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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

18.018 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Wirtschaft, Armut, Kapitalismus ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

um 13:16
Ein Qualitätsbeitrag zu meiner Theorie dass Leute bei Knechtung durch den Staat immer reagieren und handeln:
München – Deutschland diskutiert darüber, ob Gutverdiener stärker zur Finanzierung des Staates beitragen sollen. Doch was passiert, wenn ausgerechnet jene, die schon heute viel zahlen, nicht mehr bereit sind, noch mehr zu leisten? Im ersten Teil dieser Recherche schilderten Gutverdiener, warum sie an Deutschland zweifeln: wegen hoher Abgaben, fehlender Anerkennung und der Frage, ob sich Aufstieg noch lohnt. Der zweite Teil zeigt eine schärfere Entwicklung.
Fall 1 - Arbeiten schlichtweg aufgehört, beobachtet die Steuerentwicklung, Plan B: Auswandern vorbereitet
Ein Mann Anfang 50 aus Nordrhein-Westfalen war mehr als 30 Jahre berufstätig, davon 17 Jahre als Geschäftsführer in Stahlhandel, Eisen- und Metallverarbeitung. Er führte Unternehmen mit 40 bis 150 Millionen Euro Jahresumsatz und 50 bis 120 Mitarbeitern. Sein Einkommen lag nach eigenen Angaben zuletzt zwischen 180.000 und 230.000 Euro im Jahr.
...
Er geht keiner bezahlten Arbeit mehr nach. Nicht, weil er nicht könnte. Sondern weil er nicht mehr will.
...
Heute verbringt er mehr Zeit mit seiner Partnerin, seinen Tieren und engagiert sich im lokalen Tierschutz. Sollte er doch wieder arbeiten, dann wohl aus „Langeweile und/oder erodierenden Börsen“.

Doch er hat eine Grenze definiert: Sollte die Kapitalertragsteuer erhöht oder eine Vermögensteuer eingeführt werden, wäre Auswanderung für ihn der nächste Schritt. Belgien ist für ihn mehr als ein Gedankenspiel. „Ich weiß konkret, wie ich vorgehen müsste“, schreibt er. Den Immobilienmarkt in Grenznähe beobachte er bereits.
Fall 2 - Kapitulieren vor dem feindlichen Staat und jüngeren Generation
Ein Unternehmer Mitte 30 beschreibt seinen Weg als Aufstieg durch Arbeit. Er habe sich seine Existenz selbst aufgebaut, während des Studiums gearbeitet, sich in Jobs und Projekten angestrengt. Später machte er sich selbstständig.
...
Sein Frust richtet sich gegen eine veränderte Arbeitskultur und staatliche Institutionen. Junge Mitarbeiter wollten keine Vorgaben, Homeoffice und Freizeit seien wichtiger, schreibt er. Hinzu kamen nach seiner Darstellung Rechtsstreitigkeiten, Behördenärger und Probleme mit Banken.

Auch als Immobilieninvestor habe er schlechte Erfahrungen gemacht. Beim Kauf und der Modernisierung eines kleinen Mehrfamilienhauses sei die Finanzierung schwierig gewesen, Banken hätten Selbstständige nicht gern gesehen. „Wann immer ich es mit staatlichen Einrichtungen zu tun habe, wird es kompliziert, langsam und meistens arrogant“, schreibt er.
...
Sein Satz über Deutschland klingt wie eine Bilanz: „Das Land, in dem ich aufgewachsen bin und das mir den Aufstieg versprochen hat, existiert nicht mehr, obwohl es noch so tut.“ In seiner Erzählung taucht immer wieder dieselbe Frage auf: Wofür noch?

„Ich weiß nicht, wofür ich in einem Land leisten soll, in dem Nichtleisten mehr Aufmerksamkeit bekommt“, schreibt er. Und weiter: „Ich weiß nicht, wofür ich mich anstrengen soll, wenn ich am Ende mehr Probleme habe als vorher.“

Seine Entfremdung ist inzwischen so weit, dass er für seine Tochter eine klare Konsequenz zieht: Sie solle nicht in Deutschland zur Schule gehen. „Ich möchte diese Schwere nicht mehr. Ich habe mich entfremdet.“
Fall 3 - Top Leistungsträger und Hass, Neid & Co.
Er ist Partner einer internationalen Großkanzlei. Als Partner ist er nicht klassisch angestellt, sondern trägt unternehmerische Verantwortung. Seine Vergütung hängt vom Kanzleierfolg ab; nach eigenen Angaben liegt sie zwischen 750.000 und einer Million Euro brutto im Jahr.

