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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

18.872 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Wirtschaft, Armut, Kapitalismus ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

05.06.2026 um 09:16
Zitat von kuno7kuno7 schrieb:Wer denkt sich denn sowas aus, die Vorsilbe für Hundertstel zu benutzen um das Hundertfache zu beschreiben?
Weil "Hektomillionär" niemand versteht, vermutlich :D


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

05.06.2026 um 09:16
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Sie jetten mit gewaltigen CO2-Emissionen mit ihren Privatjets durch die Gegend, buchen für sich & family - bei z.B. meinem Zahnarzt - die komplette Praxis für einen ganzen Tag -> haben also null Wartezeit, und müßen nicht "andere" Leute sehen),
Das geht? Geht bei meinem aufjedenfall nicht.

Rumjetten geht, aber da ist meine kleinste Sorge der CO2 Verbrauch.
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:So du kleine Lichter wie dich selbst meinst, die zu unterstützen sein sollten: du hast dich für diesen Weg entschieden, um mehr Geld zu scheffeln. Also nimm' auch die Dinge ohne zu heulen an, die dieser Weg für dich mit sich bringt. Das hat der erste Centi-Millionär in den Dynastien auch hinnehmen müßen, eben genauso wie alle anderen Normalsterblichen.
Exakt. Und warum soll man jetzt andere finanzieren, die eben kein Geld fuer sich selber scheffeln wollen, sondern lieber den ganzen Tag zuhause vebringen wollen und lieber anderen das Geld so wegnehmen wollen?

Ich denke mal, Ich spreche auch fuer Ihn sowie fuer mich. Wir haben uns fuer den Weg entschieden, Geld zu scheffeln, wie du sagst, WEIL wir eben Unabhaengigkeit wollen und was aufbauen wollen, wo man eben nicht ueberlegen muss, mhmm kann Ich mir das leisten, oder muss Ich dann auf was anderes verzichten etc… im groesseren Sinn…das man Sicherheit im finanziellen Sinne hat.

Wenn Ich lese, habe Ich hier auch zitiert, dass viele und jetzt halte Ich mich auch an die neue Bezeichnung “Nicht-Migranten” nichtmal 1000€ fuer iwelche Reperaturen gespart haben bzw. ohne das es den weh tut bezahlen koennen… dann ist das sicherlich nicht das erste Problem der Gutverdiener sondern das Problem, dass diese Schicht schon zu heftig besteuert wird.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

05.06.2026 um 09:29
Zitat von kuno7kuno7 schrieb:Wer denkt sich denn sowas aus, die Vorsilbe für Hundertstel zu benutzen um das Hundertfache zu beschreiben?
Ich glaube vernommen zu haben der Top Star Forscher Zucmann. Martyna spricht es nur nach.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

05.06.2026 um 09:45
Zitat von vx110vx110 schrieb:Und warum soll man jetzt andere finanzieren, die eben kein Geld fuer sich selber scheffeln wollen, sondern lieber den ganzen Tag zuhause vebringen wollen und lieber anderen das Geld so wegnehmen wollen?
Deine Grundannahme ist falsch. Wer verbringt denn gerne freiwillig den Tag zuhause, wenn er arbeitsfähig und belastbar ist? Wer nimmt für's zuhause sein freiwillig so wenig Geld in Kauf? Wer nimmt freiwillig die Scham in Kauf, die diese Situation mit sich bringt, weil man in der Gesellschaft glaubt, die Leistungsempfänger seien nur faul und unwillig? Was für ein Schwachsinn. Die Menschen, die Leistungen beziehen müßen sind allesamt nicht glücklich mit dieser Situation, sondern aufgrund Nöten in diese Situation geraten. Es ist mMn. wirkliches Unrecht, sie abzuwerten und ihnen Gelder entziehen zu wollen.
Zitat von vx110vx110 schrieb:Wir haben uns fuer den Weg entschieden, Geld zu scheffeln, wie du sagst, WEIL wir eben Unabhaengigkeit wollen und was aufbauen wollen, wo man eben nicht ueberlegen muss, mhmm kann Ich mir das leisten, oder muss Ich dann auf was anderes verzichten etc… im groesseren Sinn…das man Sicherheit im finanziellen Sinne hat.
Damit hab' ich kein Problem. Schwierig wird es, wenn man beginnt, sich über andere zu erheben, und seine Empathiefähigkeit - z.B. für Leistungsempfänger - verliert.
Zitat von vx110vx110 schrieb:dann ist das sicherlich nicht das erste Problem der Gutverdiener sondern das Problem, dass diese Schicht schon zu heftig besteuert wird.
Mittlere und niedrige Einkommen sollten entlastet werden, was ja auch ggf. möglich wäre, wenn man z.B. die ÜBER-Reichen angemessener besteuern würde.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

