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Oscar Pistorius, das Model, der Valentinstag und das war dann Notwehr

Oscar Pistorius, das Model, der Valentinstag und das war dann Notwehr

14.06.2014 um 11:35
@psychiatrist
Danke für die weiterführenden Erklärungen zum Krankheitsbild GAD.

Ich bin ebenfalls davon überzeugt, dass sich die Diagnose Vorsters nicht bestätigen wird. In keinem Fall kann ich erkennen, dass eine Angststörung vorliegen könnte, die so bedeutend ist, dass dies juristisch Berücksichtigung finden kann.

Ich vermute auch, dass die Einbringung Vorsters ein letzter Versuch war, eine halbwegs stimmige Verteidigungsstrategie zu präsentieren. Da nach einer Version OPs die Angst Auslöser für das Abfeuern der Schüsse gewesen sein soll, wollte man „irgendwas“ mit Angst gerne noch von einem Experten vor Gericht bestätigt wissen. Eine GAD in ganz leichter Ausprägung lässt sich sicher notfalls für jeden begründen, wenn man dies als klares Ziel vorgibt und einen Fachmann nur lang genug nach möglichen Anhaltspunkten suchen lässt.

Da Vorster nur ein privates Parteigutachten präsentiert, das vom Beschuldigten selber (bzw. seiner Verteidigung) beauftragt wurde, kann sie sich bei ihren Darstellungen vor Gericht auf die Aspekte beschränken, die ihr bzw. ihrem Auftraggeber wichtig erscheinen. Auf OP möglicher Weise belastende Aspekte muss sie nicht eingehen – sofern sie im Kreuzverhör danach nicht explizit gefragt wird.

Wie bereits dargestellt bin ich zudem der Auffassung, dass gerade dann, wenn sich die Störung insbesondere in Form von Angst vor Kriminalität äußert, man nur von einer krankhaften Form sprechen kann, wenn diese Sorge ganz besonders übertrieben ist. Da sich eine solche Angst objektiv (gerade auch in SA) begründen lässt und weit verbreitet ist, müssen hier besonders hohe Anforderungen an den Ausprägungsgrad vorliegen, damit man überhaupt von einer krankhaften Störung sprechen kann.

Zumindest nach deutscher Rechtsprechung sind für die Beurteilung der Schuldfähigkeit in erster Linie der Ausprägungsgrad der Störung und ihr Einfluss auf die soziale Anpassungsfähigkeit entscheidend. Für die Beurteilung der Schwere der Störung ist maßgebend, ob es im Alltag außerhalb des angeklagten Delikts zu Einschränkungen des beruflichen und sozialen Handlungsvermögens gekommen ist. Erst wenn das Muster des Denkens, Fühlens oder Verhaltens, das gewöhnlich im frühen Erwachsenenalter in Erscheinung tritt, sich im Zeitverlauf als stabil erwiesen hat, können die psychiatrischen Voraussetzungen vorliegen, die rechtlich als Merkmal der „schweren anderen seelischen Abartigkeit“ angesehen werden. Bedeutsam ist somit insbesondere, ob es sich bei der vermeintlichen Störung nicht um Persönlichkeitsmerkmale handelt, die ohnehin innerhalb der Bandbreite menschlichen Verhaltens liegen. Schon Vorster hat ausgeführt, dass es im Alltag OPs nicht zu gravierenden Einschränkungen gekommen ist. Er war im Gegenteil auf höchstem Niveau sportlich erfolgreich, gut sozialisiert und führte ein normales Leben.

Gegen das Vorliegen einer rechtlich bedeutsamen Erkrankung können des weiteren zum Beispiel ein planmäßiges Vorgehen bei der Tat, ein komplexer Handlungsablauf in Etappen, die Möglichkeit anderen Verhaltens unter vergleichbaren Umständen oder das Hervorgehen des Delikts aus dissozialen Charakterzügen angesehen werden. Auch hier kann ich Gründe erkennen, warum bei OP keine rechtlich bedeutsame Störung vorliegt.

