Politik
Menschen Wissenschaft Politik Mystery Kriminalfälle Spiritualität Verschwörungen Technologie Ufologie Natur Umfragen Unterhaltung
weitere Rubriken
PhilosophieTräumeOrteEsoterikLiteraturAstronomieHelpdeskGruppenGamingFilmeMusikClashVerbesserungenAllmysteryEnglish
Diskussions-Übersichten
BesuchtTeilgenommenAlleNeueGeschlossenLesenswertSchlüsselwörter
Schiebe oft benutzte Tabs in die Navigationsleiste (zurücksetzen).

Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

17.981 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Wirtschaft, Armut, Kapitalismus ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

04.05.2026 um 13:43
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Ach, du willst nur dass ich gesund bleibe damit ich mehr Steuern zahlen kann.
👍 ... und möglichst viele Steuern! Denk' an dein Idol Huang! JEDE Steuer gerne bezahlen 💸

Gerade gelesen: in Amerika und Großbritannien lagen die höchsten Spitzensteuersätze zwischen 90% bis 94%, und die Wirtschaften nahmen dadurch keinen Schaden, im Gegenteil.
Zur Geschichte der Steuern in den USA

Kaum jemand weiß heute noch, dass die USA bis in die 1980-er Jahre zu den Staaten mit den höchsten Steuern in der Welt gehörten. Und das kam so: Die US-Bürger waren stets überzeugt davon, in einer viel gerechteren Gesellschaft zu leben, als die Europäer. Mit der Industrialisierung und dem Entstehen großer Konzerne änderte sich aber die Lage. Im Jahre 1919 hielt ausgerechnet der konservative Ökonom Irving Fisher, Präsident der American Economic Association, auf deren Jahrestagung eine Rede, in der er die „undemokratische Vermögenskonzentration in den USA“ anprangerte.

Als nach der Weltwirtschaftskrise 1929 Millionen Menschen arbeitslos wurden und Millionen von Bauern ihre Höfe verloren, weil sie die Zinsen nicht mehr bezahlen konnten, wurde 1932 Franklin D. Roosevelt zum Präsidenten gewählt. Er entpuppte sich in der Folge als der radikalste Sozialreformer der US-Geschichte. Gegen den massiven Widerstand der konservativen Kreise wurde er als einziger Präsident dreimal wiedergewählt.

Roosevelt schaffte es, den Spitzensteuersatz für Jahreseinkommen ab 25.000 Dollar – das entspricht heute ca. eine Million Dollar – schrittweise von 25 Prozent auf zunächst 91 Prozent anzuheben. Nach Kriegseintritt 1942 beantragte er dann im Kongress einen Spitzensteuersatz von 100 Prozent. Interessant ist vor allem seine Begründung: „Die Unterschiede zwischen niedrigen und sehr hohen individuellen Einkommen müssen verringert werden. … kein US-Bürger (sollte) über ein Nettoeinkommen, also nach Steuern, von über 25.000 Dollar verfügen …“ Der Kongress hielt das aber für übertrieben und beschloss einen Spitzensteuersatz von „nur“ 94 Prozent.

Das Interessante an der Begründung von Roosevelt bestand darin, dass es ihm nicht um die Einnahmen – also um die Ökonomie – ging. Den Spitzensteuersatz mussten eh nur maximal 306 Bürger zahlen. Sein Ziel war es, die Ungleichheit zu reduzieren. Es ging ihm allein um den sozialen Zusammenhalt in der Gesellschaft, also wie Fisher um die Demokratie. Auch in Großbritannien lagen übrigens die Spitzensteuersätze von 1941 bis Mitte der siebziger Jahre bei 90 Prozent. Bemerkenswert daran ist auch, dass diese extrem hohen Steuern keineswegs der Wirtschaft schadeten. Im Gegenteil! Die Wirtschaft prosperierte in dieser Zeit.