05.06.2026 um 09:49
Zitat von vx110vx110 schrieb:Das geht?
Ach ja, doch das geht, sonst hätte ich es nicht geschrieben.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

05.06.2026 um 09:53
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Deine Grundannahme ist falsch. Wer verbringt denn gerne freiwillig den Tag zuhause, wenn er arbeitsfähig und belastbar ist? Wer nimmt für's zuhause sein freiwillig so wenig Geld in Kauf? Wer nimmt freiwillig die Scham in Kauf, die diese Situation mit sich bringt, weil man in der Gesellschaft glaubt, die Leistungsempfänger seien nur faul und unwillig? Was für ein Schwachsinn. Die Menschen, die Leistungen beziehen müßen sind allesamt nicht glücklich mit dieser Situation, sondern aufgrund Nöten in diese Situation geraten. Es ist mMn. wirkliches Unrecht, sie abzuwerten und ihnen Gelder entziehen zu wollen.
Du, Ich musste nicht weit schauen in meiner "weiteren" Familie... und es ist genauso falsch zu behaupten, dass alle ja so sehr krank wären, dass man nicht selber Geld verdienen kann. Denn genau das war einer der Fälle in meiner "weiteren" Familie. Ich kann dir gerne die Geschichte von einem Bekannten erzählen per PN. Da hat es lange gedauert aber irgendwann Klick gemacht.
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Mittlere und niedrige Einkommen sollten entlastet werden, was ja auch ggf. möglich wäre, wenn man z.B. die ÜBER-Reichen angemessener besteuern würde.
Ist nicht gerecht. Gerecht ist, für alle zu senken.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

05.06.2026 um 10:05
Zitat von vx110vx110 schrieb:Ist nicht gerecht. Gerecht ist, für alle zu senken.
Für die hohen Einkommen wurde doch schon reichlich gesenkt, von daher wäre es schon gerecht auch mal andere in diesen Genuss kommen zu lassen.

kuno


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

05.06.2026 um 10:16
Zitat von vx110vx110 schrieb:Ist nicht gerecht. Gerecht ist, für alle zu senken.
Wir haben hier bereits über zig Seiten über das Thema "Reform der Erbschaftssteuer" gesprochen. Das Bundesverfassungsgericht rügt seit vielen Jahren die Bundesregierung, dass die Erbschaftssteuer verfassungswidrig ausgelegt ist. Die ÜBER-Reichen kommen zum Nachteil der Gesellschaft bei der Versteuerung ihres Erbes weg. Demnach findet hier seit Jahren eine - man könnte sagen - "entgangene Kapitalnutzung" zu Lasten der Gesellschaft statt. DAS ist ungerecht. Erreicht haben das die Lobbyisten von den Interessendverbänden der ÜBER-Reichen.

Gerecht ist, wenn die ÜBER-Reichen genauso progressiv hinsichtlich ihrer passiven Einnahmen als auch des Erbes besteuert werden. Daher:

TAX THE RICH 💰
Zitat von vx110vx110 schrieb:Ich musste nicht weit schauen in meiner "weiteren" Familie... und es ist genauso falsch zu behaupten, dass alle ja so sehr krank wären, dass man nicht selber Geld verdienen kann.
Ja, das sind persönliche Anekdoten, und es gibt - ganz unstrittig - auch den Mißbrauch hinsichtlich des Leistungsbezuges. Aber nochmal: man sollte sich die Relationen vor Augen halten, und endlich mal bei den "großen Brocken" beginnen. Da geht es um richtig Geld. Und wenn genug Steuerfahnder da sind, ja dann sollte man auch nach den Sozialbetrügern schauen. Aber doch nicht in der anderen Reihenfolge. Überleg' mal wieviel Geld durch Steuerhinterziehung etc. der Gesellschaft verloren geht: ca. 125 Milliarden p.a.!!! Beim Hartz IV-Betrug ca. 56 Millionen. HALLO ... mal aufwachen!