Selbst wenn man eine Störung feststellt, kann sich diese nur dann strafmindernd auswirken, wenn sie in ursächlichem Zusammenhang mit der Tat steht und sich bei der Tatbegehung auf die Einsichts- oder Steuerungsfähigkeit auswirkt. Dabei ist u.a. zu klären, ob die Steuerungsfähigkeit im Vergleich mit dem „Durchschnittsbürger“ in einem solchen Maß verringert war, dass die Rechtsordnung diesen Umstand berücksichtigen muss.
Zu dieser Frage hat Vorster überhaupt keine präzisen Angaben gemacht. Sie schloss aus, dass OP nicht in der Lage sei, das Unrecht seiner Tat zu erkennen und nach dieser Einsicht zu handeln. Demnach ist er grundsätzlich schuldfähig und kann bestenfalls in seiner Steuerungsfähigkeit eingeschränkt sein. Wie und in welchem Umfang sich das Störungsbild auf die Steuerungsfähigkeit bei der Begehung der Tat tatsächlich ausgewirkt hat, gibt sie nicht an und will die Bewertung dem Gericht überlassen. Das ist aber fachlich gar nicht in der Lage, eine solche Bewertung vorzunehmen. Normaler Weise hätten Aussagen dazu bereits Teil Vorsters Gutachten sein sollen, aber für diese Bewertung hat die großzügig bemessene Zeit von 2 Sitzungen an 2 Tagen wohl wirklich nicht mehr gereicht.

Wünsche allen ein schönes Wochenende!


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Oscar Pistorius, das Model, der Valentinstag und das war dann Notwehr

14.06.2014 um 11:35
@CosmicQueen
Was für Reporte? Etwa den medical Report aus dem Jahre 2009? Nee ist klar.


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Oscar Pistorius, das Model, der Valentinstag und das war dann Notwehr

14.06.2014 um 11:46
@obskur
Du willst es also besser wissen als eine forensische Psychiaterin, nee ist klar.

Generalisierte Angststörung nach DSM-IV oder ICD-10 Diagnosekriterien unter Punkt 8.2 nachzulesen.

http://www.beltz.de/fileadmin/beltz/downloads/kompakt/127755-Diagnosekriterien.pdf


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14.06.2014 um 11:54
BaroninVonPorz schrieb:Da Vorster nur ein privates Parteigutachten präsentiert, das vom Beschuldigten selber (bzw. seiner Verteidigung) beauftragt wurde, kann sie sich bei ihren Darstellungen vor Gericht auf die Aspekte beschränken, die ihr bzw. ihrem Auftraggeber wichtig erscheinen. Auf OP möglicher Weise belastende Aspekte muss sie nicht eingehen – sofern sie im Kreuzverhör danach nicht explizit gefragt wird.
Danke für Deine Expertenaussage!
Genauso hatte ich mir das vorgestellt.


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CosmicQueen
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14.06.2014 um 11:58
BaroninVonPorz schrieb:Wie und in welchem Umfang sich das Störungsbild auf die Steuerungsfähigkeit bei der Begehung der Tat tatsächlich ausgewirkt hat, gibt sie nicht an und will die Bewertung dem Gericht überlassen. Das ist aber fachlich gar nicht in der Lage, eine solche Bewertung vorzunehmen.
Das brauch sie auch nicht angeben, denn sie sagte ja, das die übertriebene Angst (GAD) ein Grund für das Handeln der Tat sein kann und man dies in Betracht ziehen muss. Sie sagte ja auch, dass es ihr bewusst ist, dass das Gericht dann zu der Entscheidung kommen kann, dies unabhängig begutachten zu lassen, was ja dann auch geschehen ist.

Schönes WE.


