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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

19.392 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Wirtschaft, Armut, Kapitalismus ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

um 06:28
Zitat von peekaboopeekaboo schrieb:deine Arbeitskraft hat einen Preis und der wird nicht von dir bestimmt.
Teilweise doch - durch Weiterbildung, Qualität und Quantität kann man den steigern...wenn Du Standard anbietest, kriegst Du Standard.
Ich habe eine ätzende 2J Zusatzausbildung nebenberuflich durchzogen, wollte keiner machen - jetzt gibt es im Regierungsbezirk Oberbayern nur 4 Leute die das anbieten können...
Zitat von peekaboopeekaboo schrieb:Die Utopie, die du da beschreibst, ist keine Utopie, sie ist 'ne Notwendigkeit, wenn das jetzige System nicht für die Mehrheit funktioniert.
Du meinst der Staat entzieht zuviel....


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

um 06:54
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Ein Großteil der der Diskussion hier dreht es wie man besser umverteilen kann
Ist mir egal, ich habe erstmal nur grobe Ansätze beschrieben. Mehr muss ich nicht.
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:jetzt sind wir kein Dorf, sondern 84 Mio.
Na und? Lässt sich trotzdem dezentral Organisieren. Übrigens die Faulen im Dorf waren nicht so hoch angesehen, und wenn dann der Hunger kam, hat man sich ganz schnell was einfallen lassen, um doch auch etwas beizutragen. Alles kein Hexenwerk.
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:der Staat kackt jetzt schon ab, wenn man durch gegenseitige Arbeit finanzielle Beiträge entzieht, was passiert mit den Steuern und Abgaben?
Na dann ist doch gut, du willst doch eh kein Staat.
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Bestreite ich überhaupt nicht - gerne würde ich meine Kunden beraten und dafür direkt ein Auto bekommen, da ist Brutto=Netto.
Guter Punk, wirklich, Danke dir dafür. Stichwort BS-Jobs.

Natürlich müssen wir über Verhältnismäßigkeiten sprechen. Mal ehrlich: Welche Beratung ist denn bitte so viel wert wie ein echtes Auto oder ein dichtes Dach? Genau da liegt doch der Kern des Problems: Wir erleben eine völlige Entkopplung von Preis und echtem Nutzen. Es gibt heute viel zu viele Jobs, die auf dem Papier wichtig klingen, aber absolut keinen realen Wert stiften. Früher war das in Deutschland anders und besser – da stand die reale Wertschöpfung im Mittelpunkt, und wer angepackt hat, wurde auch entsprechend geschätzt.

Wir erleben heute eine Inflation von künstlich geschaffenen Berufen in Verwaltung, Controlling, Marketing oder Strategieberatung. Viele dieser Jobs verwalten sich am Ende nur selbst oder bedienen eine Komplexität, die das System überhaupt erst erschaffen hat. Während ein Handwerker mit seinem Namen und seiner Existenz für die Qualität seiner Arbeit haftet und am Abend sieht, was er physisch geschaffen hat, werden in den Büroetagen der Großstädte rein abstrakte, risikoarme Tätigkeiten oft astronomisch hoch vergütet. Welche Beratung ist bitteschön so viel wert wie ein ganzes Auto oder das Fundament eines Hauses? Diese Verschiebung hat uns in eine absurde Schieflage manövriert. Wir haben in Deutschland einen dramatischen Fachkräftemangel in den lebenswichtigen, produktiven Bereichen – im Handwerk, in der Pflege, in der Infrastruktur. Gleichzeitig sitzen Heerscharen von Menschen in administrativen Positionen und leiden unter einer tiefen Sinnkrise, weil sie den realen Nutzen ihrer Arbeit selbst nicht mehr erkennen können. Unser Wirtschaftssystem belohnt heute das Verwalten von Wohlstand oft weit höher als dessen tatsächliche Erschaffung.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

