peterlee schrieb:Ich weiss immer noch nicht inwieweit ein Fahndungsaufruf Ausgrenzung ist
Glaube ich dir. Du hast dir zwar schon selbst von hinten durch die Brust ins Auge geschossen, den Einschlag aber anscheinend nicht bemerkt.
Sollen wir es mit Mengenlehre versuchen?
Einem schönen Bildchen?
Mit zusätzlicher Erläuterung?
Auch wenn ich wenig Hoffnung habe?
OK.

Die Menge A sind die Einwohner eines Landes, die Menge B umfasst nur die, die "südländisch" aussehen. Stellst du also ausschließlich auf "südländisch aussehend" ab, grenzt du alle aus der Suche aus, die halt nicht "südländisch" aussehen.
abberline schrieb:In dem genannten Fall: so groß, ca so alt, südländischer Typ, sprach arabisch, Designerklamotten. Da wird niemand diskriminiert.
Es geht um plakative Schlagworte, kurz und für jeden sofort verständlich
Klar. ^^
Anruf bei der Polizeistelle: "Was genau muss ich mir unter einem 'Südländer' vorstellen?" Antwort des Sprechers: "Offensichtlich handelt es sich nicht um einen Schweden, Finnen oder Dänen." Der Begriff sei verwendet worden, weil die Geschädigte den mutmaßlichen Täter so beschrieben habe. Wenn man zehn Leute befragen würde, was sie unter "südländisch" verstünden, bekäme man zehn unterschiedliche Antworten, so der Sprecher. "Aber unterm Strich kommt man schon etwa beim Gleichen raus." Die Bevölkerung verbinde damit laut Sprecher: dunklere Haut und Augen und schwarze Haare.
...
In ihrem Artikel argumentiert Ervedosa, dass die Polizei so rassistische Stereotype reproduziert. "Was genau soll ein*e 'Südländer*in' sein?", fragt sie im Gespräch mit ze.tt. Es sei eben kein geographischer Begriff, weil mit "Südländer*innen" nicht Menschen aus Australien oder der Schweiz gemeint sind – aus Ländern, die von Deutschland aus gesehen auch im Süden liegen. "Es ist ein versteckter Begriff für einen bestimmten Phänotyp", sagt die Germanistin. Im Kern meint "Südländer*in" Menschen mit dunkler Hautfarbe. Es impliziert aber noch mehr. "'Südländer*innen' werden auch bestimmte Persönlichkeitsmerkmale zugeschrieben. Sie gelten als emotional, temperamentvoll, irrational und als Menschen, die schnell zur Waffe greifen."
...
Durch die Verwendung des Begriffs zementiere die Polizei ein Bild, das so auch in Teilen der Bevölkerung vorherrsche. Nämlich dass Menschen, die so aussehen, besonders kriminell sind. Dabei besteht dieser vereinfachende Zusammenhang gar nicht. Der Begriff ist aus ihrer Sicht aber noch aus einem weiteren Grund problematisch. "Menschen mit diesem Erscheinungsbild werden nicht als Deutsche angesehen."
https://www.zeit.de/zett/2020-08/der-taeter-wird-als-suedlaender-beschrieben-wie-die-polizei-rassistische-stereotype-reproduziert"Werden nicht als Deutsche gesehen …"
Ein wunderbares Beispiel ist der Thread hier, in dem ein paar XXXXXXX ganz selbstverständlich und natürlich, ohne es sinnvoll durch Argumente unterfüttern zu können, anhand von Äusserlichkeiten einen Menschen zum Migranten erklären.
#Wie schamlos kann man sein ...
Am besten wäre es, den ganzen Artikel zu lesen und mal drüber nachzudenken, aber man weiß ja mittlerweile die meisten Mitdiskutanten einzuschätzen.