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14.06.2014 um 12:09
@CosmicQueen
"In der Psychiatrie kann man eine Idee bzw. ein psychiatrisches Konzept, etwa eine bereits gestellte psychiatrische Diagnose nicht im Sinne einer körperlich objektivierbaren medizinischen Diagnose überprüfen, daher wird der Begriff Verdachtsdiagnose in der Psychiatrie in der Regel gar nicht verwendet und sollte man ihn auch nicht verwenden, weil es keinen Sinn macht von einer Verdachtsdiagnose in der Psychiatrie zu sprechen wenn Diagnose grundsätzlich nicht objektiviert werden kann."
http://www.psychiater-psychotherapie.com/?p=11503&lang=de
Mal abgesehen vom Prozess mit seinem eigentlichen OP..fer ... ist das doch mal wieder lustig was es bezüglich der Psychologie so alles für Geschwurbel gibt...unglaublich...da geben sie nun selbst zu, dass eine psychiatrische Diagnose eher einer "Idee" ähnelt, gar nicht objektivieret werden kann und im Grunde alle psychiatrischen Diagnosen Verdachtsdiagnosen sind ;)
naja war jetzt etw. OT ...aber echt lustig das...
ist eigentlich in der Geschichte dieser rühmlichen Nichtwissenschaft schon mal ein Vetreter zur Verantwortung gezogen worden, bei Falsch"diagnose", pardon... falscher Idee..? Bei Ärzten soll das immerhin gelegentlich vorkommen, falls es wider Erwarten gelingt etwas zu beweisen...


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CosmicQueen
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14.06.2014 um 12:16
Rabenfeder schrieb:und im Grunde alle psychiatrischen Diagnosen Verdachtsdiagnosen sind
Nein steht doch da ganz klar und deutlich.

"daher wird der Begriff Verdachtsdiagnose in der Psychiatrie in der Regel gar nicht verwendet und sollte man ihn auch nicht verwenden,"

Das du nichts von psychiatrischen Diagnosen hälst, ist ganz und gar deine Meinung, tut aber bezüglich des Falls nichts zur Sache. ;)


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14.06.2014 um 12:24
@CosmicQueen
tut aber bezüglich des Falles nichts zur Sache. ;)
Deswegen schrieb ich ja OT...allerdings tut es vielleicht schon bezüglich des Falles etwas zur Sache und zwar insofern, als man die wunderschöne Schwurbelei halt für alles mögliche benutzen kann, quasi in jede Richtung. Es dürfte dir auch nicht entgangen sein, dass ich mehrfach hinsichtlich der Ideenwerkstätte Psychologie usw. die Menschenrechte ins Feld geführt habe und damit auch die von OP. Es sind nämlich auch schon genug unschuldige Täter für immer hinter den Mauern von Psychiatrien verschwunden in der Geschichte, oder es haben unbescholtene Menschen "Diagnosen" angehängt bekommen, die sie nie mehr loswerden.
CosmicQueen schrieb:daher wird der Begriff Verdachtsdiagnose in der Psychiatrie in der Regel gar nicht verwendet und sollte man ihn auch nicht verwenden,"
Ja genau, weil es im Grunde alles Verdachtsdiagnosen sind, jede Diagnose ist eine, so stehts zumindest in deinem Artikel und mit Textauslegungen kenne ich mich aus...
Bei OP soll die Psychologie ganz klar missbraucht werden ihn zu entlasten.


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14.06.2014 um 12:31
Bei OP soll die Psychologie ganz klar missbraucht werden ihn zu entlasten.
Aber wenn er unschuldig wäre und ein wirkliches Opfer der Psychiatrie würde,
wäre das natürlich auch nicht gutzuheissen.
Die Psychologie ist keine Wissenschaft, und das bestätigt mir dein Artikel vollumfänglich.
M. E. sollte man sich auf die Indizien konzentrieren.