In der Folge dokumentieren die Autoren akribisch die wechselhafte Geschichte der Steuern in den USA. Ein Land, bis zur zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts noch stolz darauf war, gerechter und demokratischer zu sein als die elitären Gesellschaften in Europa, hat sich heute ins Gegenteil verkehrt. Schon unter Reagan wurde der Spitzensteuersatz auf 28 Prozent gesenkt. Unter Trump zahlt nun ein Milliardär erstmals in der US-Geschichte weniger als seine Sekretärin.
https://www.netzwerk-steuergerechtigkeit.de/das-steuersystem-von-saez-und-zucman-mit-einigen-ueberlegungen-fuer-deutschland/
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Du willst von Reichen auch nur Geld, natürlich für andere, nicht für Dich...
Jap, es geht immer noch um Ungleichheit, weniger um persönliche Interessen :)
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Klar, reiche Leute sind per se Sozialidioten.
Ist das etwa deine Meinung? Denn so du das mir unterjubeln willst, ist es eine Lüge. Ich habe hier sehr Vermögende benannt, die ich sozial & cool finde :)


1x zitiert1x verlinktmelden

Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

04.05.2026 um 13:46
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Das scheint ja nicht so einfach zu sein. Das liegt unter anderem daran, dass viele 'Schlupflöcher' gar nicht hier sind. Um sie zu schließen, bräuchte es Steuerabkommen. Daran haben andere Länder, besonders Länder, die mit Steuervorteilen Reiche anlocken, wenig Interesse. Und auch EU Regularien sind zu beachten.

Das ist nun mal kein 'Man müsste nur mal eben...'
mit "mal nur eben" ist es sicherlich nicht getan :D

Aber es gibt durchaus Bewegung ... falls es denn wirklich interessieren sollte ...
Das Ziel: Tax the power!
Die ICRICT-Kommission hat die öffentliche Debatte zur Reform der internationalen Steuerregeln in den letzten Jahren maßgeblich geprägt. Dabei begann es, wie Revolutionen beginnen: Eine kleine Gruppe von Aktivist:innen für Steuergerechtigkeit traf sich damals in einem Keller. Ziel war es, gemeinsame Strategien zu entwickeln, um ein öffentliches Momentum zur Reform der internationalen Konzernbesteuerung zu erzeugen. Die Regeln zur Besteuerung Multinationaler Unternehmen stammten noch aus der Zeit des Völkerbundes und waren nicht gut gealtert, denn Besteuerungsrechte sind nach wie vor an den Sitz des Mutterkonzerns geknüpft und schreiben somit koloniale Machtverhältnisse fort. Das Verrechnungspreis-System, mit dem Tochtergesellschaften untereinander Geschäfte abwickeln, ist missbrauchsanfällig und ermöglicht es, Gewinne an Niedrigsteuerstandorte zu verschieben.

Öffentlichen Kassen entgehen dadurch Milliarden an Steuereinnahmen, die z.B. dringend für Investitionen in nachhaltige Entwicklung benötigt werden. Doch internationale Steuerpolitik gilt als technisches Expert:innenthema, untauglich für breit angelegte politische Kampagnenarbeit.

Um das zu verändern entstand aus der Kellerrunde eine Koalition aus Gewerkschaften und Zivilgesellschaft*, die beschloss eine hochrangig besetzte Kommission ins Leben zu rufen. Deren prominente Mitglieder sollten den zentralen Forderungen der internationalen Steuergerechtigkeit entsprechend Reichweite verschaffen.
https://www.fes.de/news/happy-birthday-icrict-zehn-jahre-kampf-fuer-globale-steuergerechtigkeit


1x zitiertmelden

Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

04.05.2026 um 14:38
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Aber es gibt durchaus Bewegung ... falls es denn wirklich interessieren sollte ...
@mitH2CO3

Danke für den Link. Friedrich-Eberth-Stiftung, daher weht also der Wind, die Stiftung der hippen SPD, der Erfolgspartei in der Regierung.
Das wird bestimmt ganz groß...

