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Ein Kind aus dem Nahen Osten

31 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Kind, Osten ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Ein Kind aus dem Nahen Osten

11.08.2006 um 03:35
Dazu scheint aber derzeit wenig Aussicht vorhanden. Man stünde der Institutiondes

Völker Bundes nun ganz ohne Verständnis gegenüber, wenn man nicht wüsste, dasshier
ein
Versuch vorliegt, der in der Geschichte der Menschheit nicht oft -vielleicht
noch nie in
diesem Maß -gewagt worden ist. Es ist der Versuch, dieAutorität - d. i.
den zwingenden
Einfluss -, die sonst auf dem Besitz der Machtruht, durch die
Berufung auf bestimmte ideelle
Einstellungen zu erwerben. Wirhaben gehört, was eine
Gemeinschaft zusammenhält, sind
zwei Dinge: der Zwang derGewalt und die
Gefühlsbindungen - Identifizierungen heißt man
sie technisch - derMitglieder. Fällt
das eine Moment weg, so kann möglicher Weise das
andere dieGemeinschaft aufrecht
halten. Jene Ideen haben natürlich nur dann eine
Bedeutung,wenn sie wichtigen
Gemeinsamkeiten der Mitglieder Ausdruck geben. Es fragt
sichdann, wie stark sie
sind. Die Geschichte lehrt, dass sie in der Tat ihre Wirkung geübtha-
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ben. Die panhellenische Idee z.B., das Bewusstsein, dass man etwasBesseres sei als
die
umwohnenden Barbaren, das in den Amphiktyonien, den Orakelnund Festspielen so
kräftigen
Ausdruck fand, war stark genug, um die Sitten derKriegsführung unter
Griechen zu mildern,
aber selbstverständlich nicht im Stande,kriegerische
Streitigkeiten zwischen den Partikeln des
Griechenvolkes zu verhüten,ja nicht einmal
um eine Stadt oder einen Städtebund abzuhalten,
sich zum Schadeneines Rivalen mit
dem Perserfeind zu verbünden. Ebenso wenig hat das
christlicheGemeingefühl, das doch
mächtig genüg war, im Renaissancezeitalter christliche
Klein- und Großstaaten daran
gehindert, in ihren Kriegen miteinander um die Hilfedes
Sultans zu werben. Auch in
unserer Zeit gibt es keine Idee, der man einesolche einigende
Autorität zumuten
könnte. Dass die heute die Völkerbeherrschenden nationalen Ideale zu
einer
gegenteiligen Wirkung drängen, ist jaallzu deutlich. Es gibt Personen, die vorhersagen,

erst das allgemeineDurchdringen der bolschewistischen Denkungsart werde den Kriegen
ein
Ende machenkönnen, aber von solchem Ziel sind wir heute jedenfalls weit
entfernt, und
vielleicht wäre es nur nach schrecklichen Bürgerkriegen erreichbar. So
scheint esalso, dass
der Versuch, reale Macht durch die Macht der Ideen zu ersetzen,
heutenoch zum
Fehlschlagen verurteilt ist. Es ist ein Fehler in der Rechnung, wenn
mannicht berücksichtigt,
dass Recht ursprünglich rohe Gewalt war und noch heuteder
Stützung durch die Gewalt nicht
entbehren kann.
Ich kann nun daran gehen,einen
anderen Ihrer Sätze zu glossieren. Sie verwundern sich
darüber, dass es soleicht
ist, die Menschen für den Krieg zu begeistern, und vermuten, dass
etwas inihnen
wirksam ist, ein Trieb zum Hassen und Vernichten, der solcherVerhetzung

entgegenkommt. Wiederum kann ich Ihnen nur uneingeschränkt beistimmen.Wir glauben an

die Existenz eines solchen Triebes und haben uns gerade in denletzten Jahren bemüht,
seine
Äußerungen zu studieren. Darf ich Ihnen aus diesemAnlass ein Stück der
Trieblehre
vortragen, zu der wir in der Psychoanalyse nachvielem Tasten und
Schwanken gekommen
sind? Wir nehmen an, dass die Triebe desMenschen nur von
zweierlei Art sind, entweder
solche, die erhalten undvereinigenwollen - wir heißen
sie erotische, ganz im Sinne des Eros
im SymposionPlatos, oder sexuelle mit
bewusster Überdehnung des populären Begriffs von
Sexualität - und andere, die
zerstören und töten wollen; wir fassen diese alsAggressionstrieb
oder
Destruktionstrieb zusammen. Sie sehen, das ist eigentlichnur die theoretische