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Oscar Pistorius, das Model, der Valentinstag und das war dann Notwehr

14.06.2014 um 12:43
@CosmicQueen
CosmicQueen schrieb:daher wird der Begriff Verdachtsdiagnose in der Psychiatrie in der Regel gar nicht verwendet und sollte man ihn auch nicht verwenden
In jedem diagnostischen Fach verwendet man Verdachtsdiagnosen. Geht auch gar nicht anders, denn es wäre ja schlimm, wenn der erste Eindruck einer Diagnose immer gleich als bare Münze genommen werden würde. Und abgesehen davon, die Krankenkassen in Deutschland verlangen eine Verdachtsdiagnose, damit die Behandlung des Pat. bezahlt wird. Dokumentiere ich sie nicht, wird die Behandlung einfach nicht bezahlt

Dieser Arzt von der Homepage, den Du da zitiert hast, vertritt eine absolute Mindermeinung, die ich so noch nie und ich betone noch nie gehört habe!! Wohl gibt es einige Therapeuten, die klar darauf hinweisen, dass man Pat. ihre Diagnose nicht mitteilen sollte, damit sie sich nicht selber stigmatisieren, aber die Psychiatrie ist ein medizinisches Fach, wie die Innere und Chirurgie und es werden selbstverständlich Verdachtsidagnosen gestellt. Und des weiteren hat der Arzt der Homepage auch Unrecht: Natürlich sind psychiatrische Diagnosen ducht Tests objetktivierbar.
Ich habe eben bei google mal "Verdachtsdiagnose Psychiatrie" eingegeben und siehe da, die erste Anzeige ist die, die Du zitiert hast, darunter erscheinen aber hundert andere, die ganz normal von Verdachtsdiagnosen in der Psychiatrie sprechen. Warum glaubst Du dem einen, der auch noch auf seiner Homepage schreiben kann, was er will????


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14.06.2014 um 12:48
@CosmicQueen
CosmicQueen schrieb:Du schreibst erst das man bei der Diagnosestellung den Zeitrahmen gar nicht allgemeingültig beatnworten kann, gehst aber trotzdem von einem 14-21 tägigen Diagnosezeitrahmen aus. Gibt es denn da nicht unterschiedliche Diagnoseverfahren diesbezüglich?
Nein, es gibt keine unterschiedlichen Verfahren, in dem Sinne, dass man bei einem Pat. mit dem Verdacht GAD Tests und beim nächsten nur diagnostische Gespräche anwendet. Ich meinte mit meiner Antwort, dass, würde ein Pat. zu mir kommen und mich fragen, wie lange brauchen sie für meine Diagnose, ich nie eine festgelegte, unumstößliche Zeit angeben würde. Denn, wie gesagt, es hängt von zu vielen Faktoren ab. Ich wollte Dir aber so ungefähre Richtwerte angeben, damit Du eine Zeitangabe hast. Und vor allem siehst Du daran, dass Frau Vorster überhaupt nicht genug Zeit für ihre Diagnose hatte. Dafür kann sie sicher nichts. Sie ist bestimmt erst spät beauftragt worden.


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14.06.2014 um 12:48
psychiatrist schrieb:Warum glaubst Du dem einen, der auch noch auf seiner Homepage schreiben kann, was er will????
Ich weiß es; darf ich lösen?? :D :D


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Oscar Pistorius, das Model, der Valentinstag und das war dann Notwehr

14.06.2014 um 12:50
@fortylicks
Ja, der Preis ist ein großer virtueller Applaus. Ich, hoffe, dass geht für Dich in Ordnung :-)


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14.06.2014 um 12:52
@psychiatrist
vielen Dank! Bekommt man in diesem thread eher selten! :)
Danke für Deine fundierten Aussagen. Ich bin allerdings nie davon ausgegangen,
dass irgendeine Angabe von Dir nicht stimmen würde! ;)
Bin aber gespannt, was es jetzt wieder zu mosern gibt!


