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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

18.872 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Wirtschaft, Armut, Kapitalismus ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

07.06.2026 um 12:54
Zitat von VenomVenom schrieb:Es geht mir nicht nur um die private Versicherung. Ich rede generell von den Privilegien und Vorteilen eines Unternehmers die man als Angestellter gar nicht erst haben kann.
Es klingt alles so romantisch :D
Bist du Unternehmer in Deutschland ?


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

07.06.2026 um 12:56
Zitat von JayPanJayPan schrieb:Es klingt alles so romantisch
Naja was heißt romantisch. Mir ist bewusst, dass das alles Risiken birgt und nicht so rosarot abläuft.
Zitat von JayPanJayPan schrieb:Bist du Unternehmer in Deutschland ?
Nein, de facto noch nicht. Außerdem bin ich in Österreich :D


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

07.06.2026 um 13:03
Zitat von VenomVenom schrieb:Naja was heißt romantisch. Mir ist bewusst, dass das alles Risiken birgt und nicht so rosarot abläuft.
Mir wurde der rosarote Zahn schon lange gezogen :D
Zitat von VenomVenom schrieb:Nein, de facto noch nicht. Außerdem bin ich in Österreich :D
Wünsch dir definitiv viel Erfolg und nen dickes Fell :D


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

07.06.2026 um 13:06
Die Möglichkeit, Vermögen zu besteuern, ist in Artikel 106 des deutschen Grundgesetzes ausdrücklich vorgesehen. Dort steht auch, dass die Einnahmen daraus den Bundesländern zustehen.
Das nur mal so vorne weg:
(2) Das Aufkommen der folgenden Steuern steht den Ländern zu:

1.
die Vermögensteuer,
Quelle: https://lxgesetze.de/gg/106
Zitat von JayPanJayPan schrieb:Und Aufsichtsräte sind jetzt auch keine Millionen Menschen. Das ist fiskalisch maue Beute.
Es sind ja nicht nur Aufsichtsräte gemeint. Susanne Klatten war ein Beispiel aus einer Reihe von ÜBER-Reichen, die man in Deutschland nicht so gut kennt, wie die extrem Reichen in den USA. Die kennt dort jeder (Musk, Zuckerberg, Buffet, Huang etc.). Bei mir hört es nach Susanne Klatten und Dieter Schwarz hier in D schon auf. Es herrscht halt ein echt anderes Klima in dieser Hinsicht. Vermutlich weil es um Geld geht, und man Sorge hat, die ÜBER-Reichen zu verärgern, und sie dann ggf. das Land verlassen könnten (oder sonstige Mythen).

Echt Sünde, dass die Vermögenssteuer nicht wieder eingesetzt wird. Wieviel Geld der Gesellschaft deshalb bisher entgangen ist, unfaßbare 380 Milliarden Euro. Das wäre keine "maue Beute", oder @JayPan
Studie:

Die Aussetzung der Vermögenssteuer seit 1997 hat Deutschland rund 380 Milliarden Euro gekostet, so eine neue Studie. Die Angst, dass Reiche bei einer Wiedereinführung das Land verlassen, sei unbegründet.
https://www.dw.com/de/studie-ohne-reichensteuer-fehlen-380-milliarden-euro/a-69538841


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

07.06.2026 um 13:07
Zitat von JayPanJayPan schrieb:Als ob Frau Klatten oder irgendwelche Aufsichtsräte keine Krankenversicherung hätten, die sind sehr wahrscheinlich privat versichert
Ja genau.
Und genau dagegen richtet sich meine Kritik, nämlich, dass die nicht auch in die normale Krankenversicherung einzahlen müssen.
Wenn ich etwas zu sagen hätte, dürfte es gar keine zweierlei Versicherungssysteme geben (privat und nicht-privat) - Alle sollten wie gesagt in die Gesetzliche einzahlen müssen.
Denn Unternehmer sind meistens etwas jünger und evtl. weniger krank und könnten somit die Ausgaben der Gesetzlichen entlasten.
Zitat von JayPanJayPan schrieb:Der fiskalische Superhebel Sozialabgaben ist halt begrenzt, die sind gedeckelt, in so einem gedeckelten System ist irgendwann völlig Kappes, wie viel eine Person zusätzlich verdient
und das finde ich auch nicht gerechtfertigt, dass es überhaupt diese Deckelung gibt.

Das ist ja u.a. alles das, woran die gesetzliche Krankenversicherung finanziell 'krankt".


