Gwyddion schrieb:-Ich verabscheue Faulheit und Bequemlichkeit
-Ich bin der Meinung das man mit etwas Aktionismus auch im Bereich der Jobsuche etwas bewirken kann
-Wir sind eine Solidargemeinschaft, das ist auch gut so... aber Solidarität ist keine Einbahnstraße.. Nehmen UND Geben
Amen.
Ansonsten aus Sicht einer unklaren KI-Entwicklung bzw. den Folgen desser auf eine Wirtschafts- und Joblage: Ich glaube wer gerade noch arbeiten KÖNNTE aber es bewusst nicht macht schneidet sich potentiell ins eigene Fleisch.
Meine Logik bzw. Annahme ist grob so: Wir wissen nicht wo der Zug noch genau mit KI-Entwicklung und Regulierung hingeht. Man kann aber grundsätzlich bei steigendem Level der Technik davon ausgehen, dass zumindest in Teilbereichen Jobs eher ersatzlos quantitativ, wenn auch nicht konzeptionell wegfallen werden weil Technik X Menschen ersetzen wird. Das heißt je nach individuellem Background werden die Chancen noch mit seinen Fähigkeiten einen Job realistisch oder überhaupt wahrscheinlich zu erhalten sinken.
Meine grobe Grundannahme (und wen es betreffen möge, klar): Wer sich quasi länger schon entzog und keine Chancen nutzt bzw. jetzt bis zum möglichen "point of no return" noch mit H4, ALG, BG, Grundsicherung, wie auch immer man das Ding nennen möge vergnügt schneidet sich ggf. ins eigene Fleisch weil er Sprungbretter und Chancen verpasst.
Meine eigene Story ist recht simpel: Ich bin nach der Schule weg. diversen Faktoren temporär da reingerutscht. Ich war dankbar für das soziale Netz. Ich musste nicht krampfhaft überall auch nach Minijobs betteln gehen um über die Runden zu kommen und konnte mich bequemer auf die Suche nach Studiums- oder Ausbildungsplatz in den Segmenten die mich eher ansprachen konzentrieren. Das war schon im vgl. zu anderen Ländern oder Breitengraden ein gewisser Luxus. Aber für mich war klar, dass ich nicht dauerhaft in einer sozialen Hängematte (wie diverse andere die ich in Maßnahmen und Kursen dort in der Zeit kennenlernte) verbleiben wollte. Ich bemühte mich und fand sogar den selbst gewählten Absprung in ein Jobsegment was mich ansprach, statt vermittelt zu werden. Ich habe mich auf die Hinterbeine gesetzt, an mir gearbeitet, Unterlagen optimiert, Erfahrungen in Interviews gesammelt und dann überzeugt.
Und der Punkt ist, ich habe viele Jahre dann meinen Lebensstandard erhöht weil ich mich nicht aufgegeben haben. Ich habe meinen CV aufgewertet bzw. ihn nicht mit willentlicher Bequemlichkeit dauerhaft entwertet. Ich habe in mich und mehr Chancen investiert und wurde belohnt. Ich habe mir vielleicht noch Auswege oder Sprungbretter geschaffen die ich nie mehr hätte erreichen oder schaffen können wenn ich damals einfach im Dauerbezug verblieben wäre. Durch das gute Gehalt und den höheren Lebensstandard kann ich mir auch mal sorgenlos Dinge leisten und muss nicht jeden Cent zweimal rumdrehen.
Was ich sagen will ist:
Irgendwann kommt der Punkt, da bist du dann nicht mehr lukrativ für den Arbeitsmarkt für den du dich zumindest initial beworben hast.
Und irgendwann kommt ggf. der Punkt, da bist du mit dem auf was du dich noch hättest bewerben können gar nicht mehr lukrativ weil der generelle Bedarf an menschlichen Arbeitskräften in dem Segment quantitativ immer mehr abnimmt.
In der Gesamtsumme dann die denkbar schlechteste Option. Du hast dann abstrakt gesehen den geringsten Verhandlungsspielraum. Wer noch in der nahen Vergangenheit mal in dem Segment oder generell gearbeitet hat hat vermutlich höhere Chancen noch Stellen zu bekommen als jemand der sehr lange nicht mehr dort oder überhaupt gearbeitet hat.
Das ist zugegeben seine sehr plakative und runtergebrochene, verallgemeinerte Darstellung. Am Ende ist es natürlich alles individuell. Was ich zusammenfassend aber sagen will ist, dass Leute die bewusst und willentlich eher risikoscheu sind oder im Bezug verbleiben wollen ohne sich sinngemäß zu fordern oder an ihre "Leistungsgrenze" bei Bewerbungen und Wille zum Job zu bringen am Ende nicht meckern sollten wenn der Zug komplett abgefahren ist und man nie mehr als soziale Grundsicherung erreichen wird. Irgendwann kommen "points of no return".
Für manche reicht das vielleicht, manche arrangieren sich. Andere können nicht anders (Krankheit, Behinderungen, Schäden, etc - legitim in diesen Fällen). Aber ich habe mir selbst gesagt: Will nie ganz abhängig sein wenn ich auch selbst mein Schicksal etwas in die Hand nehmen kann. Man weiß nie was kommt oder ob sich mal politische und wirtschaftliche Lagen so ändern, dass der Leistungsbereich massiv hinterfragt und geändert wird und ich dann mit weniger oder nix dastehe weil man da Einsparungen vornehmen will. Im worst-case ändert sich hier massiv alles so, dass es kaum eine nennenswerte Grundsicherung gibt und man eher und dauerhaft auf der Straße landet. Nein danke.
Je nach Lebensalter und Entscheidungen hat man beim Zeitstrahl immer Optionen und neue Wege. Aber wenn man willentlich statisch in einer suboptimalen Lage verharrt werden die Konstellationen nicht besser - eher schlechter.