Ungleichheit Graphic 25 11Original anzeigen (1,0 MB)
Steuerliche Ausfälle durch Steuerhinterziehung fallen mit 125 Milliarden Euro mehr als 2000-mal so sehr ins Gewicht wie Verluste durch Hartz-IV-Betrug. | Quelle: Murphy 2019 & Bundesregierung 2021.
Quelle: https://ungleichheit.info/de/visuals


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

05.06.2026 um 10:19
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:TAX THE RICH 💰
Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Grünen-Bundesvorsitzenden Felix Banaszak aus Duisburg wegen zu wenig gezahlter Zweitwohnsitzsteuer.
Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/regional/nordrheinwestfalen/zweitwohnsitzsteuer-ermittlungen-banaszak-100.html

Dann darf man da gerne mal anfangen .

TAX THE GERMAN


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

05.06.2026 um 10:20
Zitat von vx110vx110 schrieb:Dann darf man da gerne mal anfangen .
Selbstverständlich!


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

05.06.2026 um 10:28
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Überleg' mal wieviel Geld durch Steuerhinterziehung etc. der Gesellschaft verloren geht: ca. 125 Milliarden p.a.!!! Beim Hartz IV-Betrug ca. 56 Millionen.
Mal kurz 'ne Überschlagsrechnung im Kopf: Hartz-4 kostet pro Person so grob 1000 im Monat, 10000 im Jahr. 56 Millionen geteilt durch 10000 ergibt 5600.

Wollen die einen veräppeln, dass nur rund 5000 Leute Hartz-4 unrechtmässig beziehen? Bei angenommenen 560000 Beziehern insgesamt (es sind ja noch weitaus mehr) wären das gerade mal 1%.

Davon abgesehen, Hart4-Betrug und Steuerhinterziehung haben durchaus Überschneidungen.

Davon abgesehen Teil 2, dass das durchaus unterschiedliche Qualitäten sind. Bei dem einen geht Geld von dem weg, was andere eingezahlt haben, beim anderen wird einfach nur nicht eingezahlt, da wird nichts weggenommen.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

05.06.2026 um 10:45
Zitat von zaeldzaeld schrieb:Wollen die einen veräppeln, dass nur rund 5000 Leute Hartz-4 unrechtmässig beziehen? Bei angenommenen 560000 Beziehern insgesamt (es sind ja noch weitaus mehr) wären das gerade mal 1%.
Nein... die 56mio setzen sich etwas anders zusammen. Klar, das sind die zuviel gezahlten gelder in gänze.... die umfassen aber nicht den ganzen hartz IV satz, sondern auch teilzahlungen. Darunter fallen auch zuviel gezahlte bezüge aufgrund von verheimlichter partnerschaft oder einem verschwiegenen minijob. Das sind dann oftmals eher so 100-300€. Wenn jemand 1000€ bezogen hat, aber nur rechtmässig 800€ hätte beziehen dürfen, dann sind das eben nur 200€ zuviel, nicht deine angenommenen 1000€ bzw pro jahr 2400€ nicht 12.000€.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

05.06.2026 um 16:14
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb am 02.06.2026:ein demokratischer Sozialstaat sollte nicht nur kontrolliert Migranten aufnehmen, sondern auch dem Leistungsprinzip folgen: der Starke stütz den Schwächeren.
Du hast da 'n schönes, menschliches Ideal, also dass die Starken (die Reichen) die Schwachen (die Armen) stützen sollen, aber du musst verstehen dass der Staat die Sozialversicherungen bewusst als Beitragssystem konstruiert hat und nicht als Steuersystem.

Das heißt, das Beiträge vom Arbeitslohn gezahlt und nicht von Kapitaleinkünften wie Zinsen, Mieten, Dividenden oder Gewinnen gezahlt werden.

Der Staat will also, dass die Kosten des Sozialstaats dort anfallen, wo die Masse der Bevölkerung lebt, also bei den Lohnabhängigen...