um 07:10
Zitat von Mauzi666Mauzi666 schrieb:Ältere Handwerker, vor allem in ländlichen Gebieten, werden dir bestätigen können, dass es mal Zeiten gab, wo es nicht unüblich war, unentgeltlich (zumindest die Arbeitsstunden, Material wurde bezahlt) Leistungen zu erbringen für bekannte Freunde etc., die meist auch Handwerker waren. Jeder hat die Leistung erbracht, die er konnte.
Richtig. Ich bin Handwerker und habe meine Jugend auf einem Dorf erbracht. Aber letzten Endes hat man sich nur hier und da gegenseitig geholfen, meist nach Feierabend. Aber das war kein Dauerzustand und somit mussten die Dorfbewohner noch anderweitig dafür Sorge tragen, das sie ihr täglich Brot auf den Tisch bekommen. Denn immerhin... die Materialien wie Ziegelsteine, Dachziegel, Ausstattung für´s Bad oder auch die Heizungsanlage kosten Geld und können nicht im Dorf hergestellt werden.

Es sei denn man verzichtet auf all diesen Schnickschnack und bescheidet sich wie zur Zeit der Völkerwanderung. Dann kann es funktionieren mit der Utopie das ein jeder für jeden da ist und sich einbringt. In der modernen Welt schlicht nicht möglich.


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um 07:17
Zitat von Mauzi666Mauzi666 schrieb:Wir haben in Deutschland einen dramatischen Fachkräftemangel in den lebenswichtigen, produktiven Bereichen – im Handwerk, in der Pflege, in der Infrastruktur.
Wir haben auch grob geschätzt über 3 Mio Arbeitssuchende, von denen bestimmt eine große Anzahl arbeiten könnte. Warum haben wir also einen Fachkräftemangel? Weil nicht jeder körperlich fit genug ist für Handwerk, Pflege und Straßenbau oder psychisch angeschlagen... ?
Das wären dann auch im Utopiefall diejenigen, die man wiederum durchziehen müsste.

Ob mit oder ohne Tauschmittel Geld, es wäre immer irgendwie das gleiche. Einige unternehmen etwas, einige machen einfach ihre Arbeit, einige möchten eher delegieren, einige möchten einfach nur den Tag genießen.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

um 07:42
Zitat von GwyddionGwyddion schrieb:Richtig. Ich bin Handwerker und habe meine Jugend auf einem Dorf erbracht. Aber letzten Endes hat man sich nur hier und da gegenseitig geholfen, meist nach Feierabend.
Ich sagte ja nicht, dass das der Hauptzustand war und man kein Geld mehr verdient hat, sondern erstmal nur, dass es ein Geben und Nehmen gab, dort, wo Bedarf war. Wie gesagt, hier hauptsächlich bei der Arbeit an sich, Material außen vor, wobei derjenige, der das Material herstellt, auch Bedarf hat und dann mit Material "bezahlen" könnte, in dem Sinne.
Zitat von GwyddionGwyddion schrieb:Denn immerhin... die Materialien wie Ziegelsteine, Dachziegel, Ausstattung für´s Bad oder auch die Heizungsanlage kosten Geld und können nicht im Dorf hergestellt werden.

Es sei denn man verzichtet auf all diesen Schnickschnack und bescheidet sich wie zur Zeit der Völkerwanderung. Dann kann es funktionieren mit der Utopie das ein jeder für jeden da ist und sich einbringt. In der modernen Welt schlicht nicht möglich.
Dort wo es dann nicht mehr funktioniert ist, wo der erste dann anfängt auf seinen Stundensatz zu bestehen, weil er meint, eine Stunde mauern sei mehr oder weniger wert als eine Stunde Gas-, Wasser-, Scheiße. Dann kriegt man sich früher oder später in die Haare, das ist klar.