Verklärung des weltbekannten Gegensatzes von Lieben undHassen, der vielleicht zu der

Polarität von Anziehung und Abstoßung eineUrbeziehung unterhält, die auf Ihrem
Gebiet
eine Rolle spielt. Nun lassen Sie unsnicht zu rasch mit den Wertungen von Gut
und Böse
einsetzen. Der eine dieserTriebe ist ebenso unerlässlich wie der andere,
aus dem Zusammen-
undGegeneinanderwirken der Beiden gehen die Erscheinungen des
Lebens hervor. Nun
scheint es, dass kaum jemals ein Trieb der einen Art sich isoliert
betätigen kann,er ist immer
mit einem gewissen Betrag von der anderen Seite
verbunden, wie wirsagen: legiert, der sein
Ziel modifiziert oder ihm unter Umständen
dessenErreichung erst möglich macht. So ist z.B.
der Selbsterhaltungstriebgewiss
erotischer Natur, aber grade er bedarf der Verfügung über die
Aggression,wenn er
seine Absicht durchsetzen soll. Ebenso benötigt der auf Objekte
gerichtete
Liebestrieb eines Zusatzes vom Bemächtigungstrieb, wenn er seinesObjekts über-
haupt
habhaft werden soll. Die Schwierigkeit, die beiden Triebartenin ihren Äußerungen zu

isolieren, hat uns ja so lange in ihrer Erkenntnisbehindert.
Wenn Sie mit mir
ein Stück weitergehen wollen, so hören Sie, dass diemenschlichen
Handlungen noch
eine Komplikation von anderer Art erkennen lassen.Ganz selten ist die
Handlung das
Werk einer einzigen Triebregung, die an und fürsich bereits aus Eros und
Destruktion
zusammengesetzt sein muss. In der Regelmüssen mehrere in der gleichen Weise

aufgebaute Motive zusammentreffen, um dieHandlung zu ermöglichen. Einer Ihrer

Fachgenossen hat das bereits gewusst, einProf. G. Ch. Lichtenberg, der zur Zeit
unserer
Klassiker m Göttingen Physiklehrte; aber vielleicht war er als Psychologe
noch bedeutender
denn als Physiker.Er erfand die Motivenrose, indem er sagte: »Die
Bewegungsgründe (wir
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sagen heute: Beweggründe), woraus man etwas tut,
könnten so wie die 32 Windegeordnet
und ihre Namen auf eine ähnliche Art formiert
werden, z. B.Brot-Brot-Ruhm oder Ruhm-
Ruhm-Brot.« Wenn also die Menschen zumKrieg
aufgefordert -werden, so mögen eine
ganze Anzahl von Motiven inihnenzustimmend
antworten, edle und gemeine, solche, von
denen man laut spricht,und andere, die man
beschweigt. Wir haben keinen Anlass, sie alle
bloßzulegen. DieLust an der Aggression
und Destruktion ist gewiss darunter; ungezählte
Grausamkeiten der Geschichte und des
Alltags bekräftigen ihre Existenz und ihreStärke. Die
Verquickung dieser
destruktiven Strebungen mit anderen erotischen undideellen erleichtert
natürlich
deren Befriedigung. Manchmal haben wir, wenn wirvon den Gräueltaten der
Geschichte
hören, den Eindruck, die ideellen Motive hättenden destruktiven Gelüsten nur als

Vorwände gedient, andere Male z.B. bei denGrausamkeiten der hl. Inquisition, meinen
wir,
die ideellen Motive hätten sich imBewusstsein vorgedrängt, die destruktiven
ihnen eine
unbewusste Verstärkunggebracht. Beides ist möglich.
Ich habe
Bedenken, Ihr Interesse zu missbrauchen,das ja der Kriegsverhütung gilt, nicht

unseren Theorien. Doch möchte ich nocheinen Augenblick bei unserem Destruktionstrieb

verweilen, dessen Beliebtheitkeineswegs Schritt hält mit seiner Bedeutung. Mit etwas

Aufwand von Spekulationsind wir nämlich zu der Auffassung gelangt, dass dieser Trieb

innerhalb jedeslebenden Wesens arbeitet und dann das Bestreben hat, es zum Zerfall
zu brin-
gen,das Leben zum Zustand der unbelebten Materie zurückzuführen. Er
verdiente in allem
Ernst den Namen eines Todestriebes, während die erotischen Triebe
die Bestrebungenzum
Leben repräsentieren. Der Todestrieb wird zum Destruktionstrieb,
indem er mitHilfe
besonderer Organe nach außen, gegen die Objekte, gewendet wird.
DasLebewesen bewahrt
sozusagen sein eigenes Leben dadurch, dass es fremdeszerstört.
Ein Anteil des Todestriebes
verbleibt aber im Innern des Lebewesenstätig und wir
haben versucht, eine ganze Anzahl von
normalen und pathologischenPhänomenen von
dieser Verinnerlichung des Destruk-
tionstriebes abzuleiten. Wirhaben sogar die
Ketzerei begangen, die Entstehung unseres
Gewissens durch einesolche Wendung der
Aggression nach innen zu erklären.


