Ich habe Hannes Damm kennen und schätzen gelernt: im Zuge meines Interesses für die Machenschaften der SPD (um Manuela Schwesig) in Sachen Nebenaußenpolitik und Klimastiftung.
Es gibt wohl keinen anderen Menschen in Deutschland, der so viel darüber weiß, wie Hannes Damm.
Als ich von dem Fraktionsausschluss hörte, musste ich auch mit dem Kopf schütteln und dachte, wie dumm ist denn das?
Und das nicht nur, weil die Arbeit des Untersuchungsausschusses ja noch nicht beendet ist. (Freilich könnte ich mir vorstellen, dass - Achtung Spekulation - im Büro von Manuela Schwesig die Sektkorken knallten.)
Danke an
@ApexOne , für die Links und Zitate, so dass ich jetzt zumindest etwas mehr darüber weiß.
Hannes Damm ist ein Physiker, der für diese wichtige Arbeit seine wissenschaftliche Arbeit (Doktorarbeit) liegen ließ. Focus Online brachte seinerseits ein schönes Porträt dieses engagierten und bewundernswertes Mannes.
Der Untersuchungsausschuss zu Nord Stream bedroht die Macht von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig. Der Grüne Hannes Damm ist ihr gefährlichster Widersacher
Quelle:
https://www.focus.de/magazin/archiv/politik-duestere-wolken-ueber-schwerin_id_108262492.htmlDaraus
Als Damm vergangenen Herbst in den Landtag einzog, standen der Aufbau von Windkraftanlagen und der Ausbau von Radwegen auf seiner Agenda. Oder die Bedeutung des Klimawandels für den Meeresspiegel. Parallel dazu arbeitete er an seiner Dissertation. Öko-Basisthemen. Der 30 Jahre alte Naturwissenschaftler war auf dem besten Wege zum Klischee-Grünen: nachhaltig, nett, naturverbunden. Doch dann überfiel Wladimir Putin die Ukraine.
Plötzlich muss sich der zweitjüngste Abgeordnete im 79-köpfigen Landtag um russische Netzwerke, geheime Absprachen, verschwundene Akten und die Frage kümmern, ob Schwesigs Landesregierung die Öffentlichkeit täuschte und womöglich von Moskau aus gesteuert wurde. Damit ist der Zahlenmensch, der für parlamentarische Auftritte T-Shirt und Jeans gegen Anzug mit Weste und Fliege tauscht, mittlerweile zur schwersten Bedrohung für die Ministerpräsidentin avanciert.
Wie bei seiner Kontrahentin hat Nord Stream 2 seine Lebensplanung nachhaltig verändert. Die Doktorarbeit hat vorerst Pause. Stattdessen macht er sich nun in Stiftungsrecht, Geopolitik und Polittaktik schlau. „Das ist jetzt wichtiger“, sagt der zweifache Familienvater. Er ist davon überzeugt, dass ohne eine gründliche Aufarbeitung des „Russland-Sumpfes“ keine vernünftige Politik mehr gemacht werden könne: „Es geht um die politische Kultur insgesamt.“
Damm ist ohne Zweifel ein Getriebener. Aber wer ihm zuhört, merkt, dass es ihm zuerst um die Sache geht. Er gräbt sich tief in die Materie ein, durchdenkt Details, liebt Fakten. Polit-Worthülsen verabscheut er, dafür mag er den direkten Angriff: Manuela Schwesig „macht ihre Arbeit nicht ordentlich und kennt die korrekten Zahlen nicht, oder sie beschönigt und verfälscht weiterhin vorsätzlich“.
Quelle:
https://www.focus.de/magazin/archiv/politik-duestere-wolken-ueber-schwerin_id_108262492.htmlDer (etwas längere) Artikel erklärt auch noch mal, worum es bei der Geschichte um die Klimastiftung - und dem Untersuchungsausschuss - ging und geht; insofern Lektüre als Ganzes empfohlen.
Die neuere (parteiinterne) Geschichte erscheint immer noch etwas undurchsichtig, aber dass Hannes Damm zu einem Mitarbeiter hält, der sich als Opfer sieht, überrascht mich jedenfalls nicht. Der Fraktionsausschluss wirft jedenfalls kein gutes Licht.
Im Ganzen auch eine traurige Ironie. Da kämpft der Mann, fast als Einzelkämpfer, gegen die ganze Scheiße und für mehr Transparenz. Und dann kommt womöglich eine Partei an die Macht, die mit ihrer Kreml-Nähe sich einen Dreck drum kümmert.
Denkt man an Ostdeutschland in der Nacht, ist man um den Schlaf gebracht.