diese Kategorie weniger relevant. Die Psychiaterin hatte ja selbst gesagt, dass er grundsätzlich in der Lage ist, falsches und richtiges Verhalten zu erkennen – trotz seiner Angst.

Wichtiger ist somit die Steuerungsfähigkeit. Ob eine erhebliche Beeinträchtigung vorliegt, muss der Richter auf der Grundlage der medizinischen Gutachten bewerten. Auch die Entscheidung über den Umfang der Strafmilderung liegt im Ermessen des Richters und ist stark einzelfallabhängig. Es ist also eine Gesamtabwägung aller schuldrelevanten Umstände vorzunehmen.

Beeinträchtigungen der psychischen Funktionsfähigkeit des Angeklagten sind grds. nur insoweit von Belang, als sie sich auf seine Handlungsfähigkeiten in der konkreten Tatsituation erheblich ausgewirkt haben.
Ob die Steuerungsfähigkeit bei der Begehung der Tat erheblich eingeschränkt war, hat das Gericht in einer Gesamtbetrachtung der Persönlichkeit des Angeklagten und dessen Entwicklung zu bewerten, wobei auch Vorgeschichte, unmittelbarer Anlass und Ausführung der Tat sowie das Verhalten danach von Bedeutung sind. Dabei ist zu klären, ob die Steuerungsfähigkeit im Vergleich mit dem „Durchschnittsbürger“ in einem solchen Maß verringert war, dass die Rechtsordnung diesen Umstand berücksichtigen muss. Die Feststellungen müssen belegen, wie sich ein Störungsbild auf die Schuldfähigkeit des Angeklagten bei Begehung der Taten tatsächlich ausgewirkt hat.

Nach meinem laienhaften Verständnis könnte eine sehr schwere Angsterkrankung z. B. unter die Kategorie der krankhaften seelischen Störung fallen. Eine weniger starke Ausprägung könnte als Persönlichkeitsstörung gelten, die unter bestimmten Voraussetzungen unter die Kategorie der schweren anderen seelischen Abartigkeiten fallen kann, aber nicht muss:
Eine solche Störung kann immer auch als - möglicherweise extreme - Spielart menschlichen Wesens einzuordnen sein, die sich noch innerhalb der Bandbreite des Verhaltens voll schuldfähiger Menschen bewegt und daher nicht strafmindernd zu berücksichtigen ist. Das gilt nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs vor allem dann, wenn es um die Beurteilung kaum messbarer, objektiv schwer darstellbarer Befunde und Ergebnisse geht, so z.B auch bei Personen mit paranoiden und narzisstischen Zügen.

Gerade bei Persönlichkeitsstörungen kommt es somit auf die Frage an, ob es sich nicht um Persönlichkeitsmerkmale handelt, die ohnehin innerhalb der Bandbreite menschlichen Verhaltens liegen. Nur wenn dies abgelehnt wird, kommt eine Berücksichtigung als schwere andere seelische Abartigkeit in Betracht. Diese kann sich nur dann strafmindernd auswirken, wenn sie in ursächlichem Zusammenhang mit der Tat steht und sich bei der Tatbegehung erheblich auf die Einsichts- oder Steuerungsfähigkeit auswirkt.
Die Angaben sind leider sehr allgemein, da in diesem Bereich die Bewertung stark einzelfallabhängig ist.


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