Aber natürlich gibt es da Abwägungen, dass keiner ein Haus gebaut kriegt, weil er einem die Füße massiert hat.
Zitat von GwyddionGwyddion schrieb:Warum haben wir also einen Fachkräftemangel? Weil nicht jeder körperlich fit genug ist für Handwerk, Pflege und Straßenbau oder psychisch angeschlagen... ?
Weil die Arbeitsbedingungen scheiße sind. Für das, was man tut, kriegt man zu wenig. Man wird immer mehr ausgequetscht. Kunden wollen immer weniger bezahlen, Material wird immer teurer, der Mindestlohn steigt, aber das führt auch dazu, dass die gleiche Arbeit von immer weniger Arbeitnehmern gemacht werden soll. Das ist Kapitalismus in a nutshell. Nicht so gut.
Da sagen dann viele ich kann oder ich will nicht mehr. Ist schon verständlich für mich.
Zitat von GwyddionGwyddion schrieb:Ob mit oder ohne Tauschmittel Geld, es wäre immer irgendwie das gleiche
Geld ist schon auch irwo ein Mitell zur Kontrolle des einzelnen, mmn.
Das Schöne am alten Handwerker-Modell war doch, dass es ohne Geld funktionierte – und damit frei von staatlicher oder systemischer Kontrolle war. Heute ist Geld das ultimative Kontrollmittel. Es zwingt den Einzelnen in die totale Abhängigkeit vom System, weil man ohne Scheine und Konten nicht einmal mehr die grundlegendsten Bedürfnisse decken kann. Wer das Geld kontrolliert, kontrolliert das Verhalten der Menschen


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

um 08:48
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Marianengraben sage ich nur.
Du bist aber auch ne alte Unke. Das könntest ggf. sagen, wenn hier ne rechtspopulistische Regierung an die Macht käme, was hoffentlich nicht passieren wird.
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Ich rede hier gar icht gegen die Demokratie an sich, ich sage nur durch das demokratische Prinzip können sehr dummen Entscheidungen getroffen werden...deswegen kann man den deutschen Wählern keine direkte Demokratie zumuten.
Ach, sind die Schweizer also weniger dumm als die Deutschen? Überall können dumme Entscheidungen getroffen werden. Das bleibt weder in einer direkten noch in einer repräsentativen Demokratie aus.
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Weil unsere demokratisch gewählten Vertretter diese Abkommen unterschrieben haben - jetzt sag nicht Demokratie gefällt Dir doch nicht so
Nö. Bin ja nicht so schwarz/weiß unterwegs wie Du. Wie gesagt: Fehler passieren überall.
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Da sollten die Ukrainer dankbar sein.
Fängst Du jetzt auch noch an, die Ukrainer zu bashen 🤨 Sie waren dankbar! Sogar sehr. Aber das spätere Hin und Her war für sie enttäuschend. Und enttäuscht zu sein steht ihnen mMn. zu. Sie kämpfen und leiden jeden Tag, nicht nur für sich.
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Es ging um die Bezahlung - jetzt zahlt das Pentagon, Polen & Co. dafür - es ging nie um eine Abschaltung "weil Musk will".
Dennoch bleibt es möglich, dass er alles abschalten kann. Auch wenn er damit Vertragsbruch begehen würde. ZU VIEL MACHT bei einer Person.
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Mein Vorschlag: alle die Milliardäre blöd finden, schaffen eine Alternative und stellen es der Ukraine zur Verfügung.
Nur weil einer hochbegabt ist und mit seinem Aspie-Hirn tolle Erfindungen machen kann, berechtigt ihn das mMn. noch lange nicht dazu, so eine Macht (Geld) bei sich zu konzentrieren, dass er tun und lassen kann wie er will.
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Man bezahlt aber nicht Werte, sondern mit Währung.
Das ist ja das Dilemma! Je weniger Werte desto mehr Ausbeutung, desto günstiger.
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:...und in harten Zeiten entscheidet der Preis - wie gut dass der Kapitalismus Alternativen anbietet.
So wird es dann ewig bei der Konsequenz bleiben, dass Menschen, Tiere oder die Umwelt ausgebeutet oder zerstört wird.

Bspw. wir doch nur so derbe viel Fleisch gefressen, weil es viiiiiel zu billig ist. Die armen Tiere werden in der Massentierhaltung vollkommen artungerecht gehalten und teils auch ernährt, weil es halt billiger so ist. Das ist schrecklich und zutiefst unethisch. Menschenunwürdiges Verhalten.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

um 09:38
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Wieso sollte man den Kapitalismus als solches abschaffen? Der hat immerhin den allermeisten Menschen zu mehr Wohlstand und Sicherheit verholfen.