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

07.06.2026 um 13:12
Zitat von VenomVenom schrieb:Das sind alles Dinge die eben Ungleichheit gegenüber fest Angestellten erzeugen aber sie sind richtig und wichtig. Immerhin tragen Unternehmer natürlich auch ein spezifisches Risiko die ein Angestellter nie haben wird.
Sicherheiten hat ein AN nun auch nicht. Wenn der Laden nicht läuft, dann zahlt nicht der AG die Arbeitslosenversicherung für die EX-Mitarbeiter, sondern der AN hat selbst dafür eingezahlt (wenn nicht lange genug -> der Staat/Gesellschaft). Zumindest trägt der AG keinerlei Risiko in dieser Hinsicht.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

07.06.2026 um 13:21
Ich war zu schnell .. der AG zahlt die Hälfte der Beiträge zur Arbeitslosenversicherung. Damit beteiligt er sich an dem entsprechenden Risiko.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

07.06.2026 um 13:37
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Echt Sünde, dass die Vermögenssteuer nicht wieder eingesetzt wird. Wieviel Geld der Gesellschaft deshalb bisher entgangen ist, unfaßbare 380 Milliarden Euro. Das wäre keine "maue Beute", oder @JayPan
Die Diskussion krankt dran, das Begriffe nicht getrennt werden, wenn du davon redest, du willst Sozialabgaben auf Kapital erheben dann ist halt die Frage wie sinnvoll ist das bei gedecktelten Systemen und ob da wiklich die Milliarden Schätze zu holen sind.
Wer oder was ist dieses Vermögen, ab wann ist es Vermögen usw. ist alles Vermögen sinnvoll zu besteuern oder schieße ich mir einfach selbst ins Bein.
Geld ist das eine, die globalen Strukturen verändern sich gerade in Form von Zöllen und Embargos und man sollte sich mal Gedanken darum machen wie wir strategisches Vermögen hier behalten ?
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Vermutlich weil es um Geld geht, und man Sorge hat, die ÜBER-Reichen zu verärgern, und sie dann ggf. das Land verlassen könnten (oder sonstige Mythen).
Darum geht es nicht mal in Kern, Kapital wird in der Regel reinvestiert, das Problem wenn es nicht in Deutschland investiert wird und dazu kannst du keinen zwingen, dann fließt das ab Legal, auch innerhalb von Konzern Strukturen, dann werden einfach kein Patente und sonstiges mehr in Deutschland entwickelt dann hast du alten Industriellen Bestand der runtergeschrubt wird und dann kommen die Chinesen und sagen dir hier ist alles ein wenig alt…

Zudem haben Überreichen bereits Konzern Strukturen die sind schon längt gebildet …


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

07.06.2026 um 13:53
Zitat von JayPanJayPan schrieb:Mir wurde der rosarote Zahn schon lange gezogen :D
Autsch... :D
Zitat von JayPanJayPan schrieb:Wünsch dir definitiv viel Erfolg und nen dickes Fell :D
Dankeschön :Y: Gibt halt gute Gründe warum ich aber noch nicht diesen Schritt gemacht habe :D
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Sicherheiten hat ein AN nun auch nicht. Wenn der Laden nicht läuft, dann zahlt nicht der AG die Arbeitslosenversicherung für die EX-Mitarbeiter, sondern der AN hat selbst dafür eingezahlt (wenn nicht lange genug -> der Staat/Gesellschaft). Zumindest trägt der AG keinerlei Risiko in dieser Hinsicht.
Der Angestellte sucht sich halt einen neuen Job und muss nicht gleich fürchten insolvent zu gehen zum Beispiel. Auch hat der Angestellte nicht abertausende von Euronen in die Firma reingesteckt - der Unternehmer aber schon da es ja seine Firma ist. Und solange das Geschäft läuft kann der Angestellte das sichere Gehalt nach Vertrag erwarten.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

07.06.2026 um 13:54
Zitat von OptimistOptimist schrieb:Ja genau.
Und genau dagegen richtet sich meine Kritik, nämlich, dass die nicht auch in die normale Krankenversicherung einzahlen müssen.
Wenn ich etwas zu sagen hätte, dürfte es gar keine zweierlei Versicherungssysteme geben (privat und nicht-privat) - Alle sollten wie gesagt in die Gesetzliche einzahlen müssen.
Denn Unternehmer sind meistens etwas jünger und evtl. weniger krank und könnten somit die Ausgaben der Gesetzlichen entlasten
Wenn wir das System umstricken und alle zahlen in die Gesetzliche ein, aber die Genze wäre dann bei knapp 1k weiterhin haben wir ja weniger im System und null Euros mehr :S. das ist kein Lösung und viel Patte bezahlen bei, Basis Versorgung.... meinst du die fühlen das ?
Zitat von OptimistOptimist schrieb:und das finde ich auch nicht gerechtfertigt, dass es überhaupt diese Deckelung gibt.
Über die Höhe von der Grenze kann man streiten oder Progressive Lasten machen aber gar kein Deckel ???

