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Abtreibung - Pro-Life vs. Pro-Choice

6.691 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Abtreibung ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Abtreibung - Pro-Life vs. Pro-Choice

16.02.2017 um 20:24
Wenn eine werdende Mutter sich mit dem Kind das sie bekommen wird nicht wohl fühlt, wird sie ein Kind in die Welt setzen, das sich nicht in der Welt willkommen fühlt. Ein Kind das vielleicht Jahrzehnte Psychotherapie brauchen wird um sich selbst akzeptieren zu können. Das würde aber in unserer sowieso schrecklich traumatisierten Gesellschaft nicht auffallen.


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Abtreibung - Pro-Life vs. Pro-Choice

16.02.2017 um 20:50
@Kältezeit
Zitat von KältezeitKältezeit schrieb:Das Herz beginnt schon ca. ab dem 22. Tag zu schlagen.
Nach ca. 6 Wochen entstehen dann die Anlagen zu Hirnstrukturen wie Brücke und Kleinhirn, Thalamus und Großhirnrinde.
Die Anlage zu einem Gehirn ist kein funktionierendes Gehirn.

@Becky
Die meisten machen sich tatsächlich überhaupt nicht klar, was es bedeutet, ein behindertes Kind zu haben. Da schreibt sich auch leicht, man müsse später eine gute Pflegestelle finden, wenn man selbst zu alt für die Pflege ist... es ist aber nicht jede Mutter, die einem gesunden Kind eine gute Mutter wäre, eine gute Pflegerin eines Kindes mit ganz speziellen Bedürfnissen, das irgendwann auch nicht mehr klein ist, sondern ein Erwachsener mit sehr speziellen Bedürfnissen. Wie viele, die schreiben, man käme damit prima klar weil man so viel Hilfe bekommt, würden ihre Eltern pflegen, wenn die dement werden?

Ich habe schon einige Mütter behinderter Kinder erlebt, die vom ewigen Kampf gegen Bürokratie und Vorurteile erzählten und meinten, sie hätten das nur mit dem Vater zusammen durchstehen können.
Als Alleinerziehende ist das dann nochmal härter - und für jemanden, der denkt, dass alle Menschen in stabilen Beziehungen zu leben haben, die schwanger werden, oder perfekte Einzelkämpfer sein müssen, scheint nicht vorstellbar, dass man auch verlassen werden kann, und dass ein behindertes Kind eine Beziehung auch zerstören kann.
Nicht jede sucht sich das aus, nicht jede hat einen so strapazierfähigen Mann der alle (!) eigenen Bedürfnisse im Zweifelsfall hintenan stellt und auch noch mit kämpft. Und man kann das auch nicht vorher wissen, wo jemandes Belastungsgrenze ist... hier wurde auch schon argumentiert, man müsse sich halt den Richtigen aussuchen. Wie soll man wissen, ob es der Richtige ist, wenn man nie damit gerechnet hat, solche Ausnahmesituationen durchstehen zu müssen? Wie kann man von sich selbst wissen, ob man das kann?

Ich kann gut verstehen, wenn Eltern die Diagnose Down-Sndrom nicht zum Anlass nehmen, eine Abtreibung durchzuführen - aber ebenso gut, wenn sie es tun.
Es ist bei der Diagnose nicht klar, wie stark sich das Syndrom auswirkt, es ist sogar möglich dass die Diagnose daneben liegt. Aber wer möchte darum würfeln, wie sein weiteres Leben verläuft?


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Abtreibung - Pro-Life vs. Pro-Choice

16.02.2017 um 20:58
@FF
Das Hirn entwickelt sich stetig weiter, auch nach der Geburt .. ca. bis zum 20. Lebensjahr. Also was meinst du mit "funktionierend"?

Also wenn ein funktionierendes Hirn der Indikator dafür sein soll, ob man etwas oder jemanden als Lebewesen betiteln darf .. holla.


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Abtreibung - Pro-Life vs. Pro-Choice

16.02.2017 um 21:05
@Kältezeit
Nein, es war die Rede von einem Herz und einem funktionierenden Gehirn, und es ging nicht um die Betitelung, sondern um die Einordnung als "Mord", wenn man seinem Dasein ein Ende setzt.
Ein Potential ist sich seiner selbst nicht bewusst und was möglicherweise irgendwann mal Bewusstsein entwickelt, aber noch keines hat, und auch noch kein eigenes Leben führt, weil jegliche Lebensfunktion an eine Plazenta und ein fremdes Herz gekoppelt sind, das lebt nicht mehr (oder weniger) als ein Organ oder Körperteil.