Das System ist also gar nicht dafür gebaut, dass die Starken (die Reichen) die Schwachen (die Armen, die Lohnabhängigen) stützen.

Es ist nämlich komplett andersrum konstruiert, nämlich so, dass die Lohnabhängigen (die Armen, die Schwachen) sich mit ihrem eigenen Geld gegenseitig stützen und die Reichen (die Starken) dabei zu schauen....

So 'n Millionär, der von Kapitalerträgen lebt, zahlt keinen einzigen Cent in die gesetzliche Renten-, Kranken- und Arbeitslosenversicherung, es sei denn, der arbeitet zufällig auch noch sozialversicherungspflichtig.

Seine private Krankenversicherung, seine private Altersvorsorge, das ist alles seine eigene Sache.

Die "Solidaritätsgemeinschaft" der gesetzlichen Sozialversicherung ist 'ne Solidarität der Schwachen (Lohnabhängigen, der Armen) unter sich und keine Solidarität von oben nach unten...

Der Sozialstaat ist nicht da, um die Schwachen zu stützen, der ist einzig und allein da, um die Schwachen zu verwalten und ruhigzustellen...

Die Lohnabhängigen sollen nicht merken, dass sie eigentlich 'ne andere Klasse finanzieren. Die sollen sich als "Solidargemeinschaft" fühlen und sich nicht fragen, warum die Reichen nicht einzahlen...

Wenn du das ändern willst, müsstest du nicht einfach "mehr Steuern für Reiche" fordern, sondern das ganze Finanzierungssystem des Sozialstaats umstülpen.

Das heißt, du müsstest Kapitaleinkünfte genauso zur Kasse bitten wie Arbeitseinkommen, aber genau das verhindert der Staat, weil der die Interessen der Kapitaleigentümer vertritt...


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

05.06.2026 um 17:01
Zitat von peekaboopeekaboo schrieb:Die Lohnabhängigen sollen nicht merken, dass sie eigentlich 'ne andere Klasse finanzieren.
Gibt es da Zahlenbeispiele? zB wie finanziert einer mit durchschnittlichen Lohn wen und mit wieviel?


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

05.06.2026 um 18:50
Zitat von peekaboopeekaboo schrieb:Du hast da 'n schönes, menschliches Ideal, also dass die Starken (die Reichen) die Schwachen (die Armen) stützen sollen,
Das ist das Sozialstaatsprinzip (GG Art. 20 und 28).
Zitat von peekaboopeekaboo schrieb:So 'n Millionär, der von Kapitalerträgen lebt, zahlt keinen einzigen Cent in die gesetzliche Renten-, Kranken- und Arbeitslosenversicherung, es sei denn, der arbeitet zufällig auch noch sozialversicherungspflichtig.
Es sind Versicherungen für die wir als Einkommenssteuerpflichtige bezahlen, für den Krankheitsfall, für Arbeitslosigkeit und dann halt noch für die Rente.