Da der Kapitalismus von Menschen ausgedacht und geprägt wurde, sollte es auch dem Menschen möglich sein, die Regeln des Kapitalismus derart abzuändern, dass es z.B. nicht ein unendliches Wachstum sein muß, dass angestrebt wird, sondern eine Form von einem umsichtigen Kapitalismus, das die Fürsorglichkeit gegenüber Mensch, Tier & Natur im Focus hat. Die Gesellschaft definiert ja die Werte nach der sie leben möchte. Demnach sollte es in einer Demokratie doch möglich sein, durch Mehrheiten auch andere Werte in den Fokus zu nehmen (entsprechende Gesetzes - und Steueränderungen). Wir haben doch bereits feststellen können, wo z.B. die Ausbeutung der Natur hinführen wird. Wenn entsprechende fürsorgliche Werte gelebt werden würden, dann könnte sich das doch auch auf den Kapitalismus und dessen Regeln auswirken, oder denkst Du nicht?
Wenn man das 'unendliche Wachstum' abschaffen möchte, denke ich, muss man das Zinssystem abschaffen und somit auch das Bankensystem - womit dann auch automatisch der Kapitalismus abgeschafft wäre. Der Kapitalismus profitiert doch überwiegend davon, dass fingierter Wert in Form von Bearbeitungsgebühren und Zinsen geschaffen wird, welcher nicht wirklich vorhanden ist. Diese künstlichen Verteuerungen legen sich bspw. im Immobilienhandel nieder - es wird gekauft, um wieder verkauft zu werden. Oder wenn jemand ein Unternehmen aufbauen möchte, braucht es erstmal eine Menge Geld als Startkapital - dadurch kostet dann bspw. die benötigte Maschine dem Unternehmer mehr, als sie eigentlich Wert ist. Und auch der Arbeitnehmer will immer wieder mehr Geld für die gleiche Arbeit und und und ... A B E R: Irgendwo muss doch auch jemand draufzahlen. Oder nicht? Eben dieser Strick, denke ich, zieht sich immer weiter zu - sozusagen.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

um 09:51
Der Kapitalismus wurde nicht von einer Person oder einer Kommission am Reißbrett ausgedacht. Er ist kein System, das wie eine Verfassung oder ein Gesetzbuch an einem bestimmten Tag beschlossen wurde.

Der Kapitalismus ist kein künstliches Konstrukt, sondern das Ergebnis einer jahrhundertelangen, organischen Evolution. Er entstand schrittweise aus dem Zusammenbruch des Feudalismus, dem Aufkommen des globalen Seehandels und der industriellen Revolution. Erst nachdem sich diese Mechanismen in der Praxis entwickelt hatten, kamen Ökonomen wie Adam Smith und haben das Ganze analysiert und aufgeschrieben. Der Kapitalismus wurde also beobachtet und beschrieben, nicht ausgedacht.

Der Idee, man könne die Regeln des Kapitalismus einfach so abändern, dass er 'fürsorglich' wird und ohne Wachstum auskommt, muss man klar widersprechen. Er ist organisch über Jahrhunderte gewachsen. Und er folgt systemischen Eigengesetzen. Man kann den Kapitalismus nicht einfach auf 'Natur- und Menschenschutz' umprogrammieren. Ein Kapitalismus ohne Wachstum bricht mathematisch zusammen. Genauso zwingt der gnadenlose Wettbewerb Unternehmen zur Profitmaximierung – wer aus reiner Fürsorge unproduktiv wird, fliegt vom Markt. Ein 'umsichtiger Kapitalismus' ist ein Widerspruch in sich. Das System lässt sich nicht nettökonomisch reformieren, weil die Logik des Kapitals immer stärker ist als der gute Wille des Einzelnen.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

