ApexOne schrieb:Angenommen Eltern können einem Kind 200k zur Verfügung stellen um eine Wohnung zu kaufen/anzuzahlen und der Staat gibt ihm als Grunderbe 20k - Budget ist als0 220k.
Das Kind von Eltern die aus welchen Gründen das nicht können, hat nur die 20k vom Staat.
Die Differenz bleibt 200k, aber die Immobilienverkäufer preisen die 220k als verfügbares Kapital.
Ich habe es mal durchgerechnet, für die Optionen "hat es nötig" vs. "hat es nicht nötig".
Szenario: "Hab es überhaupt nicht nötig":
Wenn ich mit 18 die 20.000€ "Grunderbe" erhalte und sie einfach bis zum Rentenalter konservativ anlegen kann (effektive Verzinsung 4%) kann ich damit zur Rente ca. 140.000€ machen.
Wenn ich die gleiche Summe aggressiv anlegen kann (effektive Verzinsung 8%) gehe ich mit über 860.000€ zur Rente damit raus.
Szenario: "Die Kohle versaufen":
Wenn ich im Jahr 1.000€ rausnehme habe ich:
Im konservativen Anlagenfall bis zum 46. Lebensjahr jedes Jahr 1.000€ "Spielgeld" und damit (nominal) 46.000€ zum auf den Kopf hauen.
Im aggressiven Analgefall jedes Jahr bis zum Renteneintritt 1.000€ "Spielgeld" (nominal 67.000€ auf den Kopf)
und ca. 225.000€ bei Renteneintritt.
Szenario: "Ich bin auf die Kohle angewiesen":
Wenn ich ernsthaft damit arbeite, das Geld für meine Startchancen zu verwenden (und dafür 500€ jeden Monat aus dem Erbe entnehme, also 6.000€ pro Jahr) dann:
Ist im konservativen Anlagefall nach 3,5 Jahren Schluss und das Geld verbraucht, ich konnte nominal ca. 21.750€ ausgeben.
Ist im aggressiven Anlagefall kurz darauf Schluss, nach etwas mehr als 4 Jahren, da konnte ich dann 25.175€ ausgeben.
Mit anderen Worten: das "Grunderbe" selbst erzeugt über die Lebenszeit der Empfänger eine signifikante Ungleichheit, weil diejenigen extrem viel mehr profitieren, die darauf
nicht angewiesen sind und das Erbe möglichst lange einfach rumliegen lassen können, während die Menschen die es tatsächlich für ihre Startchancen bräuchten es recht schnell aufzehren müssen, im Extremfall deutlich früher als z.B. der Abschluss eines Studiums zu erwarten ist. Bereits halbwegs gut aufgestellte Menschen können als Mitnahmeeffekt ebenfalls lange profitieren.
Selbst Regelungen wie bei der Stiftung vorgeschlagen (Rückzahlung des "Grunderbes" bei Erhalt größerer Erbschaften") würden das nicht ändern, da diese erst spät im Leben zu erwarten sind - wenn z.B. mit 50 geerbt wird, hat das Grunderbe bei den Menschen die es einfach aggressiv angelegt haben schon über 200.000€ "erwirtschaftet", da ist eine Rückzahlung von 20.000€ nicht mehr wesentlich-