Habeck hatte ja mal vorgeschlagen, Kapitalerträge entsprechend zu besteuern. Aber da kam Widerstand, weil ja schon die 25% Abgeltungssteuer auf Kapitalerträge erhoben werden.
Habeck kritisierte, dass Kapitalerträge bisher von Sozialversicherungsbeiträgen freigestellt seien. Arbeitslöhne würden dadurch stärker belastet als Kapitalerträge. "Deswegen schlagen wir vor, dass wir auch diese Einkommensquellen (...) sozialversicherungspflichtig machen", sagte er. Das sei ein Schritt zu mehr Solidarität innerhalb des Systems.Auf Kapitalerträge werden keine Sozialabgaben gezahlt, aber eine Abgeltungsteuer in Höhe von 25 Prozent auf Einkünfte, die über den Freibetrag von 1.000 Euro hinausgehen.
Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/habeck-sozialabgaben-100.html
Zitat von peekaboopeekaboo schrieb:Die "Solidaritätsgemeinschaft" der gesetzlichen Sozialversicherung ist 'ne Solidarität der Schwachen (Lohnabhängigen, der Armen) unter sich und keine Solidarität von oben nach unten...
Also so geschwächt würde ich das jetzt nicht betrachten wollen. Es sind gesetzliche Versicherung die wir Einkommenspflichtigen für die o.g. Fälle bezahlen und die Leistung ggf. erhalten. Das ist doch im Eigeninteresse, oder findest du nicht? Ich hätte zumindest keinen Bock von meinem Ersparten eine kostspielige OP zahlen zu müßen, falls sowas mal anliegen sollte. Da ist so eine Krankenversicherung schon fein.
Zitat von peekaboopeekaboo schrieb:Der Sozialstaat ist nicht da, um die Schwachen zu stützen, der ist einzig und allein da, um die Schwachen zu verwalten und ruhigzustellen...
Kommt mir etwas unfair vor diese Aussage. Immerhin gibt es hier Zugang zur Bildung für alle, Kinder- und Elterngeld etc. Auf jeden Fall könnte alles mehr und besser sein, aber es ist ja nicht so, als ob man hier nur ruhiggestellt würde, also ich nehme es zumindest so wahr. Vllt. bin ich aber bereits ruhiggestellt und merke es nur nicht :D
Zitat von peekaboopeekaboo schrieb:Die Lohnabhängigen sollen nicht merken, dass sie eigentlich 'ne andere Klasse finanzieren.
Meinst du Infrastruktur, Sicherheit etc. die von Steuergeldern bezahlt werden? Ja, da sehe ich es auch so: die ÜBER-Reichen zahlen kaum bis keine Steuern, nutzen aber diese steuerlich finanzierten Vorteile auch (nutzen auch die Autobahnen oder brauchen auch mal die Polizei oder what ever). Das ist unfair.
Zitat von peekaboopeekaboo schrieb:Wenn du das ändern willst, müsstest du nicht einfach "mehr Steuern für Reiche" fordern, sondern das ganze Finanzierungssystem des Sozialstaats umstülpen.
Da geb' ich dir Recht. Mit ein zwei Steuererhebungen ist es nicht getan, also die Ungleichheit zu beheben. Es wäre halt ein Anfang. Ja, es braucht mehr. Wie z.B. die Grunderbe (damit ärmere Menschen überhaupt mal die Chance erhalten, Vermögen aufzubauen) und/oder so was wie eine Grundrente.
Zitat von peekaboopeekaboo schrieb:Das heißt, du müsstest Kapitaleinkünfte genauso zur Kasse bitten wie Arbeitseinkommen, aber genau das verhindert der Staat, weil der die Interessen der Kapitaleigentümer vertritt...
Na ja das mit der doppelten Besteuerung leuchtet schon iwie ein, oder (s.o.)? Freibeträge könnte man allerdings schon so hoch ansetzen, dass der Mittelstand nicht zur Kasse gebeten würde.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

05.06.2026 um 18:55
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Es sind Versicherungen
Nö, das sind staatliche Absicherungen die der gesamten Gesellschaft nutzen. Mit Versicherungen hat das im Prinzip nicht viel zu tun, außer vom Namen her.
Zitat von peekaboopeekaboo schrieb:Wenn du das ändern willst, müsstest du nicht einfach "mehr Steuern für Reiche" fordern, sondern das ganze Finanzierungssystem des Sozialstaats umstülpen.
Das heißt, du müsstest Kapitaleinkünfte genauso zur Kasse bitten wie Arbeitseinkommen, aber genau das verhindert der Staat, weil der die Interessen der Kapitaleigentümer vertritt...
Nope, um das zu verändern müsstest du das Wirtschaftssystem verändern. Grundlegend.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

05.06.2026 um 19:00
Zitat von paxitopaxito schrieb:Nö, das sind staatliche Absicherungen die der gesamten Gesellschaft nutzen. Mit Versicherungen hat das im Prinzip nicht viel zu tun, außer vom Namen her.
Lass ich so stehen. Es ist eine gesellschaftliche Absicherung, und im Falle des Falles für den Einzelnen halt ne Versicherung (KK/Arbeitslosigkeit) resp. die Rente.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