Und nein, Du musst jetzt nicht Richtung Euthanasie und Sterbehilfe ablenken.


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Abtreibung - Pro-Life vs. Pro-Choice

16.02.2017 um 21:26
@FF
Ich dachte weniger an Sterbehilfe, als vielmehr an einige Pegida-Anhänger und Konsorten. 

Ist sich ein Neugeborenes schon seiner selbst bewusst? 
Und selbst das kann nicht einfach so überleben. Es braucht Hilfe, muss gefüttert werden und gepflegt. Der einzige Unterschied ist, dass es nunmehr nicht mehr im Mutterleib schmarotzt, sondern von Außen. 


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Abtreibung - Pro-Life vs. Pro-Choice

16.02.2017 um 21:32
@Kältezeit
Ein Neugeborenes kann auch von einer anderen Person aufgezogen werden.

Müssen wir jetzt nochmal rauskramen, mit welcher exakten wissenschaftlichen Begründung ein Abbruch bis zur 12. Schwangerschaftswoche erlaubt ist?


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Abtreibung - Pro-Life vs. Pro-Choice

16.02.2017 um 21:41
Zitat von FFFF schrieb:Müssen wir jetzt nochmal rauskramen, mit welcher exakten wissenschaftlichen Begründung ein Abbruch bis zur 12. Schwangerschaftswoche erlaubt ist?
Erlaubt ist unrichtig, straffrei geduldet trifft es wohl eher.

Die wissenschaftliche Begründung würde ich gerne mal lesen und auch wissen wollen, seit wann diese denn gilt.


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Abtreibung - Pro-Life vs. Pro-Choice

16.02.2017 um 22:36
@Kältezeit: Wenn man schon Haare spaltet, dann richtig: Ein Spermium oder eine Eizelle ist auch Leben. Die Frage ist eben wo man die Grenze zieht zum ausgebildeten Menschen. Denn nur da trifft der Begriff "Mord" zu. Ein Schimpanse kann die Intelligenz einer Dreijährigen oder mehr haben und trotzdem ist seine Tötung kein Mord. Also was wie wo Bewusstsein balbla. Es ist mehr Philosophie als Wissenschaft und daher hat jeder unrecht.


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Abtreibung - Pro-Life vs. Pro-Choice

17.02.2017 um 01:17
@Kältezeit
Wikipedia laviert um die Antwort herum, aber da ich zu der Zeit aufgewachsen bin, als das Gesetz verabschiedet wurde: Nach meiner Erinnerung wurde festgestellt, dass ab der 12. Woche sich das Gehirn und die Organe vollständig ausbilden. Es ist die Grenze zwischen embryonal- und Fötal-Stadium, der Fötus hat gerade 5 bis 6cm Größe und ein Abbruch ist noch gesundheitlich unbedenklich durchfür bar.
Man könnte auch sagen: Ab dem Beginn des 4. Monats endet meist die Übelkeit, ein spontaner Abgang wird sehr viel seltener, die Schwangerschaft hat sich "gefestigt".

Man könnte auch sagen: Wenn man einen spontanen Abgang in den ersten 3 Monaten hätte... wer würde da überlegen, ein Begräbnis zu veranlassen?
Viele bemerken bis dahin einen Abgang nur durch starke Regelblutungen. Sollen sie auch trauern müssen? Müsste man dann nicht bei jeder Regelblutung trauern, die die Nidation einer befruchteten Eizelle verhinderte?
Wie klitzeklein müsste so ein Sarg sein, wenn man es beerdigen wollte?
(In der 12ten Woche ist der Fötus 5 bis 6cm groß.)

Oder anders:
Wenn das in den ersten drei Monaten alles seinen natürlichen Gang geht und mit einem Abgang endet, weint niemand dem Fötus eine Träne nach. Wenn die Mutter aber selbst eine Entscheidung trifft, werden dem Fötus allerhand menschliche Qualitäten zugesprochen, oder zur Not Potentiale.