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14.06.2014 um 13:00
@CosmicQueen
CosmicQueen schrieb:Du schreibst eine GAD würde immer auf nicht realistische Gegebenheiten bezogen sein und das stimmt mMn so nicht, denn es KANN beides sein, unbegründete Sorgen ODER sarke übertriebene Sorgen. Zumal dies ja sehr wohl auf O.Ps Ängste zutreffen kann, denn er hatte ja eigentlich unbegründete übertriebene Sorgen bezüglich Raubüberfällen in seinem Haus obwohl er in einer Gated Community wohnte.
Also, ich habe bei meinen Pat. erlebt, dass sie in ständige Sorgen und Grübeln verfallen über Gegebenheiten, die in keiner Realitätsüberprüfung besorgniserregend waren. Dabei habe ich oft erlebt, dass es entweder gar kein Grund zur Sorge bestand oder das die Dinge total verzerrt wurden. Als Beispiel: Ein Kind ist auf einem Kindergeburtstag. Die Mutter verfällt in Gedankenkreisen wegen der Sicherheit des Kindes. Sie grübelt und quält sich. Dann kommen Selbstvorwürfe hinzu. Sie wird angespannter. Tigert nur noch durch die Gegend und muss mit vielen Gesprächen und einer kleinen Dosis Promethazin aufgefangen werden.
Nun mal zu der Situation. Na klar kann dem Kind was passieren. Es kann stürzen und sich dabei schlimm verletzten, es kann auch von aderen Kindern beleidigt werden und 3 Stunden weinend in der Ecke sitzen. Es kann auch einfach Heimweh bekommen und nicht beruhigt werden. Aber wie realistisch sind diese Szenen? Ist es nicht viel wahrscheinlicher, dass das Kind richtig Spaß auf dem Geburtstag hat und Tränen eher schnell getrocknet werden?
Diese Realitätsüberprüfung funktioniert bei GADlern nicht. Das meine ich mit unrealistischen Situationen. Wenn die Mutter ihr Kind dann abholt, ist die GAD ja nicht vorbei. Dann findet sich die nächste und die übernächste Situation. Und das ist bei OP eben ganz anders! Er machte sich große Sorgen um seine Sicherheit und die seiner Geschwister. Das ist konkret auf eine Situation (Sicherheit) bezogen. Aber als GADler hätte er von einer Sorge nach deren Auflösung zur nächsten kommen müssen.


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14.06.2014 um 13:07
@CosmicQueen
CosmicQueen schrieb:Wieso schreibst du immer das Vorster eine Verdachtsdiagnose gestellt hat? In ihrer Anamnese sagt sie nichts von "in my opinion". Sie führt die verschiedenen Punkte auf und dann stellst sie eine Diagnose und ich hatte dir ja bereits den Link zu juror13 geschickt und mir jetzt extra noch mal ihre Aussage, die mit der Befragung mit Roux anfäng, angehört, sie spricht klar von einer "Psychiatric diagnosis" und es fällt nirgends der Satz "verdacht auf".
Doch. Ich habe es nun nochmal bei Juror 13 nachgelesen und mir den Prozesstag angeschaut. Sie sagt folgendes :"In my opinion, my lady...."

Schau mal hier


ca ab 1:58:00 der Zeit.

und bei Juror 13 steht es auch als Mitschrift:
http://juror13lw.wordpress.com/2014/05/26/oscar-trial-day-29-may-12-wolmarans-vorster/


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14.06.2014 um 13:08
@CosmicQueen

Halt! Falsche Zeitangabe zu meinem Video. Bitte ab 1:58:00 schauen. Also ab 1 Stunde 58 Minuten.