05.06.2026 um 19:17
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Es ist eine gesellschaftliche Absicherung, und im Falle des Falles für den Einzelnen halt ne Versicherung (KK/Arbeitslosigkeit) resp. die Rente.
Für eine Versicherung zahlst du und bekommst was im Ernstfall. Ist sie solidarisch vielleicht auch mal mehr, als du einzahlst.
Bei den „Sozialversicherungen“ gibt es da keinen erkennbaren Zusammenhang. Nimm die Krankenversicherung, der Durchschnittseinzahler hat seine kompletten Einzahlungen im Schnitt aufgebraucht bevor er 60 wird. Das heißt im Durchschnitt bekommen alle mehr raus als sie einzahlen. Zusätzlich musst du nicht mal eingezahlt haben um etwas rauszubekommen, ist völlig irrelevant. Und obendrein ist es noch ein Pflichtprogramm, Du MUSST Dich versichern.
Die Regeln nach denen Du was rausbekommst können sich auch jederzeit ändern.
Zeig mir mal eine Versicherung, bei der du mehr rausbekommst als einzahlst (im Schnitt), es keine Rolle spielt ob du überhaupt eingezahlt hast, es nicht klar ist WAS überhaupt versichert wird und das ganze auch noch verpflichtend ist. Das hat mit „Versicherung“ doch überhaupt nix mehr zu tun.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

05.06.2026 um 21:00
Zitat von paxitopaxito schrieb:Das hat mit „Versicherung“ doch überhaupt nix mehr zu tun.
Ganz verstehe ich dich ehrlich gesagt nicht. Meinst du, dass das System hier ineffizient sei, weil man weniger einzahlt als man rausholt? Und dadurch die großen Finanzlöcher?

Die Versicherungspflicht macht mMn. schon Sinn, weil sich vermutlich einige sonst nicht versichern würden, und dann wird es schwierig, wenn sie alles selbst zahlen müßten. Ich schätze, dass es dann auch dazu kommen könnte, wie zu spät zum Arzt gehen -> Therapien könnten mglw. nicht mehr so gut greifen, wie vorher. (Ist aber nur ne Spekulation.)


In Finnland ist es bspw. so, dass das Gesundheitssystem über Steuern läuft. Eigentanteile für bestimmte Leistungen sind aber dennoch möglich. Prinzipiell ist man schon zufrieden mit dem System. Meine Mutter, die dort lebt, stöhnt aber schon auch über Wartezeiten.
In Finnland gibt es eine rein staatlich organisierte, über Steuern finanzierte Gesundheitsversorgung. Die finnische Verfassung garantiert allen Bürgerinnen und Bürgern den Zugang zu bedarfsgerechter Sozial- und Gesundheitsversorgung. Die für die Organisation zuständigen Bezirke erhalten dafür die finanziellen Mittel der Regierung.



Wer in Finnland erkrankt, sucht zunächst das zuständige öffentliche Gesundheitszentrum auf. Die Bindung an ein Behandlungszentrum eigener Wahl gilt für mindestens ein Jahr. Jede Gemeinde in Finnland unterhält ein eigenes Gesundheitszentrum. Dort sind Ärztinnen und Ärzte unterschiedlicher Fachrichtungen tätig. Sie können die Patienten nach der Diagnose oder Erstversorgung in eine Klinik oder zu einem weiteren Spezialisten überweisen.

Als erste Anlaufstation bieten die Gesundheitszentren auch Betten für Patienten, die eine stationäre Versorgung benötigen sowie Geburts- und Kinderabteilungen. Das Angebot umfasst zudem Beratungen durch das Pflegepersonal, Gesundheitsberatung, Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen, zahnmedizinische Versorgung, Hilfe bei psychischen Erkrankungen sowie häusliche Pflege und ambulante Pflegedienste.

Die 21 finnischen Regionalbezirke sowie die Stadt und der Großraum Helsinki unterhalten öffentliche Krankenhäuser, die für die Einwohner der jeweiligen Region zuständig sind. Außerhalb der normalen Öffnungszeiten der Gesundheitszentren übernehmen die Kliniken häufig auch den Notdienst. Neben den öffentlichen Gesundheitseinrichtungen gibt es privat betriebene Facharztpraxen und Krankenhäuser. Deren Leistungen müssen die Patienten selbst bezahlen.

Die kostenlose oder mit geringen Zuzahlungen verbundene Behandlung in den Gesundheitszentren und Krankenhäusern steht allen Einwohnern zur Verfügung. Im Gegenzug gibt es keine freie Arztwahl. Die Arbeitgeber sind in das öffentliche Gesundheitssystem verpflichtend eingebunden. Unter anderem bezahlen sie viele Vorsorgeuntersuchungen ihrer Beschäftigten. Gesundheitsförderung und Prävention spielen eine große Rolle.

