Mauzi666 schrieb:Solange eine Gesellschaft in der kollektiven Ignoranz verharre und unproduktive Scheinberufe höher wertschätze und bezahle als das reale Handwerk, die Pflege oder die physische Infrastruktur, wird sich sowieso gar nichts ändern.
Auch hier gebe ich Dir Recht, aber läuft es dann nicht darauf hinaus, dass die Korrumpiertheit der Profiteure des Systems allein schon zahlenmäßig stärker zum Tragen kommt, so dass sich in der Effizienz rein gar nichts am System ändern wird, bis es an der Konfrontation mit den ökologischen Fundamenten kollabiert, weil man wie das Kaninchen auf die Schlange blickt?
Ich meine: Es ist erkennbar und erwartbar, dass das System auf längere Sicht scheitern wird, da es die Fundamente untergräbt, auf denen es beruht.
Wir können das haarklein und bis ins Detail analysieren und prognostizieren - analog zum Drogensüchtigen, der erwartbar und vorhersehbar nicht sehr alt werden wird, weil er seinen Körper systematisch zugrunde richtet, aber weil er von seiner Sucht nicht loskommt, konsumiert er weiter, bis er irgendwann einen elenden Tod stirbt - aber es bewirkt nichts, was eine grundlegende Wende betrifft.
Auch die präziseste Analyse ändert nichts am analysierten Sachverhalt, sondern beschreibt ihn nur und belässt ihn dann. Das scheint mir das zu sein, worauf es am Ende hinauslaufen wird: Hoffen, dass es nicht noch schlimmer werden möge, während es sukzessive immer schlimmer wird.
Mauzi666 schrieb:Veränderung beginnt im Kopf.
Ja, aber veränderte Köpfe sind immer noch am Leib angewachsen, der den Kopf nicht nur trägt, sondern überhaupt erst als integrierten Körperteil erst hervorgebracht hat. Und der Leib ist nun mal primär auf das leibliche Wohl bedacht. Ideale fallen da gewöhnlich hinten runter, wenn es beginnt, unbequem zu werden.