Dir ist schon klar das Deutschland keine Insel ist oder ?:D


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

07.06.2026 um 14:01
Zitat von JayPanJayPan schrieb:Die Diskussion krankt dran, das Begriffe nicht getrennt werden
Ja, die Diskussion verläuft - alleine durch meine Unkenntnis - nicht auf so hohem fachlichem Niveau, wie du oder andere es sich vllt. wünschen würden. Dafür werde ich mich aber nicht entschuldigen, da man keinen Abschluss in BWL oder VWL vorweisen muß, um sich hier im Thread Gedanken machen zu dürfen.
Zitat von JayPanJayPan schrieb:wenn du davon redest, du willst Sozialabgaben auf Kapital erheben dann ist halt die Frage wie sinnvoll ist das bei gedecktelten Systemen und ob da wiklich die Milliarden Schätze zu holen sind.
Wenn alternativ die Abgeltungssteuer erhöht würde (Ansatz von User @kuno7) sehe ich da schon Sinnhaftigkeit. Steuern sind ja nicht zweckgebunden, so dass diese Gelder auch für den sozialen Bereich verwendet werden könnten.
Zitat von JayPanJayPan schrieb:Darum geht es nicht mal in Kern, Kapital wird in der Regel reinvestiert, das Problem wenn es nicht in Deutschland investiert wird und dazu kannst du keinen zwingen, dann fließt das ab Legal, auch innerhalb von Konzern Strukturen, dann werden einfach kein Patente und sonstiges mehr in Deutschland entwickelt dann hast du alten Industriellen Bestand der runtergeschrubt wird und dann kommen die Chinesen und sagen dir hier ist alles ein wenig alt…
Dazu hatte ICRICT ja nachfolgende Forderungen aufgestellt:
Globale Vermögensbesteuerung: Die Einführung einer progressiven Mindeststeuer, beginnend bei 2 % für Privatvermögen über 100 Millionen Euro, um sicherzustellen, dass die Superreichen überhaupt einen effektiven Beitrag leisten.

Weltweites Vermögensregister: Da Superreiche ihr Vermögen international verschleiern können, fordert das ICRICT den Aufbau eines globalen Vermögensregisters (Global Asset Register), um Daten grenzüberschreitend transparent zu teilen.

Globale Konzernbesteuerung: Ergänzend dazu setzt sich das Bündnis für eine globale effektive Mindeststeuer für multinationale Unternehmen von 25 % ein. Dadurch soll der ruinöse internationale Steuerwettbewerb beendet und verhindert werden, dass Konzerne Gewinne in Steueroasen verschieben
Quelle: Google KI


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

07.06.2026 um 14:06
Zitat von JayPanJayPan schrieb:Darum geht es nicht mal in Kern, Kapital wird in der Regel reinvestiert, das Problem wenn es nicht in Deutschland investiert wird und dazu kannst du keinen zwingen, dann fließt das ab Legal, auch innerhalb von Konzern Strukturen, dann werden einfach kein Patente und sonstiges mehr in Deutschland entwickelt dann hast du alten Industriellen Bestand der runtergeschrubt wird und dann kommen die Chinesen und sagen dir hier ist alles ein wenig alt…
Es ist ja sowieso ein Mythos, dass keiner aus dem Land fliehen wird wenn man höher besteuert wird, vor allem wenn die "höhere Besteuerung" eine harmlose Formulierung für eine eigentlich sehr radikale bzw. radikalareformierte Steuerpolitik ist die auch noch meistens unrealistisch ist. Es gibt mehr in einem Staat als irgendwelche teilweise sinnlose Solidaritätspolitik außer man will die Wirtschaft gegen die Wand fahren wie es die Kommunisten so immer machen und obendrein sowieso nicht ganz so mit Solidarität haben.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

07.06.2026 um 14:38
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Dazu hatte ICRICT ja nachfolgende Forderungen aufgestellt:
Schön :D aber denkst du das juckt Dubai oder China oder Zypern ?
Was dieser ICRICT will ? glaub nicht.
Zitat von VenomVenom schrieb:Es ist ja sowieso ein Mythos, dass keiner aus dem Land fliehen wird we
Naja gemäß dem Threadtitel verlassen / verlagern die Höllenfürsten oder gehen insolvent :D
Partystimmung :D