Auch in Finnland erschwert Fachkräftemangel die Arbeit der Gesundheitszentren und Krankenhäuser. Nach einem jüngsten Gerichtsbeschluss darf die Wartezeit für eine planbare Operation jedoch sechs Monate nicht überschreiten.
https://www.aok.de/pp/hintergrund/europa/finnland/


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

05.06.2026 um 23:59
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Ganz verstehe ich dich ehrlich gesagt nicht. Meinst du, dass das System hier ineffizient sei, weil man weniger einzahlt als man rausholt?
Ob das System effizient oder ineffizient will ich an der Stelle nicht beurteilen.
Es ist schlicht keine Versicherung und die Abzüge keine Versicherungsbeiträge, das ist Etikettenschwindel der nur aus historischen Gründen existiert.
Ganz ursprünglich war das mal eine Versicherung für Arbeiter, alle zahlten ein und wer krank wurde musste deshalb nicht gleich um seine gesundheitliche wie ökonomische Existenz bangen.
Das ist das Prinzip der solidarischen Versicherungen: alle zahlen einen kleinen Betrag in einen großen Topf und die wenigen die es trifft (sei es Krankheit, Brand, Unfall) bekommen etwas daraus.
Das Versicherungsprinzip funktioniert logisch nicht, wenn nur ein Teil einzahlt und das Geld sofort ausgegeben wird. Das System das ursprünglich mal eine Versicherung der Arbeiter war, wurde immer weiter ausgedehnt, auf deren Familien, auf Angestellte, Selbstständige, Kinder, Studenten, Freiberufler und sogar Arbeitslose, die Leistungen immer weiter ausgedehnt, die Einnahmen sind nur noch teilweise „Beiträge“, etwas unter 20% sind mittlerweile ohnehin Steuerzuschüsse.
Das kann man finden wie man will, aber es ist eher mit Steuern oder Abgaben (Sozialabgaben trifft es viel besser als Sozialversicherungsbeiträge) vergleichbar, da hast du genau das gleiche Prinzip - höchst unterschiedliche Einzahlungen, teilweise gar nicht, teilweise exorbitant und was du dafür bekommst oder ob überhaupt etwas entscheidet kein Vertrag sondern der Staat.
Das Wort „Versicherung“ suggeriert, das man mit seinen Zahlungen irgendeinen Anspruch erlangt. Das ist schlicht nicht der Fall, jede einzelne Leistung die du in Anspruch nehmen kannst, weil versichert, kann abgeschafft, verändert oder überhaupt erst aufgenommen werden. Siehe Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, wo eben mal diskutiert wird das erst nach X Tagen zu zahlen.
Es ist ehrlicher das Gebühren, Abgaben oder Steuern zu nennen und Krankenkassen eben Krankenkassen - das ganze „Versicherungsgedöns“ kannste rausstreichen, weil vom Versicherungsprinzip nix mehr übrig ist. Das gilt für die anderen Sozialversicherungen in unterschiedlichen Abstufungen genauso. Und natürlich erzeugt das Wort Versicherung die Haltung - ich hab eingezahlt, also darf ich bekommen, wer nicht eingezahlt hat sollte nix bekommen. Ist aber Käse, schon lange.
Sich da ehrlich zu machen würde auch helfen die Kosten vom Arbeitseinkommen zu entkoppeln und anders zu finanzieren, eben weil es keine Versicherung für Arbeiter ist und so nicht mehr dauerhaft finanziert werden kann.
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:In Finnland ist es bspw. so, dass das Gesundheitssystem über Steuern läuft. Eigentanteile für bestimmte Leistungen sind aber dennoch möglich. Prinzipiell ist man schon zufrieden mit dem System. Meine Mutter, die dort lebt, stöhnt aber schon auch über Wartezeiten.
Ich sehe jetzt abgesehen vom Namen und irrwitziger deutscher Bürokratie keinen nennenswerten Unterschied. Gerade den letzten Satz finde ich lustig, ist ja nicht so das man im deutschen System keine langen Wartezeiten kennt.


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