Damit gehört er eindeutig zu jener Gruppe, über die in Steuerdebatten meist zuerst gesprochen wird. Er bestreitet nicht, dass er sehr gut verdient. Er sagt auch nicht, dass er gar nichts beitragen wolle. Sein Vorwurf lautet anders: „Seit der Finanzkrise steht in weiten Teilen der Gesellschaft jeder Gutverdiener unter Generalverdacht.“

Seine Entfremdung habe mit der Finanzkrise 2008/2009 begonnen, schreibt er — zufällig zur Zeit seines Berufseinstiegs. Damals sei in Teilen der Gesellschaft ein Bild entstanden, wonach Wohlstand und Erfolg häufig auf Kosten anderer erwirtschaftet worden seien. Exzesse in der Finanzbranche habe es gegeben. Doch aus seiner Sicht sei aus dieser Zeit ein Misstrauen geblieben, das längst nicht mehr nur Banker oder Manager treffe.
...
Besonders stört ihn die politische Sprache. Wenn immer wieder davon gesprochen werde, „die Reichen“ müssten endlich ihren Beitrag leisten, empfinde er das als Missachtung dessen, was diese Gruppe bereits leiste. Er verweist auf lange Arbeitszeiten, hohe Verantwortung und den erheblichen Anteil der oberen Einkommensgruppen am Steueraufkommen.

„Geht denn der Leistungsträger, der viel verdient, nicht auch jeden Tag arbeiten und dreht oftmals mit einer 60-Stunden-plus-x-Woche die Extrameile?“
...
Auch privat spüre er den gesellschaftlichen Blick auf Wohlstand. Er berichtet von Anfeindungen wegen seines Autos und von Neid im Bekanntenkreis: „Oftmals überlege ich mir sehr gut, welche Themen ich im eigenen Umfeld noch anspreche.“

Auswandern will er derzeit nicht. Sein Rechtsgebiet bindet ihn an Deutschland. Für den Ruhestand aber schließt er es nicht aus. Was müsste sich ändern? Für ihn wäre entscheidend, dass Politik und Gesellschaft wieder anders über Leistung sprechen: „Das Bild eines Unternehmers oder Managers müsste in Deutschland wieder positiv besetzt sein.“
Quelle: (Teil 1, ich freue mich auf Teil 2)
https://www.merkur.de/wirtschaft/steuern-konsequenzen-ziehen-warum-gutverdiener-wegen-hoher-zr-94321008.html

Dieses komplexe Umfeld um Gutverdiener vermittelt nur eine Sache: für was? Dann ist die *MESA Reaktion schon verständlich.
(*Macht Euren Scheiss Alleine)

Ich entdeckte in jedem Beitrag ein bißchen von meinen Gedanken, wäre gespannt was @vx110 schreibt.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

um 14:42
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Ok, die nächste Verrückte:
Saskia Esken fordert Vermögenssteuer zum Aufbau der Ukraine
Quelle: https://www.welt.de/politik/deutschland/article241793063/Saskia-Esken-fordert-Vermoegenssteuer-zum-Aufbau-der-Ukraine.html#Comments