Whupp whupp :D

Der Aktienhort von Klattens der Sagen umworbene Papierberg denn können wir noch bergen :D


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

07.06.2026 um 14:42
Zitat von VenomVenom schrieb:vor allem wenn die "höhere Besteuerung" eine harmlose Formulierung für eine eigentlich sehr radikale bzw. radikalareformierte Steuerpolitik ist die auch noch meistens unrealistisch ist.
Dir mag es nicht einleuchten, aber zum Glück gibt es auch unter den ÜBER-Reichen immer mehr, die Erkennen um was es geht.
Warum ein Millionär mehr Steuern zahlen will
Pacifico nennt sich selbst "Aktivistischer CEO". Der Multimillionär hofft, dass ihm nicht nur auf Social Media, sondern auch in der realen Welt mehr Superreiche folgen.
Der Preis von immer mehr Reichtum
Vom Großinvestor zum idealistischen Kapitalismuskritiker: Pacífico hat kein Problem damit, so gesehen zu werden. Es sei absurd, immer mehr Geld anzuhäufen, findet Pacífico: "Das geht nur auf Kosten von etwas anderem: von der Natur, von Ressourcen, von anderen Menschen, die man ausbeutet."
Quelle: https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/brasilien-g20-steuern-vermoegende-100.html

Solange es auch solche sehr vermögende Menschen gibt - und es werden ja immer mehr :Y: - bin ich überzeugt davon, dass Hoffnung besteht, die Klimaschäden, die sich z.B. hinsichtlich der absurd hohen CO2-Emissionen der ÜBER-Reichen ergeben, zu verringern.

Die Bekämpfung der Ungleichheit ist mMn. für den Erhalt der Demokratie und des Klimaschutzes ein sehr entscheidendes Thema.

Entsprechende Steuerreformen werden über kurz oder lang kommen müßen.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

07.06.2026 um 14:56
Zitat von JayPanJayPan schrieb:Naja gemäß dem Threadtitel verlassen / verlagern die Höllenfürsten oder gehen insolvent :D
Partystimmung :D
Wir drehen uns hier sowieso schon längst im Kreis ^^
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Solange es auch solche sehr vermögende Menschen gibt - und es werden ja immer mehr :Y: - bin ich überzeugt davon, dass Hoffnung besteht, die Klimaschäden, die sich z.B. hinsichtlich der absurd hohen CO2-Emissionen der ÜBER-Reichen ergeben, zu verringern.
Mir ist das schon bewusst, nur rein populistische Sprüche und oberflächliche "mehr Steuern zahlen" sind halt für nichts zu gebrauchen außer um gegen die Überreichen zu propagieren. Auf die Details kommt es an in erster Linie. Mehr Steuern zahlen ist das eine, die Details wie das denn konkret aussehen soll das andere. Wäre ich superreich würde ich unter Umständen auch zu höherer Besteuerung auch ein klares "Ja" sagen, aber unter Bedingungen und da muss man halt über eine Menge an Details reden. Alles andere ist plumpe Stammtischrederei.
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Die Bekämpfung der Ungleichheit ist mMn. für den Erhalt der Demokratie und des Klimaschutzes ein sehr entscheidendes Thema.
Nein, die Ungleichheit ist richtig und wichtig. Wir leben nicht im Kommunismus - und selbst dort versagt man damit in Praxis.
Du kannst keine wirtschaftliche Gleichheit erzielen zwischen zwei Gruppen die eine ganz andere Welt sind. Gewisse Praktiken gehören nichts desto Trotz angegangen und bekämpft - und das richtet sich natürlich auch an die Unternehmen bzw. Unternehmer und das inkludiert auch Überreiche.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