Du würdest Dich wundern, wie viele Schwangerschaften in den ersten drei Monaten einen Abbruch erleben... ganz von alleine. Nur reden nicht viele darüber, was sehr schade ist, da sich viele Betroffene Sorgen machen, dass sie irgendwas falsch gemacht haben. Man kann aber gar nichts falsch oder richtig machen, denn die einen leben ultragesund und erleben einen Abgang, die anderen wissen von nichts, saufen und rauchen und behalten das Kind. Sonst hätten sich viele Film-, Pop- und Rockstars oder Society-Sternchen nie fortgepflanzt.
Darum sind all die "höre auf Deinen Körper"-Ratschläge müßig.
Nun bleibt in der BRD der Frau, deren Körper meint, dass er den Embryo behalten möchte, die Entscheidung, ob sie das möchte... Grips gegen Hormone. Und dann entscheiden sich manche gegen den Embryo.
Sollen sie jetzt, wo sie eine bewusste Etscheidung getroffen haben, wirklich traumatisierter sein, als wenn die Entscheidung ihnen aufgezwungen wird?
Oder werden sie traumatisiert, weil das Umfeld die Entscheidung nicht respektiert und ihnen Schuldgefühle einredet?
Ich würde mal auf letzteres tippen.


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Abtreibung - Pro-Life vs. Pro-Choice

17.02.2017 um 07:23
Danke, @FF , dem habe ich nichts mehr hinzuzufuegen!


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Abtreibung - Pro-Life vs. Pro-Choice

17.02.2017 um 07:40
@FF 

Die Argumentationsweise, weil es auch zu natürlichen Aborten kommt, müssen Abtreibungen erlaubt sein, finde ich dann doch etwas verwegen. 

Und was bitte soll die Argumentation mit Minisärgen? Die Abtreibungsproblematik ist ein Minenfeld an emotionalen und moralischen Verwerfungen, und bedarf einer Regelung, man sollte sie von solchen Kindereien meiner Meinung nach, frei halten.

Das wird auch nicht besser, wenn man das Kind entmenschlicht, in dem man es zum Embryo macht.


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Abtreibung - Pro-Life vs. Pro-Choice

17.02.2017 um 07:48
Zitat von Balthasar70Balthasar70 schrieb:Die Argumentationsweise, weil es auch zu natürlichen Aborten kommt, müssen Abtreibungen erlaubt sein, finde ich dann doch etwas verwegen.
Das ist nicht seine Argumentation! Die Argumentation ist, dass kein Mensch einen grossen Aufwand darum betreibt, wenn eine Frau innerhalb der ersten drei Monate auf natuerlichem Wege einen Abgang hat! Im Gegenteil! Wenn die Frau trauert (und das passiert haeufig, wenn die Schwangerschaft unbedingt gewuenscht wird!), wird ihr noch gesagt, sie solle doch nicht so viel Terz darum machen, es waere ja noch gar kein Kind gewesen. Niemand kommt auf die Idee, bei einem natuerlichen Abgang eine Beerdigung zu organisieren. Aber wenn sich eine Frau fuer eine Abtreibung in demselben Zeitraum entscheidet, DANN ist es ploetzlich ein Drama und ein Kind und ein Mensch und eine Toetung und alles ganz schlimm.

Das ist Heuchlerei!


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Abtreibung - Pro-Life vs. Pro-Choice

17.02.2017 um 07:50
@Alarmi
Ich kenne niemanden, der einer Frau nach einem natürlichen Abort, sagen würde sie solle sich nicht so anstellen, für mich ist das ein Strohmannargument. Wenn Menschen versuchen den Schmerz dadurch zu Kinder, dass sie darauf hinweisen es Seite ein ganz "normaler", häufiger Vorgang, der es ja ist, ist das ähnlich wie beim plötzlichen Kindstot eine Hilfestellungen.


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17.02.2017 um 07:50
@Balthasar70
Na dann google doch einfach mal nach Berichten von Frauen, denen das passiert ist, und Du wirst feststellen, dass es KEIN Strohmannargument ist!

Klar "kennst" Du niemanden. Woher willst Du das wissen? In den meisten Faellen wirst Du nichtmal mitbekommen, dass so etwas passiert ist!


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Abtreibung - Pro-Life vs. Pro-Choice

17.02.2017 um 10:34
@Balthasar70
Für die Schwangere kann es ein Drama sein, das Kind zu verlieren. Meist wird das aber, wenn etwas später die nächste Schwangerschaft klappt, überwunden.