Wenn es denen um Steuervermeidung bzw deren Verhinderung geht: Das Thema Scholz und Warburgbank findet sich da irgendwie nicht, seltsam.

Über das Thema Verwendung von Steuermitteln findet sich auch nichts außer den üblichen linken Klassikern. Es geht nur darum: Mehr Geld für den Staat. Und der wird dann schon das richtige damit tun.


2x zitiertmelden

Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

04.05.2026 um 14:50
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Das wird bestimmt ganz groß...
Is bereits recht groß :) Du hattest halt nicht mehr als die Linkleiste gelesen.
Steuergerechtigkeit ist ein ursozialdemokratisches Anliegen und deshalb kam der Friedrich-Ebert-Stiftung die Rolle der Geburtshelferin der ICRICT-Kommission zu. Im Frühjahr 2015 luden wir die ersten ICRICT-Kommissar:innen zu einem Kick-Off Treffen nach New York ein. Zu den herausragenden Ökonom:innen und politischen Führungspersönlichkeiten aus der ganzen Welt zählten damals unter anderem Eva Joly, Manuel Montes, Léonce Ndikumana, Edmund Valpy Fitzgerald, Magdalena Sepúlveda sowie der Nobelpreisträger Joseph Stiglitz. Später kamen mit Jayati Gosh, Thomas Piketty, Irene Ovonji-Odida, Ricardo Martner, Kim Jacinto-Henares, Martín Guzmán und Gabriel Zucman und dem ehemaligen australischen Finanzminister, Wayne Swan, weitere prominente Persönlichkeiten hinzu. Mit von der Partie war auch der damalige Untergeneralsekretär der Vereinten Nationen, José Antonio Ocampo, der für mehrere Jahre den Vorsitz der Kommission übernehmen sollte, bis er 2022 zum kolumbianischen Finanzminister gewählt wurde.
https://www.fes.de/news/happy-birthday-icrict-zehn-jahre-kampf-fuer-globale-steuergerechtigkeit

Diese Art, Links bzw. Quellen zu bashen, scheint in dieser Rubrik sehr verbreitet. Ist das Hilflosigkeit?
Ich mein, wie langweilig wäre es, wenn ich jetzt auf der gleichen Ebene anfangen würde, iwelche Parteien und deren Verfehlungen aufzulisten.
Es sollte doch möglich sein, beim Inhalt zu bleiben.


1x zitiertmelden

Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

04.05.2026 um 14:52
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Danke für den Link. Friedrich-Eberth-Stiftung, daher weht also der Wind
Dahinter sind die gleichen Akteure wie Zucman und Co. Alter Wein in neuen Schläuchen.
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Wenn es denen um Steuervermeidung bzw deren Verhinderung geht: Das Thema Scholz und Warburgbank findet sich da irgendwie nicht, seltsam.
Daran kann ich mich auch nicht erinnern.
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Es geht nur darum: Mehr Geld für den Staat.
Es sollte schon klar dass uneigennützige "N"GO's schneller ihre Kohle vom Staat bekommen als uneingennützige Bürger.


melden

Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

04.05.2026 um 15:05
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Diese Art, Links bzw. Quellen zu bashen, scheint in dieser Rubrik sehr verbreitet. Ist das Hilflosigkeit?
@mitH2CO3

Ich denke schon, dass es Hilflosigkeit ist, wenn offensichtlich SPD finanzierte 'Aktivisten' mehr Steuereinnahmen planen. Stattdessen wäre es bemerkenswert, wenn von dort mal Ideen kämen, Staat zu verkleinern statt auszubauen, Geld zu sparen statt rauszuhauen.
Die Antwort lautet: Man tut es bereits, und zwar vor allem über die Einkommensteuer. Ein Prozent aller Einkommensteuerpflichtigen, die absoluten Topverdiener, finanzierten zuletzt 21,5 Prozent, die reichsten zehn Prozent 55 Prozent und die reichsten 25 Prozent fast 77 Prozent des gesamten Aufkommens der wichtigsten Steuer in Deutschland, die dem Staat inzwischen in normalen Jahren rund 300 Milliarden Euro an Einnahmen einbringt.