07.06.2026 um 15:23
Sag mal was für ein Film läuft bei dir ab? Denkst du, du bewegst dich in einem nicht geschlossenen, öffentlichen Diskussionsforum in irgendeinem Wirtschaftsforum mit hochkarätiger Besetzung :D :D
Zitat von VenomVenom schrieb:Mehr Steuern zahlen ist das eine, die Details wie das denn konkret aussehen soll das andere.
Schau halt in die Parteiprogramme. Hinsichtlich der Grünen wurde das hier auch schon iwann durchdekliniert. Ich bin davon abgewichen, weil mir diese ÜBER-Reichen-Besteuerung (ab 100 Millionen aufwärts) mit 2% angemessen erscheint. Ferner eine Erbschsftsteuerreform, die diese Lücken schließt, die ÜBER-Reiche für ihre hohen Erbe noch anwenden können, bishin zur Abschaffung dieser lächerlichen Verschonungsbedarfsprüfung.
Zitat von VenomVenom schrieb:Nein, die Ungleichheit ist richtig und wichtig.
Aha. Bei einem Vermögens-Gini-Koeffizienten von 0,81 % in D braucht man sich also keine Gedanken zu machen :D
Zitat von VenomVenom schrieb:Du kannst keine wirtschaftliche Gleichheit erzielen zwischen zwei Gruppen die eine ganz andere Welt sind.
Von was redest du? Wer will alle gleich machen? Nobody. Es geht darum Ungleichheiten z.B. im Steuerrecht (s.o) zu beseitigen, damit auch die ÜBER-Reichen ihren angemessenen Steuerbeitrag für den Sozialstaat leisten, und sich nicht einfach von irgendwelchen Lobbyisten bei den Reformen in ihrem Interesse vertreten lassen.
Zitat von VenomVenom schrieb:Gewisse Praktiken gehören nichts desto Trotz angegangen und bekämpft - und das richtet sich natürlich auch an die Unternehmen bzw. Unternehmer und das inkludiert auch Überreiche.
Na, da scheinst du ja sehr konkrete Vorstellungen zu haben, die offenbar nix mit den von den von mir zuvor benannten Punkten zu tun haben.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

07.06.2026 um 16:13
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Ich bin davon abgewichen, weil mir diese ÜBER-Reichen-Besteuerung (ab 100 Millionen aufwärts) mit 2% angemessen erscheint. Ferner eine Erbschsftsteuerreform, die diese Lücken schließt, die ÜBER-Reiche für ihre hohen Erbe noch anwenden können, bishin zur Abschaffung dieser lächerlichen Verschonungsbedarfsprüfung.
Und neben einer "Überreichensteuer" willst du obendrauf noch Vermögenssteuer, Erbschaftssteuer sowie Zerschlagung von Unternehmensprivilegien und progressive Besteuerung von Kapitalerträgen :ask:
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Aha. Bei einem Vermögens-Gini-Koeffizienten von 0,81 % in D braucht man sich also keine Gedanken zu machen :D
Von keinen Gedanken machen war keine Rede. Ich habe gesagt Ungleichheit ist richtig und wichtig.
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Von was redest du? Wer will alle gleich machen? Nobody. Es geht darum Ungleichheiten z.B. im Steuerrecht (s.o) zu beseitigen, damit auch die ÜBER-Reichen ihren angemessenen Steuerbeitrag für den Sozialstaat leisten, und sich nicht einfach von irgendwelchen Lobbyisten bei den Reformen in ihrem Interesse vertreten lassen.
Du hast gesagt du willst Ungleichheit bekämpfen und hinterfragst warum Angestellte und Arbeiter nicht die Steueroptimierungsoptionen haben wie die Unternehmer an sich (erwähnst dabei aber immer nur die Überreichen) und warum sie prozentuell höhere Steuern zahlen.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

07.06.2026 um 16:27
Zitat von VenomVenom schrieb:s geht mir nicht nur um die private Versicherung. Ich rede generell von den Privilegien und Vorteilen eines Unternehmers die man als Angestellter gar nicht erst haben kann.
- Betriebsausgaben und Vorsteuerabzug
- Gestaltung des zu versteuernden Einkommens
- Investitionsbedingte Freibeträge
- Uneingeschränkte zeitliche Autonomie
- Freie Ortswahl und Arbeitsplatzgestaltung
- Direkte Kausalität zwischen Leistung und Einkommen
- Strategische Entscheidungsfreiheit
- Aufbau von Firmenvermögen
- Nutzung von Holding- und Gesellschaftsstrukturen (ab bestimmte Größe natürlich)
- Erhöhter Spielraum bei Verträgen und Verhandlungen
Was du hier aufzählt, sind ja keine Privilegien, die Unternehmern gewährt werden, sondern Dinge, die sich aus dem Umstand der Selbständigkeit ergeben. Solche Sachen könnte ohnehin nur der Arbeitgeber seinen Angestellten gewähren.
Ich denke nich, dass das die Dinge sind, die im Kontext der Diskussion gemeint waren.
Zitat von VenomVenom schrieb:Es gibt mehr in einem Staat als irgendwelche teilweise sinnlose Solidaritätspolitik außer man will die Wirtschaft gegen die Wand fahren wie es die Kommunisten so immer machen und obendrein sowieso nicht ganz so mit Solidarität haben.
Nur weil man höhere Besteuerung für Vermögende verlangt, is man ganz sicher kein Kommunist!
Ich zB. bin schlicht Vertreter der sozialen Marktwirtschaft und mir würde es völlig reichen, die Zustände zurück zu erhalten, wie wir sie in Deutschland schon mal hatten, also von der Gründung der BRD bis etwa zum Ende des letzten Jahrhunderts.
Da gabs nen Spitzensteuersatz von über 50%, ne Vermögenssteuer und keine Abgeltungssteuer. Viele der heutigen Milliardäre haben ihre Unternehmen damals, unter diesen Bedingungen aufgebaut, so schlimm kanns wohl nich gewesen sein.