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Ein Kind aus dem Nahen Osten

11.08.2006 um 03:35
Sie merken, es
ist gar nicht so unbedenklich, wenn sich dieser Vorgang in allzugroßem Ausmaß vollzieht, es
ist direkt ungesund, während die Wendung dieserTriebkräfte zur Destruktion m der
Außenwelt das Lebewesen entlastet, wohltuend wirkenmuss. Das diene zur biologischen
Entschuldigung all der hässlichen und gefährlichenStrebungen, gegen die wir ankämpfen.
Man muss zugeben, sie sind der Natur näher alsunser Widerstand dagegen, für den wir auch
noch eine Erklärung finden müssen.Vielleicht haben Sie den Eindruck, unsere Theorien seien
eine Art von Mythologie,nicht einmal eine erfreuliche in diesem Fall. Aber läuft nicht jede
Naturwissenschaftauf eine solche Art von Mythologie hinaus? Geht es Ihnen heute in der
Physik anders?
Aus dem Vorstehenden entnehmen wir für unsere nächsten Zwecke soviel, dass es keine
Aussicht hat, die aggressiven Neigungen der Menschen abschaffen zu wollen. Es soll in
glücklichen Gegenden der Erde, wo die Natur alles, was der Mensch braucht,überreichlich
zur Verfügung stellt, Völkerstämme geben, deren Leben m Sanftmutverläuft, bei denen
Zwang und Aggression unbekannt sind. Ich kann es kaum glauben,möchte gern mehr über
diese Glücklichen erfahren. Auch die Bolschewisten hoffen, dasssie die menschliche
Aggression zum Verschwinden bringen können dadurch, dass sie dieBefriedigung der
materiellen Bedürfnisse verbürgen und sonst Gleichheit unter denTeilnehmern an der
Gemeinschaft herstellen. Ich halte das für eine Illusion.Vorläufig sind sie auf das sorg-
fältigste bewaffnet und halten ihre Anhänger nichtzum Mindesten durch den Hass gegen alle
Außenstehenden zusammen. Übrigens handelt essich, wie Sie selbst bemerken, nicht darum,
die menschliche Aggressionsneigung völligzu beseitigen; man kann versuchen sie soweit
abzulenken, dass sie nicht ihrenAusdruck im Kriege finden muss. Von unserer
mythologischen Trieblehre her finden wirleicht eine Formel für die indirekten Wege zur
Bekämpfung des Krieges. Wenn dieBereitwilligkeit zum Krieg ein Ausfluss des
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Destruktionstriebes ist, soliegt es nahe, gegen sie den Gegenspieler dieses Triebes, den Eros,
anzurufen. Alles,was Gefühlsbindungen unter den Menschen herstellt, muss dem Krieg ent-
gegenwirken.Diese Bindungen können von zweierlei Art sein. Erstens Beziehungen wie zu
einemLiebesobjekt, wenn auch ohne sexuelle Ziele. Die Psychoanalyse braucht sich nicht zu
schämen, wenn sie hier von Liebe spricht, denn die Religion sagt dasselbe: Liebe
Deinen Nächsten wie Dich selbst. Das ist nun leicht gefordert, aber schwer zuerfüllen. Die
andere Art von Gefühlsbindung ist die durch Identifizierung. Alles wasbedeutsame Ge-
meinsamkeiten unter den Menschen herstellt, ruft solche Gemeingefühle,Identifizierungen,
hervor. Auf ihnen ruht zum guten Teil der Aufbau der menschlichenGesellschaft.
Einer Klage von Ihnen über denMissbrauch der Autorität entnehme icheinen zweiten Wink
zur indirekten Bekämpfung der Kriegsneigung. Es ist ein Stück derangeborenen und nicht zu
beseitigenden Ungleichheit der Menschen, dass sie in Führerund in Abhängige zerfallen. Die
letzteren sind die übergroße Mehrheit, sie bedürfeneiner Autorität, welche für sie Ent-
scheidungen fällt, denen sie sich meistbedingungslos unterwerfen. Hier wäre anzuknüpfen,
man müsste mehr Sorge als bisheraufwenden, um eine Oberschicht selbständig denkender,
der Einschüchterungunzugänglicher, nach Wahrheit ringender Menschen zu erziehen, denen
die Lenkung derunselbständigen Massen zufallen würde. Dass die Übergriffe der
Staatsgewalten und dasDenkverbot der Kirche einer solchen Aufzucht nicht günstig sind,
bedarf keinesBeweises. Der ideale Zustand wäre natürlich eine Gemeinschaft von Menschen,
die ihrTriebleben der Diktatur der Vernunft unterworfen haben. Nichts anderes könnte
eine sovollkommene und widerstandsfähige Einigung der Menschen hervorrufen, selbst
unterVerzicht auf die Gefühlsbindungen zwischen ihnen. Aber das ist höchstwahrscheinlich
eine utopische Hoffnung. Die anderen Wege einer indirekten Verhinderung des Kriegessind
gewiss eher gangbar, aber sie versprechen keinen raschen Erfolg. Ungern denktman an
Mühlen, die so langsam mahlen, dass man verhungern könnte, ehe man das Mehlbekommt.
Sie sehen, es kommt nicht viel dabei heraus, wenn man bei dringendenpraktischen Aufgaben
den weltfremden Theoretiker zu Rate zieht. Besser, man bemühtsich in jedem einzelnen Fall
der Gefahr zur begegnen mit den Mitteln, die eben zurHand sind. Ich möchte aber noch eine
Frage behandeln, die Sie in Ihrem Schreibennicht aufwerfen und die mich besonders in-