um 10:20
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Dennoch hat es in betroffenen Ländern auch gleichzeitig zu Wirtschaftswachstum geführt und damit Millionen Menschen aus extremer Armut befreit. Die Länder haben moderne Technik, Infrastruktur und medizinischem Fortschritt erhalten. Demnach haben sie auch profitiert, nach meinem Verständnis.
Das muss man am Ende auch differenzieren. Ja, teilweise profitieren auch dort einige Wenige von der kapitalistischen Lebensweise, aber das auch sehr zentriert, während viele andere weiterhin in prekären Verhältnissen leben.
Gleichzeitig, und das ist der größte Nachteil, profitiert der Westen in einem vielfach größeren Maße von der imperalistischen Ausbeutung. Der Mehrwert fließt immer zurück in den Westen. Schau dir beispielsweise Afrika an. Dieser Kontinent ist so reich an Bodenschätzen, das dort flächendeckend eine gewaltige Entwicklung hinsichtlich Infrastruktur etc. möglich wäre. Das passiert aber nicht, weil der Westen immer noch von dem imperialistischen Machtgefälle profitiert und den Mehrwert abschöpft. Das ist eben diesem Konkurrenzsystem Kapitalismus geschuldet.
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Nur mal so rumgedacht: wenn in der Gesellschaft mehr über Werte gesprochen würde (welche ethischen Werte wollen wir leben), und die Mehrheit wäre z.B. für den fürsorglichen Umgang mit Mensch, Tier und der Umwelt, dann würden doch favorisiert immer mehr Produkte von Unternehmen gekauft werden, die ihre Waren bspw. entsprechend umweltschonend herstellen. Das ist bereits schon der Fall, der Biomarkt boomt.
Ich glaube nach wie vor daran, dass wir als Endverbraucher die Macht haben, durch unser Kaufverhalten den Markt "zu lenken". Demnach: wenn man ausschließlich Produkte kauft, die von mitarbeiterorientierten Unternehmen sind (Great Place to Work), die Tiere artgerecht halten, keine Qualzucht betreiben, und eine gute Umweltbilanz haben, dann sind das doch schon mal coole Schritte.
So sehr ich das auch für sinnvoll halte, in unserem jetzigen System wären nachhaltige Produkte aus den von dir genannten Verhältnissen um ein Vielfaches teurer. Und so sehr der Kunde auch idealistisch sein mag, Menschen in prekären Verhältnissen können sich das Super-Bio-Nachhaltigkeitsprodukt eben nicht leisten. Also selbst wenn es nicht am Willen der Massen scheitern sollte, dann spätestens an den materialistischen Gegebenheiten. Und somit würden die von dir genannten Alternativen im konkurrenzgetriebenen Kapitalismus untergehen.
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Ich denke das sind sehr mächtige Unternehmen, ja. Aber meine Hoffnung ist mächtiger :D und ich glaube an den Menschen, dass er fähig sein wird, die Dinge so zu lenken und zu gestalten, dass nachfolgende Generationen auch noch auf diesem wunderbaren Planeten leben können werden.
Der Mensch ist als einziges Lebewesen soz. "Mitschöpfer" dieses Planeten ;) Kein Lebewesen hat hier so viel Veränderung bewirkt wie der Mensch. Wundervolles und Grauenhaftes. Aber schlußendlich glaube ich fest dran, dass das Positive überwiegen wird :)
Ich finde es ehrlich sehr, sehr gut, Hoffnung zu haben. Ich habe auch Hoffnung auf eine bessere Zukunft, aber eben nicht in diesem Wirtschaftssystem, das wir haben. Das Wissen über die Erderwärmung ist da, wir wissen, wie wenig Zeit wir haben, gesellschaftliche Proteste waren da und was ist passiert? Klima- bzw. Umweltschutz und Kapitalismus sind schlicht nicht vereinbar.
Zitat von GwyddionGwyddion schrieb:Ah ja.. das soll also ein Beispiel sein? Gut.. für mich hat sich die Diskussion mit Dir erübrigt. Mir fehlt gerade der passende Aluhut. Du kannst natürlich auch Überzeugungsarbeit leisten und Belege bringen. Vielleicht steige ich dann wieder in die Diskussion ein.
Also ehrlich, das ist ja lächerlich. Kuba und das seit 70 Jahren andauernde Handelsembargo ist dir aber ein Begriff?
Die CIA ist da auch sehr transparent, inwiefern sozialistische Bewegungen in den letzten Jahrzehnten zerschlagen wurden. Dasnist tatsächlich common sense, was man auch wissen könnte, wenn man tausende Bücher gelesen hat.
Ob nun in Guatemala:

Präsident Jacobo Arbenz verfolgte eine sozialreformerische Politik (Landreform, Einschränkung von Großgrundbesitz und United Fruit), die von den USA als „kommunistische Bedrohung“ eingestuft wurde.
The CIA undertook Operation PBSuccess to overthrow the democratically elected Jacobo Árbenz in the 1954 Guatemalan coup d'état. Carlos Castillo Armas replaced him as a military dictator. Guatemala was subsequently ruled by a series of military dictatorships for decades.
Quelle: https://en.wikipedia.org/wiki/CIA_activities_in_Guatemala

Oder Chile:
Salvador Allende war ein demokratisch gewählter sozialistischer Präsident, der Nationalisierungen und Umverteilungspolik betrieb.
In the 1960s and the early 1970s, as part of the US Government policy to try to influence events in Chile, the CIA undertook specific covert action projects in Chile.� Those hereby acknowledged are described below.� The overwhelming objective—firmly rooted in the policy of the period—was to discredit Marxist-leaning political leaders, especially Dr. Salvador Allende, and to strengthen and encourage their civilian and military opponents to prevent them from assuming power.
Quelle: https://irp.fas.org/cia/product/chile/index.html?utm_source=perplexity
Zitat von GwyddionGwyddion schrieb:Doch, natürlich. Jeder hat die Möglichkeit oder gibt es irgendwo ein Verbot? Nein? Nun....
Ob ein gesetzliches Verbot existiert oder nicht, ändert ja nichts an den systemischen Zwängen. Natürlich kann jeder ein Unternehmen gründen, wenn dies eine Mehrheit der Bevölkerung macht, wird der größte Teil dieser Unternehmungen eben schlussendlich in der kapitalistischen Konkurrenz mit größeren, profitableren Unternehmen untergehen und dann sind die betreffenden Personenen wieder gezwungen, ihre Arbeitskraft zu verkaufen und den von ihnen geschaffenen Mehrwert abschöpfen zu lassen.

Also ja, genauso wie ich es dir jetzt mehrfach zu erklären versuchte.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

um 10:43
Zitat von Mauzi666Mauzi666 schrieb:Der Maurer hat dem Elektriker eine Mauer hochgezogen, braucht aber eine Dachreparatur und hat diese dann auch bekommen. So war es ein Kreislauf von Geben und Nehmen, ohne alles auf den letzten Cent abzurechnen, damit auch bloß keiner zu kurz kommt oder zu viel macht.
Wi war das? Bestimmt auch nicht Kreta-übergreifend...
Du redest eher von Freundschaftsdiensten

Wie es scheint.
Zitat von Mauzi666Mauzi666 schrieb:Man kannte sich untereinander und hat geholfen.
Ganz ohne Staat. Das ging. Komplett dezentral. Man wurde nicht reich, aber man war versorgt.
Ähem nein, das hast du jetzt Unternehmer gehabt untereinander. Unterstützten

Wie richtig angemerkt Schwarzarbeit..

Jetzt geh ich Mal aber davon aus, das sowas auch nicht über Fertigungsketten hinaus ging.
Zitat von Mauzi666Mauzi666 schrieb:Das Schöne am alten Handwerker-Modell war doch, dass es ohne Geld funktionierte – und damit frei von staatlicher oder systemischer Kontrolle war. Heute ist Geld das ultimative
Nein, es funktionierte nicht ohne Geld, sie Volkswirtschaft

Oder vereinfacht, auch ob es warm oder kalt ist, wird nicht beeinflusst davon ob di die Thermometer entfernst


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

um 10:49
Zitat von DerHildenDerHilden schrieb:zurück in den Westen. Schau dir beispielsweise Afrika an. Dieser Kontinent ist so reich an Bodenschätzen, das dort flächendeckend eine gewaltige Entwicklung hinsichtlich Infrastruktur etc. möglich wäre. Das passiert aber nicht, weil der Westen immer noch von dem imperialistischen Machtgefälle profitiert und den Mehrwert abschöpft. Das ist eben diesem Konkurrenzsystem Kapitalismus geschuldet.
0815 vereinfacht, zumal hier wieder ein ganzer Kontinent zusammengefasst wird