Ich vereehre Frau Esken


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

um 14:47
Doch er hat eine Grenze definiert: Sollte die Kapitalertragsteuer erhöht oder eine Vermögensteuer eingeführt werden, wäre Auswanderung für ihn der nächste Schritt. Belgien ist für ihn mehr als ein Gedankenspiel. „Ich weiß konkret, wie ich vorgehen müsste“, schreibt er. Den Immobilienmarkt in Grenznähe beobachte er bereits.
Sein Frust richtet sich gegen eine veränderte Arbeitskultur und staatliche Institutionen. Junge Mitarbeiter wollten keine Vorgaben, Homeoffice und Freizeit seien wichtiger, schreibt er. Hinzu kamen nach seiner Darstellung Rechtsstreitigkeiten, Behördenärger und Probleme mit Banken.
Beim Kauf und der Modernisierung eines kleinen Mehrfamilienhauses sei die Finanzierung schwierig gewesen, Banken hätten Selbstständige nicht gern gesehen. „Wann immer ich es mit staatlichen Einrichtungen zu tun habe, wird es kompliziert, langsam und meistens arrogant“, schreibt er.
Sein Satz über Deutschland klingt wie eine Bilanz: „Das Land, in dem ich aufgewachsen bin und das mir den Aufstieg versprochen hat, existiert nicht mehr, obwohl es noch so tut.“ In seiner Erzählung taucht immer wieder dieselbe Frage auf: Wofür noch?
„Ich weiß nicht, wofür ich in einem Land leisten soll, in dem Nichtleisten mehr Aufmerksamkeit bekommt“, schreibt er. Und weiter: „Ich weiß nicht, wofür ich mich anstrengen soll, wenn ich am Ende mehr Probleme habe als vorher.“
Besonders stört ihn die politische Sprache. Wenn immer wieder davon gesprochen werde, „die Reichen“ müssten endlich ihren Beitrag leisten, empfinde er das als Missachtung dessen, was diese Gruppe bereits leiste. Er verweist auf lange Arbeitszeiten, hohe Verantwortung und den erheblichen Anteil der oberen Einkommensgruppen am Steueraufkommen.
„Geht denn der Leistungsträger, der viel verdient, nicht auch jeden Tag arbeiten und dreht oftmals mit einer 60-Stunden-plus-x-Woche die Extrameile?“
Tja da erkenne Ich mich zum Teil wieder und anscheinend bin/war Ich nicht der einzige. Das wusste Ich aber auch schon vorher durch meine eigenen Erfahrungen und Austausch mit anderen Kunden/Firmeninhaber/Selbstständigen.

Ich kann das einfach nur noch unterschreiben, wobei Ich da viel radikaler wäre. Dieses Land bietet nichts mehr in Return an die Leute, die sich tagtäglich den Arsch aufreissen und aus sich selbst was gemacht haben oder Firmen aufgezogen haben oder am aufziehen sind. Es wird einem nur noch künstlich schwer gemacht, es wird nur noch gefordert, befohlen und am Ende das Tages die Kollekte eingesammelt und das nicht zu wenig.

Man liest nur noch, Pflegebeitrag für Kinderlose hoch, Umsatzsteuer-Überlegungen hochzuschrauben... die Liste geht fast endlos. Man überlegt wo man noch den kleinsten Euro noch abzwacken kann. Der neueste Schrei ist die Vermögenssteuer für die Ukraine. Ohne mich.

Ich habe ja schon geschrieben, dass Ich die Erleuchtung relativ spät hatte, da Ich mich auch sehr lange gestreubt habe, dass alles zu glauben und dass es ja nicht soo schlimm sei.

Witzig finde Ich dabei immer wieder, wie man meint, dass das Geld der Reichen dafür benutzt wird, irgendwo irgendwas zu stopfen. Aber man soll diese träumen lassen und schreien lassen.

Aktuell ist es so, dass jeder Arbeitnehmer und auch Arbeitgeber viel zu heftig gepflückt werden. Mich wundert nur, dass viele noch so ruhig bleiben. Und deshalb sind diese in meinen Augen auch langsam selbst schuld und die Politik schlau, da die Leute mit sich alles machen lassen.

Und somit sage Ich aus der FERNE:

TAX THE GERMAN!!!


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

um 14:48
Zitat von parabolparabol schrieb:Ich vereehre Frau Esken
Niemand ist perfekt, keine Sorge :D
Zitat von vx110vx110 schrieb:Witzig finde Ich dabei immer wieder, wie man meint, dass das Geld der Reichen dafür benutzt wird, irgendwo irgendwas zu stopfen.
Eben, seit Jahrzehnte wird da irgendwas gemacht, aber was?


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