Optimist schrieb:Finde es z.B. auch ungerecht dass niedrige Einkommen durch die MwSt. bei ihren Lebendhaltungskosten - vor allem Lebensmittel und Mieten mehr belastet sind, auch durch die Inflation. (müssen ja von ihrem Einkommen prozentual viel mehr dafür ausgeben als z.B. Spitzenverdiener).
Mieten sind MWSt-frei, und Lebensmittel haben einen reduzierten Steuersatz. Aber sieh es mal so: Stell dir eine Person vor, die keine Einkommen- oder andere Steuer zahlt. Das kann ein Selbstversorger mit Garten sein, der damit auskommt, oder ein stinkreicher Erbe, der einfach nur vom Konto zehrt, und der für dieses Beispiel auch keine Zinseinnahmen erzielt.
Trotzdem nutzen beide Infrastruktur, die die Gesellschaft bezahlen muss. Am offensichlichsten Strassen, Polizei, aber eben auch das ganze Staatswesen. Sollten die beiden Personen sich nicht auch daran beteiligen? Das wird über die Mehrwertsteuer dann gut abgedeckt. Irgendetwas kaufen tut jeder.
Kleiner Funfact am Rande: Der reduzierte MWSt-Satz in Deutschland z.B. für Lebensmittel liegt in der Höhe des regulären MWSt-Satzes in der Schweiz. Dort ist auch gerade eine Diskussion/Abstimmung im Gange, ob man für die Finanzierung des gerade beschlossenen 13.-Monats"gehalts" für Rentner die MWSt anhebt: Um 0,1%. In Deutschland würde man bei so einer Gelegenheit sicherlich gleich zugreifen, wie bei der letzten Erhöhung: Eine Partei möchte eine Erhöhung um 1%, die andere Partei möchte 2%, na gut, als Kompromiss nehmen wir also 3%...
mitH2CO3 schrieb:wenn Centimillionäre und Milliardäre sich ihre Steuerlast minimieren lassen.
Mit dem, was nur auf meinem Girokonto herumliegt, bin ich bereits Centimillionär. Bin ich von den angedachten Massnahmen also auch schon betroffen?