Sie tun dies, weil ab etwa 270.000 Euro Jahreseinkommen jeder zusätzliche Euro zu 45 Prozent versteuert wird, ab 57.000 Euro (bis 270.000 Euro) sind es 42 Prozent.
Quelle: https://www.freiheit.org/de/ungleichheit-die-reichen-zahlen-schon-den-grossteil-der-steuern

Das ist ein Punkt, der nach Rufen nach mehr Steuer immer gerne mal nicht erwähnt wird. Das reichste Viertel zahlt jetzt schon 77% der Einkommensteuern. Das heisst, starke Schultern sind schon mit erheblichem Steueraufkommen belastet.


1x zitiertmelden

Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

04.05.2026 um 15:14
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Das reichste Viertel zahlt jetzt schon 77% der Einkommensteuern. Das heisst, starke Schultern sind schon mit erheblichem Steueraufkommen belastet.
Richtig so! Hatte zuvor ja gerade zitiert:
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:In Amerika und Großbritannien lagen die höchsten Spitzensteuersätze zwischen 90% bis 94%, und die Wirtschaften nahmen dadurch keinen Schaden, im Gegenteil.
https://www.netzwerk-steuergerechtigkeit.de/das-steuersystem-von-saez-und-zucman-mit-einigen-ueberlegungen-fuer-deutschland/
zu 45 Prozent versteuert
Hallo, das ist doch nicht mal die Hälfte von den 90% bzw. über 90 % die es eigentlich sein könnten.


2x zitiertmelden

Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

04.05.2026 um 16:21
@mitH2CO3

Denn was 1932 mal möglich war, geht heute noch genau so und was in den USA mal möglich war geht genau so in Deutschland?

Wohin hätte ein US Unternehmer denn 1932 ausweichen können und wohin könnten deutsche Unternehmer heute ausweichen?
Richtig, das kann man überhaupt nicht vergleichen.


1x zitiertmelden

Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

04.05.2026 um 16:36
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:
Zitat von zaeldzaeld schrieb:Könntest du kurz begründen, warum jemand, der für sein Einkommen Steuern gezahlt hat, ein zweites mal Steuern zahlen soll, nur weil er das bereits versteuerte Geld in seinem Tresor lagert?
Die Vermögenssteuer wird lediglich die Überreichen betreffen. Diese sind u.A. die größten Umweltschweine überhaupt.
s. Beitrag von mitH2CO3 (Seite 831)
Die Vermögenssteuer wäre ein entsprechender - vermutlich noch nicht mal genügender - Ausgleich für ihre EXTREMEN CO2-Emmissionen.
Gut, könntest du als nächstes erläutern, wie das Lagern von Geld im Regal zu extremen CO2-Emissionen führt? Du möchtest mit dieser Begründung schliesslich _sämtliche_ Vermögenden zur Kasse bitten.

Desweiteren würde mich noch interessieren, wieso du stärkere Anreize setzen möchtest, _mehr_ CO2 zu produzieren. Denn wer die Wahl hat, sein (bereits versteuertes) Geld in Vermögenssteuer oder denselben Betrag lieber in Kosum zu stecken, wird wohl eher zur zweiten Möglichkeit tendieren, da er dann noch etwas davon hat. Mehr Konsum heisst aber auch proportional mehr Produktion von CO2. Aber das scheinst du ja wiederum stark zu bemängeln.

Oder anders ausgedrückt: Das Geld, welches zur extremen CO2-Produktion führt, wird ausgegeben und bleibt eben nicht als Vermögen vorhanden. Auf das man Steuern erheben könnte.
Das Geld könnte man durchaus gleich in entsprechende Klimaprojekte stecken.
Was man aber selbstverständlich nicht tun würde.
Von daher ist auch eine Doppelbesteuerung für mich völlig irrelevant.
Mir ist schon klar, dass dir eine faire Gleichbehandlung völlig egal ist, solange es nur gegen böse Reiche geht.