Vielleicht suchen wir mal spezifische Länder oder gar Branchen.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

um 10:51
Zitat von FedaykinFedaykin schrieb:Wi war das?
War sehr schön, danke der Nachfrage.
Zitat von FedaykinFedaykin schrieb:Bestimmt auch nicht Kreta-übergreifend...
Doch doch
Zitat von FedaykinFedaykin schrieb:Ähem nein, das hast du jetzt Unternehmer gehabt untereinander. Unterstützten
Wtf?
Zitat von FedaykinFedaykin schrieb:Wie richtig angemerkt Schwarzarbeit..
Wie ich angemerkt habe, geht es gar nicht darum, aber wie ich zudem impliziert habe, wird es natürlich Blitzbirnen geben, die das nicht verstehen. Alles gut.
Zitat von FedaykinFedaykin schrieb:Oder vereinfacht, auch ob es warm oder kalt ist, wird nicht beeinflusst davon ob di die Thermometer entfernst
Ist dir grade kalt? Das ist nicht mal vereinfacht. Das ist doch nur Schrabba-Dabba. Oder?


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

um 10:53
Zitat von DerHildenDerHilden schrieb:Also ehrlich, das ist ja lächerlich. Kuba und das seit 70 Jahren andauernde Handelsembargo ist dir aber ein Begriff?
😂😂😂

Ja von den USA, bleiben nur 194 andere Länder

Dazu das Zitat

The great irony: Cuba taught Vietnam how to grow coffee, now we buy it from them.
Cuba, which taught Vietnam to grow coffee, now imports it from there, reflecting its agricultural collapse under the regime.

Opinion
Luis Flores

16/09/2024 - 2:28pm (GMT-5) |

CargandoProducción de cafe en Vietnam © congthuong.vn
Coffee production in VietnamPhoto © congthuong.vn


Did you know that Cuba, which was a reference in coffee production in the Caribbean and the world, sent experts to Vietnam to teach them the best cultivation techniques?

In the 1970s, Cuba and Vietnam established a relationship of agricultural cooperation as part of the "solidarity" among socialist countries. In that context, Cuba sent agricultural experts, especially in coffee cultivation, to help Vietnam develop its coffee industry.

This collaboration program focused primarily on the Central Highlands region of Vietnam, where Cuban specialists provided training and shared cultivation and agricultural management techniques, improving local practices. During those years, Cuban experience in coffee cultivation, particularly in harvesting and processing techniques, played a crucial role in the rise of Vietnamese production.

Vietnam, with the help of these experts, went from being a modest coffee producer in the 1980s to becoming, over the years, the second largest coffee exporter in the world. Cuban collaboration was key in the development of the Vietnamese robusta coffee plantations, which now dominate the global market.

https://en.cibercuba.com/noticias/2024-09-16-u2-e2-s27068-nid288525-gran-ironia-cuba-enseno-vietnam-cultivar-cafe-ahora#google_vignette


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

um 10:54
Zitat von FedaykinFedaykin schrieb:Vielleicht suchen wir mal spezifische Länder oder gar Branchen.
Nix machen wir. Du wärst mal an der Reihe, ein bisschen mehr Substanz in deine Beiträge zu packen. So sind die 100k ja auch nichts wert. Und 50k davon alles krumm und schief. Wo gibts denn sowas?


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

um 10:55
@Mauzi666

Du bist mit der Neutralität des Geldes vertraut?

Wenn du eine Recheneinheit entfernst ändert das nichts an der Problematik der Ressourcenallokation


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

um 10:57
Zitat von Mauzi666Mauzi666 schrieb:Nix machen wir. Du wärst mal an der Reihe, ein bisschen mehr Substanz in deine Beiträge zu packen. So sind die 100k ja auch nichts wert. Und 50k davon alles krumm und schief. Wo gibts denn sowas?
Ich muss die pauschalisierung von Afrika widerlegen?


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um 10:57
Zitat von FedaykinFedaykin schrieb:Wenn du eine Recheneinheit entfernst ändert das nichts an der Problematik der Ressourcenallokation
Und die Funktioniert nur mit Geld? Wenn ja, warum?