Aber wie @Alarmi schon sagte, tröstet man damit, dass das Kind so früh noch kein Bewusstsein habe und quasi nur ein Zellhäufchen wäre. Es gibt keine Trauerfeier, das wird nichtmal von den Kirchen angeboten.
Man tröstet auch, indem man sagt, dass das Kleine sonst vielleicht schwer behindert auf die Welt gekommen wäre und die Natur eben entschieden hat.

An dieser Stelle sollte man sich aber entscheiden, ob man denen, deren Lebenssituation ein Baby nicht zulässt, nicht den gleichen Trost zugestehen müsste.


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Abtreibung - Pro-Life vs. Pro-Choice

17.02.2017 um 10:58
Zitat von Balthasar70Balthasar70 schrieb:Das wird auch nicht besser, wenn man das Kind entmenschlicht, in dem man es zum Embryo macht.
Das hörte ich bereits aber oft, von selbst Betroffenen. Ich vermute hier eine Art Schutzmechanismus .. ist nunmal menschlich und legitim.

Für mich ist und bleibt es dennoch eine Tötung, die aber prinzipiell erlaubt gehört, eben weil es Ausnahmefälle gibt, die eine Abtreibung nötig machen oder zumindest mal moralisch vertretbar sind.

Wenn jemand einen Fötus mit seiner Leber vergleichen mag, dann soll das eben so sein. Verstehe aber nicht, wo da bitte der
Zitat von FFFF schrieb:Grips
sein soll.


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Abtreibung - Pro-Life vs. Pro-Choice

17.02.2017 um 11:00
Zitat von FFFF schrieb:Aber wie @Alarmi schon sagte, tröstet man damit, dass das Kind so früh noch kein Bewusstsein habe und quasi nur ein Zellhäufchen wäre. Es gibt keine Trauerfeier, das wird nichtmal von den Kirchen angeboten.
Man tröstet auch, indem man sagt, dass das Kleine sonst vielleicht schwer behindert auf die Welt gekommen wäre und die Natur eben entschieden hat.
Also im Prinzip bringen dann jene Menschen die Argumente, um zu trösten, die eine Abtreibende sich herbeiredet.


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Abtreibung - Pro-Life vs. Pro-Choice

17.02.2017 um 11:01
@FF
Das sollte man natürlich, ich halte auch den Konsens den die Demokratie hier zu Stande gebracht hat für wegweisend, nach dreißig Jahren Abtreibungsdiskussionen habe ich für mich nur gelernt dass es besser ist die Dinge beim Namen zu nennen und nicht Sachverhalte miteinander zu verknüpfen die logisch nichts miteinander zu tun haben. 


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Abtreibung - Pro-Life vs. Pro-Choice

17.02.2017 um 11:03
Zitat von KältezeitKältezeit schrieb:Also im Prinzip bringen dann jene Menschen die Argumente, um zu trösten, die eine Abtreibende sich herbeiredet.
Wieso herbeiredet? Die Gesellschaft behandelt diese Foeten, die innerhalb der ersten drei Monate abgehen, nunmal nicht wie Menschen, die gelebt haben. Sie tut es nicht, wenn der Foetus natuerlich abgeht, also warum sollte sie es, wenn er abgetrieben wird?


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Abtreibung - Pro-Life vs. Pro-Choice

17.02.2017 um 11:04
@FF

Afair gab es noch einen zusaetzlichen Aspekt, der fuer den Zeitraum spricht. Der Hauptgrund war schon, wie du schreibst, dass sich bis um die 12. Woche das Gehirn ausbildet und mit den restlichen Organen verdrahten, darueber hinaus gab es aber auch das Argument, dass sich das bis dahin aufgebaute Neuronennetz waehrend der Schwangerschaft mehrfach ab- und wieder aufgebaut wird. Wenn ich das richtig in Erinnerung hab - lang ists her - war irgendwo kurz vor der 20. Woche eine solche "Umbruchphase". Das bis dahin existierende Wesen "stirbt" also ohnehin gewissermassen in dem Zeitraum (also zumindest im Sinne eines Verlusts von bis dahin womoeglich vorhandenen Erinnerungen).
Aber wie gesagt war das eher ein "on top"-Teilaspekt - der Hauptgrund war der, den du beschrieben hast.


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