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14.06.2014 um 13:19
@BaroninVonPorz

Du sprichst wirklich alles umfassend an, was es dazu zu sagen gibt und bringst das Wesentliche auf den Punkt! Vielen Dank!
Sehr interessant fand ich diese Passage
BaroninVonPorz schrieb:Da Vorster nur ein privates Parteigutachten präsentiert, das vom Beschuldigten selber (bzw. seiner Verteidigung) beauftragt wurde, kann sie sich bei ihren Darstellungen vor Gericht auf die Aspekte beschränken, die ihr bzw. ihrem Auftraggeber wichtig erscheinen. Auf OP möglicher Weise belastende Aspekte muss sie nicht eingehen – sofern sie im Kreuzverhör danach nicht explizit gefragt wird.
Ich kannte den Begriff "Parteigutachten" als solchen noch nicht. Aber mal ehrlich, das Gutachten kann man so, wie es ist, in die Tonne kloppen. Es hat nur geschadet.
Dabei ist u.a. zu klären, ob die Steuerungsfähigkeit im Vergleich mit dem „Durchschnittsbürger“ in einem solchen Maß verringert war, dass die Rechtsordnung diesen Umstand berücksichtigen muss.
Zu dieser Frage hat Vorster überhaupt keine präzisen Angaben gemacht. Wie und in welchem Umfang sich das Störungsbild auf die Steuerungsfähigkeit bei der Begehung der Tat tatsächlich ausgewirkt hat, gibt sie nicht an und will die Bewertung dem Gericht überlassen. Das ist aber fachlich gar nicht in der Lage, eine solche Bewertung vorzunehmen.
Und das ist mir auch aufgefallen. Ich hattes es in meinen Beiträgen von gestern abend geschrieben. Eine so erfahrene Psychiatern setzt sich in so einen großen Prozess und kann auf diese Frage keine Antwort geben. Das ist eine Blamage. Mich wundert allerdings, das Mylady nicht eingegriffen hat. Sie hätte doch Vorster zu einer Einschätzung fragen können.

Ich hatte Freitag wieder eine Fortbildung in der Forensik mit einem Fallbeispiel eines Pat., der wirklich in seiner Steuerungsfähgkeit eingeschränkt war. Zwischen seinem Fall und OP liegen Welten.

Aber vielleicht ist Roux ja auch deswegen als Rottweiler bekannt: Er verbeißt sich und gibt nicht auf. Welch Glück für OP, sonst wäre das Urteil längst gesprochen.


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14.06.2014 um 13:44
@CosmicQueen
CosmicQueen schrieb:Du willst es also besser wissen als eine forensische Psychiaterin, nee ist klar.
Nein, im Gegensatz zu dir, würde ich mir das nicht anmaßen, deshalb habe ich verlinkt. Und wenn du von Reporten redest und es nur ein medical Report aus dem Jahre 2009 gibt, der zu Rate gezogen wurde, darf man schon mal drüber nachdenken und seine Schlüsse draus ziehen.

Übrigens find ich es auch anmaßend von dir, die fundierten Fachkenntnisse von @psychiatrist hier stets und ständig in Frage zu stellen. Zeigt aber eigentlich nur, dass du nicht weiter weißt, du kennst das Fach nicht und kommst mit dümmlichen Fragen. Vielleicht solltest du dich mal überdenken, wann und bei wem man sich sowas evtl. auch einfach mal sparen kann.


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Oscar Pistorius, das Model, der Valentinstag und das war dann Notwehr

14.06.2014 um 14:55
psychiatrist schrieb: Natürlich sind psychiatrische Diagnosen ducht Tests objetktivierbar.
Nun das sieht man wohl unterschiedlich, abhängig von der psychischen Erkrankung.

"Gerade für die Beurteilung psychischer Störungen sind die Begriffe Norm, Objektivität und Subjektivität eine wissenschaftlich schwierige Fragestellung. Psychisches Verhalten mag oberflächlich gesehen noch einer echten Objektivierung zugänglich sein, jedoch resultiert es häufig aus einem inneren (also subjektiven) Erleben, über das man nur durch die Auskunft des Betroffenen Kenntnis haben kann. Dessen ungeachtet gibt es jedoch recht charakteristische Symptome, die von Untersuchern in hoher Übereinstimmung festgestellt, objektiviert und psychopathologisch zugeordnet werden können, insbesondere aus dem Bereich der inhaltlichen Denkstörungen, der Störungen des Ich-Erlebens und der Wahrnehmungsstörungen."
Wikipedia: Psychische_Störung

