mitH2CO3 schrieb:Dennoch hat es in betroffenen Ländern auch gleichzeitig zu Wirtschaftswachstum geführt und damit Millionen Menschen aus extremer Armut befreit. Die Länder haben moderne Technik, Infrastruktur und medizinischem Fortschritt erhalten. Demnach haben sie auch profitiert, nach meinem Verständnis.
Das muss man am Ende auch differenzieren. Ja, teilweise profitieren auch dort einige Wenige von der kapitalistischen Lebensweise, aber das auch sehr zentriert, während viele andere weiterhin in prekären Verhältnissen leben.
Gleichzeitig, und das ist der größte Nachteil, profitiert der Westen in einem vielfach größeren Maße von der imperalistischen Ausbeutung. Der Mehrwert fließt immer zurück in den Westen. Schau dir beispielsweise Afrika an. Dieser Kontinent ist so reich an Bodenschätzen, das dort flächendeckend eine gewaltige Entwicklung hinsichtlich Infrastruktur etc. möglich wäre. Das passiert aber nicht, weil der Westen immer noch von dem imperialistischen Machtgefälle profitiert und den Mehrwert abschöpft. Das ist eben diesem Konkurrenzsystem Kapitalismus geschuldet.
mitH2CO3 schrieb:Nur mal so rumgedacht: wenn in der Gesellschaft mehr über Werte gesprochen würde (welche ethischen Werte wollen wir leben), und die Mehrheit wäre z.B. für den fürsorglichen Umgang mit Mensch, Tier und der Umwelt, dann würden doch favorisiert immer mehr Produkte von Unternehmen gekauft werden, die ihre Waren bspw. entsprechend umweltschonend herstellen. Das ist bereits schon der Fall, der Biomarkt boomt.
Ich glaube nach wie vor daran, dass wir als Endverbraucher die Macht haben, durch unser Kaufverhalten den Markt "zu lenken". Demnach: wenn man ausschließlich Produkte kauft, die von mitarbeiterorientierten Unternehmen sind (Great Place to Work), die Tiere artgerecht halten, keine Qualzucht betreiben, und eine gute Umweltbilanz haben, dann sind das doch schon mal coole Schritte.
So sehr ich das auch für sinnvoll halte, in unserem jetzigen System wären nachhaltige Produkte aus den von dir genannten Verhältnissen um ein Vielfaches teurer. Und so sehr der Kunde auch idealistisch sein mag, Menschen in prekären Verhältnissen können sich das Super-Bio-Nachhaltigkeitsprodukt eben nicht leisten. Also selbst wenn es nicht am Willen der Massen scheitern sollte, dann spätestens an den materialistischen Gegebenheiten. Und somit würden die von dir genannten Alternativen im konkurrenzgetriebenen Kapitalismus untergehen.
mitH2CO3 schrieb:Ich denke das sind sehr mächtige Unternehmen, ja. Aber meine Hoffnung ist mächtiger :D und ich glaube an den Menschen, dass er fähig sein wird, die Dinge so zu lenken und zu gestalten, dass nachfolgende Generationen auch noch auf diesem wunderbaren Planeten leben können werden.
Der Mensch ist als einziges Lebewesen soz. "Mitschöpfer" dieses Planeten ;) Kein Lebewesen hat hier so viel Veränderung bewirkt wie der Mensch. Wundervolles und Grauenhaftes. Aber schlußendlich glaube ich fest dran, dass das Positive überwiegen wird :)
Ich finde es ehrlich sehr, sehr gut, Hoffnung zu haben. Ich habe auch Hoffnung auf eine bessere Zukunft, aber eben nicht in diesem Wirtschaftssystem, das wir haben. Das Wissen über die Erderwärmung ist da, wir wissen, wie wenig Zeit wir haben, gesellschaftliche Proteste waren da und was ist passiert? Klima- bzw. Umweltschutz und Kapitalismus sind schlicht nicht vereinbar.
Gwyddion schrieb:Ah ja.. das soll also ein Beispiel sein? Gut.. für mich hat sich die Diskussion mit Dir erübrigt. Mir fehlt gerade der passende Aluhut. Du kannst natürlich auch Überzeugungsarbeit leisten und Belege bringen. Vielleicht steige ich dann wieder in die Diskussion ein.
Also ehrlich, das ist ja lächerlich. Kuba und das seit 70 Jahren andauernde Handelsembargo ist dir aber ein Begriff?
Die CIA ist da auch sehr transparent, inwiefern sozialistische Bewegungen in den letzten Jahrzehnten zerschlagen wurden. Dasnist tatsächlich common sense, was man auch wissen könnte, wenn man tausende Bücher gelesen hat.
Ob nun in Guatemala:
Präsident Jacobo Arbenz verfolgte eine sozialreformerische Politik (Landreform, Einschränkung von Großgrundbesitz und United Fruit), die von den USA als „kommunistische Bedrohung“ eingestuft wurde.
The CIA undertook Operation PBSuccess to overthrow the democratically elected Jacobo Árbenz in the 1954 Guatemalan coup d'état. Carlos Castillo Armas replaced him as a military dictator. Guatemala was subsequently ruled by a series of military dictatorships for decades.
Quelle:
https://en.wikipedia.org/wiki/CIA_activities_in_GuatemalaOder Chile:
Salvador Allende war ein demokratisch gewählter sozialistischer Präsident, der Nationalisierungen und Umverteilungspolik betrieb.
In the 1960s and the early 1970s, as part of the US Government policy to try to influence events in Chile, the CIA undertook specific covert action projects in Chile.� Those hereby acknowledged are described below.� The overwhelming objective—firmly rooted in the policy of the period—was to discredit Marxist-leaning political leaders, especially Dr. Salvador Allende, and to strengthen and encourage their civilian and military opponents to prevent them from assuming power.
Quelle:
https://irp.fas.org/cia/product/chile/index.html?utm_source=perplexity
Gwyddion schrieb:Doch, natürlich. Jeder hat die Möglichkeit oder gibt es irgendwo ein Verbot? Nein? Nun....
Ob ein gesetzliches Verbot existiert oder nicht, ändert ja nichts an den systemischen Zwängen. Natürlich kann jeder ein Unternehmen gründen, wenn dies eine Mehrheit der Bevölkerung macht, wird der größte Teil dieser Unternehmungen eben schlussendlich in der kapitalistischen Konkurrenz mit größeren, profitableren Unternehmen untergehen und dann sind die betreffenden Personenen wieder gezwungen, ihre Arbeitskraft zu verkaufen und den von ihnen geschaffenen Mehrwert abschöpfen zu lassen.
Also ja, genauso wie ich es dir jetzt mehrfach zu erklären versuchte.