3x zitiertmelden

Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

04.05.2026 um 16:43
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Hallo, das ist doch nicht mal die Hälfte von den 90% bzw. über 90 % die es eigentlich sein könnten.
ja, genau ->
100.000€/Jahr verdienen
- 79.200€ Einkommenssteuer ->[90% aus 88.000€ zu versteuernde Summe (-12.000€ Steuerfreibetrag)]
-18.377€ Sozialversicherungen kumuliert
----------------------------
2423€ Jahresnetto
201,91€ Monatsnetto

Und das hältst Du immer noch für möglich?


1x zitiertmelden

Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

04.05.2026 um 17:00
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Und das hältst Du immer noch für möglich?
Von was erzählst du da eigentlich schon wieder 🤨 Ich bezog mich auf diese Aussage
Sie tun dies, weil ab etwa 270.000 Euro Jahreseinkommen jeder zusätzliche Euro zu 45 Prozent versteuert wird,
In unserem Beispiel beträfe dieses 1% der Deutschen (300.000 € p.a.). Alles was über 300.000 € jährlich geht, würde mit 90% besteuert werden. Rechne also nochmal!


3x zitiertmelden

Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

04.05.2026 um 17:06
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Von was erzählst du da eigentlich schon wieder 🤨 Ich bezog mich auf diese Aussage
Nein, Du bezogst Dich auf die 90% die möglich seien - ich habe es zitiert.


1x zitiertmelden

Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

04.05.2026 um 17:07
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Wohin hätte ein US Unternehmer denn 1932 ausweichen können und wohin könnten deutsche Unternehmer heute ausweichen?
Richtig, das kann man überhaupt nicht vergleichen.
Wie oft denn noch: deutsche Unternehmer weichen nicht aus. Wir haben eine Wegzugsteuer. Zudem: wer verlässt schon gerne seinen Lebensraum, in dem er/sie Bindungen hat etc. Wie sagte Martyna Linartas mal: Milliardäre sterben eher, bevor sie das Land verlassen. (Sie hat das untersucht, ist also verifiziert.)

Aber egal, so wird es ja auch wohl kaum kommen, mit den 90%. Da siehst du dennoch mal, wie das in Amerika und GB lief. Und hier wird wegen 45% rumgeheult.


5x zitiertmelden

Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

04.05.2026 um 17:12
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Nein, Du bezogst Dich auf die 90% die möglich seien - ich habe es zitiert.
nein, ich habe die 45 % zitiert und die bezogen sich auf das 1% der Überreichen. Lies noch mal nach!


melden

Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

04.05.2026 um 17:29
Zitat von zaeldzaeld schrieb:Gut, könntest du als nächstes erläutern, wie das Lagern von Geld im Regal zu extremen CO2-Emissionen führt?
in dem der Besitzer oder die Besitzerin sich Yachten und Flugzeuge kauft, und mit denen durch die Welt tingelt. Ferner, und das scheint noch schwieriger zu sein, wird das Geld in Aktien angelegt (fossile Energien, Industrie --> hohe CO2-Emission)
Zitat von zaeldzaeld schrieb:Du möchtest mit dieser Begründung schliesslich _sämtliche_ Vermögenden zur Kasse bitten.
Sicherlich.
Zitat von zaeldzaeld schrieb:Desweiteren würde mich noch interessieren, wieso du stärkere Anreize setzen möchtest, _mehr_ CO2 zu produzieren. Denn wer die Wahl hat, sein (bereits versteuertes) Geld in Vermögenssteuer oder denselben Betrag lieber in Kosum zu stecken, wird wohl eher zur zweiten Möglichkeit tendieren, da er dann noch etwas davon hat. Mehr Konsum heisst aber auch proportional mehr Produktion von CO2. Aber das scheinst du ja wiederum stark zu bemängeln.
Welche Konsumgüter meinst du denn im Speziellen? Aber ja, im Grunde sollte man auch eine zusätzliche "CO-2-Luxussteuer" für Yachten, Flugzeuge, Luxusvillen etc. einführen.
Zitat von zaeldzaeld schrieb:Was man aber selbstverständlich nicht tun würde.
Das ist Unkerei.
Zitat von zaeldzaeld schrieb:Mir ist schon klar, dass dir eine faire Gleichbehandlung völlig egal ist, solange es nur gegen böse Reiche geht.
BS. Hatte ich bereits erwähnt: es gibt nicht DEN bösen Reichen. Unter ihnen gibt es durchaus soziale und umweltbewußte Menschen (die hier auch bereits Erwähnung fanden).


