@UffTaTa Die USA setzen halt massiv auf Luftüberlegenheit, Erdorbit-Überlegenheit, Raketenabwehr, und Surface-Missile-Attacken. Das ist die Doktrin der USA im 21.Jahrhundert. Diese Doktrin, die in aller erster Linie auf schnelle, harte, und entscheidende Schläge setzt, sowie die Schonung von Menschenleben in den eigenen Reihen vorsieht, trifft auf eine Doktrin des Irans in der es in erster Linie darum geht Nadelstiche zu setzen. Eine Handvoll Raketen hier, eine Handvoll Raketen dort, 20 Drohnen hier, 30 Drohnen dort.
Es war immer klar, dass die USA die ganze Sache nur aus sicherer Entfernung durchführen können im EMCON-Modus (Emissionskontrolle - Kein Radar in der Nähe der Raketenplattformen, kein Funkverkehr etc.). Das schützt die Kampfgruppen vor Entdeckung. Es war aber auch immer klar, dass Russland und China dem Iran helfen würden durch eigene Satellitenaufklärung. Der Iran weiß dadurch sehr genau wo sich die ganzen Assets befinden auf See. Und das hat das ganze Spielchen sehr riskant werden lassen für die USA. Genau aus diesem Grund wagen sich die USA auch nicht näher als schätzungsweise 200 Kilometer an die iranische Küste heran, denn der Iran verfügt auch über Anti-Schiffsraketen. Womöglich sogar Hyperschall.
Ich glaube immer noch nicht, dass die USA den Iran angeblich militärisch sehr schwer getroffen haben. Klar, sie haben die größeren Seemarine-Einheiten des Irans ausgeschaltet, und sie mögen sicher auch Raketenstellungen, Radarstellungen, und Gebäude getroffen haben. Allerdings bedeutet das überhaupt nichts. Dabei handelt es sich nämlich nur um unbewegliche stationäre Ziele. Das große Problem sind die beweglichen Ziele, wie LKW´s in denen die Iraner ihre Drohnen, oder auch kleine Raketenabschussvorrichtungen, transportieren. Diese sind nicht zu unterscheiden von zivilen Fahrzeugen.
Die Iraner benutzen zudem eine dezentralisierte Kriegsführung. Alle Gruppen bekommen einen Masterbefehl, und daraufhin agieren sie völlig autonom. Eine kleine Gruppe schnappt sich einen LKW, dann fahren sie zu Punkt X,Y,Z, laden ihr Equipment vom Laster, und feuern. Dann laden sie alles wieder ein und fahren wieder weg. Davon gibt es vermutlich viele hunderte, vielleicht auch bis zu tausend solcher Gruppen. Es ist für die USA unmöglich, all diese Ziele jeweils einzeln zu bekämpfen. So viele Raketen hat die USA überhaupt nicht.
Genau aus dem Grund ist es auch unmöglich für die USA diesen Krieg auf diese Art und Weise zu gewinnen. Und sie können auch auf diese Art und Weise die Straße von Hormuz nicht wieder öffnen. Genau aus diesen o.g. Gründen will die USA auch die Attacken nicht weiter fortsetzen, denn es ist völlig sinnlos. Selbst wenn man wollte, man kann nicht ständig Raketen, die 10 Millionen Dollar pro Stück kosten, auf 3-5 Mann abfeuern die irgendwo an einem Straßenrand, mitten im Nirgendwo, böse Dinge treiben.
Und so behält der Iran auch weiterhin die Kontrolle. Der Iran hat die Oberhand, und die USA verlieren diesen Krieg. Jeder weiß das. Auch die USA. Genau deshalb werden wir auch jeden Tag mit Propagandalügen gefüttert. Der Iran ist besiegt. Sie haben keine Marine, keine Luftwaffe, und keine Radaranlagen mehr. Dabei wird aber völlig verschwiegen, dass der Iran das auch alles gar nicht braucht um gegen die USA militärisch bestehen zu können. Der Iran hat noch genug Raketen und Drohnen, um Nadelstriche zu setzen. Und mehr braucht es auch nicht, außer kleine Nadelstiche zu setzen. Es genügt einzig und allein "Wir sind noch da, und wir schießen". Das reicht völlig aus um als Bedrohung wahrgenommen zu werden, und deshalb fährt auch kein Tanker mehr durch die Straße von Hormuz.
Die USA haben sich ein Eigentor geschossen, und sie haben nicht die geringste Ahnung wie sie da wieder rauskommen soll.
Einige Analysten schlagen vor, dass die USA nochmal so richtig alles in Grund und Boden kloppen sollen im Iran. Danach soll Trump einen großen Sieg verkünden und einfach nach Hause fahren. Das Problem dabei ist : Der Iran will offensichtlich überhaupt nicht mehr, dass die USA wieder nach Hause fahren. Sie sollen schön dort bleiben wo sie sind, und weiter daran glauben irgendetwas dadurch gewinnen zu können. Die USA können einfach die Straße von Hormuz nicht wieder öffnen. Der Iran entscheidet das ganz allein, wann die Straße von Hormuz wieder geöffnet wird. Das ist der Knackpunkt, und die USA können nichts dagegen tun.