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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle
um 09:45Hauptsache bashen. Diese ollen Kamellen. Dein Artikel ist aus 2019. Oxfam hatte direkt darauf reagiert.ApexOne schrieb:Es geht darum wie Oxfam Schulden bewertet.
Sind die Armen arm?https://www.oxfam.de/blog/globale-ungleichheit-dramatisch-nimmt-antwort-methodenkritik
Auch eine zweite Frage wird regelmäßig gestellt (dieses Jahr u.a. in der Deutschen Welle): Sind denn die so definierten Armen wirklich arm? Um zur ärmeren Hälfte der Weltbevölkerung zu zählen, darf man über nicht mehr als 4200 US-Dollar Vermögen pro Erwachsener Person verfügen. Als Vermögen gelten für Credit Suisse Nettovermögen, also die „Summe aller finanziellen Werte plus Sachwerte (v.a. Immobilien) minus ihrer Schulden“. Menschen, die einen Immobilienkredit haben, bei dem der Wert des Hauses, die Kreditsumme übersteigt, gelten in diesem Punkt nicht als verschuldet. Ein Studienkredit würde dagegen tatsächlich als Schulden gezählt.
Dies wirft uns Christian Rickens im Handelsblatt vor, denn „Nach der Oxfam-Logik zählt zum Beispiel ein junger US-Investmentbanker, der sich für seine Studiengebühren und seinen ersten Porsche verschuldet hat, zum Heer der weltweit Armen. Ärmer sogar als ein afrikanischer Kleinbauer, der weder Vermögen noch Schulden hat.“ Er übersieht dabei, dass diese Gruppe statistisch in der Gesamtmenge der ärmeren Hälfte der Weltbevölkerung von 3,8 Milliarden Menschen nicht wirklich ins Gewicht fällt.
Ließe man alle verschuldeten Menschen auf der Welt – und damit neben einigen tausend Harvard-Absolvent*innen mit offenen Studienkrediten auch einige Millionen afrikanischer Kleinbauern und asiatischer Textilarbeiterinnen, die sich für Saatgut oder Arztrechnungen Kredithaien ausliefern mussten – außen vor, würden sich die Ergebnisse nicht relevant ändern.
Wie die Grafik von Credit Suisse zeigt, ist die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung (alle links der 50 auf der unteren Achse) vorrangig im globalen Süden zu Hause. 21 Prozent von ihnen leben in Indien, 21 Prozent in Afrika, nur zwei Prozent in Nordamerika und 8 Prozent in Europa. In den reicheren Ländern sind es vor allem junge alleinstehende Frauen, die dem größten Risiko ausgesetzt sind, zu dieser Gruppe zu gehören, so Credit Suisse.
Daher steht für uns fest: Die übergroße Mehrheit der Menschen in der so definierten ärmeren Hälfte der Weltbevölkerung hat kaum Vermögen, das ihr etwas Sicherheit über das tägliche Einkommen hinaus gibt. Ausführlich haben wir uns mit dieser – nicht neuen – Kritik bereits in früheren Jahren auseinandergesetzt (z.B. in unseren Blogs aus den Jahren 2017 und 2018).