"In der Psychiatrie ist eine Objektivierung der psychiatrischen Diagnosen generell nicht möglich, weil psychiatrische Diagnosen auf der Grundlage von psychischen Phänomenen und damit auf der Grundlage von Ideen erkannt werden.1"
http://de.answers.com/Q/Was_ist_eine_Differenzialdiagnose

"Die Diagnose generalisierte Angststörung darf nicht gestellt werden, wenn die Angst durch objektivierbare belastende Umstände verursacht ist."
http://www.netdoktor.at/krankheit/generalisierte-angststoerung-7525
psychiatrist schrieb:Ich wollte Dir aber so ungefähre Richtwerte angeben, damit Du eine Zeitangabe hast. Und vor allem siehst Du daran, dass Frau Vorster überhaupt nicht genug Zeit für ihre Diagnose hatte. Dafür kann sie sicher nichts. Sie ist bestimmt erst spät beauftragt worden.
Es tut mir leid aber ich weiß nicht ob das global gesehen allgemeingültig ist, denn der Zeinrahmen einer Diagnosestellung scheint unterschiedlich zu sein, deshalb kann man mMn auch nicht behaupten dass das Zeitfenster für die Diagnose die Fr. Dr. Vorster gestellt hat, nicht ausreichend war.

"Wie wird die generalisierte Angststörung diagnostiziert?

Die Diagnose erfolgt durch ein eingehendes Gespräch, eventuell unter Zuhilfenahme eines Fragebogens, zum Beispiel des sogenannten Worry Domain Questionnaire. In dem Gespräch werden das Ausmaß der Erkrankung eruiert, das etwaige Vorliegen zusätzlicher psychischer Erkrankungen abgeklärt und ein Behandlungsplan erstellt."

http://www.netdoktor.at/krankheit/generalisierte-angststoerung-7525
psychiatrist schrieb:Diese Realitätsüberprüfung funktioniert bei GADlern nicht. Das meine ich mit unrealistischen Situationen.
Wir haben aber doch schon festgestellt das bei einer GAD das unrealistische nicht IMMER vorherrschen muss, es geht auch um begründete Ängste, die eben übertrieben sind.
Beispiel O.P, der in einer Gated Community, weitere Sicherheitsvorkehrungen am Haus getroffen hat, mit Alarmanlagen, das zusätzlich Absperren der Schlafzimmertür und das zu allem Überfluss eine Waffe unter dem Bett liegen muss.
psychiatrist schrieb:Doch. Ich habe es nun nochmal bei Juror 13 nachgelesen und mir den Prozesstag angeschaut. Sie sagt folgendes :"In my opinion, my lady...."
Ja, sie sagt mitten in der Anamnese, weil Roux sie auf einen bestimmten Punkt noch mal befragt hat, es sei ihre Meinung das O.P GAD hat und begründet es noch mal. In ihrer Enddiagnose lautet es ja auch:
Psychiatric diagnosis:

•Generalized anxiety disorder (GAD)
•Depressive disorder (caused by the shooting)

Da steht nichts von suspected Diagnosis (SD) Was sie wohl erwähnt/kenntlich gemacht hätte, wenn dem so wäre.
http://library.ahima.org/xpedio/groups/public/documents/ahima/bok2_000466.hcsp?dDocName=bok2_000466
obskur schrieb:Übrigens find ich es auch anmaßend von dir, die fundierten Fachkenntnisse von @psychiatrist hier stets und ständig in Frage zu stellen.
Warum sollte das anmaßend sein? Ärzte sind in meinen Augen KEINE Götter in Weiß und stets zu hinterfragen, das tue ich auch wenn ich selbst zum Arzt gehe und sollte jeder tun, denn Diagosen und Ansichten können von Arzt zu Arzt sehr unterschiedlich sein. ;)


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