teressiert. Warum empören wir uns so sehrgegen den Krieg, Sie und ich und so viele andere,
warum nehmen wir ihn nicht hin wieeine andere der vielen peinlichen Notlagen des Lebens?
Er scheint doch naturgemäß,biologisch wohl begründet, praktisch kaum vermeidbar.
Entsetzen Sie sich nicht übermeine Fragestellung. Zum Zweck einer Untersuchung darf man
vielleicht die Maske einerÜberlegenheit vornehmen, über die man in Wirklichkeit nicht
verfügt. Die Antwort wirdlauten, weil jeder Mensch ein Recht auf sein eigenes Leben hat,
weil der Krieghoffnungsvolle Menschenleben vernichtet, den einzelnen Menschen in Lagen
bringt, dieihn entwürdigen, ihn zwingt, andere zu morden, was er nicht will, kostbare
materielleWerte, Ergebnis von Menschenarbeit, zerstört, u. a. mehr. Auch dass der Krieg in
seiner gegenwärtigen Gestaltung keine Gelegenheit mehr gibt, das alte heldische Idealzu
erfüllen, und dass ein zukünftiger Krieg infolge der Vervollkommnung derZerstörungsmittel
die Ausrottung eines oder vielleicht beider Gegner bedeuten würde.Das ist alles wahr und
scheint so unbestreitbar, dass man sich nur verwundert, wenndas Kriegführen noch nicht
durch allgemeine menschliche Übereinkunft verworfen wordenist. Man kann zwar über
einzelne dieser Punkte diskutieren. Es ist fraglich, ob dieGemeinschaft nicht auch ein Recht
auf das Leben des Einzelnen haben soll; man kannnicht alle Arten von Krieg in gleichem
Maß verdammen; solange es Reiche und Nationengibt, die zur rücksichtslosen Vernichtung
anderer bereit sind, müssen diese anderenzum Krieg gerüstet sein. Aber wir wollen über all
das rasch hinweggehen, das istnicht die Diskussion, zu der Sie mich aufgefordert haben. Ich
ziele auf etwas andereshin; ich glaube, der Hauptgrund, weshalb wir uns gegen den Krieg
empören, ist, dasswir nicht anders können. Wir sind Pazifisten, weil wir es aus organischen
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Gründen sein müssen. Wir haben es dann leicht, unsere Einstellung durch Argumente zu
rechtfertigen.
Das ist wohl ohne Erklärung nicht zu verstehen. Ich meine dasFolgende: Seit
unvordenklichen Zeiten zieht sich über die Menschheit der Prozeß derKulturentwicklung hin.
(Ich weiß, andere heißen ihn lieber: Zivilisation.) DiesemProzeß verdanken wir das Beste,
was wir geworden sind, und ein gut Teil von dem,woran wir leiden. Seine Anlässe und
Anfänge sind dunkel, sein Ausgang ungewiss,einige seiner Charaktere leicht ersichtlich.
Vielleicht führt er zum Erlöschen derMenschenart, denn er beeinträchtigt die Sexualfunktion
in mehr als einer Weise, undschon heute vermehren sich unkultivierte Rassen und
zurückgebliebene Schichten derBevölkerung stärker als hochkultivierte. Vielleicht ist
dieser Prozeß mit derDomestikation gewisser Tierarten vergleichbar; ohne Zweifel bringt
er körperlicheVeränderungen mit sich; man hat sich noch nicht mit der Vorstellung vertraut
gemacht,dass die Kulturentwicklung ein solcher organischer Prozeß sei. Die mit dem
Kulturprozess einhergehenden psychischen Veränderungen sind auffällig undunzweideutig.
Sie bestehen in einer fortschreitenden Verschiebung der Triebziele undEinschränkung der
Triebregungen. Sensationen, die unseren Vorahnen lustvoll waren,sind für uns indifferent
oder selbst unleidlich geworden; es hat organischeBegründungen, wenn unsere ethischen und
ästhetischen Idealforderungen sich geänderthaben. Von den psychologischen Charakteren der
Kultur scheinen zwei die wichtigsten:die Erstarkung des Intellekts, der das Triebleben zu
beherrschen beginnt, und dieVerinnerlichung der Aggressionsneigung mit all ihren
vorteilhaften und gefährlichenFolgen. Den psychischen Einstellungen, die uns der
Kulturprozess aufnötigt,widerspricht nun der Krieg in der grellsten Weise, darum müssen wir
uns gegen ihnempören, wir vertragen ihn einfach nicht mehr, es ist nicht bloß eine intel-
lektuelle und affektive Ablehnung, es ist, bei uns Pazifisten eine konstitutionelleIntoleranz,
eine Idiosynkrasie gleichsam in äußerster Vergrößerung. Und zwar scheintes, dass die ästhe-
tischen Erniedrigungen des Krieges nicht viel weniger Anteil anunserer Auflehnung haben
als seine Grausamkeiten.
Wie lange müssen wir nunwarten, bis auch die Anderen Pazifisten werden? Es ist nicht zu
sagen, abervielleicht ist es keine utopische Hoffnung, dass der Einfluss dieser beiden Mo-
mente, der kulturellen Einstellung und der berechtigten Angst vor den Wirkungen eines
Zukunftskrieges, dem Kriegführen in absehbarer Zeit ein Ende setzen wird. Auf welchen
Wegen oder Umwegen, können wir nicht erraten. Unterdes dürfen wir uns sagen: Alles,was
die Kulturentwicklung fördert, arbeitet auch gegen den Krieg.
Ich grüße Sieherzlich und bitte Sie um Verzeihung, wenn meine Ausführungen Sie enttäuscht
haben.
Ihr Sigmund Freud.