1x zitiertmelden

Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

04.05.2026 um 18:21
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Wie oft denn noch: deutsche Unternehmer weichen nicht aus. Wir haben eine Wegzugsteuer.
https://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2025-11/deutschland-arbeitsplaetze-ausland-verlagerung-eu-fachkraeftemangel-kosten

Die Realität sagt offenbar etwas anderes. Ich könnte haufenweise Links nachpflegen.


melden

Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

04.05.2026 um 18:27
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Wir haben eine Wegzugsteuer.
Hm... wahrscheinlich kann man das gegen rechnen und stellt dann fest, das eine einmalige Wegzugsteuer eventuell günstiger ist als permanente
Auspressung durch den Staat.


melden

Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

04.05.2026 um 18:58
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Wie oft denn noch: deutsche Unternehmer weichen nicht aus. Wir haben eine Wegzugsteuer. Zudem: wer verlässt schon gerne seinen Lebensraum, in dem er/sie Bindungen hat etc. Wie sagte Martyna Linartas mal: Milliardäre sterben eher, bevor sie das Land verlassen. (Sie hat das untersucht, ist also verifiziert.)
Ist klar, die deutschen Unternehmer zahlen alle schön brav die Wegzugsbesteuerung..... ja safe machen die dass. Du laberst ja quasi schon seit Seiten und Tagen nur davon, das Unternehmen Steuern vermeiden :D?

Wenn Konzerne brav Steuern zahlen würden, wozu dann der ganze regulatorische Aufwand? Warum krakeelen denn alle, Konzerne zahlen keine Steuern, , legale Gewinnvermeidung, oder Steuervermeidung, hmm???

Wegzugsteuer? Zahlt wer die überhaupt? ich finde da nicht mal Statistik im Netz wie hoch das sein soll ? Zahlt Vielleicht ne 5 Mann Hansel GmbH ohne Steuer Optimierungsmaschine, möglich Verzweiflungstaten ... weil im Ausland dann doch billiger also lieber die kröte schlucken, ansonsten weiß nicht :D? Konzerne aber sicher nicht.

Aber es zieht ja auch keiner weg. Wozu auch? Tegernsee ist doch nice :D

Der Unternehmer wohnt entspannt am Tegernsee, die Gewinne wohnen in Luxemburg und der Rest wohnt in Stiftungen oder Aktien sonst wo auf der Welt. Arbeitsteilung nennt man das. Chillig über Patente, Lizenzen, Tarngebühren sozusagen, In den Holdings und Marketing und sonstige nette Steueroptimierungsmodelle, rausschieben legal ... was geht hier ... alles weg... ist ja dann nix mehr da was Steuern groß zahlen muss, darf dann hier wohnen bleiben.


1x zitiertmelden

Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

04.05.2026 um 19:30
Zitat von JayPanJayPan schrieb:Ist klar, die deutschen Unternehmer zahlen alle schön brav die Wegzugsbesteuerung..... ja safe machen die dass.
Ne, das machen sie eben nicht, weil's zu teuer wird.
Bereits bei der Einführung der Steuer vor etwa hundert Jahren war Steuerflucht ein wichtiges Thema. Seitdem hat sich auf internationaler Ebene und in Deutschland ein umfassendes System zur Verhinderung genau dieser Steuerflucht entwickelt.