Im Gegensatz dazu waren damals die Einkommensunterschiede zwischen ganz oben und ganz unten kleiner, bis in die 80er Jahre stiegen die Lohneinkommen etwa gleichmäßig mit dem BIP und die Mehrwertsteuer lag bei 10%.
Die breite Masse der Menschen hatte mehr Geld zur Verfügung, was gut für die Binnennachfrage war.
Naja, die gute alte Zeit eben.

Aber klar, wenn jetz jemand auf die Idee kommt, dass es wieder etwas in diese Richtung gehen sollte, dann droht natürlich direkt der Kommunismus.

mfg
kuno


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

08.06.2026 um 09:20
Zitat von kuno7kuno7 schrieb:sozialen Marktwirtschaft
Ja, es wäre wirklich wünschenswert wieder zurück zu einer Mitte zu finden. In Extremen wie im freien Markt-Kapitalismus und in einer totalitären Planwirtschaft scheint die Ungleichheit am stärksten. Ohne regulierende Umverteilung durch den Staat kommt es zu extremer Konzentration von Kapital und damit Macht. Dann hat man bspw. diese westlichen Oligarchen - Musk und Kollegas - vor der Nase, die nach Gusto ihr Ding durchziehen.
Oder man hat eine zentrale Planwirtschaft, in der das Vermögen auch von wenigen kontrolliert wird, das Volk ausgebeutet wird.
Zitat von VenomVenom schrieb:Ich habe gesagt Ungleichheit ist richtig und wichtig.
Wenn Vermögen schneller wächst als Arbeitseinkommen, entsteht soziale Ungleichheit. Und dieses ist keinesfalls richtig oder gar wichtig!

Durch ein gutes Sozialsystem, staatliche Regulierungen und progressive Besteuerung wird Ungleichheit niedrig gehalten. Wenn sich jedoch die ÜBER-Reichen mit ihrer Lobbyarbeit durchsetzen, und die Steuern zu ihren Gunsten ausgelegt werden, dann funktioniert das System nicht. Von daher ist es zwingend geboten, die notwendigen Steuerreformen durchzuführen, welche die Schlupflöcher schliessen.

Ungleichheit ist eine Gefahr für den sozialen Zusammenhalt, und sie wird zur Gefahr für die Demokratie.

Neben den Steuerreformen halte ich es für eine coole Idee, dieses Grunderbe einzuführen. Sie ermöglicht ärmeren Menschen Vermögen aufzubauen, sich selbstständig zu machen oder Wohneigentum zu schaffen. Mit diesem zusätzlichen Instrument würde Ungleichheit auch weniger.

Im Grunde ist das Grunderbe der gesellschaftliche Ausgleich für das enormen Erbe, welches hier in D verteilt wird. Inzwischen spricht man ja auch davon, dass wir zu einer Erbengesellschaft verkommen sind, weil mehr als die Hälfte des Privatvermögens nicht mehr erarbeitet sondern vererbt wird. Das Leistungsprinzip wird derart untergraben, und Vertrauen in dieses Prinzip geht verloren ("Arbeit lohnt eh nicht mehr"). Ein Grunderbe würde ebenfalls Ungleichheit regulierend wirken. Und natürlich sowieso

TAX THE RICH 💰


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

08.06.2026 um 09:56
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:halte ich es für eine coole Idee, dieses Grunderbe einzuführen.
Wenn jeder das Grunderbe bekommen soll, wer zahlt es dann? Da habe ich über die Finanzierung nichts gelesen und sehe Probleme dann in der Migration.
Die Kriterien für die Erteilung würden mich interessieren.


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