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Ein Kind aus dem Nahen Osten

11.08.2006 um 03:53
@choda

Bitte derartig lange Texte als link beifügen und nur einen kleinenAusschnitt in den Thread posten.


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Ein Kind aus dem Nahen Osten

11.08.2006 um 03:54
....ansonsten fand ich den Text, den ich schon kannte, gut und es ist wichtig immerwieder an ihzn erinnert zu werden.


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Ein Kind aus dem Nahen Osten

11.08.2006 um 03:55
ja gut kann ich machen


grüße in die runde


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Ein Kind aus dem Nahen Osten

11.08.2006 um 03:59
frage:
ist das der briefwechsel, zwischen albert einstein und siegmund freud?


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Ein Kind aus dem Nahen Osten

11.08.2006 um 04:13
JA-ha!


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Ein Kind aus dem Nahen Osten

11.08.2006 um 04:25
gut, dann kenn ich es und kann mir den langen text sparen, wenn gleich es schonmindestens 4 oder 5 jahre her ist, dass ich das schriftstück gelesen hab


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Ein Kind aus dem Nahen Osten

11.08.2006 um 07:10
@hotzdarthmk2

gibt es auch eine

jugoslawische version
kambodschanische version
vietnamesische version
japanische version
somalische version
nicaraguanische version
etc etc...

dass man immerwieder mit 9/11 kommen muss..... es gab weitaus schlimmere Verbrechen, aber leider hattendie nicht so gute "PR".........


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Ein Kind aus dem Nahen Osten

11.08.2006 um 12:15
Ich denke auch, dass das iraelische Kind mit hineingehört. Es werden ja die Kinder derRegion aufgezählt. Die Kinder trifft keine Schuld, sind sind alle Opfer.


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