Die angeblich unvermeidbare Steuerflucht von Hochvermögenden und Superreichen ist eines der zentralen Argumente gegen die Wiedererhebung der Vermögensteuer. Die Studie „Keine Angst vor Steuerflucht“ widerlegt diesen Mythos und zeigt auf: Deutschland hat in den letzten Jahrzehnten umfassende und international vorbildliche Regeln etabliert, die Steuerflucht massiv erschweren, wenn nicht sogar unmöglich machen. Eine Vermögensteuer zum Abbau der demokratiegefährdenden Vermögenskonzentration ist daher nicht nur möglich, sondern auch dringend geboten. Die Studie erklärt an konkreten Beispielen, wie ein steuerfreier Wegzug in der Vergangenheit möglich war und mit welchen Instrumenten die entsprechenden Lücken schrittweise geschlossen wurden:

Wegzugsbesteuerung
Entstrickungsbesteuerung
Besteuerung von Funktionsverlagerung
Hinzurechnungsbesteuerung
automatischer Informationsaustausch zu Finanzkonten
Damit steht mittlerweile ein umfassender Werkzeugkasten gegen Steuerflucht zur Verfügung.
https://www.oxfam.de/publikationen/vermoegenssteuer-keine-angst-steuerflucht
Zitat von JayPanJayPan schrieb:Du laberst ja quasi schon seit Seiten und Tagen nur davon, das Unternehmen Steuern vermeiden :D?
Davon kann man gar nicht genug labern :D
Zitat von JayPanJayPan schrieb:Aber es zieht ja auch keiner weg. Wozu auch? Tegernsee ist doch nice :D
So isses.
Zitat von JayPanJayPan schrieb:Der Unternehmer wohnt entspannt am Tegernsee, die Gewinne wohnen in Luxemburg und der Rest wohnt in Stiftungen oder Aktien sonst wo auf der Welt. Arbeitsteilung nennt man das. Chillig über Patente, Lizenzen, Tarngebühren sozusagen, In den Holdings und Marketing und sonstige nette Steueroptimierungsmodelle, rausschieben legal ... was geht hier ... alles weg... ist ja dann nix mehr da was Steuern groß zahlen muss, darf dann hier wohnen bleiben.
So isses leider auch. Bind da bei dir. Und deshalb sind internationale Regularien auch so wichtig. Man mag von Gabriel Zucman halten was man will. Ich finde er und seine Kollegas machen in dieser Hinsicht eine echt gute Arbeit. Die Umsetzung ist ein längerer Prozess, der durch den Rechtspopulismus nicht gerade einfacher gemacht wird. Aber es geht voran. Step by step.

TAX THE RICH 💰


melden

Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

04.05.2026 um 20:01
@mitH2CO3

'Vor etwa 100 Jahren' nennen sie das. Ja ist nicht so richtig falsch.

Die gab es erstmals im letzten Kriegsjahr des 1. Weltkriegs.

Wieder eingeführt wurde sie 1931 von Brüning und ernsthaft davon profitiert hatten die Nazis nach 1933, insbesondere im Betreff auf jüdische Vermögen.

So eine Steuer ist das, man kann es natürlich auch falsch wertneutral 'vor etwa 100 Jahren' nennen, wenn man die Schäbigkeit weghaben will.

Im Prinzip ist das eine Strafe auf die angeblich so wertvolle Freizügigkeit und eine Schande, dass man darauf zurückgreift.

Man kann Menschen nicht davon überzeugen hier zu bleiben und dann greift man ihnen wenigstens noch mal in die Tasche. Eine Wegzugssteuer ist das Eingeständnis, dass unser Land durch die Regierung unattraktiv wurde.


1x zitiertmelden