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

um 11:02
Zitat von Mauzi666Mauzi666 schrieb:Und die Funktioniert nur mit Geld? Wenn ja, warum?
Nicht nur, aber wesentlich effizienter

Das Geldwesen ist nicht umsonst eine ziemlich alte Erfindung

Oder anders, wie willst du alles mit Sachwerten gegü erstellen, vor allem Dienstleistungen?

Geht in der Theorie, ist aber umständlich


Wikipedia: Geschichte des Geldes


So gesehen kam der Vorlauf schon mit der sesshaftigkeit


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

um 11:03
Zitat von FedaykinFedaykin schrieb:0815 vereinfacht, zumal hier wieder ein ganzer Kontinent zusammengefasst wird

Vielleicht suchen wir mal spezifische Länder oder gar Branchen.
Das ändert nichts an der grundsätzlichen Richtigkeit des Arguments, dass der afrikanische Kontinent von Kolonialismus und nun Neo-Kolonialismus in dem Maße ausgebeutet wird, das in den meisten afrikanischen Staaten außerhalb einzelner großer Siedlungen kein nachhaltiger Aufbau von Infrastruktur erfolgen kann.
Zitat von FedaykinFedaykin schrieb:Ja von den USA, bleiben nur 194 andere Länder
Ich bin deine undifferenzierten Einzeiler wirklich leid. Wenn du nicht die Ressourcen hast, dich mit komplexen Themen auf respektvolle Art und Weise mit deinen Diskussionspartnern auseinanderzusetzen, bist du für solche Debatten eben nicht geeignet.

Und das stimmt ja nicht einmal, was du sagst. Dir sollte klar sein, dass ein Handelsembargo der USA als globaler Hegemon natürlich Auswirkunfen auf die Handelsbeziehungen Kubas mit anderen Staaten hast, die mit den USA eng zusammenarbeiten.
Abschnitt III des Helms-Burton Act ermöglicht insbesondere Klagen von US-Bürgern gegen vermeintliche Nutznießer der Enteignungen: US-Bürger sind auf dieser Grundlage berechtigt, Unternehmen oder Individuen auf Entschädigung zu verklagen, die – aus US-Sicht – mit dem beschlagnahmten Eigentum „illegal Handel treiben“. Davon erfasst sind Personen und Unternehmen, die entsprechende Grundstücke (ver-)kaufen, (ver-)mieten oder (ver-)pachten, aber darüber hinaus auch Personen und Unternehmen, die beschlagnahmtes Eigentum im Rahmen einer gewerblichen Tätigkeit nutzen oder anderweitig davon profitieren. Der Anwendungsbereich der Regelung ist extrem weit gefasst und ermöglicht somit entsprechend weitreichende Klagen. Schadensersatz auf dieser Grundlage kann den aktuellen Wert des beschlagnahmten Eigentums sowie Gerichts- und angemessene Anwaltskosten umfassen und unter bestimmten Umständen verdreifacht werden.

Seitdem die USA Abschnitt III des sog. Helms-Burton-Act in Kraft gesetzt haben, haben zahlreiche US-Privatpersonen und Unternehmen Ansprüche auf dieser Grundlage angemeldet und Klagen eingereicht, darunter Klagen gegen EU-Unternehmen wie die spanische Fluggesellschaft Iberia, die niederländische Buchungsplattform Booking, den spanischen Hotelkonzern Meliá und die deutsche Trivago GmbH. Nach Angaben des U.S.-Cuba Trade and Economic Council sind bislang 21 Klagen eingereicht worden, weitere dürften folgen.
Quelle: https://www.noerr.com/de/insights/zunehmend-auswirkungen-des-helms-burton-act-auf-eu-unternehmen-und-eu-personen


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

um 11:04
Zitat von FedaykinFedaykin schrieb:Oder anders, wie willst du alles mit Sachwerten gegü erstellen, vor allem Dienstleistungen?
Man muss nur in einer warenförmigen Produktion Werte gegenüberstellen. In einer Wirtschaft, die allein auf der Bedürfnisbefriedigung beruht, ist das nicht erforderlich. Vor allem dann nicht, wenn ein Großteil der notwendigen Arbeiten, vor allem in der Produktion, automatisiert werden kann.


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